Hoppen in Reinform :o)

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whis
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Hoppen in Reinform :o)

Beitrag von whis » Do Okt 29, 2009 10:15 pm

Mit meiner Überschrift meine ich nicht, dass ich Expertin auf diesem Gebiet bin (eher im Gegenteil *g*), ich meine lediglich die Situation an sich. Ich hab mir da gerade eine Situation erschaffen, die erinnert mich an den Erfinder des H'oponopono und seine Schutzbefohlenen:

Zurzeit arbeite ich mal wieder als Dozentin. Meine Teilnehmer sind ein unmotivierter Haufen Arbeit suchender, die nicht wirklich suchen, sondern die Zeit in der Maßnahme dazu nutzen, sich gegenseitig leid zu tun und zu jammern.

:shock:

Ich reiß mir einen raus, um sie zu motivieren, sie bei der Stange zu halten, ihnen das nötige Handwerkszeug mitzugeben, aber ich hab das Gefühl, ich versage total. Dabei verstehe ich mein Handwerk, und so etwas ist mir ehrlich gesagt noch nie passiert. Ich komme so sehr an meine Grenzen, und neulich ist mir der Geduldsfaden einfach gerissen. Dabei sagt mein Schatz immer, ich verfüge nicht über Geduld, sondern über eine Eselsgeduld :wink:

Der Job ist demnächst beendet. Das Schulungsunternehmen will mich eigentlich fest anstellen, aber mir ist die Strecke einfach zu weit (80 km einfach), bei dieser Entfernung zahle ich mit einem Angestelltengehalt (in Teilzeit) mehr für Benzin als mir zum Leben bleiben würde. Als Honorarkraft würde ich den Job gerne noch länger machen, aber wie gesagt, die Firma will mich einstellen. Hab ich so noch nicht erlebt, normalerweise arbeiten Schulungsunternehmen eher mit freiberuflichen Dozenten.

Warum kann ich keinen Job finden, der wirklich was für mich ist? In der Nähe halt, mit guter Bezahlung, netten Kollegen und was man sich halt so wünscht. Mein Zweitjob macht auch riesig Spaß, nette Kollegen und Ortsnähe hab ich da, aber er ist megamies bezahlt.

Bin ich selbst unmotiviert? Ich glaube nicht... aber wo zum Geier liegt der Hund begraben?

Es tut mir leid, dass ich mir diese Situation erschaffen habe. Ich liebe mich trotzdem, und ich verzeihe mir.

LG
whis

Someone
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Beitrag von Someone » Fr Okt 30, 2009 11:06 am

Hallo whis,

ich kann Dich gut verstehen.. !
..

Ich würd das einfach mal gern.. hoppen..

Bitte nicht für Dich persönlich falsch verstehen.. das ist das was ich in mir finde..

(seit einigen Missverständnissen.. sorge ich mich auch immer, falsch verstanden zu werden.. :roll: .. Ein Krux mit der Krux........)


Also..
wenn ich mir bis jetzt keinen Traumjob ER-schaffen konnte..
bzw. mir diese Situation erschaffen hätte.. dann, weil..

.. ich würde mir selbst nicht vertrauen.. ich könnte mir nicht vorstellen.. das MIR.. sowas TATSÄCHLICH.. auch zustehen.. KÖNNTE.. nein, nicht mal ein Könnte.. wär da drinne...
.. ich hätte Vertrauen verloren.. und keine Ahnung.. wie bekommen.. is ja kein Job für mich dabei.. wie sollt ich da Vertrauen bekommen..

Ich zäume.. (-ich someone-) allzugerne das Pferd von hinten auf..
Erst bitte Job.. (!!UNI!!) .. dann geb ich Dir Vertrauen.. bäh...

.. geht nicht.. mein Uni ist in mir.. geht nicht verkehrt.. Pferd fängt vorne an und hört.. hinten auf..

Es tut mir leid.. dass ich dem Uni (mir) noch immer etwas trotzig gegenüberstehe..
wenn ich das näher in mein Herz nehme.. tut es mir wahnsinnig leid.. das ich mir sooo wenig vertraue..
Ich drücke mich selbst und versuch mich (ohne Job) lieb zu haben.. ich mich für mich.. ohne Erwartunng.. mit meinen Fehlern..

Ich vergebe mir.. ich verzeihe mir.. joblos zu sein.. ich vergebe mir.. es scheinbar momentan nicht hinbekommen zu haben.. richtig für mich zu sorgen.. und mir einen -guten- Job zu BE-sorgen.

Ich verzeihe mir auch.. mir im tiefsten Herzen .. nicht vertrauen zu können mir einen guten Job wert zu sein..

Ich liebe mich so wie ich bin.. ohne zu müssen und zu sollen.. ich bin wertvoll und ich liebe mich.. wie ich bin!




lg
someone
irgendwo sind wir alle eins..

