zu Risiken und Nebenwirkungen...

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Daisy
zu Risiken und Nebenwirkungen...

Beitrag von Daisy » Sa Okt 04, 2008 3:56 pm

Ich weiß noch nicht, ob es mir gelingt, es genau in Worte zu fassen, doch beschäftigt mich grad etwas ein wenig.
Nicht negativ, ich weiß aber nicht, was ich davon halten soll bzw was damit anfangen.

Und zwar geht es darum, dass viele Menschen, die sich mit RG beschäftigen, seien es nun LOA-Konzepte oder andere, sich irgendwann von ihren Familien und Freunden entfernen.
Ich selbst habe gemerkt, dass eine Freundin von mir, die Christin is - wenn auch überhaupt nicht streng gläubig - und anfangs selbst Interesse zeigte an dem, was ich ihr so übers LOA erzählt und empfohlen habe, irgendwann begonnen hat, Abstand von mir zu nehmen. Nicht von mir als Mensch oder als Freundin, doch sie war in dem EINEN Punkt sehr rigoros und sagte, dass sie das mit ihrem Glauben nicht vereinbaren kann. Nachdem sie sehr lange Zeit selbst interessiert schien und sich oft und gern meine Erfahrungen angehört hat, sagte sie vor einer Weile dann fast am Rande, dass es "sowas" in ihrem Glauben nicht gibt. Es war nur ein kurzer Satz, aber der Ton hatte eine ziemliche Wucht, und mit ihm strafte sie ja dann ihr ganzes vorheriges Interesse Lügen.
Wir reden nur noch sehr oberflächlich miteinander.

Dann las ich vor kurzem von Abe-Hicks-Anhängern, die ihre Freunde und Familien "alienated" (wie heißt das deutsche Wort) hatten. Ein Mann zum Beispiel lebte nur noch in seiner eigenen Realität und ignorierte seine Frau, die sich um seine Kinder kümmerte und ein LEBEN zu bestreiten hatte, so weit, dass er sie verließ und mit einer "Abe-erin" eine Beziehung anfing.
Nur EIN Beispiel von vielen, in denen Freunde und Familie nicht mehr an die Menschen herankamen und eben einfach hinter sich gelassen wurden.

Gestern dann fing ich an, die mehrteilige Webclass von Eckhart Tolle und Oprah auf youtube zu schauen, da kam dann plötzlich auch die Frage auf, warum sich Menschen von ihren Angehörigen entfernen, nur weil diese mit den Konzepten nichts anfangen können, keine Zeit dafür haben, sich nicht dafür interessieren, was immer.

Und mir kam der Gedanke: Ist DAS denn der Sinn der Sache? Ist DAS erwünscht? Dass man sich von anderen - einem sogar nahestehenden - Menschen entfernt? Ist das der Preis für das "schöne" neue Leben?

Mir kommt das beinahe ein wenig vor wie die Religionskriege auf der Welt: Mein Gott ist der EINE Gott, und wenn du nich mitmachst, biste (für mich) tot.

Man sagt, Erfolg macht einsam. Doch in den Berichten ist mitnichten die Rede von Erfolg. Wenn ich meine Kinder im Stich lasse, ist das wohl eher ein Armutszeugnis für mich, und wenn meine (Ex)-Frau dann die Schulden begleichen muss, die ich durch diverses Material und Seminare etc angehäuft habe, wohl ebenfalls kaum.

Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich weiß nur, dass es das nich sein kann. Nicht für mich. Ich habe lieber Freunde als irgendwann allein auf meiner eigenen Luxusinsel zu sitzen und niemanden zu haben, mit dem ich meine Freude teilen kann. Nichts gegen das Allein-sein, das finde ich ab und an sehr schön und heilsam, doch EINSAM würde ich wohl nicht enden wollen.

Ich lass es mal so stehen, wies mir jetzt in den Sinn kam. Wenn jemand selbst Gedanken dazu hat, schreibt sie ruhig dazu. Ich muss mir das mal nochn bissel durchn Kopf gehen lassen. Und zwar an der frischen Luft. Bis denn.

