Ausweglosigkeit hoppen

Hier darf nur gehoppt werden. Meinungen, Kommentare, Kritik haben hier nichts verloren, denn sie haben nichts mit Hoppen zu tun. Diese bitte in der Rubrik „Ho’oponopono“ anbringen. Jeder Kommentar, der hier nicht wirklich nur hoppt, wird gelöscht.

Moderator: Positives Universum

Antworten
Benutzeravatar
blue
Beiträge: 100
Registriert: Di Aug 09, 2005 5:30 pm

Ausweglosigkeit hoppen

Beitrag von blue » So Aug 17, 2014 10:10 am

Hallo zusammen,

war schon ewig nicht mehr hier. Gestern wurde ich wieder auf das Hoppen aufmerksam und bitte euch, mit mir zu hoppen.

Ich versuche, mich kurz zu fassen. Letztes Jahr im Oktober bekam ich die Diagnose Burnout gestellt. Ich war total erschöpft von meiner Arbeit und von meinem Leben. Immer auf der Suche und nie angekommen, wo ich ankommen wollte. Dann kam das Übliche Aufenthalt in der Tagesklinik, Psychotherapie usw. Es ging mir dann auch viel besser und ich dachte: "Hey, es geht aufwärts und ich komm in meine Spur!"

Seitdem sind ein paar Monate vergangen. Ich bin wieder ziemlich verzweifelt. Die Wiedereingliederung in meinen Job ist nach drei Wochen gescheitert, weil s mir am Freitag kurz bevor ich mich in mein Auto setzen wollte die Beine wegzog. Dazu muss ich noch schreiben, dass ich diesen Job überhaupt nicht mag und dieser mit ein Hauptauslöser war. Ich arbeite in einer Fabrik und stehe immer unter Zeitdruck, weil alles eingetaktet ist, die Pausen sind so kurz, dass ich es kaum schaffe, die verbrauchte Energie aufzufüllen. Ich habe die Zeit, in der ich in der Tagesklinik war, genutzt, um mich zu informieren, welche Möglichkeiten es noch gibt beruflich umzusatteln. All die tollen Hinweise und Ratschläge haben sich aber in Luft aufgelöst, da die Wirklichkeit eben doch anders aussieht. Sprich, es hat mir nicht viel genutzt und ich bin fast wieder da, wo ich vorher war. Natürlich ich einen neuen Platz zugewiesen mit weniger Leuten, ohne Nachtschicht usw. trotzdem merke ich, dass ich das nicht mehr tun kann, weil s mir meine Kraft nimmt.
Bitte nicht falsch verstehen, ich war wieder neuen Mutes und wollte mein Leben in die Hand nehmen und im Vertrauen auf das Uni einen Weg aus der Fabrik finden... Ich weiß nicht mehr weiter.

Dazu kommt noch, dass ich allein bin. Ein paar Freunde habe ich, aber die sind alle verheiratet und haben aufgrund dessen weniger Zeit. Einen Freund habe ich auch nicht und das zieht sich so durch mein Leben. Heute ist Sonntag und ich weiß nicht, wie ich den Tag rumkriegen soll. Ich gehe schon allein los und ich kann auch mal gut allein sein. Aber das ist jetzt definitiv zuviel für mich. Ich bin supertraurig und möchte raus aus diesem Teufelskreis.

Ich hoffe, ihr könnt mir auf die Sprünge helfen und bin gespannt auf eure Antworten. Danke euch jetzt schon mal ganz herzlich!!! Hoffe, ich habe nicht zu verworren geschrieben.

Ganz liebe Grüße

blue

Benutzeravatar
blue
Beiträge: 100
Registriert: Di Aug 09, 2005 5:30 pm

Re: Ausweglosigkeit hoppen

Beitrag von blue » So Aug 17, 2014 11:49 am

Ich möchte noch etwas hinzufügen. Hatte vorher schon Angst, dass mir niemand antwortet. Alleingelassen und nicht gehört werden ist anscheinend auch ein Thema.

Ich hatte mir in der TK sehr viele Dinge wieder erarbeitet. Mir ging es wirklich gut. Bin wieder laufen gegangen und habe meine Hobbies wieder aktiviert. Plötzlich waren auch wieder Menschen da, mit denen ich Zeit verbrachte. Das tat mir so gut. Nun ist es so, dass diese Menschen wieder aus meinem Leben verschwunden sind. Einer davon hat mich für sein Leid mit verantwortlich gemacht und zum Schluss mit bösen Vorwürfen überschüttet :shock: Das hat mir auch noch sehr zugesetzt. Ich war super enttäuscht. Meine Kraft hat wieder nachgelassen und habe eine Sch... Angst, dass ich wieder da lande, wo ich im Oktober war.

