Ausstieg aus Gedanken-Gefühlskreisen (ambivalente Beziehung)

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Jarevia
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Ausstieg aus Gedanken-Gefühlskreisen (ambivalente Beziehung)

Beitrag von Jarevia » Mo Nov 21, 2011 12:52 pm

Hallo zusammen,

ich bin neu hier, fühle mich genau richtig und möchte ebenfalls das Hoppen erlernen, erfühlen, mein Herz aufmachen!

Darf ich Euch als Neuling um ein Mithoppen meiner aktuellen Belastungssituation bitten?
(Ich neige dazu, mich im Gedankenkreisen zu verzetteln...... möchte da auf Dauer raus.)

Meine Situation ist folgende, dass mein Mann nach 12 jahren on-and-off-beziehung jetzt endgültig (so sagt er, das hatten wir aber schon öfter.... von beiden Seiten) gegangen ist.

Begonnen hat das Ganze mit gegenseitiger "großer Liebe", endlich den/die Richtige(n) gefunden zu haben. (So klassisches "für immer" - Gefühl.) Dieses Gefühl besteht auch nach wie vor. Bei beiden. Doch unsere jeweiligen eigenen Verletzungen und Muster und Blockaden haben uns das Zusammenleben, diese Liebe ausleben, immer wieder ziemlich schwer bis unmöglich gemacht.

Ich empfand das immer so, dass wir beide sehr viel "Altlasten" und Müll über unserem wahren Kern der gegenseitigen tiefen Zuneigung und Verbundenheit hatten. Die Frage war immer wieder, ob unsere Ängste stärker sind als das Liebes-potential. Oder eben anders herum.

Daraufhin habe ich immer mehr analysiert, versucht, zu durchschauen - er hat sich immer mehr zurückgezogen, ignoriert, wurde auch verletzend und feindselig. Beide haben wir eine lange Zeit dem anderen die "Schuld" am Nichtfunktionieren unserer Beziehung zugeschoben. Wir hatten schreckliche Eskalationen (v.a. im seelisch-psychischen und verbalen Bereich, keine körperliche Gewalt). Und haben darüber den Alltag kaum bewältigt (Haushalt etc.), uns "blockiert".

Beide sind wir sehr ambivalent. Auf der einen Seite ist da dieses tiefe Wissen: "Ja, der ist´s" - auf der anderen Seite tut oft zu weh, was wir uns gegenseitig spiegeln; zur Vermeidung des Schmerzes wird dann die Vermeidung des wirklichen Kontaktes forciert.

Ich bin inzwischen soweit "erstarkt", dass ich oftmals die schlimmen Seiten meines Mannes (gegen mich gerichtet) verständnisvoller ansehen kann und sie nicht mehr so persönlich nehmen muss. Also aus dem "Drama" ein gutes Stück ausgestiegen bin. Darüber freue ich mich - und würde diesen Fort-Schritt so gerne mit meinem Mann teilen, erleben!

Er sagt aber, dass er keinen einzigen Nerv mehr habe für diese Beziehung. Er sei kaputt, erledigt, kann nicht mehr. Trotzdem hält ihn dies nicht ab, immer wieder "wie magisch angezogen" meine Nähe zu suchen. Und unsere Innigkeit, Anziehung (mit-)auszuleben, die jetzt sogar in getrenntem Zustand stärker möglich ist als zuvor.
Er stößt mich also gleichzeitig von sich (sagt auch, dass "andere Frauen ihm gut tun"), sucht aber auch meine Nähe, macht mir Komplimente, will mir (fast wie "heimlich", "hintenrum") nah sein.

Ich möchte endlich aus diesem Dilemma aussteigen.

Könnt ihr mir beistehen?

Mit vielem Dank bereits im Voraus,

Jarevia

Someone
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Re: Ausstieg aus Gedanken-Gefühlskreisen (ambivalente Bezieh

Beitrag von Someone » Mo Nov 21, 2011 2:04 pm

wenn ich mir eine solche situation erschaffen würde..

dann..

weil ich zu sehr diese "große Liebe" das Gefühl der Zuneigung.. an einen Partner binde..
Ich kann nicht glauben.. dass ich mit mir selbst bzw. allein glücklich sein kann..
Ich forsche.. denke, hinterfrage.. suche.. nach Gründen, Lösungen.. bis mir schon ganz schwindelig ist..
Ich mache und tue..
Loslassen fällt mir sehr, sehr schwer.. ich kann das gar nicht..
Allein würd ich mich geteilt fühlen.. nicht eins..
Allein sein.. ist etwas mit dem ich mich nicht befassen möchte..
Ich bin mir selbst nicht genug.. es reicht mir nicht.. die Sehnsucht nach Teilen und Zweisamkeit ist zu groß!!!