Windhexle
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Beitrag von Windhexle » Sa Okt 04, 2008 4:06 pm

... hm witzigerweise hatte ich dieses "Gefühl" die letzten Tage auch immer wieder aus dem Nichts. Da kam die Frage auf "Muss ich denn wie ein Eremit leben, wenn ich das durchzieh?" Ich weíß nicht, woher die Frage bei mir kam, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass es das für mich auch nicht ist. Da reih ich mich bei dir ein, daisy. Ich habe festgestellt, dass sich meine Beziehung zu einer Partnerschaft entwickelt hat, seit ich mich mit Realitätsgestaltung beschäftige. Mein "Mann" hält nichts davon ... er hat seine eigene Magie und seine eigene Realität und wahrlich versuche ich manchmal, ihm das näher zu bringen, lasse es aber schnell bleiben. Auch meiner Mutter wollte ich das immer wieder mal aufs Auge drücken, aber da will ich wieder meine Finger rausnehmen.
Ich behaupte, dass es DAS wirklich nicht ist. Ich vermute diese Menschen haben sich in einem Realitäts ... "konstrukt" verrannt und nehmen nicht mehr teil an allem was umgibt. Für mich gehört das dazu denn wir sind alle eins und die Realität die ich im Außen sehe gehört auch dazu ..... Das denke ich .... joa ....

Jetzt brauch ich n Süppchen! :)

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Beitrag von Moderator » Sa Okt 04, 2008 4:54 pm

Hallo Daisy!
Und zwar geht es darum, dass viele Menschen, die sich mit RG beschäftigen, seien es nun LOA-Konzepte oder andere, sich irgendwann von ihren Familien und Freunden entfernen.
Das Gefühl habe ich auch schon länger und du hast es sehr gut in Worte gepackt- danke dir dafür.

Ich konnte für mich nicht herausfinden, woran es liegt:
Wir hatten auch schonmal einen ähnlichen Beitrag- ich glaube, Anfang des Jahres. Ich hatte mich mit jemandem zusammen hier gewundert, warum alle auf einmal "very buisy" sind.
Ich kann nicht herausfinden/ herausfühlen, ob ICH mich entferne, oder sich die anderen oder ob es gleichzeitig passiert.

Bis jetzt war es mein Leben lang so, dass es ein Kommen und Gehen gibt in meinem Umkreis.
Ich hatte immer den Freundes- und Bekanntenkreis, der zu mir passte.
Alte Freundschaften gehen.
Es kommen keine neuen Kontakte hinzu, wie es sonst war.

Zwischendurch kam mir in den Sinn, dass ein Begreifen stattfindet, dass wir unser Leben alleine leben. Das habe ich nun begriffen und trotzdem ist die Tendenz eher so: ALLEIN.

Ich habe auch schonmal ausprobiert, wie "alle anderen" zu leben, habe mir die Bild gekauft, DSDS gesehn, konnte überall auf flachem Niveau mitreden und war wieder voll im Leben. Das war ein Test für mich selbst, "was passiert, wenn..."
Nur, das war nicht mehr ICH!
Dann las ich vor kurzem von Abe-Hicks-Anhängern, die ihre Freunde und Familien "alienated" (wie heißt das deutsche Wort) hatten. Ein Mann zum Beispiel lebte nur noch in seiner eigenen Realität und ignorierte seine Frau, die sich um seine Kinder kümmerte und ein LEBEN zu bestreiten hatte, so weit, dass er sie verließ und mit einer "Abe-erin" eine Beziehung anfing.
Du meinst sicher "entfremdet"......das trifft es aber gut.
Das ist ein sehr krasses Beispiel, manchmal braucht man die, um die kleineren, eigenen Tendenzen zu erkennen.
Und mir kam der Gedanke: Ist DAS denn der Sinn der Sache? Ist DAS erwünscht? Dass man sich von anderen - einem sogar nahestehenden - Menschen entfernt? Ist das der Preis für das "schöne" neue Leben?
Das frage ich mich auch, es entsteht bei mir auch das Gefühl, als müsse ich mich entscheiden zwischen 2 Leben, beides scheint nicht miteinander zu funktionieren.

In einem Buch habe ich mal gelesen, dass, wenn man sich weiterentwickelt, man nicht zurückkönne, auf die alte Schwingungsebene.
Das zusammen mit deiner Frage finde ich eher schon beklemmend und ich kann sehr gut nachvollziehen, dass du erstmal raus mußtest, um den Kopf frei zu bekommen.

