Gedankenspiel - Magnet

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Tinchen

Beitrag von Tinchen » Mo Nov 16, 2009 8:12 pm

cloudy hat geschrieben:.....Die private Situation habe ich dir ja schon geschildert, ABER... es ist eine ehrliche Situation, in der ich mich befinde. Ich finde deine Begrifflichkeit klasse! Mir ist es nämlich wichtig, nicht in Verstrickungen zu leben und dauernd sich verstellen zu müssen und zu gucken, was sind die Bedürfnisse der anderen. Es ist wichtig, wenn man sich respektiert und aufeinander zugeht als zu manipulieren, weil man selbst irgendwo ankommen will und eigentlich an dem anderen nicht interessiert ist..

lg
Hallo Cloudy,

VIELEN DANK für Deine positive Rückmeldungen.

zu den Schilderungen zu Deiner privaten Situation, das geht ganz vielen Menschen so. Ich denke, wahrer Erfolg kommt dann, wenn man möglichst authentisch ist in seiner Motivation. Und das bedeutet im Privaten, dass man schaut, was man für Bindungen-Beziehungen haben möchte. Und dann dafür was tut, also wie im

Erschaffungsprinzip

geschildert, man gibt, was man haben möchte. Und kriegt es dann an anderer Stelle wieder zurück. Dabie sind wir alle Menschen, also wir machen Fehler, Fehl Einschätzungen und all das, da kann man dran wachsen. Manchmal muß man sich entschuldigen. Manchmal scheinbar sinnlos nachgeben. Aber man hat das Recht, sich die Menschen, die einem näher kommen dürfen, auszusuchen und dabei kann man meinem Gefühl nach nicht vorsichtig genug vorgehen.

Ich denke, Du packst das schon richtig an. Schön viele Erfahrungen machen. Wie Oskar Wilde so schön sagte, im Nachhinein betrachtet sind Fehler gemachte Erfahrungen.


Ich bedanke mich nochmal für Deine Schilderungen der positiven Erfahrungen
und wünsche Dir noch viel viel mehr davon

freundlich Tinchen

cloudy
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Beitrag von cloudy » Fr Nov 20, 2009 10:42 pm

Hallo nochmal..

ja es verläuft alles nach dem Erschaffungsprinzip...

Wenn man sich z. B. die Vergangenheit nimmt. - Als Kind hatte ich Angst von meinen Eltern weggegeben zu werden und lernte die Bedürfnisse meiner Eltern zu erkennen und für SIE da zu sein. Oft war ich überfordert, ich weiss nicht, ob ich mal richtig unbeschwert war als Kind. Gewünscht hatte ich mir, die Augen zu schließen, mich anzulehnen und in Geborgenheit umarmt zu werden - geliebt zu werden..Meine Eltern verglichen mich immer wieder mit anderen Töchtern, damit ich auch so gut werde wie sie.. bei Vergleichen mit den Besten konnte ich nie gut abschneiden oder die Beste sein sozusagen..
Für meine Eltern stand ein Mann immer auf einem Podest - der Versorger..und den 1. Freund muss ich sozusagen heiraten..und dann erst ist man eine respektierte Frau.

Als Jugendliche war mein Leben so: ich war für meine Freunde der Kummerkasten und hatte oft Lösungen für ihre Probleme, brachte sogar Leute zusammen. Wenns denen gut ging, waren sie dann nicht mehr bei mir; manchmal schon, aber ich bewertete alles falsch: ich verglich mich, fand andere Töchter immer besser als mich (meine Vergleiche sind mir gegenüber unfair - auch heute noch). Ich stellte Freundinne, die einen Freund hatten auf ein Podest, weil sie es geschafft hatten, eine Frau zu sein..und ich schaffte es bis heute nicht..Aber warum?

Heute bin ich keine 20 mehr, geschweige denn ein Kind - wünsche mir aber dennoch unbewusst wie ein Kind geliebt zu werden..Ich suchte bei Freunden Liebe- aber sie spürten mein "kindliches Schreien". Ich - egal wo ich hinging - wolllte immer die Süße Kleine sein, die aber gleichzeitig immer die Bedürfnisse der anderen sieht und für sie da ist - weil mich die alte Rolle nicht loslässt. Gleichzeitig wollte ich aber auch mal einen Freund haben - aber alles wirkte unerreichbar und ist es heute auch. Ich bin ganz schön verletzt, wenn Freunde nur meine Empathie nutzen, um mit meinem Rat weiterzukommen und mich alleine lassen, wenn ich innerlich schreie, weil ich auch will...geliebt werden.. Oft bekam ich zu hören, sie wissen nicht, wie sie mir helfen sollen, ich wäre hübsch, intelligent und nett und sie verstehen es auch nicht..und dann blieb ich wieder auf der Strecke während sie schön weiter Frau waren bzw. Frau für viele Männer waren im Laufe der Jahre..

Bis heute verhalte ich mich oft kindlich Männern gegenüber, weil ich unbewusst noch immer da ankommen will: ich will umarmt werden und geborgen einschlafen.. mal aufschauen können und schwach sein..
..Ehrlich gesagt fühle ich mich privat leer, hungernd, weil ich nichts davon abbekommen habe.

Aber - ich fühle mich ernsthaft auch zu faul für eine Beziehung ..ich bekomme Stress, wenn ich daran denke, jemanden abends bei mir zu haben.. vielleicht liegt es daran,d ass ich als Kind mit meinen Eltern Stress empfand, weil ich immer dachte, sie wollen mich weggeben und weil sie andere Töchter als besser bewerteten

Wenn ich alleine bin, bin ich einfach nur der denkende Kopf und stehe in keiner Beziehung zu jemanden im Sinne von "Freundin", die man nach Äußerlichkeiten oder Charakterzügen bewerten könnte..

Jedenfalls glaube ich zu verstehen, warum mein Privatleben so ist wie es ist..

Vielleicht hilft es einem, sich in einigen Dingen auch zu verstehen.

