Angst

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Moderator: Positives Universum

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Mauve
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Angst

Beitrag von Mauve » Do Feb 06, 2014 5:56 pm

Hallo miteinander

Ich bin neu hier, aber hoppen und Ho'oponopono sind mir sehr wichtig.

Nun meine Situation:

Unser Pflegesohn (21) ist nach zwei Jahren allein leben, weil wir Pflegeeltern die Kraft nicht mehr hatten, wieder seit einem halben Jahr bei uns.

Er arbeitet seither auch wieder, nachdem er lange Zeit arbeitslos war. Er bemüht sich sichtlich, mit uns auszukommen und möchte auch bei uns wohnen bleiben. Wir unterstützen ihn auch finanziell und er hat uns die Vollmacht gegeben, seine Finanzen zu regeln, weil er sich überfordert fühlt.

Meist geht es gut. Doch es gibt zwei, drei Punkte, die in mir Angst anklingen lassen, auch Verzweiflung:

Heute hat mich ein Anwalt eines Zahnarztes, bei dem unser Sohn eine offene Rechnung sehr unter Druck gesetzt und mit einer Strafanzeige gedroht. Wir haben ihm über eine Schuldenberatungsstelle ein Angebot für einen Vergleich gemacht, konkret, dass wir die Hälfte der hohen Rechnung übernehmen, da der Zahnarzt sonst leer ausgeht. Unser Sohn lebt mit dem Existenzminimum.
Nun hat der Anwalt mich emotional unter Druck gesetzt. Da grenze ich mich aber ab. Die Alternative ist, dass der Zahnarzt leer ausgeht... Es wird zu einem Schuldschein kommen...

Was mir aber Angst macht, dass unser Sohn eine Seite hat, die alle Schwierigkeiten, die es zu lösen gibt, verdrängen und abspalten möchte, dass er mit Lügen oder Mischeln seine Probleme löst. Immer wieder fühle ich mich dadurch verunsichert.
Wir haben die Abmachung, dass wir ihn auch auf seinem Lernweg in Verbindlichkeit, Ordnung und gut für sich selber sorgen begleiten. Er sagt da auch glaubwürdig, dass er das möchte. - Doch in der Situation wird er ab und zu rückfällig.

Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass ich seine Angst spüre, den ich bin sehr sensitiv veranlagt.

Ich erlebe meinen (Pflege-)Sohn als grosse Chance für meinen persönlichen Entwicklungsweg, doch spüre ich, dass es dringend nötig ist, aus diesem Muster rauszukommen. Mir fehlt das Gefühl, dass er aktiv für sich Eigenverantwortung übernimmt und sich selber zutraut (klar auch mit Hilfe), aus seinem Schlamassel rauszukommen. Er fühlt sich sehr schnell überfordert und hilflos und reagiert dann aggressiv. Ich vermute, um sich vor einem ganz schlechten Selbstwertgefühl zu schützen, das ein Persönglichkeitsanteil von ihm hat. - Als kleiner Junge hätte er wirklich Hilfe gebraucht. Jetzt ist er aber volljährig.

Herzlichen Dank fürs Lesen und liebe Grüsse, Mauve

Mauve
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Re: Angst

Beitrag von Mauve » Do Feb 06, 2014 6:22 pm

Ich habe mich nochmals so tief eingelassen, wie ich nur kann. Mein (Pflege-)Sohn wurde alleingelassen und fühlte sich bestimmt hilflos und verzweifelt. Er konnte wohl nur überleben, weil er diesen Anteil abgespaltet hat und jetzt wirkt der autonom in sein Leben. In meiner Meditation spürte ich Dankbarkeit, dass er diese Möglichkeit überhaupt hatte.

Selber kenne ich diese Hilflosigkeit auch, auch die Verzweiflung und Panik.