Vielleicht ist ein Mittelweg DER Weg.
Zu Wissen und für sich zu handeln, wie man es für seins empfindet und dennoch offen zu sein für die, die die Dinge anders sehen.
Andere sein zu lassen, alles nicht so verbissen zu sehen, es mehr als ein Spiel zu betrachten.
Ich kenne so jemanden, fällt mir gerade ein und sie entfernt sich nicht und bekommt immer DIE Kontakte nach, die so ticken, wie sie.
Oh Mann! Sie ist sehr spirituell und dennoch sehr menschlich geblieben- DAS scheint es zu sein!

Das ist vielleicht das, was meine alte Yoga-Lehrerin mal meinte:" Irgendwann war ich die Yoga-Lehrerin oben unter der Decke. Heute bin ich wieder auf dem Teppich gelandet." Seitdem isst sie auch wieder Kekse mit uns mit und ernährt sich nicht nur von "geheiligtem" Essen.

Das sind so meine Gedanken dazu, vielleicht kannst du etwas damit anfangen....
Herzlichst Peti
Erfahrungen sind ein wahrer Schatz, der sich verdoppelt, wenn man ihn teilt.
Was denkbar ist, ist machbar.

Daisy

Beitrag von Daisy » Sa Okt 04, 2008 6:55 pm

Hi, ihr zwei.

Ich sehe das so wie ihr - so lange man nicht den Blick für die Menschen um sich herum verliert, ist doch alles ok. Dass wir uns alle weiterentwickeln, LOA oder nicht, ist ganz klar. Und auch dass alte Freunde gehen, neue kommen, und dass sich Beziehungen verändern.

Ich glaube aber, hier geht es um eine andere Form dieser Veränderung, einer Form, die eben wirklich von anderen entfremdet und noch viel schlimmer - die anderen am Ende nicht mehr als sie selbst akzeptiert. Wenn man das mal spiegelt, hat man SICH SELBST verraten. Genau das, was - meine ich - NICHT das Ziel der RG ist.

Dies beides zu vereinbaren - sich zu entwickeln und gleichzeitig man selbst zu bleiben UND sein Umfeld weiterhin zu akzeptieren und zu lieben, wie es ist - das scheint auf Dauer nicht wirklich zu funktionieren, wie man sieht.

Vielleicht sind die wahren Mystiker und Metaphysiker daher stets Einsiedler gewesen, die gar nicht erst Freunde und Familie in ihr Leben geholt haben.

Hm.

aurora

Beitrag von aurora » Sa Okt 04, 2008 7:07 pm

witzig, ich hab mit dem thema nicht direkt zu tun.

ich habe freunde, die so denken wie ich. ich habe aber auch freunde, die sich nicht einen allzu großen kopf umsowas machen. und mit allen kann ich viel spaß haben und sie mit mir auch.

ich war schon immer sehr tolerant und das erwarte ich auch von meinen freunden und von meiner familie.

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Naike
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Beitrag von Naike » Sa Okt 04, 2008 7:12 pm

Hm ... also in Sachen Freunde trifft das bei mir teilweise zu, zumindest wenn ich neue kennenlerne. Dann lege ich großen Wert darauf, daß es sich um offene Menschen handelt. Hardcore-Esoterikern gehe ich allerdings aus dem Weg, die passen einfach nicht zu einem "Freidenker". Sämtliche Eiferer nicht, die sind mir zuwider.
Auf alte Freunde, an denen mir etwas liegt, oder Familienmitglieder stelle ich mich ein, auch wenn sie sich nicht für Loa & Co. interessieren.

Ich halte es für eine von vielen persönlichen Entscheidungen, ob man sich als einsamer Wolf sehen möchte oder sich lieber bis zumindest zu einem gewissen Punkt weiterhin gesellschaftlich integriert.
In diesem Spiegelkabinett siehst du eine Menge Dinge. Reibe dir die Augen! Nur du allein bist da.
(Rumi, Das Lied der Liebe)

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Sky
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Beitrag von Sky » Sa Okt 04, 2008 8:28 pm

Hallo Daisy,

ich kenne dieses Phänomen auch. Allerdings habe ich nie darunter gelitten. Für mich war es einfach nur das LoA in Aktion. Wenn Du Deine Aufmerksamkeit auf andere Dinge lenkst als Dein bisheriges Umfeld ziehst Du auch andere Leute an. Ich glaube, das ist ganz natürlich.

