Ich schreibe gleich vorweg, ich schreibe hier nicht zum Thema von Lolas Kinder Wunsch.
Ich oute mich jetzt mal, ich hab hier nicht alles gelesen. Ich hab aber ne Meinung dazu, wie Kinder groß werden könnten.
Mein Eindruck ist, dass wir Menschen artfremd leben und unsere Kinder artfremd großziehen, mehr oder weniger. Ich kenne jetzt meine eigene Biografie und die von anderen Menschen ziemlich gut. Auch von meinen Eltern und anderen Verwandten weiß ich viel. Und ich finde da grausame Lebensumstände, die mit irgendwie zusammengekratzter Würde überlebt wurden. Ich kenne auch die Reaktionen in Selbsthilfegruppen, also von Privatpersonen auf solche Schilderungen und ich kenne die Reaktionen professioneller Helfer auf diese Berichte. Bücher zum Thema füllen Bibliotheken. Theorien gibts zum Abwinken. Mein Eindruck ist, wenn man an den gesunden Stellen in seinem Herzen mit seinem Herzen verbunden ist, fühlt man, was stimmt. Esoterischen Erklärungen diesbezüglich bin ich mehr als skeptisch, weil sie manche Grausamkeiten deckeln und die dazugehörigen Gefühle unberücksichtig zudecken.
Den Erklärungen und Theorien herkömmlicher Denkmodelle bin ich genauso skeptisch gegenüber (siehe nur S.Freud und sein erst Aufdecken von sexuellem Missbrauch und dann wieder zudecken und Verdrehen der Tatsachen)
Soviel die Theorie.
Mein Eindruck ist, die Wirklichkeit, die selbst erfahrene, ist in Teilen so schmerzhaft, dass man weder bei sich hinguckt, was man überlebt hat noch bei anderen Mitgefühl behält, wenn die ihre Geschichte erzählen. So bleibt mancher Kummer eingekesselt, wie vergraben. Und die nicht ausgedrückten Gefühle schwirren einem um die Ohren, ohne das man das selber merkt. Wie bei nem undichten Deckel, wo der Wasserdampf beim Kochen hochkommt, kommen diese ganz oft unbeabsichtig mit hoch, sowie sich so ein Mensch bewegt, sprich wegen irgendetwas innerlich bewegt-berührt ist.
Bücher zum Thema sind
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Gespräche mit Gott"
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Der Fremde in uns" von Arno Gruen (und alle seine anderen Bücher)
von Schmittbauer gibt es eins, dessen Titel mit entfallen ist, es geht darum, wie ein zuerst komplettes "ich" kindlicher Ausführung zertrümmert wird durch schlimme Erfahrungen
Jörg Starkmuth geht auch gut auf dieses Thema ein "
Die Entstehung der Realität"
und ....(gucke ich gleich nach)
Wenn man beginnt, sich seinen Schmerzen zu stellen, sieht man zuerst nur die eigene Verletzung: DAS war schlimm, ICH wurde verletzt, nur MIR geht es so schlecht. Es dauert, bis man begreift, auch die Verletzer haben es schlimm getroffen, und es gibt andere Menschen, denen ähnliches geschieht geschehen ist, manchen nicht ganz so schlimmes, anderen noch viel viel schlimmeres.
Grausamkeiten passieren jetzt in dieser Sekunde. Wärend ich hier gemüdlich an meinem Rechner sitze, verhungern und verdursten grade Menschen, sterben an von anderen verursachten Krankheiten oder werden gequält. Jetzt. Genauso wie an anderer Stelle grade sich andere Menschen des Lebens freuen, vielleicht grade Liebe miteinander machen (es ist WOCHENENDE) oder zusammen lachen oder es sich anders gut gehen lassen.
