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 Betreff des Beitrags: Peinliche Geschenke
BeitragVerfasst: So Jan 15, 2012 11:54 am 
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Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Hallo Hopperinnen.

Heute Morgen kommen immer wieder Erinnerungen an Geschenke hoch, mit denen mich meine Eltern, insbesondere meine Mutter, blamiert und zum Außenseiter gemacht haben.

Meine Eltern führten ja als Zugezogene eine sehr bonziges Leben als Apotheker und machten aus ihrem Erfolg, der auf Kosten der Dorfbewohner entstanden ist, keinen Hehl. Da wir in einer katholischen Gegend lebten (wir sind evangelisch) fand dort die Kommunion statt. Meine Eltern kauften für zig Kommunionkinder im Ort Geschenke, für die ich dann in der Schule Prügel bekam, weil die Geschenke billig und unpassend waren.

Später war ich eine Zeit lang auf einem Mädchengymnasium, dort war es in der Weihnachtszeit üblich, zu "wichteln": Die Namen aller Schülerinnen wurden auf kleine Zettel geschrieben und in einen Lostopf geworfen. Man zog einen Zettel und beschenkte das Mädchen, das man gezogen hat, heimlich.

Wir hatten eine Apotheke mit Drogerie und ich wollte gerne eine hübsche Seife schenken oder eine Körperlotion. Aber meine Eltern lästerten über diesen dämlichen Brauch, das sei ja alle so teuer und ich dürfe nichts aus der Drogerie nehmen.
Meine Mutter meinte dann, sie würde mir was einpacken, aus der Apotheke. Etwas, das nicht so teuer sei.

Am nächsten Morgen, dem Wichteltag, gab sie mir ein verpacktes GEschenk mit dem Hinweis: "Da ist eine schöne Single-Platte drin" (damals gab es noch keine CDs). Ich vertraute darauf - und wurde zum Gespött der Schule.

Es war tatsächlich eine Single. Ein Werbegeschenk, mit dem Stempel unserer Apotheke drauf, so dass jeder wusste: Die Single, die Melanie (so hieß das Mädchen)gewichtelt bekam, konnte nur von mir kommen.

Was auf der Single war? Schwangerschafts-Atemübungen.

Ich wurde über Wochen gehänselt und gemobbt. Die geizige Bonzentussi. Gibt nicht mal fünf Mark zum Wichteln übrig.

Und bis heute macht mir meine Mutter schreckliche Geschenke, die ich regelmäßig direkt im Müll entsorge, weil sie nicht mal drauf hört, dass ich von ihr gar nichts haben will. Billige Parfüms, die nach Klebstoff riechen und gar nicht mein GEschmack sind (ich würde nie jemandem Parfüm schenken, wenn ich dessen Geschmack nicht kenne), Deko-Plunder aus dem 1-Euro-Laden (ich mag keine Deko) oder irgendwelche Bücher, für deren Thema ich mich null interessiere. Oder Modeschmuck!!!! Ein Graus für mich!

Warum habe ich so ein übles Geschenke-Thema in meinem Leben?


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 Betreff des Beitrags: Re: Peinliche Geschenke
BeitragVerfasst: So Jan 15, 2012 2:16 pm 
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Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Ich möchte hinzufügen, dass sich das Geschenkethema auch auf Beziehungen ausdehnt: Mein Exmann hat mir nur Gebrauchtes geschenkt oder Dinge, die es kostenlos irgendwo gab, wie beispielsweise ein Gutschein für ein Probetraining im Fitnessstudio (die Gutscheine lagen überall aus).

Dann war ich mal mit einem Mann liiert, der mir zu Weihnachten (ich hatte aber eine Woche vorher Schluss gemacht) eine teure Küchenmaschine, die ich mir schon Jahre gewünscht hatte, schenkte. Zu Geburtstagen bekam ich von ihm gar nichts (doch, einmal eine Luftpumpe fürs Fahrrad, niemals Blumen), weil er der Meinung war, dass Geburtstage unwichtig sind. Ich muss hinzufügen, dass ich für diesen Mann eineinhalb Jahre lang ziemlich viel gemacht habe: Seine Kunden betreut und mit meinem Auto, mit meinem Sprit in der Gegend herumkutschiert, freie Tage geopfert, um für sein Geschäft da zu sein, Schriftkram erledigt, die Webseite komplett überarbeitet und getextet, Produktfotos angefertigt, drei neue große Kunden akquiriert, geputzt, gekocht, seine Hunde betreut und zum Tierarzt gefahren und ich habe mir die Beleidigungen seiner Mutter gefallen lassen. Und er stellte mich manchen Leuten als "meine polnische Putzfrau vor." Und in der Endphase sagte er während dem Sex, dass meine Cellulite alles andere als ästhetisch sei. Ich trennte mich, dann kam Weihnachten, er überreichte mir die Küchenmaschine und ich nahm diese an, unter der Bedingung, dass er keine Forderungen stelle. Nein, er versicherte mir, dass er mir die Maschine schenken wolle, um mir eine Freude zu machen, weil ich so viel für ihn getan hätte. Als Wiedergutmachung und als Honorierung für meine viele Arbeit (die ich ja kostenlos und auf eigene Kosten erledigte). Ich bedankte mich, nahm das Gerät und ging.
Am nächsten Tag rief er mich an und meinte, dass ihn mein Verhalten sehr verwundert hätte: Ich wisse ja, wie teuer diese Maschine sei und ich hätte sie so einfach genommen. Er hätte damit gerechnet, dass ich sage: "Oh, so ein teures Geschenk kann ich nicht annehmen." Er sei enttäuscht über meine Reaktion und ich sei in seinen Augen sehr berechnend.