Mir fällt schwer, mir ein Ziel zu setzen..ich glaube nicht daran, jemals Privat glücklich zu sein - aber alles auf das Berufliche zu setzen ist es mir auch nicht wert und da bin ich dann zurzeit ganz schön zwischen den Stühlen und so meine ich es auch..denn diese Woche kam ich nicht weiter - Im Gegenteil

Tinchen

Beitrag von Tinchen » Sa Nov 21, 2009 1:33 am

R E S P E K T

meine liebe Cloudy, das hast Du sehr gut reflektiert. Und wenn man jetzt weiter will, guckt man sich einfach die Bereiche an, wo man das möchte und guckt, ob man da eine andere Lebenseinstellung haben möchte. Nur was man kennt, kann man verlassen. Deswegen ist das richtige aufmerksame Hingucken der erste Schritt, um einschränkende Lebensmuster aufzulösen. Wenn man das MIT der eigenen Seele tun möchte und nicht so aufgesetzt angeblich positiv.

Dieser Weg, den Du da gehst, der hat mehr Substanz und bringt Dich dauerhaft weiter. Du hast es wirklich schön beschrieben.

ganz viele freundliche Grüße
vonTinchen

cloudy
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Beitrag von cloudy » Sa Nov 21, 2009 11:21 am

Danke - mich würde mal interessieren, ob man sich mehr als Frau fühlt, wenn man die 1. Beziehung hatte und für jemanden das Beste ist, was demjenigen passieren konnte und er das in Gefühlen und Geschenken ausdrückt?

Das ist immer das was ich denke und weshalb ich mich so anders / minder fühle - weil ich so etwas nicht hatte oder manchmal von bestimmten Personen nicht wollte (weil ich wieder deren Unsicherheiten wahrnahm und was die eigentlich "wirklich" von mir wollen könnten - wiederum Rat/Hilfe) - wie meine Eltern von mir manchmal.

Aber um mal nach vorne zu blicken:

Ich muss mich selbst als Frau sehen - ohne Vergleiche, denn ich merke ja, jede Frau - ob mit Freund oder ohne hat ihre Probleme, die eigentlich keine sein sollten..

Nur wie komme ich da hin, zu sagen: ich bin eine Frau? Wie mag man sich selbst als Frau? - Ich komme mir gerade vor wie eine Ausserirdische, die in einem Frauenkörper gelandet ist und Gefühle nicht kennt..
Wenn ich mich beschreiben müsste, wäre ich bisher eigentlich nur der denkende Kopf - das ist nicht gerade nett, dass ich mich als Körper ignoriere. Viele Freundinne finden mich hübsch, hätten gerne bestimmte Körperpartien von mir, aber ich ignoriere mich. Dabei wurde mir einiges gute geschenkt.

Welches Magnetspiel muss ich denn hier spielen? Viele Männer sind nett zu mir und zeigen mir Aufmerksamkeit, weil ich mich selbst auch mag??????

Tinchen

Beitrag von Tinchen » So Nov 22, 2009 9:18 am

Ich glaube, man fühlt sich als Frau. Punkt. Unabhängig davon, wie eine Beziehung war oder ist. Das nächste ist, IN der Beziehung fühlt man sich, je nachdem, mit wem man zusammen ist, als Frau, jenachdem, wieviel Platz für Frau-sein Gefühle da ist, wieweit der Mann in der Beziehung einen Frau-sein läßt. Unbewußt.

Wie das bei gleichgeschlechtlichen Beziehungen ist, ist mir unbekannt, da ich da bisher nur oberflächlich hingeguckt habe und nix von verstehe.

Man kann als Frau mit hohen männlichen Anteilen glücklich in einer Beziehung leben oder auch mit hohen weiblichen Anteilen. Muß eben der entsprechend passende Partner als Gegenüber da sein, damit das geht. Aber es gibt da so viele Varianten, wie es Menschen gibt. Das Funktionieren einer Partnerschaft ist unabhängig davon, wie doll man sich so oder so fühlt. WENN man sich als Frau fühlt, ist ein Partner passender, der das Gegenstück, das Männliche, ausfüllt.

Meine eigene Erfahrung ist, ich fühle mich so oder so und fülle gleichzeitig auch verschiedene Rollen aus. Ich verstehe mich nur mit Menschen länger, die mit meiner Art was anfangen können, egal, wie doll weiblich oder männlich ich lebe. Unabhängig von bestehender Partnerschaft oder langem alleine sein BIN ich eine Frau, immer. Nur was bedeutet das, also für mich, wo bin ich mit mir authentisch verbunden Frau. DAS war und ist für mich ausschlaggebend. Und zu meinem authentischem Selbst kann dann ein passender Partner kommen und gucken, ob er "es mit mir zusammen aushält", also mit genau mir als Person zusammen sein möchte. Selbstverständlich tue ich das gleich umgekehrt auch.

Ich als Tinchen wollte es nicht glauben, aber mich als Person macht mein weiblichsein aus zu ganz großen Stücken. Ich handle wie ne Frau, ich fühle wie ne Frau (und nicht wie ein Mann), ich treten in Beziehung wie ne Frau. Das ist meine gelebte und erlebte Realität.

Obwohl ich jahrelang dachte, ach, Männer sind wie wir, wie Frauen, was soll das Theater mit den ganzen Unterschieden, soooooooo ein Blödsinn. DAMIT lag ich falsch. Ich bin durch und durch weiblich, ich mußte MICH da erstmal einordnen können, was ich jetzt kann. Und ich habe festgestellt, wenn ich authentisch handle, handle ich wie ne typische Frau, bei allen individuellen Unterschieden selbstverständlich. Ich kann MEIN authentisches Handeln daran erkennen, ob ich mich mit meinem Tun wohl fühle oder ob ich es aufgesetzt empfinde. Und wenn ich mit meinem Wohlfühlen auf Gleichklang gehend handle, dann handle ich wie ne Frau.

Es gibt Bereiche, wo Handeln geschlechtsunabhängig passiert, beim Tun z.B., wenn ich eine Tat plane und durchführe. Also Handlungsumpulsen nachgehe und die nötige Handlungsagression aufbringe, um mit dem Tun anzufangen UND es zu einem Ende zu bringen. Es gibt Männer, die handeln können mit Ergebnissen und es gibt Frauen, die das hinkriegen. Und das Gegenteil. Auch bei beiden Geschlechtern.

