Liebe, familiärer Müllhaufen und der Alkohol

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Porcelina78
Beiträge: 1
Registriert: Fr Feb 12, 2016 11:03 pm

Liebe, familiärer Müllhaufen und der Alkohol

Beitrag von Porcelina78 » Sa Feb 13, 2016 12:08 am

Hallo Ihr Lieben,
ich bin schon lange sehr erfolgreiche 'Bestellerin', das Hoppen jedoch ist neu für mich.
Freue mich wenn Ihr mich unterstützen möchtet :)

Seit 4,5 Jahren bin ich mit meinem Freund zusammen, den ich sehr liebe.
Und glücklicherweise auch umgekehrt :)
Seit ich ihn kenne trinkt er allabendlich seine 1-2 Flaschen Wein.
Habe ihn anfangs mal gefragt, ob es nicht mit weniger klappt. Er fühlte sich direkt angegriffen und hat
erstmal nicht mehr mit mir gesprochen, was mich sehr verletzt hat.
Später erklärte er, er habe da seine Exfreundin in mir gesehen (die hat mal seine Mutter angerufen um der zu stecken, daß er zuviel trinkt... auch ne tolle Aktion^^)
Seitdem umgehe ich das thema im zusammenhang mit ihm.
Habe oft auch mitgetrunken, mittlerweile sehr reduziert... 1 Bier abends zb.
Zur Zeit unseres Kennenlernens hatte er ziemlichen mist an der backe, unverschuldet. Habe mir gesagt,
das wird schon besser mit dem Trinken, wenn das mal geklärt ist.
Inzwischen waren wir auch kollegen geworden in der gleichen firma, also fast 24 std zusammen und damit auch überraschend glücklich.
Der besagte Mist (ein Gerichtsverfahren) klärte sich, erwartungsgemäß zu seinen Gunsten.
Abgelöst leider von immer größeren Problemen mit unser beider Chef, der auch wirklich oft wie ein Idiot aufführte, sich cholerisch und überheblich verhielt. Mir gegenüber nicht so extrem, da er mit frauen nicht so das machtgerangel anfängt wie mit anderen Männern.
So beschlossen wir, unser eigenes Ding aufzuziehen, ein großer Traum von uns.
Und wieder meine Hoffnung... wenn mein Freund da nun endlich zur Ruhe kommen kann, regelt sich auch der Alkoholkonsum runter.
Unser Laden läuft nun seit über einem Jahr wie geschmiert :)
Mein Freund ist schon immer ziemlich hart mit sich, arbeitet viel zuviel und gönnt sich kaum freiraum.
Hat er leider zuhause so gelernt :/ ... ich zwar genauso, habe aber viel aufgearbeitet über die jahre und bestimme meinen wert nicht nur über meine leistung.
Durch die permanente Selbstüberforderung kommt er nach wie vor schwer zur Ruhe, außer mit besagten 1-2 Flaschen Wein.
Wird auch ab und zu vorwurfsvoll und vergreift sich im ton mir gegenüber, das ist aber nicht die Regel...
Falls das vorkommt, versuche ich mich einfach nicht drauf einzulassen. Je nach Lage meines Gemütes klappt das mal besser, mal schlechter. Zumeist hört er dann Musik über Kopfhörer, klinkt sich einfach aus.
Was er ja auch soll/darf, so bedürftig bin ich da nicht (mehr), habe auch dinge die mir abends mal allein mehr spaß machen ;)

Aktuell kommt allerdings bei mir einiger familiärer Mist hoch... meine Stiefmutter ist relativ jung an Alzheimer erkrankt, was durch ihren Alkoholismus extrem verstärkt wird. Immer wieder Erzählungen davon, wie sie halbnackt und zitternd durchs haus kriecht, auf der suche nach Weinflaschen.
An Weihnachten hat sie nach ner Flasche Wein meinen Vater aufs Übelste beschimpft (der im übrigen auch jahrzehntelang abendlich in der Rotweinmelancholie versank und mich als Teenager viel zu oft zum seelischen Mülleimer machte, jetzt aber nur noch selten mal ein glas trinkt, weil er seiner Frau vorleben möchte, dass es auch ohne geht...), sie wünschte er würde verrecken für das was er ihr antut (ihr die autoschlüssel wegnehmen zb).
Ein schlimmer Abend, der in mir die Angst verstärkt, daß auch meinem Freund der Alkoholkonsum schon entgleist ist und sein abendliches Ritual nicht mehr viel mit 'Wollen' sondern eher 'Müssen' zu tun hat.
Habe ihm auch dort unter tränen gesagt, daß ich möchte daß wir weniger trinken. Ich hab das wie schon erwähnt auch umgesetzt mittlerweile, er nicht.
Habe große Verlustangst, Angst, er könnte mich zugunsten des Alkohols aufgeben...
Angst, er könnte ernsthaft krank werden durch den dauerhaft hohen Konsum...
aber ich kann nicht mit ihm darüber reden.
Weine teilweise, nachdem er mit glasigem Blick ins bett gewankt ist...
ich schätze so vieles an ihm, und kann oft nur schwer mit ansehen, wie schlecht er diesbezüglich mit
sich umgeht.
Weiß nur leider, daß eine Konfrontation mit diesem Thema nur seinen Trotz mir gegenüber herausfordern wird, und er wahrscheinlich eher mehr trinken wird statt weniger.
Daß es zuviel ist, weiß er auch... ließ es schon öfter durchblicken, aber jedes mal ohne jegliche aufforderung meinerseits. Habe das auch mehr oder weniger immer unkommentiert so stehen lassen.

Könnt ihr mir helfen? Wie hoppe ich meinen familiären Background in dieser Situation? Für den kann er ja nichts :/

Ich danke euch von herzen.

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jenniferso
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Re: Liebe, familiärer Müllhaufen und der Alkohol

Beitrag von jenniferso » Fr Mai 13, 2016 10:26 am

es ist zwar schon lange her - dein post - aber trotzdem:

Wäre ich porcelina und hätte mir das so in mein leben gezogen, dann weil:
- ich süchtige strukturen eben "in die wiege" gelegt bekam und gar nichts anderes kenne.
- ich jetzt als erwachsene ungefiltert wahrnehmen möchte, was die sucht des anderen mit mir macht (ich muss beschimpfungen erdulden, immer verständnis haben, meine bedürfnisse werden nicht ernst genommen, ich darf "es" nicht ansprechen.)
- ich lernen möchte, dass ich zwar einen menschen lieben kann, aber mich trotzdem möglicherweise von ihm abgrenzen muss und sein verhalten nicht tolerieren muss.
- ich mir eingestehen will, wie sehr mich all das verletzt und auch als kind schon verletzt hat.
- ich immer weiter meinen eigenwert erkennen will und für mich einstehen und mich selbst liebevoll behandeln will.
es tut mir leid, ich liebe trotz und mit all dem.


freedom comes, when you learn to let go.
creation comes, when you learn to say no...

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