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whis
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Beitrag von whis » Fr Okt 30, 2009 11:30 pm

Danke someone!

Da muss ich drüber nachdenken... weil es so viele Worte sind, sogar ziemlich lange vermutlich :wink:

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meowCat
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Re: Hoppen in Reinform :o)

Beitrag von meowCat » Di Nov 03, 2009 11:25 am

whis hat geschrieben: Zurzeit arbeite ich mal wieder als Dozentin. Meine Teilnehmer sind ein unmotivierter Haufen Arbeit suchender, die nicht wirklich suchen, sondern die Zeit in der Maßnahme dazu nutzen, sich gegenseitig leid zu tun und zu jammern.
Ein hartes Kommentar!
Wenn du so über deine Studenten denkst, warum sollte dir das Universum dann eine Ganztagsstelle da angebieten.

Schade, dass du unmotiviert bist. Ich bin momentan auch auf Jobsuche. Eine positive Einstellung behalten!!

Guten Erfolg.

Tinchen

Re: Hoppen in Reinform :o)

Beitrag von Tinchen » Di Nov 03, 2009 12:07 pm

whis hat geschrieben:Mit meiner Überschrift meine ich nicht, dass ich Expertin auf diesem Gebiet bin (eher im Gegenteil *g*), ich meine lediglich die Situation an sich. Ich hab mir da gerade eine Situation erschaffen, die erinnert mich an den Erfinder des H'oponopono und seine Schutzbefohlenen:

Zurzeit arbeite ich mal wieder als Dozentin. Meine Teilnehmer sind ein unmotivierter Haufen Arbeit suchender, die nicht wirklich suchen, sondern die Zeit in der Maßnahme dazu nutzen, sich gegenseitig leid zu tun und zu jammern.

:shock:

Ich reiß mir einen raus, um sie zu motivieren, sie bei der Stange zu halten, ihnen das nötige Handwerkszeug mitzugeben, aber ich hab das Gefühl, ich versage total. Dabei verstehe ich mein Handwerk....
Mich erinnert das an bestimmte Kaffee Gäste in Supermarkt Kaffees. Und "Kollegen", bestimmte.

Es gibt eine Geschichte in "Hühnersuppe für die Seele", wo eine Frau genau so einen Haufen Leute motiviert. Macht sie genial, einfach und nachmachbar. Gucke mal, ob ich die Geschichte finde (hab nämlich fast nen halben Meter "Hühnersuppe.." in Buchform in meinem Regal stehen. Und da ich grade gründlichst aufräume an einer Stelle und deswegen Pausen brauche zwischen drine, besteht die Hoffnung, dass ich die Geschichte finde. Ich schreibe Dir, wenn...

wünsche Dir alles Gute
Tinchen

Tinchen

Beitrag von Tinchen » Di Nov 03, 2009 3:30 pm

Ich hab die Geschichte gefunden. Tatsächlich im ersten Band der Reihe.

"Jeder hat einen Traum" von Virgina Satir

in meiner Ausgabe auf Seite 152. Eine Sozialarbeiterin oder in einem vergleichbaren Beruf zeigt, wie Sozialhilfe Empfänger in Schwung zu bringen sind.

Buch müßte es auch gebraucht für ganz wenig Geld geben. Würd ich mir mal durchlesen und überlegen, was davon auf Deine Situation übertragbar ist. Diese Leute, um die es da ging, waren ähnlich "motiviert" wie Deine Spezies, whis.

Erzähl uns doch, ob s geklappt hat

Tinchen

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whis
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Beitrag von whis » Di Nov 03, 2009 7:48 pm

@meowCat

Hart, ja, aber nach mehr als 8 Wochen, in denen ich mit diesen Leuten zu tun habe, leider keine Unterstellung, sondern harte Tatsachen. Ich möchte auch dort keine Ganztagsfestanstellung, jeden Tag 160 km fahren - so viel kann ich gar nicht verdienen, dass sich das lohnt.


@Tinchen,

danke für den Tipp! Ich schau gleich mal, ob ich das Buch kriege.

Nun gut, heute hab ich mit ihnen etwas völlig anderes gemacht, und das war - trotz anfänglichem Gelächter - für meine Teilnehmer wohl ziemlich spannend: Ich hab mit ihnen mal das Psychodrama angeschnitten (um nicht das Wort "Familienaufstellung" zu verwenden). Für meine TN war das eine völlig neue Erfahrung, aber sie haben gesehen (und vielleicht auch verstanden), dass es in vielen Fällen Blockaden gibt.

Tinchen

Beitrag von Tinchen » Di Nov 03, 2009 8:50 pm

ich versteh Dich sooooooo gut, whis. Mit Psycho irgendwas kann man da nix machen, meiner Erfahrung nach ergibt das nur Strohfeuer Wirkungen. Diese Frau in der Geschichte macht konkrete Sachen. Bin echt gespannt, was Du damit machst. Wenn Du sie in Bewegung bringst, müßte Deiner beruflichen Laufbahn eigendlich nix mehr im Wege stehen. Ds dürfte sich rumsprechen.