Es gibt Bereiche, ich suche sie grade in Gedanken, wo Handeln oder Leben ansich geschlechtsunabhängig passiert. Und es gibt die anderen Bereiche, wo jeder persönliche Ausdruck auch das Geschlecht in der Form des Ausdruckes mit ausdrückt.



Da wir alle so artfremd leben, sind da alle möglichen Formen von gesunden Selbstausdruck bis hin zu allen möglichen Deformationen möglich. Und auch die Deformationen werden häufig als richtig verteidigt und als richtig eingeordnet. Liegt am Auge des Betrachters. Inwieweit der oder die Mensch/in, der oder die das einsortiert und bewertet, selber mit sich und seiner Geschlechts Idetität verbunden ist.


Insofern liegst Du, Cloudy, innerhalb jeder gängigen Norm von Frau-sein. SCHON JETZT.

wünsche Dir weiter so fleisiges Angang, Dein Schreiben hier zeigt schon deutlich, dass Du gehst, nämlich vorwärts.

alles Gute Dir
wüsncht Tinchen

cloudy
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Beitrag von cloudy » Mo Nov 23, 2009 9:03 pm

Hallo Tinchen,

man fühlt sich als Frau schreibst du... - Bei mir ist das erst so, wenn ich in bestimmte Situationen komme oder wenn ich meine Wahrnehmung auf meine Haare oder mein Gesicht richte oder mich feminim anziehe. Vielleicht irre ich mich, aber ich habe das Gefühl, dass "Frausein"-Gefühl erst durch die Anwesenheit eines für die Frau interessanten Mannes geweckt wird oder wenn man sich BEWUSST drauf fokussiert: heute schminke ich mich mal besonders, ziehe mir etwas feminineres an oder einfach dieser selbstbewussten Einstellung, die am besten wäre: ich finde mich schön! - Wenn ich Frauen auf der Straße begegne meine ich genau zu wissen, wer in welche Kategorie gehört und wie attraktiv bei Männern ankommt, aber es kommt dann letztendlich darauf an, ob diese "Energie", die beide ausstrahlen passend ist, um sich anzuziehen..aber ich kann mich auch irren.. - ich denke mal, du bist da nicht meiner Meinung..


Zu dem Punkt wie man IN einer Beziehung ist.. ja, das denke ich auch, dass es eine Art "Puzzlestücken, die passen" ist. Die beiden passen so, wie sie sind zusammen, weil der eine jene Anteile mitbringt und der andere die anderen passenden Anteile. Ich meine allgemein Anteile in Form von Charakter, Ausstrahlung, Energie in Sachen Lebensführung ..und da stimme ich dir zu, in dieser Weise bleibt dann auch Platz für Frau-sein Gefühle, je nachdem wie männlich der Mann ist - unbewusst. Es gibt auch Frauen, die dominant sind und Männer haben, die sich lenken lassen, die aber im Büro sehr hohe leitende Funktionen haben..

Ich mochte z.B. einen sehr sehr.. er verstand mich ohne Worte, wir hatten sooooo viel gemeinsam, es gab so ein Gefühl von Telepathie, er war wie meine zweite Hälfte. Ich hatte aber den Eindruck, wir können in gleicher Intensität positiv verbunden sein und das Gegenteil - uns herunterreissen.. ich sagte es ihm auch.. Er nahm sich dann eine zur Frau, die wohl eine sehr negative Ausstrahlung hat (er meinte zu mir oft, so besonders an mir wäre, ich lächle aus dem Herzen), seine Frau gibt den Ton an und verbietet ihm vieles, hat ihn an der Leine (er meinte zu mir, er kann bei mir sein, wie er ist... er mochte glaube ich bestimmte Anteile an sich nicht, auch braucht er Bestätigung von Frauen..in verschiedener Form und ich hatte keine Kraft für so etwas und versuchte erst keine Beziehung anzufangen, geschweige ihn an der Leine zu halten, damit er bestimmte Dinge nicht tut). - Wir sind uns in bestimmten Dingen sehr ähnlich, er hat eine starke Frau gebraucht bzw. eine Person, die den Ton angibt und das brauche ich wohl auch..und deshalb klappte es unter anderem vielleicht auch nicht. Ansonsten habe ich das Gefühl, wir werden immer verbunden sein. Aber wenn ich mich umdrehe und gucke, was es noch gibt, spüre ich eine kalte Dunkelheit manchmal..heute zumindest wieder, obwohl gestern das "Männer-Magnet-Spiel" wirkte und ich sehr positiv überrascht war..

Stimmt. Eigentlich füllt man verschiedene Rollen im Kontakt zu verschiedenen Leuten in verschiedenen Situationen aus. So eine Rolle entwickelt sich nach kurzer Zeit, wenn man auf eine Person trifft und verfestigst sich und manchmal wundert man sich, welche Rolle man angenommen hat und wie sich die Rollen verändern können, wenn noch eine weitere Person hinzukommt und plötzlich eine Person eine andere Rolle annimmt. Auch auf das Frausein bezogen - plötzlich kommt eine in den Saal, die einem Minderwertigkeitsgefühle vermittelt oder wo man sagt..endlich eine, die nicht so eine starke Wirkung hat.. sozusagen..

Also das ist einfach so bei mir, solche komischen, vielleicht auch dummen - aber ich meine auch menschlichen Gefühle gehen mir durch den Kopf.. und da schwimme ich und es geht eigentlich nicht nur ums Frausein..sondern um viele viele Rollen..und eigentlich ist es am besten authentisch zu bleiben - man selbst - denn dann wird eine Energie von Innen an den anderen weitergegeben und der andere empfängt diese als "ehrliche Energie".. Aufgesetzte Gefühle spürt man schon sehr schnell..

Ich denke, dass authentisches Handeln zwar glücklich macht, aber kommt man so immer ans Ziel auf einem Spielfeld, z.b. im Business oder im größeren Freundeskreis oder sogar in der Liebe? Leben wir nicht in einer Welt der Verpackung in der diese Deformationen von denen du sprichst nicht Gang und Gebe sind - weil man sich immer auf den anderen einstellt und "gewinnen" will, auch wenn es nur darum geht, etwas zu bekommen - wie Anerkennung oder Liebe?