Liebe Grüße,
Sky

Daisy

Beitrag von Daisy » Sa Okt 04, 2008 8:31 pm

Klar, an sich schon, aber wenn es dann eben soweit geht, dass Menschen ihre Familien, ihre Kinder, im Stich lassen oder ihre Arbeit vernachlässigen, Schulden machen etc, finde ich es schon nen bissel bedenklich.

Und es zeigt auch sehr gut, dass man durchaus in anderer Leute Realität kreiert, etwas, was diese Menschen ja selbst dann noch leugnen...

aurora

Beitrag von aurora » Sa Okt 04, 2008 8:52 pm

aber wenn es dann eben soweit geht, dass Menschen ihre Familien, ihre Kinder, im Stich lassen oder ihre Arbeit vernachlässigen, Schulden machen etc, finde ich es schon nen bissel bedenklich.

diese leuten haben dann aber den eigentlichen sinn noch nicht verstanden.

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ladameblanche
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Beitrag von ladameblanche » Sa Okt 04, 2008 9:00 pm

Hallo Daisy,

ich denke das eigene Lebensmodell sollte man niemandem aufdrängen, egal wie gut es sich anfühlt. Diskutieren kann man so weit, wie der andere sich nicht schlecht dabei fühlt.
Auch wenn uns unsere Freunde wichtig sind, sollten wir sie so lassen wie sie sind. Nicht dass ich dir Missionierung vorwerfen möchte, aber ihr scheint euch nicht auf einer Welle getroffen zu haben. Auf jeden fall solltest du mit ihr darüber reden, wenn dir das wichtig ist.

Egal wie passend mir das Bestellen, Anziehen, Erschaffen und Zulassen ist, die Welt ist wie sie ist und mit manchen Sachen muss ich mich einfach konfrontieren, auch ohne sie für mich als richtig zu erkennen und damit zu erschaffen. Auch muss ich mich an gewisse Vorgaben, Regeln und Gesetze halten, Grenzen anerkennen, inerhalb derer ich mein Leben kreieren kann. Wer nicht arbeiten will, muss entweder andere nerven, oder vom Staat leben...

Jeder Mensch zieht das an, was er zu diesem Zeitpunkt kann.
Ich habe akzeptiert, dass einige der Menschen, die mir wichtig sind die Dinge, die für sie nicht erklärbar sind, nicht in ihr Lebenskonzept passen. Die Dinge, die in ihren Augen nicht steuerbar sind - wie eine abgeschickte Bestellung, oder zielgerichtete Energie - sind vielen nicht verbindlich genug, wie ein dickes Sparkonto, oder eine eingenommene Tablette.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Programmierung des Unterbewusstseins, erkennen von Chancen usw. für "Nichtesoteriker" nicht allzu bedrohlich klingt, aber im großen und ganzen das gleiche aussagt und erzeugt.
Was bringt es uns die Menschen aus unserem Leben zu lassen, die uns wichtig sind, wenn wir ihnen Dinge sagen, die ihnen Angst machen?
Klar sollten wir wir selbst sein und bleiben, aber das heißt doch nicht, dass wir Dinge tun und sagen - wenn sie uns entsprechen - die allgemeinverträglich sind.

In diesem Sinne.