Bevor hier Missverständnisse sprießen, die Frau hat es geschafft, Menschen in tiefster Resignation zu erreichen und zu eigenem Handeln zu motivieren. Und sie lies ihnen ihre Würde dabei.

Ich wünsche Dir wirklich alles Gute. Deinen Kurs Leutchen übrigends auch :)

Tinchen

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Beitrag von whis » Mi Nov 04, 2009 8:37 am

Tinchen, ich will diese Leute nicht verändern. Man kann Menschen nicht überrumpeln, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Vor 15 Jahren habe ich noch gar nicht verstanden, worum es z. B. in einer Aufstellung geht, das war alles noch so theoretisch und nicht greifbar für mich. Dinge wie Bestellungen ans Uni hätten mich total überfordert.

Es würde mir also schon genügen, wenn ich es schaffe, ihnen die Augen für neue Blickwinkel zu öffnen :D Wenn es da einen Trick gibt, wende ich ihn gerne an.

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Beitrag von Moderator » Mi Nov 04, 2009 8:44 am

Es würde mir also schon genügen, wenn ich es schaffe, ihnen die Augen für neue Blickwinkel zu öffnen Wenn es da einen Trick gibt, wende ich ihn gerne an.
Die Leute an die Hand nehmen und ihnen einen Weg aufzeigen und sie dann alleine laufen lassen...das gefällt mir...
Herzlichst Peti
Erfahrungen sind ein wahrer Schatz, der sich verdoppelt, wenn man ihn teilt.
Was denkbar ist, ist machbar.

wanda
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....

Beitrag von wanda » Mi Nov 04, 2009 9:44 am

guten morgen,

andere oder sich selbst die augen für einen neuen blickwinkel zu öffnen, ist ein grosses unterfangen....manchmal funktionierts, meist aber nicht....

unser verstand ist dermassen stark und braucht seine zeit um das neue anzunehmen bzw. zu glauben....je nach bockigkeit, ängstlichkeit oder offentheit des einzelnen....bzw. wir wissen ja gar nicht, wann der zeitpunkt da ist....deshalb anderen etwas einzuhämmern oder zärtlich zu begleiten..sind hilfsmitteln die dazu beitragen...

ich kenne das wünschen schon lange....wenn es mir gut ging, war wünschen eine leichte sache....nicht jedoch wenn es wichtig wurde.....

bei mir ist der verstand so hartnäckig, dass es ein ständiges training, beobachten und überprüfen brauchte, bis er etwas neues annehmen konnte....der knopf hat sich gelöst, sagt man auch.......lg wanda

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Beitrag von wanda » Mi Nov 04, 2009 9:48 am

p.s.:

deshalb gefallen mir zitate von k. tucholsky, wenn er sagt:

Lasst uns das Leben genießen, solange wir es nicht begreifen. ......

oder:

Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenn's ihm gut geht und eine, wenn's ihm schlecht geht. Die letzte heißt Religion. .... lach.... :D

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Beitrag von Moderator » Mi Nov 04, 2009 10:00 am

wanda hat geschrieben:p.s.:

deshalb gefallen mir zitate von k. tucholsky, wenn er sagt:

Lasst uns das Leben genießen, solange wir es nicht begreifen. ......

oder:

Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenn's ihm gut geht und eine, wenn's ihm schlecht geht. Die letzte heißt Religion. .... lach.... :D
Da ist was Wahres dran! ...°lach°...Danke wanda!
andere oder sich selbst die augen für einen neuen blickwinkel zu öffnen, ist ein grosses unterfangen....manchmal funktionierts, meist aber nicht....
...und dann ist es an einem selbst, das zu akzeptieren. °find°
Herzlichst Peti
Erfahrungen sind ein wahrer Schatz, der sich verdoppelt, wenn man ihn teilt.
Was denkbar ist, ist machbar.

Tinchen

Beitrag von Tinchen » Mi Nov 04, 2009 11:14 am

Peti hat geschrieben:
Es würde mir also schon genügen, wenn ich es schaffe, ihnen die Augen für neue Blickwinkel zu öffnen Wenn es da einen Trick gibt, wende ich ihn gerne an.
Die Leute an die Hand nehmen und ihnen einen Weg aufzeigen und sie dann alleine laufen lassen...das gefällt mir...
genau darum geht es in der Geschichte aus Hühnersuppe...

auf ganz praktische Weise MIT Ergebnissen, mit denen sich sehr gut leben läßt

Tinchen

Beitrag von Tinchen » Mi Nov 04, 2009 11:16 am

Kurt Tucholski hat sich umgebracht. Ob sojemand Vorbild ist, mhhh.

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