Sorry, ich bin heute extrem nachdenklich..vielleicht ist es etwas schwierig zu verstehen, was ich meine. Ich habe heute zumindest keinen Ground und von daher stellt sich wieder die Frage: wer will ich sein? Wer?

Was mir spontan einfällt: ich möchte glücklich sein, in angemessenen Situationen eine Leichtigkeit auf andere übertragen - damit man zusamnen glücklich sein kann - vielleicht auch unbeschwert (was ich in der Kindheit nicht oft hatte). Ich möchte dieses Gefühl haben in mir stark zu sein und gleichzeitig nach vorne zu treiben, um mir Wünsche zu erfüllen. Ich möchte aber auch mal wissen, wie es ist, wenn man ruht - in sich ruht..Dieses Freuen und Ruhen beobachte ich oft, wenn ich Pärchen sehe und die das Gefühl vermitteln, der Moment bleibt gerade stehen - es zählt nur dieser Moment gerade...es gibt auch Menschen, die das alleine können, aber da empfinde ich nur Unruhe, weil ich eigentlich nicht alleine älter werden will.

Ich denke, das Leben besteht aus Momenten, die man genau in diesem Moment genießen sollte. Vielleicht wäre es bei dem Magnetspiel ganz sinnvoll, entweder erlebte schöne Dinge wiederzuspüren oder sich gefühlt das vorzustellen was ich mir wünsche - trotz der ganzen Irrungen und Wirrungen, wenn man auf unterschiedliche Menschen trifft.

Ich finde es nicht leicht auf unterschiedliche Menschen zu treffen und dann sofort zu entscheiden - wer bin ich nun: authentisch oder spiele ich rolle x, y oder z? Vielleicht ist das so, weil mir mein Ziel nicht klar ist???

Tinchen

Beitrag von Tinchen » Mo Nov 23, 2009 9:37 pm

ich nehm jetzt mal zwei Sachen raus und antworte daraufffffffff::::

wenn ich ein Kind durchknete (massiere) so einen kleinen Fratz, der sich zu meinen Händen genüßlich hinräkelt, ein Kleinkind oder Baby, dann genieße ich da mit. DA lebe ich mein Frau-sein voll aus mit der mütterlichen Fürsorge. Wenn ich eine Situation über das Gefühl betrachte, mich mit Gefühlen erlebe, erlebe ich mich einerseits als den Menschen (ohne Geschlecht), der ich nunmal bin, aber auch oft als Frau, wenn das eine Situation ist, in der ein Mann anders reagieren würde.

Ich rede mit wem und höre mitfühlend zu, dabei fühle ich mich als Frau.

Ich fühle mich auch als Frau, wenn ich mit einem Mann in einer gewissen Kommunikation bin, das geht über sexuelles hinaus und erstreckt sich für mein Erleben auch in andere Bereiche. Schon, WIE ich mit einem Mann rede, der mich irgendwie interessiert. Es geht mir aber mit Frauen, die mir innerlich berühren, die mich interessieren, auch so, auch da fühle ich mich voll weiblich. Es sind für mich Sternstunden, wenn ich mich mit einer oder mehreren Frauen gleichzeitig tief verbunden fühle und mit gleichstarken Frauen da zutun habe. Das ist wunderbar, so ne Verbundenheit.

Mein gesamter Selbstausdruck ist weiblich, ich glaube, das geht in fast alle Bereiche meines Lebens. Vielleicht nicht, wenn ich mich am Knie kratze. Aber ich muß echt suchen, um Bereiche zu finden, wo ich mich nicht weiblich fühle.

So habe ich die Situationen nicht immer eingeschätzt. Mir war ganz oft unklar, WO ich grade weiblich reagiere oder bin. Meine Liebe, ich bin ca 20 Jahre älter als Du, ich hab sehr lange suchen müssen, um mich da so zu begreifen, ich hab ein Frauenbild gesucht, mit dem ich was anfangen kann. Ich mußte MICH erstmal begreifen. Was von meinem Verhalten ist aufgesetzt, entspricht wem anders und gehört eigendlich zu einer anderen Person außerhalb von mir. Dazu muß man sich ausprobierennnnnnnnnnn

und Fehler machen ohne Ende........
aber auch für einen selber richtiges Tun begreifen durch Erleben und Durchleben


zum authentischem Selbst, das sucht man auf ähnlichen Wegen, durch Leben ausprobieren. Und durch Selbstausdruck. Du sprichst mit diesem Thema was ganz wichtiges an, wird schon länger an mehreren Stellen diskutiert. Auch im Zusammenhang mit seelischen Irritationen. Ich persönlich brauche mein authentisches Selbst, meinen Selbstausdruck. Meine Intuition, meine Kreativität kommt genau aus dieser Quelle. Das tut am meisten weh, wenn es angegriffen wird, aber es macht die größte Freude, aus dieser Quelle meines Selbst zu schöpfen, schöpferisch tätig zu werden. Und ich finde, die spannensten Dinger werden von anderen aus dieser Quelle erschaffen.

Wenn ich jemanden begegne auf dieser Ebene, das sind die tiefsten Gespräche.

Im übrigen Leben hat das nicht immer platz, da werd ich immer zurückhaltender, vorsichtiger.

Ich denke, das gehört dazu. Julia Cameron beschäftigt sich genau DAMIT, weil "Wahre" Kunst, Kunst, die einen berührt, kommt aus genau dieser Ecke.

das erstmal als Antwort

Tinchen grüßt freundlich

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shaoli
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Beitrag von shaoli » Di Nov 24, 2009 10:25 am

Hmmm...ich versuchs auch mal.Wen man ehrlich versucht,authentisch zu leben oder zu sein,dann werden einem auch entsprechende Menschen begegnen.Ich habe jetzt echt sehr lange nachgedacht,und denke,das diese Irritationen daher rühren,das schon Kindern Erwartungen übergestülpt werden.Ich konnte nie Kind sein-so lange ich denken kann,hatte ich Verständnis für die Geschichten der Erwachsenen zu haben,es ging gar nicht um mich.Und Frau-Sein hat für mich wirklich viel mit dem Vater zu tun,denn es ist nun einmal der Vater,der seiner Tochter im Idealfall zu verstehen gibt,das sie auf dem Weg ist,eine tolle Frau zu werden,ohne jede sexuelle Einfärbung,sondern reine Wertschätzung und Liebe.