La Dame Blanche
* * * * *
Ich trage mein Leid in die sinkende Sonne,
ich lege all meine Sorgen in ihren sinkenden Schoß.
In Liebe geläutert, im Lichte gewandelt,
kehren sie wieder als helfende Gedanken,
als Kraft zu freudigen Taten.

frei nach Rudolf Steiner

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isi
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Beitrag von isi » Sa Okt 04, 2008 9:18 pm

Liebe Daisy,
Religion ist ja wie das, womit wir uns beschäftigen auch Glaubenssache. Gefährlich wird es, wenn Fanatismus und penetrantes Missionieren dazu kommen. Ich bin auch kath. erzogen worden, zwar aus der Kirche ausgetreten, aber immer noch gläubig. Für mich schliessen sich Glaube und LoA nicht gegenseitig aus. Für mich gibt es noch eine Kraft über mir, dem ich ebenbildlich bin. Das sehen hier ja auch einige anders, und das ist für mich o.k.; für mich existiert eine andere Gültigkeit. Und da ist für mich der Knackpunkt: lassen können ohne zu bewerten. Ich spreche im Familien-und Bekanntenkreis nicht darüber, weil das für sie kein Thema ist.
Meine Freunde(die ich schon lange hatte, bevor ich mich mit LoA und sonstigem beschäftigt habe) interessieren sich ansatzweise dafür oder können es einfach stehen lassen. Ich bin immer noch die, die sie gerne haben und umgekehrt natürlich.
Vielleicht ziehen sich Menschen zurück, weil sie Angst davor haben, in ihrem Glauben erschüttert zu werden oder eine Arroganz entwickeln, sie hätten jetzt die Weisheit mit Löffeln gefressen, also absolute Intoleranz.Aber auch ohne LoA oder sonstigen Sichtweisen entwickeln sich Paare unterschiedlich und, dann passt es eben manchmal nicht mehr. Während meiner Therapiezeit hatte ich mal eine Auszeit von meiner Familie. Doch die brauchte ich, um mich selbst zu finden. Das hat natürlich zu Unverständnis geführt, aber nicht zum Bruch.
Mir kommt jetzt so der Gedanke: Hast Du Deiner Freundin evtl. als Kummerkasten gedient; ihr Lösungsmöglichkeiten des Umdenkens angeboten, die zumindest erst einmal interessant für sie schienen?Dann aber wurde ihr bewusst, dass sie durch Deine Denkweise auf sich selber zurückgeworfen wurde, Eigenverantwortung zu übernehmen? Du wolltest Hilfe zur Selbsthilfe übermitteln, sie aber darin verharren, Gott und die Welt für alles verantwortlich zu machen.?
Ich kann auch small talks halten und bin mir dennoch nicht untreu. Nur, wenn mich jemand mit seinen Problemen zusülst und ich erkenne, derjenige fühlt sich nur im Jammern lebendig, blocke ich ab. Dafür habe ich genug Müll vor der eigenen Haustür, den es zu bearbeiten gilt. Das heisst natürlich nicht, dass ich in Notsituationen nicht da bin.
Du endest nicht in der Einsamkeit, nur, weil Du in vielem anders denkst.
Daher mag ich das Forum. Hier finde ich Gleichgesinnte, auch, wenn wir nicht immer einer Meinung sind. Der Austausch hier ersetzt nicht den Austausch im Alltag; er gibt Denkanstösse. Nur das Internet fördert natürlich Einsamkeit.
Sprich doch einfach mal offen mit Deiner Freundin darüber,wie Dich diese Entfremdung trifft.

Daisy

Beitrag von Daisy » Sa Okt 04, 2008 9:48 pm

Ein sehr schönes Posting, Isi. Und ich mag deine Sicht, dass sich (religiöser) Glaube und LOA nicht ausschließen, sehr. Ich bin selbst ja nich gläubisch und auch nicht gläubisch erzogen worden, doch auch ich habe oft das Gefühl - vielleicht auch den Wunsch?? - DASS da etwas "über" uns ist. Ich mag zwar die Vorstellung von einem Gott als Person nicht, und mich interessieren Religionen nicht, doch beschäftige ich mich ja viel mit der Geschichte des Alten Europa zu Beginn der Moderne, und wenn ich Biographien aus dieser Zeit lese, fällt mir immer wieder auf, wie sehr Gott und das Christentum, vor allem der Katholizimus, im Vordergrund stehen, ja, das ganze Leben prägen. Und es ist erstaunlich zu sehen, dass oft die Herrscher die größten Gottgläubigen und Frommsten waren, während das Volk verzweifelt war oder sogar den Glauben mit Füßen getreten hat. Das erinnert mich irgendwie wieder ans LOA - wenn du nicht dran glaubst, dann wunder dich nicht, wenn es nicht für dich arbeitet. Die Herrscher waren reich, die Ungläubigen arm...ein Zufall? Wobei man aber nicht sicher sagen kann, ob sie denn nicht erst aufgrund ihrer oft schlechten Lage den Glauben verloren haben...

