Ein Kind dass sich nicht anpassen kann

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Aleinada
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Beitrag von Aleinada » Sa Sep 29, 2007 11:13 am

Hallo Momi,

ich habe denn Thread jetzt nur überflogen, möchte Dich aber auch dabei unterstützen, Deinem Sohn viel Liebe zu geben und zu zeigen und ihn darin zu bestärken, dass Du ihn liebst, was immer auch geschieht :-).

Ich habe zwei Buchtipps für Dich (gibt´s bestimmt auch in der Bücherei zum Ausleihen), die konstruktive Wege zeigen, wie Du Deinem Sohn und Dir helfen kannst, aus der Opferrolle rauszukommen und die Sache selbst erfolgreich in die Hand zu nehmen :-) :

* Vera Birkenbihl: "Trotz Schule lernen"

http://www.lernen-heute.de/buch_birkenb ... ernen.html


* Vera Birkenbihl " Jungen und Mädchen - wie sie lernen"

http://www.amazon.de/Jungen-M%C3%A4dche ... 3426642352

In diesen Büchern geht es darum, dass unser Schulsystem nicht so kindgerecht ist, wie es sein sollte und wie man trotzdem gut damit zurecht kommen kann und was man als Eltern oder als Lehrer noch zum Positiven ändern kann.

Im zweiten Buch geht es vor allem um die Unterschiede zwischen dem Lernverhalten bei Mädchen und Jungen; gerade bei Jungen wird erst die Grobmotorik erarbeitet und dann, viel später, kommt die Feinmotorik. Bei Mädchen ist es umgekehrt. Daher ist es für Mädchen in der Schule oft leichter, länger stillzusitzen und Schreibübungen z.B. zu machen. Jungen brauchen wesentlich mehr Bewegung, auch um ihrere größere Muskelmasse besser auszubilden. Das ist jetzt rein genetisch - das waren jetzt nur so kleinere Aspekte...diese beiden Bücher kann ich Dir jedenfalls WÄRMSTENS empfehlen.

Ganz liebe Grüße und viel Geduld und Durchhaltevermögen wünscht Dir

Aleinada (habe selbst eine Tochter in der 2.Klasse)
Alles Liebe

Aleinada


"From a distance there is harmony"


Bette Midler

momi
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Beitrag von momi » Sa Sep 29, 2007 12:39 pm

Hallo Aleinada

Vielen Dankwerde nächste Woch gleich mal in der Bücherei nach Deinen Empfehlungen schauen.

Gruß Momi

Anna
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Beitrag von Anna » Sa Sep 29, 2007 6:18 pm

Okay, war mir schon klar, dass das, was ich geschrieben habe, in einige falsche Hälse rutschen musste. Deshalb noch eine Ergänzung und Richtigstellung:

Ich bin sehr wohl dafür, jedes einzelne Kind in seiner Persönlichkeit zu stärken und zu fördern. Ich mache das selbst auch, so gut es mir gelingt. Es kann aber NICHT sein, dass einige Kinder durch unsoziales Verhalten alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen - und andere, schwächere dabei zu kurz kommen. Deshalb gibt es Regeln in der Gesellschaft, die man lernen und einhalten muss, und das hat nichts mit Ja-Sagern und Duckmäusern zu tun.
Und last but not least haben wir in der Schule eben auch einen Bildungsauftrag, einen Lehrplan, den wir einhalten müssen, u.a. auch, um allen Kindern eine faire Ausgansposition zu geben für einen Start in ihr Berufsleben. Ob uns das jetzt passt oder nicht. Ich kann aber kaum Bildung vermitteln, wenn die Hälfte der Zeit hauptsächlich für Erziehung genutzt werden muss.

Anna.

lawofattraction
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Beitrag von lawofattraction » Sa Sep 29, 2007 7:34 pm

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 Im Übrigen ist diese Haltung auch die, die mich dann trotz meiner relativen Jugend im Lehrberuf schon resignieren lässt. 

Man muss nicht nur mit den Schülern kämpfen, sondern auch noch gegen elterliche Windmühlen - und manchmal fragt man sich, wer eigentlich unerzogener ist. 


Liebe Anna,

Du wunderst Dich, dass Dein Beitrag nicht begeistert aufgenommen wird, wenn Du solche Aussprüche machst?