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jenniferso
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Re: Angst

Beitrag von jenniferso » Sa Feb 08, 2014 1:55 pm

Wieso würde ich mir ein lügendes und tricksendes spiegelbild in form meines sohnes in mein leben ziehen`?
-weil ich mich selbst an irgendeiner stelle belüge und tricks anwende, um nicht sehen zu müssen, wo ich nicht ehrlich mit mir bin. es tut mir leid.
- weil ich mich dadurch redlich und ehrenhaft und moralisch fühlen kann, was mein selbstwertgefühl steigert, mit dem es ansonsten nicht so weit her ist. es tut mir leid.
- weil ich mich in meinem leben eigentlich langweile und es genieße aufregung zu haben und dinge regeln zu können, aber ohne dass sie wirklich MICH bertreffen. es tut mir leid.
- weil mit irgendwas ICH diesen sohn belogen habe und er mir das so heimzahlen kann. es tut mir leid.
- weil ich den schmerz belogen zu werden fühlen möchte, weil ich den schonmal hatte und nicht verarbeiten konnte und an meinem sohn sehe ich jetzt, dass dieses verhalten mit seinen ängsten und seinen problemen zu tun hat und nicht mit meiner peron. es tut mir leid.


wäre ich der sohn, wieso würde ich mich so verhalten?
-weil ich so oft belogen und ausgetrickst wurde, dass ich denke, das sein normal. es tut mir leid.
- weil ich die wahrheit nicht sehen will, denn sie ängstigt mich bis in die tiefsten tiefen meines seins.es tut mir leid.
- weil ich nicht sehen kann, dass langfristig ich mit meinen lügen nicht gewinne, sondern nur temporär "meine ruhe" habe. es tut mir leid.


ich hoffe, das hilft ein wenig. wenn nicht, dann mache ich gerne später weiter.
freedom comes, when you learn to let go.
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Mauve
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Re: Angst

Beitrag von Mauve » Sa Feb 08, 2014 3:32 pm

Ganz herzlichen Dank!

Mauve
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Re: Angst

Beitrag von Mauve » Sa Feb 08, 2014 4:19 pm

Wäre ich der Anwalt, der alles versucht, auch Einschüchterung und Angstmache bei den Pflegeeltern, die für den Sohn einen Teil der Kosten übernehmen wollen, würde ich so auffahren
- weil ich selber keine Grosszügigigkeit und Liebe erfahren habe. - Es tut mir leid. Verzeih mir! Danke! ich liebe dich!
- weil ich Gesetz und Recht über alles stelle, auch über Menschlichkeit. - Es tut mir leid. Verzeih mir! Danke! Ich liebe dich!

Wäre ich der Zahnarzt, der einem jungen, offensichtlich kognitiv eingeschränkten Mann eine unnötige und teure Behandlung zukommen lässt (5'000.-), ohne abzuklären, ob der Mann bezahlen kann oder eine Anzahlung zu verlangen und nachher einen Anwalt einschaltet und nicht auf ein Verhandlungsangebot der Pflegeeltern eingeht, würde ich mich so verhalten
- weil ich mich selber über meine eigene Eingeschränktheit ärgere. - Es tut mir leid. Verzeih mir! Danke! Es tut mir leid!
- weil ich mich über das missbrauchte Vertrauen ärgere und gleichzeitig selber das Vertrauen des jungen Mannes missbraucht habe. Es tut mir leid. Verzeih mir! Danke! Es tut mir leid!

Danke allen die uns unterstützen.

Mauve
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Re: Angst

Beitrag von Mauve » Sa Feb 08, 2014 4:24 pm

Ich habe noch mehr Angst und ein überreiztes Nervensystem, nachdem ich gestern einen mittleren Misserfolg an einer Standortbestimmung in einer Beratungsausbildung hatte. Ich wusste nicht, was auf mich zu kommt, hatte auch keine klaren Vorstellungen, was das Lernziel ist. Ich hatte nachgefragt, aber einfach keine klare Vorstellung bekommen und musste eine Demo machen.