Ich kann nur für mich sprechen,aber in meinen Beziehungen war ich meist der dominante Teil,der entschlossenere,verantwortungsbewußtere,stärkere,aber auch der gleichgültigere dem Partner gegenüber,so nach dem Motto:dann geh doch.
Meine tiefste Lebenskrise hatte ich mit einem,der nicht nach meiner Pfeife getanzt hat und tatsächlich gegangen ist.
Daher denke ich,wenn eine Frau eher männliche Eigenschaften lebt,wie Stärke,Kampfgeist...braucht sie einen Partner,der die weibliche Seite in ihr zum klingen bringt,denn ich vermute,das ein Mensch in seiner Mitte vollkommen ist.
Nur wird eine starke Frau sich wahrscheinlich dagegen sträuben und heftig wehren,aus Angst,die Kontrolle zu verlieren.Sich einem Menschen hinzugeben oder ganz zu verschreiben geht immer mit dem Gefühl des vermeidlichen Kontrollverlustes einher und so wird ein Schu daraus,denn die Kontrolle,die Oberhand in einer Beziehung haben zu wollen ist eben das,was man aus einer Kindheit,in der man nicht geborgen war abgeleitet hat,um sich SELBER zu schützen.
*****"Die Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich nötig, dass sie jemand findet.“ *******

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cloudy
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Beitrag von cloudy » Mi Nov 25, 2009 7:17 pm

Danke Tinchen, bei solchen Momenten habe ich gar nicht daran gedacht, dass es auch Frau-Sein Momente sind.. Ich habe diese Sternstunden mit Kindern, Frauen und Männern auch gehabt - aber nur bei Männern fühlte ich mich wie eine Frau..
Danke, vielleicht sollte ich bei gefühlvollen Momenten eher ans Frausein denken. Stimmt dann...dass ich bereits eine Frau bin.

Authentische Momente sind schön - da wird richtig Kreativität und Energie frei..stimmt..aber im Moment kann ich nicht so viel dazu sagen, erlebt habe ich sie aber schon oft..zuletzt zum Beispiel, als ich diesen Thread hier anfing und Erfolge auf der Arbeit verbuchte in den Bereichen, die ich immer schon mal tun wollte.

Shaoli, dass was du ansprichst ist sehr wichtig..die Vater-Tochter-Beziehung..nur wenn die "Schrott" war, dann lebt man auch weiter in bestimmten Mustern.. ja, dass machen wir ja alle.. Aber es ist viel schöner, der Dominantere zu sein, weil man gerne etwas vorantreibt und einfach leichter Ideen findet und gelassen Entscheidungen trifft - aber es fühlt sich nicht so gut an, wenn die Dominanz aus Kontrollgründen entsteht und diese aus einem Selbstschutz herührt. Aber wenn man das nicht so stark erlebt mit dem Selbstschutz und Kontrollzwang, dann lohnt es sich diese Beziehungen zu führen. Nur wie kommt man da heraus aus diesem komischen Gefühl, wenn man es hat?
Ich gehe zwar irgendwie vorwärts, aber momentan würde ich nicht auf die Idee kommen, dass mich irgendjemand wollen würde - egal für was... In einer Beziehung wäre ich bestimmt schwach bzw. mich würde erst keiner wollen - nur wenn ich dann wieder so "vorantreibend" tue, dann könnte jemand kommen, aber ich weiss nicht, ob eine "Verpackung spielen" gut ist.. macht einem zwar gute Laune für den Moment, weil die guten Gefühle sich irgendwann authentisch anfühlen, aber langfristig?

Danke für die wertollen Beiträge!

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shaoli
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Beitrag von shaoli » Fr Nov 27, 2009 2:36 am

Wenn sich vorantreibendes Verhalten erst mal gut anfühlt,kann es ja nicht schlecht für dich sein... :wink: Ich denke,in dem Moment,in dem du dich so verhälst,hast du das Gefühl,für dich selber sorgen,geradestehen...zu können.Ich kann nur für mich sprechen und mir hat dieses Gefühl früher langfristig gar nichts gegeben-weils nicht das war,was ich wollte.Ich wollte das haben,was ich in meiner Kindheit nicht hatte.Geborgenheit,einen Menschen,der sich um mich kümmert usw.usf. Und als der dann da war,bin ich fast verrückt geworden vor Angst,von ihm allein gelassen,nicht mehr gewollt zu werden.

Man kann aber auch viele Jahre mit jemandem an der Oberfläche leben,der erst gar nicht dahin kommt,wos anfängt,weh zu tun und dann bleibt man sich fremd,weil es ja nicht aufhört,weh zu tun und geheilt werden will.Und ein Partner,den man unter der Voraussetzung angezogen hat,ihn um die wunden Punkte herum lenken zu können-ich gehe so weit,zu sagen,ihm etwas vormachen zu können-wird aller Wahrscheinlichkeit nach gar kein Interesse haben,plötzlich in die Tiefe zu gehen,wenn man feststellt,das man auf der Strecke bliebt-als Mensch,aber vor allem eben auch als Frau.

Wie dus also auch drehst,jede Rolle,die du spielst,um nicht verletzt zu werden,es anderen recht zu machen oder so zu sein,wie du meinst,das du sein mußt,um irgendwas zu bekommen,jede Maske,die du aufsetzt,um nicht so gesehen zu werden,wie du bist bringt dich über kurz oder lang an einen Punkt,an dem es nicht weitergehen wird,weil du unter deinem Potential bleibst.Entweder,was deine eigene Kraft,dein Leben zu gestalten angeht oder deine Sehnsüchte nach emotionalem Erleben-nicht nur in einer Partnerschaft,aber da wird es dann am kritischsten und am deutlichsten.