Ich nehme diese tiefe Sehnsucht nach Verbindung in mein Herz..
Im Herzen merke ich .. ich werde ruhiger.. ich atme gleichmäßig ein .. und.. aus..
Mein Puls schlägt ruhiger immer ruhiger im Takt..
Ich fühle im Herzen gleichklang..
Ich bin mehr und mehr eins.. mit mir selbst..
Ich darf.. Ja ich DARF mit mir selbst im Reinen sein..
Es gibt nichts im Außen.. in der Welt.. was ich wirklich haben muss.. machen muss.. lernen muss..
Alles ist in Ordnung mit mir..
Ich fühle mich im Herzen wohl mit mir selbst!
irgendwo sind wir alle eins..

Glückssteffi
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Re: Ausstieg aus Gedanken-Gefühlskreisen (ambivalente Bezieh

Beitrag von Glückssteffi » Mo Nov 21, 2011 3:31 pm

Liebe Jarevia.

Wenn ich mir eine Beziehung wie von Dir beschrieben in mein Leben ziehen würde (willkommen im Club - ich hatte so eine), dann würde ich es deshalb tun, weil ich ohne permanenten Stress überhaupt nicht leben kann. Ich rede mir einen Menschen schön und gut, der mir nicht gut tut und um den sich permanent meine Gedanken drehen. Zwar glaube ich, dass es DER Eine ist, dem man nur ein mal im Leben begegnet, aber ich fühle eigentlich ausschließlich Stress, Druck, Unruhe, Saft- und Kraftlosigkeit. Eine richtige Liebe würde uns beide gleichzeitig nähren und voran bringen, nicht nur für kurze Phasen. Wenn wir uns wieder zusammengerauft haben, läuft ja eigentlich alles ganz gut - vor allem der Sex ist toll. Aber dann kippt unser System wieder. Er ist ausgelaugt, kann nicht mehr, ist kaputt. Er, mein Immer-wieder-Expartner, ist mein Spiegel: Ich, Jarevia, bin ausgelaugt, kann nicht mehr und bin kaputt und müde. Warum klappt das aber mit der körperlichen Nähe so gut? Das frage ich mich immer wieder selbst als Jarevia. Die Antwort ist: Sex ist die höchste Form der Zuwendung - sie kommt vor dem Kanibalismus, bei dem man ein Lebewesen vollkommen in sich aufnimmt. Ich als Jarevia ziehe mir deshalb meinen Ex-Partner immer wieder ins Leben, weil das für uns die einzige Möglichkeit ist, uns für kurze Momente gut zu fühlen. Denn: Wir sind ausgehungert nach Liebe, nach Anerkennung, nach Zuneigung. Wenn wir diese Momente austauschen, sind wir eins. Sobald aber der Alltag losgeht, merken wir beide, wie leer wir eigentlich sind. Da nützt auch alles Analsysieren nichts, jeder Rückzug von "IHM" ist nur ein Indiz dafür, dass er nicht bereit ist, sich mit mit der wahren Ursache unserer On-Off-Thematik auseinanderzusetzen. Die Zerstreuung sucht er im Kontakt mit anderen Frauen, die kurz die Bestätigung polieren. Wenn wir miteinander in die Kiste steigen, sind die gefühlten Gefühle "on", müssen wir aber raus aus dem Bett, dann schaltet sich der off-Knopf automatisch ein. Das ist das Gesetz der Resonanz.

Ich, Jarevia, erkenne, dass diese ambivalente Beziehung keine Beziehung der echten Gefühle ist, sondern nur ein Konsumieren von Menschen und Aktionen, die mir kurzfristig gut tun. Ich darf erkennen, dass eine wahre Beziehung erst möglich ist, wenn ich lerne, erst mal selbst mit mir eine Beziehung zu führen. Um mich selbst in mich zu verlieben, wäre es eigentlich dringend notwendig, überhaupt keinen Kontakt mehr zu meinem Ex zu haben, der immer nur dann angeschlichen kommt, wenn sein Energie-Akku leer ist. Wir laden uns gegenseitig auf, wenn wir uns leer und hohl fühlen, weil wir beide nicht begriffen haben, dass wir erst dann geben können, wenn wir selbst im Überfluss sind. Ich nehme mich an, so wie ich bin und akzeptiere es, dass mir die On-Off-Beziehung ein Spiegel für mich selbst sein will: Mal bin ich bei mir, dann wieder nicht.
Ich liebe mich dafür, dass ich noch immer glaube, dass nur eine Beziehung mit DIESEM Mann mich glücklich machen kann. Ich verzeihe mir, dass ich noch nicht gelernt habe, dass ich mit mir selbst glücklich sein kann. Ich verzeihe mir, dass ich noch nicht bereit bin, diesen kraft zehrenden Mann los zu lassen, um mir selbst gut zu tun. Ich akzeptiere es, dass ich mich selbst überhaupt nicht lieb habe. Danke für die Erkenntnis. Amen.

