Das Kollektiv

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Shanti
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Das Kollektiv

Beitrag von Shanti » Di Nov 06, 2007 3:15 pm

angeregt durch einen artikel, den eine liebe freundin von mir über ihr erlebnis während einer bahnfahrt geschrieben hat, hab ich mir gerade gedanken über das kollektiv gemacht.
beispiel: du sitzt im zug und bestellst dir eine angenehme zugfahrt. alle anderen fahrgäste aber sind der meinung, dass die bahn bestimmt wieder verspätung haben wird. ergebnis: die bahn hat tatsächlich verspätung.

da musste ich mich jetzt gerade fragen: wieviel zuversicht ist nötig, um die negativität des kollektivs zu überwinden?

dazu würden mich eure gedanken interessieren :)

lg
shanti

Frechbine

Beitrag von Frechbine » Di Nov 06, 2007 3:22 pm

Mhhh...interessanter Gedanke Shanti. Wenn ich mich auf den Satz verlasse: Ein positiver Gedanke hat 1000x mehr Kraft als ein negativer! müsste die Bahn pünktlich kommen :-)

LG
Bine

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Amber
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Re: Das Kollektiv

Beitrag von Amber » Di Nov 06, 2007 3:40 pm

Shanti hat geschrieben: beispiel: du sitzt im zug und bestellst dir eine angenehme zugfahrt. alle anderen fahrgäste aber sind der meinung, dass die bahn bestimmt wieder verspätung haben wird. ergebnis: die bahn hat tatsächlich verspätung.
Wenn du mit einer positiven "Grundschwingung" deine Reise antrittst, ist es sehr unwahrscheinlich, dass du mit einer Überzahl negativ gepolten Reisenden zusammentriffst :wink:
Du würdest mit Menschen zusammen treffen, die deiner ausgesendeten Energie entsprechen.

:D Amber

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Bhogisattwa
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Beitrag von Bhogisattwa » Di Nov 06, 2007 3:59 pm

Hmmmmm, liebe Shanti :D,

dann tritt ein Phänomen ein:

Diejenigen, die "recht-zeitig" ankommen WOLLEN, die werden das auch! Alle anderen werden "zu spät" kommen.

Für den, der es WILL, für den gibt es KEIN "ZU spät". Da mögen Anschlüsse verpasst werden, vielleicht sogar der Flieger in den Urlaub oder zu einer wichtigen Konferenz. Na und? Wer es WILL, der wird Mittel und Wege finden, mit solchen EREIGNISSEN zu leben. Und, er wird das Allerbeste daraus machen!

Der Gedanke, da könne ein Kollektiv mir das Leben versauen, und ich müsste hilflos zuschauen, stammt aus der Kategorie "Täter - Opfer" oder aus der Kategorie "unentrinnbares Schicksal".

Achte einfach nur darauf, dass diese beiden Filme in Deinem (Kopf-)Kino NICHT mehr gezeigt werden. Und Du wirst sehen, Du wirst immer recht-zeitig ankommen. :wink:

Liebe-voll,
der Bhogi
[i]Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart,
der bedeutendste Mensch ist immer der, der dir gerade gegenübersteht,
das notwendigste Werk ist stets die Liebe.[/i]
(Meister Eckhart von Hochheim, ca. 1260 - 1328)

Vanessa
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Re: Das Kollektiv

Beitrag von Vanessa » Di Nov 06, 2007 4:47 pm

Amber hat geschrieben:
Shanti hat geschrieben: beispiel: du sitzt im zug und bestellst dir eine angenehme zugfahrt. alle anderen fahrgäste aber sind der meinung, dass die bahn bestimmt wieder verspätung haben wird. ergebnis: die bahn hat tatsächlich verspätung.
Wenn du mit einer positiven "Grundschwingung" deine Reise antrittst, ist es sehr unwahrscheinlich, dass du mit einer Überzahl negativ gepolten Reisenden zusammentriffst :wink:
Du würdest mit Menschen zusammen treffen, die deiner ausgesendeten Energie entsprechen.

:D Amber
Ich schliesse mich Ambers Meinung an.

LG
Vanessa
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Shanti
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Beitrag von Shanti » Di Nov 06, 2007 5:29 pm

ich nehme mal an, dass meine freundin dann durch ihre langjährige (schlechte) erfahrung in die opferrolle verfallen ist, sie nannte ihr erlebnis nämlich "bahn pur" :lol:
da werde ich sie mal drauf aufmerksam machen... allerdings machen sehr viele menschen da wohl jeden tag dieselbe erfahrung :roll:

sind das dann alles opfer? und wie finden die sich alle im selben zug zusammen? gruppenschwingung? womit wir wieder beim kollektiv wären...