Diese Widersprüche in sich zu vereinen,ist gar nicht so schwer.Was spricht denn dagegen,aus eigener Kraft voran zu treiben UND jemanden zu wollen,bei dem man sich so fühlt,das einem nichts passieren kann,wenn er da ist? Oder gar zu brauchen,um sich wohl,geborgen und als Frau zu fühlen?

Daher bedeutet Frau-sein für mich unter anderem auch,nichts mehr beweisen zu müssen,weder mir,noch einem Partner und schon überhaupt niemandem sonst.
*****"Die Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich nötig, dass sie jemand findet.“ *******

Astrid Lindgren

Tinchen

Beitrag von Tinchen » Fr Nov 27, 2009 6:59 am

Shaoli

RESPEKT

das hast Du sehr klar erklärt.


meine Ergänzung wäre, das ist im Beruf/Berufung das gleiche wie in Beziehung. Auch da lebt man sich entweder ganz oder dümpelt versteckt hinter einer Maske oberflächlich dahin. Ich LIEBE das, was ich vom Herzen her von innen her tue. Und bin damit dann extremst angreifbar. Genau da erklärt Julia Cameron, wie man da weiter kommt. :)

man muß, nach meiner Erfahrung, bei beiden sich innerlich auf Größe ausrichten, wenn man Wachstum will. Der Weg dahin ist, je nachdem, welche inneren zu engen Bilder man überwindet, entweder sanft oder anders. Leider passiert auch da DAS, was man denkt, vermutet und/oder befürchtet. Irgendwann kommt man meinem Erleben an einen Punkt, wo man dem Leben entweder vertraut (wenigstens so einigermaßen) oder festgeklammert an den eigenen Kinderbildern auf dem erreichtem Statusquo stehen bleibt, um im Stillstand dann umzudrehen zu mehr und mehr wachsender innerer Enge.

So, wie ich es erlebt habe und bei anderen beobachtet habe, löst man sich von den inneren Kinderbildern, indem man sich nach und nach an der selbst erlebten Realität überprüft und auf Irrtümer hin abscheckt. Auch liebst gewordene Vorstellungen brauchen eine Überprüfung. Wenn einem aus Eigensinn, Stolz oder fehlendem Mut der Wille zum Hingucken fehlt, ist man es ausschließlich selber, der den Preis dafür bezahlt. In Form eines enger und enger werdenen Lebens. Mit in Teilen gruseligsten Ergebnissen. Da kriegt man Ansätze von Mitgefühl für Menschen, die einen erst geärgert haben.

Ich kann mich an Schwellen erinnern, die ich bewußt überschritten habe, an denen ich mich je in die eine oder die andere Richtung hin bewegen konnte. Hab mich dann für Wachstum entschieden, was jedesmal eine bewußte Entscheidung war. Dazu gehörte es auch, soziale Umgebungen zu verlassen, die mich in meinen Wachstumsbemühungen torpedierten.

Es gibt den Begriff der Kapitulation, kommt aus den 12 Schritte Gruppen, wo man an einem Punkt aufgibt, nachdem man alles getan hat, was ging und trotzdem festhängt. Ich habe Menschen gesprochen, die sowas in ganz heftiger Form erlebt haben, ist wie Sterben während des Lebens. Sie empfanden im Nachhinein diesen Moment als Gnade. Weil sie dabei spürten, getragen zu werden von einer Macht größer als sie selbst. Und weil sie dabei erlebten, dass es weiter geht mit innerem Wachstum, auch wenn man selbst in der Sackgasse steckt und weniger als keinen Schimmer hat, wie das Wachsen werden könnte.

Tinchen mit freundlichen vorweihnachtlichen Grüßen

die getzt gaaaaaaaanz viel Weihnachten montieren geht

cloudy
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Beitrag von cloudy » Fr Nov 27, 2009 5:45 pm

Wow...sehr gut erklärt, was da so vor sich geht...ich habe es noch nie so deutlich gelesen und empfunden wie hier in den Beiträgen. Danke!

Heute hatte ich trotz seltsamer Umstände so eine vorantreibende Kraft in mir..ich musste mich in eine Rolle begeben, verschmolz dann auch mit dieser Rolle und merkte teils sehr, wie das bei fremden Menschen ankam; ich hatte so viel Kraft noch viele Dinge zu erledigen und jetzt verpuffert das Gefühl auch wieder..Ja, genau, ich sorgte eben für mich selber und stand für mich selbst gerade und ich hatte nicht das Gefühl irgend jemanden zu brauchen und das zog dann genau diese beachtenden Blicke auf mich, obwohl ich sehr beschäftigt war mit vielem - bekam aber Lächeln, mich beobachteten Menschen..ich spürte freie Energie in mir..im Moment leben quasi.. Naja..

Langfristig geht das aber nicht immer..da kommen die Momente, wo ich einfach jemanden brauche, der mich gerne hat SO WIE ICH BIN ..und den ich aber auch so mag wie er ist. Mich würde es nerven, wenn ich merke, jemand verbiegt sich für mich - das tat mal jemand und ich hatte dann nicht mehr so viel Respekt vor ihm, da ich das Gefühl hatte, durch mich hat er Energie und eine gute Ausstrahlung und er tut alles, damit er mir gefällt und er weiss einfach was ich gut finde und tut es - da merkte ich, ich verändere ihn, obwohl ich gar nichts tue und ich fragte mich, wenn ich seine Kraft bin, wer ist dann meine Kraft? Ich sorgte unbewusst dann dafür, dass er mich verlies..

Ich verstehe alles was du zu dem Rollenspiel sagst, aber ist es denn wirklich möglich authenthisch zu leben und dann das anzuziehen, was man wirklich braucht? Ich lebe all die Jahre ALLEINE

Und du hast recht, warum nicht beides - aus eigener Kraft vorankommen und jemanden für schöne Momente zu haben und wenn er auch noch bleibt, wenn mal etwas nicht so schönes ist, noch besser... es ist eigentlich wirklich kein Widerspruch - nur ein Denkfehler..

