[quote="whis"]Huhu zusammen,
ich bin auch mal wieder hier, und ich kämpfe mal wieder an mehreren Fronten. Eine davon ist (mal wieder) meine Beziehung:
Ich habe ganz stark den Eindruck, dass mein Partner nicht mit seinem schlechten Gewissen fertig wird (oder aber ich verstehe ihn halt nicht, aber das könnt ihr mir ruhig sagen, falls das so sein sollte). Er ist Pendler, wir sehen uns nur am Wochenende, manchmal nur einen Tag. Weil: Er hat jeden Sonntag seine Kinder zum Essen bei sich. Die sind 20 und 23 Jahre alt, kommen aber nie alleine, sondern bringen immer ihre Schatzis mit (die das merkwürdigerweise mitmachen) oder, falls die nicht können, Freunde oder Freundinnen.
ich liebe meine eifersucht... ich liebe meinen neid... Wir sind nicht verheiratet, leben nicht einmal zusammen, und ich bin auch nicht der Grund für seine Scheidung - als wir uns kennen gelernt hatten, waren wir beide bereits geschieden.
Bevor er Pendler wurde, hatte er einen Job an seinem Wohnort, und da hatte er seine Kids jeden Mittwoch und alle 2 Wochen das komplette WE. Jetzt, wie gesagt, hat er sie jeden Sonntag zum Essen bei sich. Wir sehen uns dann meist nicht, weil ich mich da fern halte. Mir gehen die immer gleichen Gespräche auf den Zeiger - es geht immer um die Kinder, um Abi und Studium, um Reisen, um Geld, um Wohlstand, das nervt. Ich hab meine Kinder am Existenzminimum großgezogen, beide waren tolle Schüler und haben auch Abi und mittlerweile tolle Jobs und - stehen auf eigenen Füßen *stolzbin*
ich liebe den teil in mir, der denkt: nur wenn man es schwer hat, hat man das recht sich gedanken zu machen.... ich liebe den teil, der arrogant auf andere hinunterschaut und denkt: leistet erstaml was ICH leisten musste...Ich merke schon, das wird verwirrend, deshalb zum Knackpunkt:
ich liebe den teil in mir, der sich vor lauter frustration verzettelt...
Er kommt mir manchmal vor, als hätte er Angst, seinen Kindern irgendwas anzutun, wenn er mal nach SEINEN Bedürfnissen geht. Er steht ständig in Hab-Acht-Stellung, und wenn die "Kleinen" mal sonntags nicht "können", sucht er mit ihnen nach Ausweichterminen.
ich liebe den teil, der sich lieber mit seinen beweggründen beschäftigt, als zu sagen was ich möchte... Ich muss dann natürlich "verstehen" und "akzeptieren", und ich komme auch erst dran, wenn die Kinder dran waren. Sein Argument: Die wollen das so. Was will ich? Und was will ER??? Das scheint nicht zu zählen.
ich liebe den teil in mir, der glaubt es muss immer erst noch dies oder das und dann erst darf ich was schönes haben...Ich würde sogar so weit gehen, dass ich seinen Unwillen, eine gemeinsame Wohnung zu beziehen, auf seine "Affenliebe" schiebe. Ich hatte jahrelang unter den Launen seines Sohnes zu leiden und in dieser Sache von meinem Partner null Rückendeckung.
ich liebe den teil, der glaubt es zu verdienen jahrelang schlecht behandelt zu werden...Aber: Von mir erwartete er, dass meine Kinder hinten an standen (als sie noch daheim wohnten), wenn er was mit mir vor hat (Wochenendtrips oder so).
ich liebe den teil in mir, der es gewohnt ist reflektioslos erwartungen zu erfüllen...Das geht mir mittlerweile so auf den Nerv, dass ich die ganze Beziehung und sogar meine Gefühle für ihn in Frage stelle.
Was kann ich tun, was kann ich hoppen?
Warum habe ich einen Mann angezogen, der seine Kinder über alles (inkl. mir) stellt?wenn ich der mann wäre, warum würde ich so handeln?
-weil meine partnerin ständig fordert und ich mich an dieser stelle wiedersetzen kann...
-weil ich denke, ich schulde meinen kindern etwas...
-weil ich diese treffen mit meinen kindern so genieße und es mich nervt zu wissen, dass meine partnerin das nicht tut...
würde ich meiner partnerin bei ihren problemen mit ihrer familie nicht helfen, dann weil...
-ich den eindruck habe sie ist so stark, sie braucht keine hilfe
-sie sowieso macht was sie will und meine ratschläge abtut und ich mich dann ungesehen und schlecht fühle...
-ich genug mit mir zu tun habe und meiner familie und ihren ballast nicht auch noch will...