Zauberwort
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Beitrag von Zauberwort » Di Nov 06, 2007 5:47 pm

Hallo Shanti,

als alte Bahnvielfahrerin auch was von mir zu dem Thema:

Bahnfahren wird von vielen Menschen anders wahrgenommen, als z.B. Autofahren. Bei einer Fernreise macht sich kein Autofahrer Gedanken, dass er zuspät käme...im Sinne von plus/minus 30 Minuten. Bei der Bahn schon. Da ist der Zugfahrer ziemlich verärgert, falls er von München kommend 20 Minuten Verspätung in Hamburg hat. Also hier eine andere Erwartung und somit auch eine andere Wahrnehmung, derselben Situation.

Ich bin jahrelang mit dem Zug zur Arbeit und auf Geschäftsreise gewesen...habe dabei auch viele Verfrühungen festgestellt...die aber nicht ausgenutzt werden konnten, da der Zug ja am Gleis pünktlich abgefahren musste...heißt warten musste bis es Zeit zu fahren war. Ein Auto kann durchfahren und die Verfrühungen nutzen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Menschen von der Bahn quasi erwarten, dass sie Verspätungen hat und darüber sprechen wollen.

Ganz entscheidend dazu beigetragen hat auch der ehemalige Bahnvorstand Ludewig, der an allen größeren Bahnhöfen Verspätungstafeln angebracht hat, sodass die Welt sehen konnte, wo und wann irgendein Zug "wiedereinmal" Verspätung hatte. Er wollte durch dieses Aufzeigen, die Mitarbeiter "anspornen" besser zu arbeiten. In allen Zeitungen wurde darüber hämisch berichtet. Nach Loa ja der größte Blödsinn aller Zeiten.

So hat das dann auch Mehdorn genannt und diese Tafeln schnellstmöglich wieder abmontieren lassen. Er hat die Öffentlichkeit und alle Mitarbeiter darüber informiert, dass die Verspätungen im anderen Verhältnis gesehen werden müssen. Nämlich in Relation zu Autofahren und Flugverkehr.

Jemand mit dieser...wie ich finde richtigen Betrachtungsweise...empfindet seinen Transport nur selten als verspätet.

Menschen die gerne negativ reden, bekommen jedoch immer Gelegenheit diese auch zu erfahren.

Ich denke also Erfahrunge haben nicht immer nur was mit den Fakten, sonder ganz besonders auch mit der entspannten Einstellung...dem inneren Fokus zu tun.

lg
zawo

Shanti
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Beitrag von Shanti » Di Nov 06, 2007 5:51 pm

ja natürlich. theoretisch hört sich das alles auch sehr gut an. aber was machen z.b. die ganzen pendler, die jetzt einen neuen streik auf sich zukommen sehen. wie sollten die eurer ansicht nach ganz konkret denken?

Zauberwort
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Beitrag von Zauberwort » Di Nov 06, 2007 6:19 pm

Das gleiche, was ein Autofahrer denkt, wenn sein Auto nicht anspringt...vielleicht

Edit: Ich denke, wenn ich den Transport meiner Person einer Organisation überantworte von der ich weiss, dass die Mitarbeiter das Streikrecht haben, dann kann ich mich doch schwerlich daran stören, dass sie streiken.
Ich hatte gewählt....meine Verantwortung. Also auch meine Verantwortung Alternativen zu finden oder es hinzunehmen.
In der Industrie gibt es dafür Notfallpläne und ggfls auch Ersatzlieferanten. Bei besonders kritischen Fällen wird immer zweigleisig gefahren, um gerade solchen Ausfälle ausweichen zu können.

lg
zawo

Shanti
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Beitrag von Shanti » Di Nov 06, 2007 6:48 pm

Zauberwort hat geschrieben:Edit: Ich denke, wenn ich den Transport meiner Person einer Organisation überantworte
hmmm... du überantwortest dich ja nicht. du zahlst viel geld dafür, dass du eine dienstleistung in anspruch nimmst. da sehe ich einen unterschied.
von der ich weiss, dass die Mitarbeiter das Streikrecht haben, dann kann ich mich doch schwerlich daran stören, dass sie streiken.
streiken ist ein gutes recht! eigentlich sind die bahnarbeiter ja die letzten wirklichen kämpfer unter den arbeitern. nur... wie war das nochmal mit der kämpfer- und der opferrolle? unterstützen sie mit ihrem kampf nicht eigentlich die verquere situation, nach LOA jedenfalls?
und treffen tut es ja leider hauptsächlich die fahrgäste, denn die bahn hat eine versicherung und bekommt auch noch geld im falle eines streiks. die karten der pendler sind schon gezahlt. so wie die meisten anderen karten auch, da man ja durch vorbestellung einsparen kann. gibt man die karte zurück, muss man eine rückgabegebühr zahlen - die bahn gewinnt immer, egal wie. also wozu der streik? müssten dann die bahnmitarbeiter nicht einfach bessere löhne bzw. einen tarifvertrag bestellen und dann ihre zuversicht wirken lassen?

grinsende grüße
shanti

Zauberwort
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Beitrag von Zauberwort » Di Nov 06, 2007 6:59 pm

Hallo shanti,

*auch grinsend* Ich schrieb den Transport meiner Person...also die Transportleistung .....diese Dienstleistung, die ich in Anspruch zu nehmen wählte. Anstelle von laufen, Auto, Fahrgemeinschaft etc.