Den Kontakt habe ich abgebrochen. Die Maschine habe ich behalten.

Warum habe ich so eine Beziehung, so ein Geschenkedrama in mein Leben gezogen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Peinliche Geschenke
BeitragVerfasst: So Jan 15, 2012 3:21 pm 
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Registriert: Di Jul 26, 2011 5:44 pm
Beiträge: 321
ich nehme meinen anteil der teure geschenke verschlampt oder gar nicht richtig wertgeschätzt hat in mein herz.
es tut mir aufrichtig leid.
bitte verzeihe mir
ich liebe dich
danke


liebe steffi,ich selber habe in meiner vergangenheit schon einige wertvolle geschenke einfach verloren,zum beispiel einen ring für 2000 schweizer franken,collier für das gleiche geld .auch durch meine umzüge habe ich das eine oder andere sehr sehr wertvolle möbelstück einfach da gelassen weil es nicht in mein neues ambiente passte. :oops
nicht zu schweigen von meinen eigenen bildern die ich einfach so verschenkt habe ohne an ihren wert zu denken :? ,oder teure mäntel die ich einfach da lies in einem hotel weil sie durch anderen einkauf nicht mehr in meine koffer passten :oops:(da floss das geld noch richtig fett :oops: )

ja,heute ist das schon lange nicht mehr so.puhhh.ich bin sehr viel achtsamer geworden.
aber old story will mich halt nochmal ermahnen für was ich heute wohl eher dankbar gewesen wäre .

es tut mir sehr sehr leid.amen.ich will noch mehr meine geschenke und sachen wertschätzen. :cry:

(ich weine heute noch meinem mantel nach)


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 Betreff des Beitrags: Re: Peinliche Geschenke
BeitragVerfasst: Mi Jan 18, 2012 6:58 pm 
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Registriert: Fr Dez 16, 2011 9:07 am
Beiträge: 241
Ich kenne das Thema aus meiner eigenen Geschichte. Ein Mann, der höchst ungern Geschenke macht, selber gerne welche entgegen nimmt ohne Danke zu sagen.
Eine Mutter, die in irgendeinem Secondhandverkauf für 1 oder 2 Euro ein Buch kauft und das als Weihnachtsgeschenk deklariert.

Sie sagte mal über mich, dass ich mich "ja über jeden Scheiß freuen würde" (Zitat Ende) ((Eine Mutter, die auch in Fäkaliensprache spricht, obwohl sie sich selber zu den "oberen Zehntausen" zählt).

Warum hätte /habe ich so ein Geschenke - Thema in meinem Leben?
Weil ich meine froh sein zu können, wenn ich überhaupt etwas geschenkt bekomme. Immer schön freundlich bleiben, niemandem auf den Schlips treten, die anderen könnten ja beleidigt sein. Immer schön den Ball flach halten, damit die anderen sich nicht schlecht fühlen. Wie es mir dabei geht, ist letztrangig.

Es tut mir Leid, dass ich mich als so gering erachte. Es tut mir Leid, dass ich es nicht wert bin, dass man mir etwas Schönes schenkt. Es tut mir Leid, dass ich nicht glaube, dass ich es wert bin, etwas Wert-Volles, etwas Gehalt- Volles (oh, da kommt das Gehalt auch drin vor!) zu bekommen. Es tut mir so unendlich Leid. Amen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Peinliche Geschenke
BeitragVerfasst: Mi Jan 18, 2012 7:21 pm 
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Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Ich stolpere immer wieder über die Redewendung "es tut mir Leid", was hier immer wieder auftaucht.

Wenn einem etwas Leid tut - dann tut dies einem Leid an. Und wenn Sonne schreibt: Es tut mir unendlich Leid...dann hört dieses Leid wohl niemals auf?

Dann tut ihr unendlich lange etwas Leid an?