Die Klientin mit der ich arbeitete, hatte ein ähnliches Problem mit ihrer Tochter wie ich mit meinem Sohn, nur etwas anders, aber irgendwie auch eine Parallele mit der Angst und gleichzeitig mit der Angst, etwas mit der Angst auf ihre Tochter zu übertragen.

Meine Ressourcen waren weg, - wie schon so oft, wenn ich sie gerne zeigen würde. Das macht mich sehr traurig und verzweifelt. Oft kann ich meine guten Fähigkeiten nur nutzen, wenn es anderen um mich herum schlecht geht...

Nun frage ich mich, warum ich mir immer wieder Situationen ins Leben hole, bei denen ich versage - aus Angst.

Mag sich jemand einlassen. - Danke! - Und danke auch fürs Lesen

Liebe Grüsse, Mauve

Mauve
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Re: Angst

Beitrag von Mauve » So Feb 09, 2014 1:37 am

Der Anteil, der diese Erfahrung des Blockiertseins in mein Leben holte, wollte für mich
- ein Gelegenheit schaffen, in der ich mich lieben kann mit meinen Schwächen. - Es tut mir leid. Bitte verzeih mir. Ich liebe dich. Danke!
- die Erfahrung schaffen, dass meine Essenz viel mehr ist als meine Stärken und Schwächen. - Es tut mir leid. Bitte verzeih mir. Ich liebe Dich. Danke.
- eine Gelegenheit schaffen, in der ich zu mir stehen kann. - Es tut mir leid! Bitte verzeih mir! Ich liebe dich! Danke!
- eine Erfahrung schaffen, damit ich lernen kann, dass ich nicht perfekt bin und es auch nicht sein muss. - Es tut mir leid! Verzeih mir! Ich liebe dich! Danke!
- eine Möglichkeit geben, zu sehen, wo ich tatsächlich stehe. - Es tut mir leid! Verzeih mir! Ich liebe dich! Danke!
- meine aktuellen Grenzen aufzeigen, damit ich mich nicht selber überschätze. - Es tut mir leid! Verzeih mir! Ich liebe dich! Danke!
- zeigen, dass immer auch etwas gut läuft. - Es tut mir leid! Verzeih mir! Ich liebe dich! Danke!
- eine Motivation schaffen, meine beruflichen Wünsche zu überdenken. - Es tut mir leid! Verzeih mir! Ich liebe dich! Danke!

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jenniferso
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Re: Angst

Beitrag von jenniferso » So Feb 09, 2014 9:16 am

...wenn ich blockiert wäre an stellen, wo ich eigentlich weiß, dass ich fähig bin, dann weil man mir beigebracht hat, dass ich nicht "groß" sein darf oder soll. wenn ich meine größe, meine brillianz und mein können offen zeige, dann sind die anderen eingeschüchtert und das konnten sie in der vergangenheit nicht aushalten und haben darum dafür gesorgt, dass ich mich klein mache, um nicht an zuneigung zu verlieren. jetzt erkenne ich aber, dass ´jemand, der mich wirklich m,ag, mich gerade auch für meine GRÖßE mögen könnte. mich bewundern und nicht mich fürchten. ich merke, dass ich eigentlich die komplexe der anderen auslebe. es tut mir leid. bitte verzeih mir....
freedom comes, when you learn to let go.
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Mauve
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Re: Angst

Beitrag von Mauve » So Feb 09, 2014 11:30 am

jenniferso hat geschrieben:...wenn ich blockiert wäre an stellen, wo ich eigentlich weiß, dass ich fähig bin, dann weil man mir beigebracht hat, dass ich nicht "groß" sein darf oder soll. wenn ich meine größe, meine brillianz und mein können offen zeige, dann sind die anderen eingeschüchtert und das konnten sie in der vergangenheit nicht aushalten und haben darum dafür gesorgt, dass ich mich klein mache, um nicht an zuneigung zu verlieren. jetzt erkenne ich aber, dass ´jemand, der mich wirklich m,ag, mich gerade auch für meine GRÖßE mögen könnte. mich bewundern und nicht mich fürchten. ich merke, dass ich eigentlich die komplexe der anderen auslebe. es tut mir leid. bitte verzeih mir....
Herzlichen Dank liebe jenniferso