Ich finde das Christentum mit seinen Symboliken, Riten und Bildern einfach sehr romantisch, wie ich früher auch schon einmal schrieb, es hat so etwas Märchenhaftes für mich, Glaube und gute Taten werden belohnt - auch wieder LOA-konform. Nur ist es für mich noch viel größer, weil es sich schon durch so viele Äonen zieht und so viele Menschen geprägt hat.

Das hier war übrigens das, was mir auf der Zunge lag, wo ich aber einfach nicht wußte, wie ich es ausdrücken sollte:
isi hat geschrieben:Vielleicht ziehen sich Menschen zurück, weil sie Angst davor haben, in ihrem Glauben erschüttert zu werden oder eine Arroganz entwickeln, sie hätten jetzt die Weisheit mit Löffeln gefressen, also absolute Intoleranz.

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Naike
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Beitrag von Naike » So Okt 05, 2008 9:35 am

Daisy hat geschrieben:Ein sehr schönes Posting, Isi.
Hab ich auch gerade gedacht! :D
In diesem Spiegelkabinett siehst du eine Menge Dinge. Reibe dir die Augen! Nur du allein bist da.
(Rumi, Das Lied der Liebe)

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Beitrag von Windhexle » So Okt 05, 2008 10:03 am

Dito! :)

Hm bei mir persönlich ist es sogar umgekehrt, dass ICH die Angst habe, in abgehobener Arroganz durchs Leben zu schreiten, einer Selbstverblendung erlegen, ich sei ja sooo spirituell und hochschwingend und ach wie edel bin ich, dass ich die anderen Menschen so lasse wie sie sind. ...
Ich glaube nicht dass ich so bin aber ich fürchte, dass ich Ansätze in mir habe. Vermutlich deshalb habe ich auch so auf die in einem von mir eröffneten Thread über die "Eso-Ecke" so lamentiert ....

Ich kann Isi zustimmen bei dem was sie schreibt, muss aber dazu sagen, dass ich dazu übergegangen bin, mir diesen Spiegel auch immer selbst vorzuhalten was ich früher nicht getan hab. Nicht dass ich annahm, MEIN Wissen sei das Wahre und mein Weg besser als der von anderen. Dennoch kann ich leider nicht umhin zuzugeben, dass ich mich manchmal tatsächlich als gleicher als alle anderen fühlte ....

Wow in den letzten Tagen geht echt viel hier und auch bei mir. Es hagelt Erkenntnisse. *staun*

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LaMer
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Beitrag von LaMer » So Okt 05, 2008 7:03 pm

Halli Hallo,

Isi, ich kann Deinem Post nur zustimmen. Für mich existiert Glaube neben dem Loa und anderen Konzepten. Bei mir war es sogar so, dass ich durch die "Esoterik" zum Glauben gekommen bin.

Und Daisy, ich bin wohl auch gerne mal mit mir alleine, aber auf Freunde, Familie und soziale Kontakte ganz zu verzichten oder diese abzubrechen könnte ich nicht, egal was das Loa mir auch bringen mag.

Als ich Deinen Beitrag gelesen habe, ist mir sofort ein Thread im Abraham Forum eingefallen.

In dem Thread ging es um Kinofilme/Filme und deren Auswirkung auf die Schwingung eines Menschen. Da zu dieser Zeit gerade der neue Batman-Film in die Kinos kam, bezogen sich auch einige Schreiber/innen auf diesen. Viele der Mitglieder haben berichtet, dass sie mit Familie oder Freunden in dem Film waren, aber dann nach einer Weile rausgegangen sind, weil sie der Meinung waren, dass sich der Film negativ auf ihr Energielevel auswirkt!

Ich meine, das ist doch nicht gerade gut für bestehende soziale Kontakte, zumal ich denke, dass sich dieses Verhalten nicht nur auf Filme beschränkt, sondern weitere Kreise zieht.

Na, da is doch ein Pendel am Werk?! :lol: :lol: :lol:

Viele Grüsse
LaMer

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