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 Betreff des Beitrags: Negativer Glaubenssatz
BeitragVerfasst: Di Jan 17, 2012 4:07 pm 
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Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Hallo Hoppers.

Ich mache mir viele Gedanken über das immer wieder kehrende Finanz- und Beziehungsthema in meinem Leben und habe heute Folgendes festgestellt: Ich hatte in allen Beziehungen einen merkwürdigen Glaubenssatz im Ohr.

Und zwar kosteten mich all meine Beziehungen extrem viel Kraft und Nerven. Und immer war es der Fall, dass meine beruflichen Fähigkeiten recht schnell abgegriffen wurden - kostenlos versteht sich.
Obwohl ich merkte, dass mich die Projekte des Partners von meiner Arbeit ablenken und mir nichts einbringen, habe ich alles brav abgewickelt. Broschüren getextet, Websiten umprogrammiert, Produktfotos gemacht, Kunden akquiriert, Presseberichte verfasst - alles kostenlos, aber in sehr umfangreichen Dimensionen, so dass ich Tage lang nur mit diesen Projekten beschäftigt war. Zwar merkte ich das und hatte sehr schlechte Gefühle dabei, aber immer sagte ich mir: "Ich muss eben in die Beziehung investieren. Ich muss meinen Anteil dazu beitragen, dass wir eine gute Beziehung haben."
Sprich: Der andere soll wachsen, ich soll dahindarben - dann ist das okay.

Es war auch stets so, dass ich finanziell investierte: Mein Ex-Verlobter besaß zum Beispiel kein einziges Unterhemd, als wir uns kennenlernten und war immer erkältet und krank. Was tat ich? Ich kaufte ihm ein Dutzen Unterhemden, damit er es auch schön warm hat und schön gesund bleibt...

Ich kaufte für diverse Partner neues Büro-Zubehör, Kosmetik, Medikamente und sogar Blumen - immer mit dem Gedanken: "Ich muss eben in die Beziehung investieren."

Ich weiß heute, dass das natürlich ein ziemlich beknackter Gedanke ist. Aber warum habe ich ihn so vehement verfolgt?

Ich bedanke mich fürs Mithoppen.

Liebe Grüße.


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 Betreff des Beitrags: Re: Negativer Glaubenssatz
BeitragVerfasst: Di Jan 17, 2012 8:43 pm 
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Moderator
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Registriert: Mo Apr 19, 2010 10:22 am
Beiträge: 667
Glückssteffi hat geschrieben:
Obwohl ich merkte, dass mich die Projekte des Partners von meiner Arbeit ablenken und mir nichts einbringen, habe ich alles brav abgewickelt.
ich liebe den teil in mir, der immernoch das brave mädchen sein will, das alles erfüllt, was es SOLL. es tut mir leid. bitte verzeih mir, ich liebe dich, danke.


so dass ich Tage lang nur mit diesen Projekten beschäftigt war. Zwar merkte ich das und hatte sehr schlechte Gefühle dabei, aber immer sagte ich mir: "Ich muss eben in die Beziehung investieren. Ich muss meinen Anteil dazu beitragen, dass wir eine gute Beziehung haben."
ich liebe den teil in mir, der aus meiner beziehung zu meinen eltern gelernt hat, dass in beziehungen das wohl der anderen vorgeht und es normal ist, dass ich mich dabei unwohl fühle. es tut mir leid, ich liebe mich trotzdem.




Es war auch stets so, dass ich finanziell investierte: Mein Ex-Verlobter besaß zum Beispiel kein einziges Unterhemd, als wir uns kennenlernten und war immer erkältet und krank. Was tat ich? Ich kaufte ihm ein Dutzen Unterhemden, damit er es auch schön warm hat und schön gesund bleibt...

ich liebe den teil in mir, der die verantwortung für das wohlergehen des anderen übernimmt, weil er meint es wird von ihm so erwartet. es tut mir leid. ich liebe mich trotzdem. danke

"Ich muss eben in die Beziehung investieren."
ich liebe den teil in mir, der zwanghaft etwas TUN MUSS ohne sich mal zu fragen: WILL ich all das investieren, oder wieviel will ich investieren, oder was soll der andere in die beziehung investieren? ich liebe den teil, der überhaupt nicht auf die idee kommt es könnte anders laufen. es tut mir leid.
Ich weiß heute, dass das natürlich ein ziemlich beknackter Gedanke ist. Aber warum habe ich ihn so vehement verfolgt?
ich liebe den teil in mir, der statt voller mitgefühl zu schauen, wie ich zu diesem verhalten (das ja für mich logisch und wichtig war) kam, mich abwertet als jemanden mit ziemlich beknackten gedanken. es tut mir leid, dass ich immer wieder in alte muster falle mich abzuwerten und es nicht bemerke.
ich liebe mich trotzdem. danke.
Ich bedanke mich fürs Mithoppen.