Gerade kommen viel Schmerz und Trauer hoch, auch eine tiefe Sehnsucht. Das Gedicht von Marianne Williamson, das Mandela an seiner Antrittsrede zitiert hat. (So habe ich es jedenfalls nachgelesen, ich weiss nicht, ob das alles stimmt.) Ich nehme an du kennst es.
Unsere tiefste Angst
Unsere tiefste Angst ist nicht,
dass wir unzulänglich sind.
Unsere tiefste Angst ist,
dass wir grenzenlose Macht in uns haben.
Es ist unser Licht und nicht unsere Dunkelheit,
vor dem wir uns am meisten fürchten.
Wer bin ich schon, fragen wir uns,
dass ich schön, talentiert und fabelhaft sein soll ?
Aber ich frage Dich, wer bist Du, es nicht zu sein ?
Du bist ein Kind Gottes.
Dich kleiner zu machen, dient unserer Welt nicht.
Es ist nichts Erleuchtendes dabei,
sich zurückzuziehen und zu schrumpfen,
damit andere Leute nicht unsicher werden,
wenn sie in Deiner Nähe sind.
Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes,
die in uns ist, zu offenbaren.
Sie ist nicht nur in einigen von uns,
sie ist in jedem von uns.
Wenn wir unser eigenes Licht strahlen lassen,
geben wir unterbewusst unseren Mitmenschen
die Erlaubnis, dasselbe zu tun

(Marianne Williamson).
Das Gedicht begleitet mich schon lange - und die tiefe Sehnsucht auch. Liebe jenniferso, ich habe dich nur in wenigen Themen hier gelesen und fühle mich tief berührt von dir. Obwohl ich mich oft über die geschriebene Sprache gut ausdrücken kann, kann ich noch nicht formulieren, was du emotional in mir ausgelöst hast, nur dass ich tief berührt und von Herzen dankbar bin.
Ich denke mit grosser Liebe an dich!

Mauve
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Re: Angst

Beitrag von Mauve » So Feb 09, 2014 11:40 am

Der Anteil, der diese Antwort und diese Gefühle für mich in mein Leben geholt hat, möchte mir die Erfahrung schenken oder die Gelegenheit schaffen:
- dass ich gesehen werde. - Es tut mir leid! Verzeih mir! Ich liebe dich! - Danke!
- dass ich mich an meinen tiefen Schmerz und meine tiefe Sehnsucht erinnere. - Es tut mir leid! Verzeih mir! Ich liebe dich! Danke!
- dass ich erkenne, dass ich meine Freude blockiere über die guten Fortschritte meines (Pflege-)sohnes und mir deshalb die Situation mit dem Zahnarzt und Anwalt geschaffen habe. - Es tut mir leid! Verzeih mir! Ich liebe dich! - Danke!
- dass ich den Schmerz erkennen darf, den ich mir selber zufüge, in dem ich mich zurück nehme. - Es tut mir leid! Verzeih mir! Ich liebe dich! - Danke!
- damit ich hier die tief berührende und heilsame Erfahrung des Hoppens machen darf mit einem Menschen, von dessen Existenz ich vor ein paar Tagen noch nicht bewusst wusste, von dem ich nicht weiss, wie sie aussieht, wie sie sich anhört. Eine Erfahrung, die ich mir von Herzen gewünscht habe. - Es tut mir leid! Verzeih mir! Ich liebe dich! - Danke!

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jenniferso
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Re: Angst

Beitrag von jenniferso » So Feb 09, 2014 5:15 pm

danke, für die liebe, mit der du an mich denkst! DAS berührt MICH sehr!
freedom comes, when you learn to let go.
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Re: Angst

Beitrag von Mauve » So Feb 09, 2014 8:22 pm

Von Herzen gerne!

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