Ja..beruflich ist das auch so eine Sache..nur da denke ich, ohne Masken geht es oft nicht..Wenn ich aus Leidenschaft handele, bin ich auch schneller zu vernichten, weil manche Leute daran interessiert sind einem das zu nehmen, was man mag, um selber stärker zu werden - über einem zu stehen. Manchmal denke ich, die Leute, die einen Burnout haben, die haben vorher für etwas geburnt..also ich meine, die waren mit Leidenschaft dabei und nicht mit Abstand..oft denke ich..wie kriege ich Abstand zum Geschehen?

Dieses innerlich nach Größe ausrichten wäre genau richtig, schöne innere Bilder zu haben auch und vor allem dem Leben zu vertrauen..

Im Moment klammere ich mich eher an Bilder... Ich mache mit meinem Auge Fotos von Momenten anderer Menschen (Küssen, sich umarmen, streicheln). Ich weiss aber, es ist immer gut, diese Menschen nicht zu kennen - wenn es Freundinne mit ihrem Freund tun, dann sehe ich Hintergedanken.. einige wollen sich präsentieren vor anderen..oder.. bevor ich mich umarmend von ihrem Freund verabschiede, nimmt sie ihn lieber selbst in den Arm, damit ich nur tschüss sage usw. usf. - kommt mir ein bisschen vor, wie man muss auf der Hut sein, wenn man jemanden hat. Kommt mir manchmal auch wie Mensch ärgere dich nicht vor..spiele, denn du bist eh im Spiel mittendrinnen..i ch sehe im Freundeskreis, wenn es bei Frauen um Männer geht oder bei Männern um Frauen geht oftmals dieses spiel los oder du du wirst umgehauen und musst von vorne anfangen..andere ziehen an dir vorbei..

Sorry, ich krieg den Dreh einfach nicht raus, wie ich mich frei mache von Spielchen und mit meiner Authenzität dann wirklich mal jemanden anziehe..

Tinchen

Beitrag von Tinchen » Sa Nov 28, 2009 4:09 pm

Meine Liebe,

zuerst
braucht
sowas
Zeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeit

Authenzität zu erlangen braucht Zeit, Miteinander, Rückzug, Ausprobieren, Selbstreflektion und Austausch drüber und vorallem ZEIT, Das geht nicht von jetzt auf gleich. Und, wie Du richtig schriebst, lebt man versteckt hinter Rollen und Masken in bestimmten Situationen, beruflich und privat.

Wenn DU weiter kommen möchtest, nimm doch den einen Tip aus dem Erschaffungsprinzip, werde zu dem, was Du haben möchtest. Willst Du ne tolle Vorgesetzte haben, werde selber zu einer. Das geht auch in einem Ehrenamte, parallel zu kommerziellem Erwerbsleben. Hirachie Strukturen gibt es in jeder Gemeindschaft. Genauso, wie man irgendwie was können muß (auch wenn das Können manchmal nur "heiße-Luft-produzieren" ist). wenn man zu einer Autorität werden möchte.

Was ich selbst erlebe, ist, dass ich meine eigenen Erwartungen an Autoritäten nicht erfüllen kann und dabei merke, ich mache mir von dem, was mir fehlte, ein idealisiertes Bild, dass für mich selbst unlebbar ist.

Nochmal zu einer Erkenntnis von mir: wir leben alle mehr oder weniger in Defiziten. Als Kleinkinder erlebt, also in einem mehr oder weniger großem Defizit groß geworden, erkennen wir oft die lebbare Größe nicht und schleichen ohne Wahrnehmung an Gelegenheiten der Fülle vorbei. Und wir sind neidisch auf die, die scheinbar das haben, was wir wollen, ohne wirklich zu realisieren, WIE es ihnen WIRKLICH geht. Vielleicht ist der Goldtopf am Ende des Regenbogens des Lebens eines heiß beneideten Menschen voller Regenwürmer oder Spinnen, wenn DU die Metapher verstehst. Deswegen mein Tip, leb das aus, was Du für Dich abkriegen wolltest, also werde selber zu den Personen, von denen Du Dir was erhoffst.

Ich hab auch gelernt, dass nur ich mich entscheide für Wachstum oder dagegen. Das trifft auf die anderen Menschen auch zu. Ich kann lediglich anderen beistehen, so die anderen und ich das wollen. Ich kann Vorbild werden. Aber Änderungen kann ich nicht für wen anders machen. Reflektion , dem stellt man sich entweder. Oder eben nicht.

Kannst Du damit was anfangen???

So ein Prozess dauert Jahre.












Ich kenne nur Leute, die sowas auf sich genommen haben, die wirklich über länger glaubwürdig sind im Selbstausdruck oder der Unterstützung anderer oder beidem. DIE schützen sich auch, indem sie nur in bestimmten Situationen ihre Authentizität ausleben. Man will ja nicht ins offene Messer rennen, jedenfalls nicht, so man es vermeiden jkann.


Wenn Du Fragen dazu hast, nur zu. Interessiert andere vielleicht auch :)

Tinchen

cloudy
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Beitrag von cloudy » So Nov 29, 2009 1:37 am

Hallo Tinchen,

da schreibst du wieder sehr tolle Sachen...

Also erstmal..ich habe mir das Buch von Julia Cameron gekauft. - So ganz unbewusst ist mir eigentlich klar, dass ich sehr oft nicht mein volles Potenzial auslebe - das Gefühl ist nicht schön und hoffentlich ändert sich bald etwas.

Zeit ja... an Jahresende hat man irgendwie nie Geduld..will alles wegarbeiten sozusagen..