Jede Dienstleistungen hat Restriktionen...Im Falle der Bahn, das Streikrecht, Zugunfälle, Verspätungen, Wintereinbruch. Dem Gegenüber stehen die Vorteile, wie Zeitung lesen während der Fahrt etc.

Das wählten die Pendler. Vielleicht waren sie sich der Restriktionen nicht bewusst und was das bedeutet. Die Zahlungsmodalitäten der Dienstleistung und die Gewährleistung in obigen Fällen waren auch klar definiert. Ob man sie richtig finden mag oder auch nicht. Beim Kauf der Fahrkarte hast du sie bestätigt. Dienstleistungsvertrag.

Deshalb sag ich, die Pendler sollen nicht meckern sondern agieren. Ich bin sicher, der, der pünklich zur Arbeit kommen möchte, findet einen Weg. Bei der langen Vorlaufzeit der Planung allemal.

Ob der Arbeitskampf, das Streiken in der heutigen Zeit sinnvoll ist, da habe ich mir allerdings noch keine Gedanken gemacht. Ich stelle mir da Alternativen schwer vor, da z.B. für die Lokführer ja wenig Beschäftigungsalternativen bestehen. Vielleicht hat da jemand anderes Ideen?

Edit: Natürlich währe es wunderbar, wenn alle Lokführer sich ein Eigenheim leisten könnten. Es sei ihnen gegönnt. Aber den Preis für eine solche Fahrkarte, den müssen wir anderen auch erst mal verdienen.

lg
zawo

Shanti
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Beitrag von Shanti » Di Nov 06, 2007 7:17 pm

beispiel: eine mutter von 5 kindern muss ganz früh morgens arbeiten gehen, bevor die kleinen in den kindergarten müssen uws. sie wohnt auf dem land (z.b. hier bei mir im dorf) und sie arbeitet im krankenhaus in der stadt. sie fängt um 5h an. normalerweise. aber der zug fährt nicht, weil die bahn streikt. es gibt keinen früheren bus zum bahnhof, sowas fährt hier nicht um die uhrzeit. ihr mann ist arbeitslos, sie haben kein auto und mit dem fahrrad sind es 15km... ich würde sagen, die frau hat echt ein problem, glücklicherweise nur ein fiktives :wink:
aber soweit hergeholt ist das nicht. ich verstehe aber auch die andere seite. ein freund von mir ist lokführer. es muss wirklich mehr geld in die taschen der "kleinen leute".

wie gesagt, "arbeitskampf" bedeutet ja schon, dass das augenmerk auf die auseinandersetzung gelegt wird. ich denke, ein miteinander wäre eher wünschenswert. nur... wo gibt es dieses miteinander? die politiker sind mehr damit beschäftigt, sich die diäten um 10% zu erhöhen und wollen noch nicht mal einen preisangleich für hartz 4-empfänger, trotz steigender kosten zur lebenserhaltung. und nun sagt nicht, ich würde schwarz sehen, ich zähle hier nur gerade tatsachen auf *g*

grüßle
shanti

Zauberwort
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Beitrag von Zauberwort » Di Nov 06, 2007 7:26 pm

Hallo shanti,

natürlich hat die Frau ein Problem. Frag sie mal, ob sie lieber eine teurere Fahrkarte hätte und dafür der Streik abgesichert wäre oder doch lieber eine billigere mit dem Streikrisiko. (Ich hatte oben noch ein Edit angefügt)
Es gibt Probleme im Leben. Leider.

Aber mal ganz provokativ: Was kann die Bahn dafür, dass ihr Mann arbeitslos ist und sie kein Auto hat? Die Bahn ist eine Organisation, die finanzielle Interessen hat. Wie jedes andere Unternehmen auch.

Dann könnte doch auch der Arbeitgeber des Mannes, der ihm gekündigt hat, "Schuld" daran sein, dass die Familie kein Auto hat und die Frau jetzt nicht zur Arbeit kann.

(Nochmal: provokativ gefragt)

lg
zawo

Shanti
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Beitrag von Shanti » Di Nov 06, 2007 7:29 pm

zawo: wer hat hier die schuldfrage gestellt? ich denke, es hilft nicht, wenn wir einen schuldigen suchen. es geht darum, eine lösung zu finden ;)

lg
shanti

Zauberwort
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Beitrag von Zauberwort » Di Nov 06, 2007 7:34 pm

Hallo Shanti,

dann nenn es Verursacher ist eh der bessere Ausdruck.

Natürlich soll eine Lösung her....bin doch ein Verfechter des Agierens...aber das geht doch nur im konkreten Fall.....deiner war doch hypothetisch....

Da fällt mir spontan ein:
Fahrgemeinschaft mit Kollegen
Schicht tauschen
Arbeitgeber informieren
etc

Ich weiß aus der Ferne nicht was die Frau für Möglichkeiten hat.

lg
zawo

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