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| Aktiv mit 80: Vorbilder für Freude und körperliche und geistige Fitness im Alter |
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Eine Freundin von mir war jahrelang als Arzthelferin tätig in der Praxis eines Arztes, der schon deutlich über 80 Jahre alt war. Irgendwann lernte ich ihn auch kennen. Allerdings nicht in der Praxis, sondern auf einer Faschingsparty meiner Freundin. Wir verstanden uns sofort gut, Horst und ich. Kein Wunder, wir hatten beide das gleiche Sternzeichen und ganz ähnliche Ansichten vom Leben. Horst war zwar schon über 80, aber noch genauso neugierig auf das Leben wie ich. Und er ging genauso gerne auf interessante Seminare. Da gab es eine Menge auszutauschen. Auf den nächsten Parties trafen wir uns wieder. Ich hatte mich angeboten Horst nach der Party nach Hause zu fahren. Als ich um 1 Uhr nachts anklingen ließ, dass ich gerne ins Bett wollen würde, fragte er überrascht und leicht enttäuscht klingend: „Ach, gehen wir schon?" Da war ich Thirtysomething und Horst mehr als 50 Jahre älter. Aber ich machte schlapp, er nicht. Irgendwann rückte ich auch als Patient bei ihm in der Praxis an. Häufig nicht, weil ich krank war, sondern weil wir gemeinsam Experimente machten.
Horst konnte nicht gehen aufgrund eines Lungenschadens, den er schon seit 50 Jahren hatte. Nach mehr als drei Schritten ging ihm sofort die Luft aus. Aber Rollstühle waren ihm zu groß und unhandlich. Er fuhr daher unbekümmert auf einem sehr stabilen Dreirad mit supergepolstertem Sitz herum. Meine Freundin berichtete mir, dass der Sitz bis zum Alter von 79 ein schrill buntes Muster gehabt habe. Als er 80 wurde fand er, dass es Zeit würde, etwas seriöser zu wirken und deshalb ließ er ab da den Sitz seines Dreirades grau-schwarz beziehen. Ich lernte ihn erst kennen, als er schon über 80 Jahre alt war. Und ich kann mich erinnern, wie perplex manche Menschen reagierten, als sie einen alten Mann auf einem Dreirad im Glockenbachviertel in München durch die Kneipen fahren sahen. Die Faschingsparty hatte in einer der Kneipen dort stattgefunden. Horst ließ sich da immer gar nicht stören. Ihm war es so bequemer als im Rollstuhl. Was sollte er sich da um die Umwelt kümmern, die das vielleicht seltsam finden könnte.
Es war wie mit einem Gleichaltrigen unterwegs zu sein. Horst hatte immer lustige Ideen und ich hatte nie das Gefühl, mit einem alten Mann unterwegs zu sein. Bevor Horst schließlich starb, meine Freundin meinte, er müsste etwa 89 gewesen sein, aber ab 80 wollte er nicht mehr übers Alter sprechen, hat er es jedem von uns wenige Monate zuvor angekündigt. Er fand, es wurde Zeit, weiterzureisen. Und das tat er dann auch von jetzt auf sofort durch einen kleinen Schlaganfall während einer Erkältung. Wenn man im Einklang mit seiner Seele ist und mit den Erfahrungen, die man sich für dieses Leben offensichtlich ausgesucht hat, dann wird der Tod leicht. Dann kann man gehen, wenn man spürt, jetzt reicht es. Wer gegen sein Leben kämpft, für den kann auch der Tod zum Kampf werden. So ähnlich hatte er mir das mal erklärt. *** Und sie lebt so, wie es ihr gefällt, jettet um die Welt zwischen dem amerikanischen und englischen Verlag hin und her und sagt von sich selbst, dass sie lieber in einem schönen Garten spazieren gehe, als sich Kleidungsstücke zu kaufen. Offenbar tut sie aber beides ganz gerne, da sie bei den zwei Gelegenheiten, zu denen ich ihr begegnet bin, immer sehr hübsch angezogen war. Das Leben ist zum Feiern da und um die Freude mit anderen zu teilen. Und da ist sie noch mitten drin. *** Konrad, der Verleger, lernte auch die 95 Jahre alte Ehefrau kennen. Sie sei genauso fit, meinte Konrad. Man würde sie für eine dynamische 70jährige halten, wenn man sie erlebt. Konrad, der ebenfalls gut trainiert und fit ist, ging außerdem joggen mit einem guten Freund und Geburtstagsparty-Gast: Einem 89 Jahre alten Mönch. Es war so eine Art greise Energiebündel-Party. Der Beste an dem 89 Jahre alten Mönch war, dass er vor 30 Jahren von den Ärzten für unheilbar und totkrank erklärt worden war. Zwei Wochen gab man ihm noch. „Na, wenn das so ist, dann kann ich ja essen und trinken, was ich will für die letzten zwei Wochen", dachte er sich. Sprachs und trank nur noch Bier und aß nur noch Tofu. Davon lebte er nun seit 30 Jahren und war überzeugt, das Geheimnis des Lebens entdeckt zu haben: Bier und Tofu. Jeder, der in sein Kloster kommt, wird versorgt mit gesundem Bier und gesundem Tofu. Da sieht man, welche Kraft unser Glaube hat. Während der Party gestand jener Mönch Konrad jedoch, dass auch für ihn langsam die Zeit gekommen sei. Er habe alles erlebt und erledigt, was er hatte erleben und erledigen wollen. So ganz allmählich wolle er abtreten. Er esse deshalb jetzt einmal pro Woche Fisch zum gesunden Bier und Tofu dazu, damit er schneller sterbe ... *** Als sie 92 Jahre alt war, hatte ihre Tochter sie ins Altersheim verfrachtet. „Aber das war ja furchtbar. Die waren alle so tüttelig dort." Berichtete sie. Und so war sie im Altern von 97 Jahren wieder ausgezogen aus dem Altersheim. Mit 105 lebte sie nach wie vor in ihrer eigenen Wohnung, die sie mit 97 mit Möbeln vom Sperrmüll möbliert hatte - Hauptsache selbstständig. *** Der Titel seines Buches: „Auch Sie können wieder jünger werden!" Er beschreibt darin, dass die letzten 30 Jahre (von 113 aus gerechnet) die fittesten seines Lebens gewesen seien und er führe das auf seinen Umstieg auf Rohkost zurück. ***
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