Ist nicht so, dass ich mich hängen lasse. Aber ich habe das Gefühl, dass ich nur am Kämpfen bin, einen Kampf, den ich nicht gewinnen kann. Ich weiß nicht, wo ich ansetzen soll und warum ich jedesmal wieder hinfalle, wenn ich aufgestanden bin. Klar, ich stehe immer wieder auf, aber meine Kraft ist irgendwann weg. Ich möchte doch nur ein glückliches selbstbestimmtes Leben führen :(

Ich habe selber schon angefangen zu hoppen, aber ich dachte nur, wenn ihr mich unterstützt hat das sicher mehr Kraft. Ausserdem hab ich ggf. das eine oder andere Detail übersehen und von außen betrachtet gibt es sicher noch Dinge, die ich in meiner Situation gar nicht sehe.

Lieben Dank nochmal für s Lesen

blue

Benutzeravatar
jenniferso
Moderator
Beiträge: 500
Registriert: Mo Apr 19, 2010 11:22 am

Re: Ausweglosigkeit hoppen

Beitrag von jenniferso » Sa Aug 23, 2014 11:31 am

Liebe blue,
wäre ich du, wieso würde ich um selbstbetimmung kämpfen müssen?
weil ein innerer anteil immernoch ein kind/teenie ist, der von seinen eltern bestimmt wurde und immer nur "musste", nie durfte was es wollte, nie rücksicht erfahren hat. das gefühl nicht kennt, dass es gesehen wird und nur gemäß des machbaren gefordert wird. eigene wünsche und bedürfnisse hat und die nicht immer mit dem übereinstimmen, was erwachsene sich so denken.
es tut mir leid, dass ich das als erwachsene immer wiederhole, weil ich es einfach nicht kenne. ich nehme diesen anteil jetzt in mein herz und gebe ihm liebe....
es kommt sofort ein gefühl aus von "ich soll sovieles tun, was ich eigentlich gar nicht kann. aber ich will doch die anforderungen erfüllen". ich versuche es eben. mit aller überforderung. aber eigentlich ist es dermaßen zuviel, dass meine freude abhanden kommt und mit ihr meine kraft. es tut mir leid.
dann wird mir klar, dass ICH begreifen muss: es waren zu nhohe anforderungen. es war nicht so, dass etwas mit mir nicht stimmte. und ich habe mich innerlich immer beschimpft, weil ich dachte nicht richtig zu funktionieren. es tut mir leid.
ich verstehe, dass ich diesem anteil vergeben muss, der mich immernoch beschimpft und denkt, ich mache alles nicht gut genug - ich bin nicht gut genug, nicht energievoll genug.
ich muss ersteinmal mein inneres kind aus der tretmühle entlassen und ihm liebe geben und verständnis.



liebe blue, ich hoffe, das hilft dir weiter. schreib ruhig noch mehr - ich schaue dann wieder öfter rein.
lg jenniferso
freedom comes, when you learn to let go.
creation comes, when you learn to say no...

Benutzeravatar
blue
Beiträge: 100
Registriert: Di Aug 09, 2005 5:30 pm

Re: Ausweglosigkeit hoppen

Beitrag von blue » Do Sep 11, 2014 4:48 pm

Liebe Jenniferso,

vielen vielen Dank für deine Antwort und ein großes Sorry, dass ich erst jetzt antworte :oops: Als ich deine Worte las musste ich weinen, so sehr hast du es auf den Punkt gebracht. Ich danke dir von ganzem Herzen dafür.

Immer wieder muss ich mich daran erinnern. Jedesmal, wenn ich müde bin, was durchaus nicht unnormal ist, wenn ich z. Bsp. früh aufgestanden bin, fühle ich mich schlecht und erlaube mir ungern Pausen. Dann fällt es mir wieder ein und ich brauche ne ganze Weile, bis sich ein gutes Gefühl dazu einstellt. Puh, ich dachte, damit wäre ich durch. Aber mein innerer Kritiker behandelt mich leider oft noch so, wie meine Eltern mich behandelt haben :( :shock: Ich selber erlebe meine Bedürfnisse dann als schlecht, wow. Oder ich bin immer noch unsicher, ob ich darf, was ich brauche oder möchte.

Ausserdem habe ich erkannt, dass ich immer stark sein muss(te), weil meine Mutter es nicht war. Stark zu sein ist ja grundsätzlich nichts Schlechtes, aber immer, das funktioniert auf Dauer nicht. Damit gehen dann schließlich andere "Dinge" noch einher, dass ich z. bsp. keinen Partner habe, weil ich ja stark genug für mich selber bin und keine Gefühle zeigen darf/kann oder die falschen Männer anziehe, da ich ja sooo stark bin. Es tut mir leid, dass ich es mir nicht erlaube, schwach zu sein oder dass ich Schwäche als negativ oder bedrohlich empfinde. Mhm... Es tut mir leid, dass ich meine Stärke aus Angst vor Verletzungen aufrecht erhalte... Kontrollverlust? Ich werde nochmal darüber nachdenken/fühlen.

Liebe Grüße

Blue

Antworten