Wer will denn einen resignierten Lehrer als Erzieher für sein Kind?

Wer möchte als Eltern als unerzogen betitelt werden?

Wer möchte sein Kind einem Lehrer aussetzen, der gegen es ankämpft?

Und der gegen die Eltern ankämpft?


Wunderst Du Dich wirklich, dass Du nun schon ausgelaugt bist, bei einer solchen Einstellung? Vielleicht hast Du nicht den richtigen Beruf gewählt, zumindest kommt bei mir der Eindruck auf. Vielleicht solltest Du einmal überdenken, wie Du Dein Leben glücklicher gestalten kannst, um wieder in Deine Mitte zu kommen.

Liebe und Freude
Loa
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Bhogisattwa
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Beitrag von Bhogisattwa » Sa Sep 29, 2007 9:56 pm

Liebe Anna :D,
”Jedem geschieht nach seinem Glauben”
An genau dieser Stelle bin ich in Resonanz gekommen.

Kämpfen. Resigniert sein. Da ist jemand, der den Kampf nicht will, aber ihn empfindet. Das gilt heute für sehr sehr viele Menschen in ihrem Leben. Und ich kann Dir nicht sagen, dass da nicht vielleicht wirklich ein Kampf ist. Nur, für MICH gibt es ihn NICHT.

Ich bemühe mich, die Dinge anders zu sehen. Und zu leben.
Ein Kind lebt seinen Selbst-Ausdruck, un-gestüm, un-voreingenommen, un-angepasst. Wenn ich als Lehrer mir die Mühe gemacht habe, eine Route auszuarbeiten, wie ich an das Ziel „Bildungsauftrag“ komme, dann KANN ich einen solchen Selbst-Ausdruck vielleicht als Störung empfinden. Aber ich muss es nicht.

Mir schwebt ein anderes Bild vor Augen. Ich bin mit meiner Familie auf dem Weg in den Urlaub, auf der Autobahn. Und jetzt kann sehr vieles passieren. Das Auto geht kaputt, vor mir ist ein Stau, irgendjemand will auf die Toilette, einer fragt, ob wir nicht über Landstraßen fahren können, um die Aussicht abwechslungsreicher zu gestalten, oder jemand hat auf dem letzten Rastplatz den Rucksack mit den Dokumenten und der Reisekasse liegenlassen.

Alle diese „Störungen“ behindern das Ziel, wenn ich mein Ziel als die nackte, schnellstmögliche Ankunft am Zielort verstehe. Ich könnte aber auch das Ankommen am Zielort in möglichst großer Harmonie und möglichst vollständig, un-versehrt als MEIN Ziel definieren. Und vielleicht wäre ich ja so flexibel, dass ich sogar eine Übernachtung irgendwo unterwegs – trotz bezahlter Ferien-Unterkunft - nicht als Defizit, sondern als Bereicherung empfinde.

Studien haben gezeigt, dass in Klassen mit rücksichtsvollerem, kinderbezogenem Unterricht und mehr Zeit für einzelne (wenige) individuell sogar MEHR gelernt wurde, als in anderen. Das macht mir Mut, DAS sind die „Beweise“, die wir auch hier im Forum gerne suchen. Die Lieferungen, die das Universum uns schenkt. Nur weil einige, vielleicht viele noch keine Lieferungen gefühlt haben, so gibt es doch andere, die vollends überzeugt sind von der grenzen-losen Leistungsfähigkeit des Universums.

„Es kann aber NICHT sein, …“
„Ich kann kaum …“

Das sind Überzeugungen, die ge-lebt werden. Überzeugungen wie

„Ausländer sind nicht integrierbar“
„Die Jugend von heute ist undankbar“
"Tiere essen ist böse" (mit :wink: an den Nachbarthread)
„Frauen können das nicht“
„Die blöde Kuh von unten ist gar nicht am Hausfrieden interessiert“
„Arier sind die herrschende Rasse“
„Schwarze dürfen nicht mit Weissen die gleiche Toilette benutzen“
„Nie wird ein Mensch in den Weltraum gelangen“
"Die Erde ist eine Scheibe
„Früher gings uns besser“

Und viele andere mehr. Wie man sieht, mussten einige dieser Überzeugungen bereits einer neuen Realität weichen. Weil Menschen da waren, die eine andere Überzeugung hatten, und diese so fest und so mitreissend vertraten, das nach immer neuen Versuchen und Vorstößen in diese Richtung den alten „Zöpfen“ kein Lebensraum mehr blieb.

