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mein Bruder

Verfasst: Fr Mär 07, 2014 12:19 am
von Emem
Hallo ihr Lieben,

ich hoffe ich bin hier richtig mit meiner Frage.
Ich habe kürzlich von einer guten Freundin das Buch "Verzeih dir!" bekommen und so vom Hoppen erfahren. Ich bin bisher bei meinen Versuchen damit nicht so weit gekommen und hoffe daher, dass ihr mir hier weiterhelfen könnt. Abgesehen von einigen kleinen Wehwehchen, an die ich mich mit dem Hoppen getraut habe, habe ich ein großes Thema, das ich gern Lösen möchte und euch um Hilfe bitte.

Mein großer Bruder hat ein starkes Drogenproblem (er nimmt seit über 15 Jahren schon Drogen, Alkohol und andere Rauschmittel zu sich). Als Jugendlicher hat er wohl damit angefangen, weil es "cool" war und er zu einer Gruppe dazugehören wollte. Bald aber war er so tief drin, dass er jegliche Perspektive für sein Leben verloren hatte. Er ist in diesen typischen Strudel geraten, den man als abschreckendes Beispiel für junge Menschen heranführt. Sehr lange Zeit war das das Einzige, was sein Leben bestimmt hat, er hat "Freunde" in der Szene gefunden, die nur dann Freunde sind, wenn er gerade "den Stoff" hat und ihn ansonsten links liegen lassen, er hat keine abgeschlossene Ausbildung und wusste nichts besseres mit sich anzufangen. Natürlich gab es mitunter dadurch einige Probleme zu Hause (wobei das Verhältnis zwischen unserem Vater und ihm schon immer schlecht war). Wie es leider so ist, war er unter Einfluss der verschiedenen Mittel nicht immer in der Lage, schwierige Situationen friedlich zu regeln, was ihm leider auch einen Gefängnisaufenthalt eingebracht hat.
Ich habe ihn lange Zeit ... mir fehlen die richtigen Worte; Mir fiele dazu vielleicht "verurteilt" und "gemieden" ein. Deswegen, weil ich unterbewusst ihm vorwarf, dass er sein Leben wegwirft und nichts damit zu tun haben wollte. Unser Verhältnis besserte sich erst, als er für ein Jahr ins Gefängnis musste und ich ihm zeigen wollte, dass er nicht allein ist. Ich habe ihn häufig besucht und wir hatten einen regen Briefwechsel.
In mir begann der Wunsch zu reifen, ihn aus diesem Sumpf rauszuholen, Alternativen aufzuzeigen, ein besseres Leben zu ermöglichen. Ich war aber bisher einfach immer die kleine Schwester, die nichts tun konnte, als hinzunehmen, was so kam.
Er ist sogar inzwischen selbst soweit, dass er sagt, ihn nervt dieses Leben, aber er weiß nicht, was er anders machen kann. Er sieht keine Möglichkeit und fühlt sich alleingelassen. Er hat seit mehreren Jahren bereits einen Job, fühlt sich aber im Privatleben gefangen in diesem Elend.

Ich möchte ihm nun auf jede Art, die mir nur einfällt helfen: Ich wohne in einer anderen Stadt, in der auch viele unserer Cousins und Cousinen leben. Ich möchte, dass er herzieht, um Anschluss an seine Familie zu finden. Ich möchte ihn auch mehr in meinen Freundeskreis einbinden, bzw. ihm helfen, neue Leute außerhalb der Drogenszene kennen zu lernen. Ich möchte ihm aber vor Allem dabei helfen, den Schalter in seinem Kopf umzulegen, der ihn daran hindert, all die Optionen wahrzunehmen, die das Leben ihm bietet.
Und genau das ist der Punkt, an dem ich allein meine Probleme habe und hoffe, dass ihr mir hier helfen könnt.

Wie kann ich dieses Thema sinnvoll mit dem Hoppen angehen?

Ich danke jetzt schon Allen, die mir hierbei weiterhelfen können!!

LG
Emem