Ich soll also zu dem werden, was ich haben möchte..dieses mich selbst schätzen Gefühl wäre wichtig - denn wenn ich andere Menschen schätze, egal ob im Beruf oder im Privatleben, dann wirkt sich das positiv aus - sobald ich jemanden nicht schätze, dann merke ich, verändert sich irgendwas. Da ich tief Blicke bzw. im Privaten Menschen auch in Situationen bringe, wo es dann drauf ankommt, komme ich schneller an den Punkt "unbrauchbar" "ich bin nicht wert genug" "verletzt mich" als andere, die so daher chillen mit ihren Freunden - Also andere Freunde kennen sich jahrelang auf chill-ebene und ich trenne mich eigentlich immer von Gruppen oder Freunden nach einer intensiveren Geschichte, wo ich dann jemanden gebrauch hätte..
Was macht man in solchen privaten Situationen, wenn man jemanden in Teilbereichen nicht mehr so schätzt oder sich überlegen fühlt oder spürt, der andere schätzt einen nicht mehr so und ist nicht mehr begeistert von einem? Vielleicht bin ich beziehungslos, weil ich irgendwann den anderen nimmer mag und denke, bei demjenigen wird das auch so sein, dass er vielleicht schneller die Lust an mir verliert... Ich habe diese negative Grundhaltung keine Freundschaft bleibt das Leben lang, wenn man viel miteinander erlebt und sich wirklich kennenlernt..

Und da sehe ich dann auch dieses ungewollte aus den Situationen ergebende Hierarchie-jo-jo.. Ich denke immer, ein Mann darf mich bloss nicht kennenlernen und merken, wie wenig ich mich als Frau kenne, dann bin ich gleich in der untersten Schublade..wo ich vorher vielleicht die Interessante war..so erlebte ich es zumindest..sobald ich jemanden brauche, ist er weg, so lange ich die Lady bin und keine Gefühle für ihn zeige, ist er da..
Heisse Luft produzieren muss wohl im Business sein aber inwieweit privat? Wenn man sich kennenlernt, um jemanden zu binden - eher nicht oder?

Ja...idealisierte Bilder... manchmal mache ich mir sooooooo ein tolles Bild und lande in der Realität bzw. oft frage ich mich, will ich in der Realität landen, will ich wissen wie es ist verliebt zu sein mit allem drum und dran? ja ich will schon - ABER..ist es vielleicht doch nicht besser es nur aus Romanen, Filmen und wenn ich Fremde auf der Straße sehe zu kennen? So wie ein Märchen, dass einem Kind erzählt wird und dass es so toll findet und immer daran denkt wie toll sowas sein muss, aber nie erleben wird... Ich bin ja jemand, der Beziehung nur aus den Filmen und Erzählungen von Freundinnen kennt sozusagen.. Ich weiss also gar nicht, wie sich vieles anfühlt, was man zueinander sagt, wie oft man sich nah ist und wie - aus Filmen kriegt man sowieso nicht alles mit und baut sich trotzdem so eine "Modezeitschriftenwelt" auf und dann will man nie selber anfangen..blockade..blockade..blockade..weil das Bild zu ideal ist und man gleichzeitig davor Angst hat, dass die Realität nicht so toll ist, sondern vielleicht sogar ein Hierarchiekampf statt Romantik..weil man schon so eingstellt ist bei Freundschaften..

Ich halte mich z.b. beruflich vom Charakter her oft zurück, weil ich weiss,d ass sonst ein Machtkampf enstehen würde..aber gerade deshalb fühle ich mich oft so unter Wert - vielleicht ist es nur das Gefühl, mein Potenzial kommt nicht heraus..nur dass der anderen..aber vielleicht quält mich dieses, mich selbst einsperren..

Ja, ich verstehe die Metapher mit dem Goldtopf und dem Regenbogen - es ist wahrscheinlich sehr sehr oft so mit den Würmer..nur vielleicht sieht der Mensch eher die Defizite an sich, wenn er sich weiterentwickeln möchte und sieht das Ideal bei den anderen - man sieht den Ring, aber nicht ob er golden ist oder aus plastik- weisst du was ich meine? Wenn eine Freundin single ist, sagt sie, sie will einen Freund..sie sagt nie..sie will eine schöne Zeit mit jemanden verbringen..

Werde selber zu den Personen, von denen du dir was erhoffst schreibst du...das muss ich mir nochmal durch den Kopf gehen lassen...

Vielen Dank!

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shaoli
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Beitrag von shaoli » Mo Nov 30, 2009 3:39 pm

Es ist erstaunlich,wie ähnlich Gedanken bei wahrscheinlich ganz gegensätzlicher Erfahrung sein können-teilweise schreibst du wörtlich,was ich denke oder mal gedacht habe.Daher schreibe ich jetzt,was mir spontan dazu einfällt.

Wenn ein Mann,denn um Beziehung geht es ja vordergründig,dich nicht so sehen kann,darf,soll wie du bist,dann meint er auch nicht dich.
Wir erinnern uns :wink: Du ziehst immer an,was du selber bist,denke,das Tinchen deshalb schrieb,das du zu dem werden sollst,was du von anderen erhoffst.
Was spricht dagegen,dich als Frau kennenzulernen?Beim lesen dachte ich,das alle Theorie letztlich grau ist und bleibt,wenn man sie nicht mit Erfahrung füllt.Du kannst jederzeit überprüfen,was du derzeit zu deiner Realität machst und aussortieren,was du so nicht haben willst-dann ist es an der Zeit,etwas anders zu machen,eine Erwartung zu "opfern",umzudenken.

Und letztlich,liebe Cloudy,wirken Lügen abstoßender als alles,was du an dir nicht magst oder nicht verstehst.Diese ganzen Kindheitsgeschichten sind Erklärungen dafür,das man manchmal nicht so ist,wie man sein könnte oder möchte,aber keine Entschuldigung und schon gar keine Rechtfertigung dafür,das man immer nur Pech hat.
Was soll so abstoßend an dir oder daran sein,das du dich als Frau nicht kennst,das ein Mann dich in die unterste Schublade sortiert?

Sei mal offen für die Möglichkeit,das du alles sein kannst,in Personalunion sozusagen.Nicht entweder-oder,sondern sowohl als auch.Du kannst die süße Kleine sein UND eine Lady,du kannst unsicher und selbstsicher sein,stark und schwach-der Mann ist dann vielleicht kleiner Junge UND Held,da selbstsicher,wo du unsicher bist und stark,wo du schwach sein möchtest.
*****"Die Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich nötig, dass sie jemand findet.“ *******

Astrid Lindgren

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