Liebe Anna, es ist DEINE Entscheidung, welche Überzeugung Du leben WILLST. Und es ist auch DEINE Entscheidung, ob Du neue Wege beschreitest, oder ausgetretene Pfade. Es gibt ungezählte Menschen, die

- für ihre Überzeugung in den Tod gegangen sind, für ein besseres Leben anderer.
- allen eigenen Besitz aufgegeben haben, um anderen zu helfen.
- jahraus jahrein, ohne Ermüdung und ohne Nachlassen, eine einzige Idee verfolgt haben, von der sie WUSSTEN, dass sie funktionieren würde.

Dir geschieht nach Deinen Überzeugungen. Hier im Forum schreiben Menschen darüber, wie sie ihre Überzeugungen gewandelt haben. Wie sie Neues erschlossen haben – für sich selbst und für andere. Wenn Du Unterstützung möchtest, eine neue, andere Überzeugung zu leben, dann bist Du HIER goldrichtig.

Ich kann Dir nur MEINE Überzeugung mit-teilen, versuchen, Dir damit Mut zu machen für DEINEN Weg, und ich bin ganz sicher, dass Du ihn alleine gehen kannst und wirst.

Liebe-voll,
Der Bhogi
[i]Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart,
der bedeutendste Mensch ist immer der, der dir gerade gegenübersteht,
das notwendigste Werk ist stets die Liebe.[/i]
(Meister Eckhart von Hochheim, ca. 1260 - 1328)

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Amber
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Beitrag von Amber » Sa Sep 29, 2007 11:45 pm

Liebe Momi,

fällt mir gerade so ein:

ist dein Sohn in den Kindergarten gegangen? Wie haben die Erzieher ihn dort erlebt?
Vielleicht kannst du ja dort noch einmal -nach dem Gespräch mit der Lehrerin- einen Gesprächstermin vereinbaren.

Unsere Grundschule arbeitet sehr eng mit den Kindergärten hier zusammen. Sollte es in den ersten Wochen zu Problemen kommen, dann wird nach Absprache mit den Eltern auch die ehemalige Erzieherin um ihre Meinung gebeten, da diese das Kind ja meist schon 3 Jahre betreut hat.

Amber

Anna
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Beitrag von Anna » So Sep 30, 2007 1:20 pm

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Wer will denn einen resignierten Lehrer als Erzieher für sein Kind?

Wer möchte als Eltern als unerzogen betitelt werden?

Wer möchte sein Kind einem Lehrer aussetzen, der gegen es ankämpft?

Und der gegen die Eltern ankämpft?
Ich kämpfe gegen niemanden an, der nicht zuerst gegen mich ankämpft, weil die Haltung vorherrscht, dass grundsätzlich erstmal der Lehrer an allem Schuld ist. "Ankämpfen" ist sowieso das falsche Wort, "wehren" wäre vielleicht besser. Und kann sicher auch hinterfragt werden.
Außerdem haben mich bei meinem letzten Elternabend einige meiner Eltern gefragt, ob ich, nachdem meine derzeitige Klasse von der Schule gegangen sein wird, wieder eine Fünfte übernehme, weil sie mich gerne wieder als Lehrerin für die jüngeren Geschwister haben wollen, die dann soweit sein werden. Also, so schlecht kann ich nicht sein.

Anna.

lawofattraction
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Beitrag von lawofattraction » So Sep 30, 2007 1:35 pm



Liebe Anna,

das waren ja Deine Worte, nicht meine.

Ich will nochmal Deine Aufmerksamkeit auf etwas lenken: Du wehrst Dich, der andere wehrst sich, Du wehrst Dich, der andere ........ das geht immer weiter so. Falls nicht eine der beiden Seiten einlenkt.

Es geht hier darum, die eigene Verantwortung in einer solchen Situation anzuerkennen. Inwieweit trägst Du dazu bei, dass die Situation so ist, wie Du sie beschreibst. Es kommt nie etwas von aussen auf uns zu, das wir nicht auch im Inneren finden. Die Schuld (!) nach aussen zu verschieben, auch noch auf Kinder, ist ein Nicht-Annehmen der Verantwortung.