Jarevia
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Re: Ausstieg aus Gedanken-Gefühlskreisen (ambivalente Bezieh

Beitrag von Jarevia » Di Nov 22, 2011 12:09 am

...ich bin mir jetzt unsicher, ob ich kommentieren darf, wie das bei mir ankam?

Falls ich da was verkehrt machen sollte - seht es mir als Anfangende hier drinne bitte nach.....

Hallo someone,

es ist unglaublich, wie dermaßen Du MICH mit deinen Worten, deinem Hoppen im Innersten berührst, "triffst". Ja, so empfinde ich. Ja, dies wird mein Weg sein. Zum All-ein-sein können. Ich lese den Text immer und immer wieder (ist das jetzt das nächste "Gedankenkreisen"?). Und fühle mich sehr verstanden, sehr gesehen, in meinen innersten Ängsten, Sehnsüchten - und Entfaltungsmöglichkeiten. DANKE dafür!!!

Hallo Glückssteffi,

ja, auch deinen Worten kann ich sehr viel ent-nehmen, was mich innerlich "aufhorchen" lässt. Vor allem das Eingestehen dessen, dass ich mich selbst (immer noch) überhaupt nicht richtig lieb haben kann. Das stimmt. Ansonsten sind die Worte teilweise so schonungslos (für mich (!), innerlich, nicht, weil du so "heftig" geschrieben hast, hoffe, das kommt richtig an), dass ich sie mehrmals gelesen habe, immer wieder. Ich weiß, weil ich es schon lange spüre, dass die Komponenten, die du beschreibst, (ausschließlich stress fühlen, druck unruhe etc. bzw. "innere Leere, die gefüllt werden will") einen Großteil unserer gemeinsamen Wirklichkeit ausmachen.
Und dennoch ist so klar die Gewissheit da, dass "wir´s sind". Vor kurzem hielten wir uns lange innig im Arm. Fühlten uns, trotz Trennung, sicher, geborgen, zutiefst "zuhause". Kann das alles nur Illusion sein? Kann das nicht aufzeigen, dass der (gemeinsame) Weg weitergeht? Eben, Indem er erst mal NICHT gemeinsam weitergeht, jeder erstmal "BEI SICH" bleibt und aufräumt? Oder ist dieses kleine Hoffnungsfünkchen trügerisch? Verblendet es mich? Und schon wieder bin ich im Gedankenkreisen.......

Ja. Ich darf als nächsten Schritt wohl lernen, mit mir selber auszukommen. Mir selber zu genügen. Es wird kein leichter Weg. Weil ich (noch) eine echt miserable Loslasserin bin.
Und: ich möchte gerne selber hoppen lernen. Muss nur noch "rauskriegen", wie und wo ich das lernen kann.....

Vielen, vielen Dank Euch!

Jarevia

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Re: Ausstieg aus Gedanken-Gefühlskreisen (ambivalente Bezieh

Beitrag von Jarevia » Fr Jan 11, 2013 5:54 am

Hallo,

ich möchte, nach nunmehr über einem Jahr, Euch mitteilen, dass mich Eure "gehoppten Aussagen" sehr, sehr gut begleitet haben - und immer noch begleiten. Sehr tief berührten. Viel Wahres fand ich darin.

Danke dafür!

(auch, wenn es leider bis jetzt nicht wirklich anstand, mich selber vertiefend damit auseinanderzusetzen - aber vielleicht kommt diese Zeit ja noch.... im Moment bin ich immer noch mit dem Trennungsverdauen, Alleinerziehen, Arbeiten etc. komplett ausgelastet.....)

DANKE!

Jarevia
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Re: Ausstieg aus Gedanken-Gefühlskreisen (ambivalente Bezieh

Beitrag von Jarevia » Mo Sep 15, 2014 2:18 pm

Seid alle lieb gegrüßt,

ich weiß, dass man hier eigentlich nicht rückmelden sollte,
aber ich komme alle paar Monate wieder her, um nachzulesen
und bin immer wieder erstaunt, WIE SEHR das gehoppte zutrifft.

Und Euch diese Rückmeldung mitzuteilen ist so stark in mir,
dass ich hoffe, es ist oke, dies zu tun!

Danke, someone, Danke, Glückssteffi!

Liebe Grüße und alles Gute,

Jarevia

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