Das ist eine erschreckende Vorstellung. Ich als Sonne verwende deshalb immer wieder die Begrifflichkeit "es tut mir Leid", weil ich zwar damit eigentlich etwas heilen möchte, aber ich merke nicht, dass ich mir mit dieser Formulierung energetisch betrachtet Leid zufügen kann. Ich will eigentlich heilen - und blockiere mich, in dem ich sage: Es tut mir Leid (an). Heilung verknüpfe ich mit Leid/Leiden?! Was für ein Widerspruch.

Vielleicht könnte ich als Sonne neue Wege beschreiten und statt dem "Leid tun" Formulierungen wie "heilen" oder "heil werden" verwenden. Oder statt "es tut mir Leid" könnte man auch "Ich habe Nachsicht mit mir" anwenden. Dieses Leid im Leben - das lege ich als Sonne hiermit ab, denn ich habe genug davon.

Ich verzeihe mir, dass ich auch in meinen Formulieren in meinen Heilungsprozessen so viel Leid verwendet habe. Ich habe Nachsicht mit mir, dass ich noch so in meinen leid-vollen Mustern verstrickt bin. Ich löse sie nach und nach auf, Schritt für Schritt. Und wende mich als Sonne der Sonne des Lebens zu. Ich liebe mich und verzeihe mir, dass ich schlecht mit mir umgehe. Ich liebe Dich. Danke. Amen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Peinliche Geschenke
BeitragVerfasst: Mi Jan 18, 2012 7:33 pm 
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Registriert: Fr Dez 16, 2011 9:07 am
Beiträge: 241
Oh Gott, Du hast so Recht, Steffi!!!
Also - es tut mir schon Leid, dass es so gewesen ist. Doch mit dem Wort "Leid" bekräftige ich das wohl nur. Wie gut, dass wir darüber gesprochen haben^^. Scherz beiseite, Danke, dass Dir das aufgefallen ist.

Ich habe allerdings immer meine Schwierigkeiten mit der Formulierung "ich verzeihe mir" oder "ich übe Nachsicht". Vielleicht weil nie jemand mit mir Nachsicht geübt hat, oder weil ich nie Verzeihung erfahren habe? Und wenn ich sage "nie", dann meine ich das auch so. Für meinen Vater bspw. war alles so schlimm, dass er mir tatsächlich nie verziehen hat.

Ich akzeptiere meine Blockaden, die ich immer noch mit gewissen Formulierungen habe. Ich nehme meine Blockaden an, als das, was sie sind. Momentane Blockaden. ( Mir geht es so wie Dir mit dem Wort "Liebe". Sollte ich mit dem Wort "Vergebung" arbeiten? )

Ich nehme alle meine verletzten Teile in mir in mein Herz. Vergebung und Frieden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Peinliche Geschenke
BeitragVerfasst: Mi Jan 18, 2012 7:35 pm 
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Registriert: Mo Apr 19, 2010 10:22 am
Beiträge: 667
ich akzeptiere, dass ich als steffi, blind dafür bin, dass die formulierung "es tut mir leid" ein teil des hoppens ist mit dem ausgedrückt wird "es tut mir leid, dass du dies so erleben musstest..." es tut mir leid, dass mir vielleicht genau da ein blinder fleck einen strich durch die rechnung macht und verhindert, dass es mir leid tut was ich alles ertragen musste. es tut mir leid, dass sich hier unbewußt ein teil von mir mal wieder gegen mitgefühl mit mir selbst wehrt.
danke

_________________
freedom comes, when you learn to let go.
creation comes, when you learn to say no...


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 Betreff des Beitrags: Re: Peinliche Geschenke
BeitragVerfasst: Mi Jan 18, 2012 7:45 pm 
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Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Hm, der Einwand verwirrt mich. "Es tut mir Leid" verbinde ich mit Leiden, leidvoll, sich Leid antun. "Du tust mir Leid" = Du fügst mir Leid zu...wortenergetisch betrachtet ist "Es tut mir Leid" in meinen Augen nicht sehr konstruktiv.

Ich habe genug Leid gesehen und ertragen, ich habe mir selbst genug Leid zugefügt mit meinen Verhaltensmustern und Glaubenssätzen. Die leidvollen Erfahrungen...von denen habe ich jetzt genug. Ich bin es leid zu leiden.

Ich nehme es in mein Herz, dass ich nicht mehr leiden will und alles, was die Buchstabenfolge L E I D beinhaltet, schreckt mich ab. Vielleicht blockiere ich mit diesem Abschrecken und Wegspringen einen Heilungsprozess. Vielleicht löse ich damit aber Blockaden und Muster. Ich werde mich diesem Thema aufmerksam widmen. Ich vergebe mir und habe Nachsicht mit meinen Empfindungen und Reaktionen auf manche Begrifflichkeiten. Ich verzeihe mir meinen eventuell vorhandenen blinden Fleck. Liebe (*zitter*) und Frieden. Danke. Amen.


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