Mich hat Deine Einstellung einfach erschreckt. Als Lehrerin hast Du den Kindern einiges an Lebenserfahrung voraus. Du bist Vorbild für junge Menschen in ihrer wichtigsten Phase der Formung. Was hier geschieht, wird ihr ganzes weiteres Leben beeinflussen.

Ich habe nicht gesagt, dass Du eine schlechte Lehrerin bist. Ich empfinde bei Dir grosse Unsicherheit, grosse Unzufriedenheit mit der Situation , eine Überforderung mit der grundsätzlichen Situation hier Lehrer, da Schüler.

Ein wenig Einsicht und Einkehr nach innen und Erkenntnis an der eigenen Beteiligung an unerfreulichen Situationen wirkt manchmal Wunder.

Liebe und Freude
Loa
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Anna
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Beitrag von Anna » So Sep 30, 2007 5:28 pm

Also:

Genau an dem Punkt habe ich mich hier eingeklinkt: Eine Mutter schreibt über ihre Verzweiflung, dass mit ihrem Kind offensichtlich etwas nicht stimmt und die Lehrerin das auch so signalisiert hat. Daraufhin wird auf die Lehrerin gewettert, ihre Methodik in Frage gestellt und sogar geäußert, wenn sie etwas tut, um dem Kleinen zu signalisieren, dass er gegen eine Regel verstoßen hat, soll der Kleine das nicht weiter ernst nehmen, sondern sich noch wehren (in diesem Fall am besten Steine nach der Lehrerin schmeißen). Dass mich diese Haltung resignieren lässt, DAS habe ich geschrieben. Denn diesen Haltung spüren Kinder und gehen dementsprechend mit uns um. Und darunter leiden außerdem andere, schwächere ("schüchterne") Kinder.

So. Ich bin gerne Lehrerin. Ich liebe meinen Beruf und fühle mich auch nicht unsicher in dem, was ich tue. Meine Kinder mögen mich in der Regel auch (ich wurde gefragt, ob ich Vertrauenslehrerin werden möchte, fragt man das eine Lehrerin, die sich nicht um ihre Schüler mit ihren Problemen, Stärken und Schwächen kümmert?!?), und ich wollte einfach nur mal diese Position hier deutlich machen. Verwunderlich ist, dass Momi selbst offensichtlich gar nicht in Frage stellt, dass die Lehrerin etwas signalisiert, was sie selbst gut genug weiß. Es wurde aber in meinen Augen eine sofortige Hetzkampagne gegen die Lehrerin gestartet - und dagegen wollte ich mich stellvertretend "wehren". Nicht mehr und nicht weniger.

Anna.

Vroni
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Beitrag von Vroni » Fr Okt 05, 2007 3:17 pm

hallo momi, ich hoffe, du hattest inzwischen ein gutes Gespräch mit der Lehrerin. Ich glaub schon, dass sie deine Einstellung spürt und dass es daher gut werden kann. Im Rückblick habe ich jetzt gemerkt, dass ich wahrscheinlich mit der Lehrerin meines Sohnes auch deshalb so Schwierigkeiten hatte, weil mir meine Nachbarin schon, als mein Sohn erst 3 Jahre alt war, ausgerechnet hat, dass er diese Lehrerin eh nicht bekommen wird ("die würde er nicht aushalten!") - ich hatte also eine überaus negative Einstellung. Andere Eltern, die "an einem STrang gezogen haben", sind wirklich gut ausgekommen und die Kinder haben - im rückblick gesehen - profitiert.
Vielleicht könntest du schreiben, wies war beim Gespräch und ob deine Bestellung (um die gings dir ja) in Erfüllung gegangen ist?
Mein Sohn hat übrigens jetzt - nach 8 Jahren - gesagt: Ich bin immer noch froh, dass ich diese Lehrerin hatte, denn sonst könnte ich die Lehrer, die ich seither hatte, nicht so genießen. Und er besucht seine Volksschullehrer noch immer und freut sich auch, diese spezielle Lehrerin zu sehen. Nur ich bin noch immer böse auf sie und kann sie nicht sehen (sie mich auch nicht). Da ist deine Einstellung sicher die bessere und bringt bessere Wunschergebnisse.

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