Ich finde, es ist ein Wunder, was manche Menschen überleben. Und immer entdecke ich da einen Moment, wo sie geliebt wurden ganz und gar, komplett, sozusagen ohne Einschränkung ganz wie sie sind, was andere mit ähnlichen Erlebnissen nicht erlebten, die dann an den gleichen Lebensumständen zerbrechen. Nichtsdesto trotz entdecke ich in so vielen Lebensgeschichten Lebensumstände, die aus welchem Grund auch immer sich auf Kinder grausam auswirken. Und so ein Mensch hat sich dann selber um das Ausheilen von sowas zu kümmern. Und erlebt dann weitere Grausamkeiten, ganz ganz oft.
Kompetente Hilfe gibt es wenige, so mein Eindruck. Das meiste ist Gerede, haltlos dusselige weltfremde Therorie und erstaunlich gleichgültige Einfühlungsverweigerung. Klar trifft man auf Grund erlebtem Kummers falsche Entscheidungen, oder vielmehr Entscheidungen, die einmal greiften, sich dann aber später als Fallstricke erweisen. Und, genauso klar, ist, darum, um fehlerhaftes Verhalten und andere Fehleinschätzungen hat man sich selber zu kümmern.
Ich bezweifle, dass sich das hier viele durchlesen. Ich bezweifle auch, dass viele Menschen wirkliche Wachstumsschritte kennen oder sogar selbst erlebt haben. Ich persönlich denke, dass es sowas wie Gott gibt. Spiritualität und die Kräfte da drumrum, das gibt es. Was dazu geschrieben ist und dazu drum erzählt wird, halte ich in großen Teilen für verkehrt, weil auf eigenen Denkfehlern fußend. Ich persönlich kenne Wachstum und auch Scheitern von Wachstumsbemühungen, von mir selbst wie von anderen Menschen.
Manchmal braucht es eine Hand, die einem gereicht wird, ein offenes einem zugewandtem Herzen. Und das Erkennen, dass man das grade kriegte. Oder gegeben hat.
Ich denke, dass wir uns als Spezies dahin bewegen, zu mehr authentischer Offenheit und Herzlichkeit. Und auf diesem Wege machen wir sehr viele Fehler. Die mit sehr viel Getöse verteidigt werden. Wie Menschen eben so sind, im Guten wie im Gegenteil.
Mein Eindruck ist, Kinder brauchen viel mehr Körperkontakt und Nähe in den ersten Lebensjahren, wie wir alle bekommen haben. Die wegen dieser fehlenden Nähe entstandenen Deformationen, UNSERE Deformationen sind so stark und groß, dass man das nur mit Abspaltung und Verdrängung der ganzen unausgedrückten Schmerzen und andere Gefühle aushält. Danach sieht man die Welt verzerrt. In Ausschnitten. Und drumrum baut man sich Weltbilder.
siehe, jetzt hab ich nachgeguckt:
Auf der Suche nach dem Glück von Jean Liedloff
Sie beschreibt, wie sich Menschen entwickeln, die diese Nähe kriegten. Wie stark Menschen werden können, wenn sie ganz früh ganz lange Nähe bekommen. Wenn man neueste Gehirnforschung dazu nimmt, sacht die das Gleiche. Kleine Kinderhirne brauchen Pflege, nämlich Nähe und Geborgenheit. Gerald Hüther hat dazu ja auch was geschrieben: "
Wie aus Kindern glückliche Erwachsene werden"
Ich denke, was uns weiter bringt, ist ehrlich so gemeintes Mitgefühl. Einmal das zu empfinden für jemanden. Zum anderen auch zu kapieren, WENN man es bekommt. Und beides ist nicht ohne (sprich in Teilen schwierig) Meinem Eindruck nach scheint sich langsam was genau in diese Richtung hin zu bewegen. Da kann man nur mitmachen und hoffen, dass man sowohl wie genug gibt wie auch genug nimmt.
in diesem Sinne ein schönes Wochenende
wünscht Tinchen

meine Güte, ich hab nen Roman geschrieben, äh menno