Liebe Grüße.

_________________
freedom comes, when you learn to let go.
creation comes, when you learn to say no...


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 Betreff des Beitrags: Re: Negativer Glaubenssatz
BeitragVerfasst: Mi Jan 18, 2012 8:31 am 
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Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Hi Jenni, klasse gehoppt! 1000 Dank!

Mir ist noch was in den Sinn gekommen: Ich bin ja gerade dabei, diese Erfolgsblockade, die einen fetten Platz in mir hat, aufzulösen. Mir ist aufgefallen, dass ich Beziehungen dazu benutzt habe, mich zu blockieren. Sobald ich einen Partner hatte, habe ich mich ausschließlich um ihn, dessen Wohl und das Wohl seiner Firma oder seines Arbeitsplatzes oder seines Vereins gekümmert.

Mein Ex-Verlobter war 2010 für die Organisation eines Oktoberfests seines Vereins zuständig. Ich habe die Flyer, Plakate und Eintrittskarten entworfen und mit der Druckerei rumverhandelt, die PR-Texte lanciert, eine Ticketverlosung angezettelt und diese Veranstaltung gepushed ohne Ende. Ich war zwei Wochen permanent beschäftigt - ohne Lohn und Brot. Und dabei sind all meine eigene Sachen und Aufträge auf der Strecke geblieben. Die Lorbeeren hat übrigens mein Ex einkassiert und er ließ sich rühmlich für "seine" Kampagne feiern - auch von seinen vielen Affärchen, während ich im Büro saß und ackerte. Wir haben keine Minute gemeinsam an den Festvorbereitungen gearbeitet, fällt mir gerade auf... Autsch!!! So hab ich das gewollt...

Ich erkenne an, dass ich eine selbst erschaffene Erfolgsblockade habe und dafür Partnerschaften benutze, um eine Erklärung und ein ausführendes Element zu haben. Ich verzeihe mir, dass ich andere Menschen dazu benutze, um nicht erfolgreich und unabhängig und finanziell frei zu sein. Ich nehme den Anteil in mein Herz, der sich nicht traut und zu-traut, erfolgreich und unabhängig zu sein und der sich deshalb destruktive Muster sucht, denn sie sind eine Art Komfortzone für mich. Ich liebe mich. Danke.


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 Betreff des Beitrags: Re: Negativer Glaubenssatz
BeitragVerfasst: Mi Jan 18, 2012 10:27 am 
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Registriert: Fr Dez 16, 2011 9:07 am
Beiträge: 241
Wenn ich mir diese Situation in mein Leben ziehe, dass ich für andere immer da bin, dass sie mich emotional und finanziell ausziehen können, dann würde ich das tun, weil ich meinen Glaubenssatz in mir trage, dass ich etwas dafür leisten muss, dass ich überhaupt existieren darf.

Es tut mir Leid, dass ich mir mein Leben und mein Glück, was ja dann doch nicht kommt, so hart erarbeiten muss, letztendlich ohne den gewünschten Erfolg.
Ich arbeite nach dem Motto, bitte habe mich doch lieb, schau, was ich alles für dich tue. Ich versorge dich gut, ich bin eine gute Partnerin, ich strenge mich doch an, bitte hab mich doch lieb. Was muss ich denn noch alles tun, damit ich geliebt werde???
Ich nehme diese verletzte Kleine an und in mein Herz und gebe ihr meine ganze Liebe. Ich sage ihr, dass sie nicht länger um die Liebe kämpfen muss. Ich liebe sie bedingungslos. Es tut mir so Leid, dass ich mein Leben lang in dem Glauben verbracht habe, ich muss mir Liebe verdienen und alles gut machen. Alles wieder gut machen? Auch die Geschichte(n) meiner Eltern wieder gut machen. Schau her, ich bin nicht so wie meine Eltern, ich mache es doch richtig gut.


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 Betreff des Beitrags: Re: Negativer Glaubenssatz
BeitragVerfasst: Mi Jan 18, 2012 11:25 am 
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Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Danke Sonne.

Du hast da noch eine Schicht gelöst:

Mir kommt spontan in den Sinn: "Liebe erkaufen. Liebe ver-dienen." Ich soll mir Anerkennung und Respekt und Liebe damit verdienen, dass ich schufte und ackere und selbst mein letztes Hemd hergebe (was für ein Wortspiel), um dem anderen warme Hemden zu kaufen...

Oh Mann...das hatte ich doch alles schon mal, vor Jahren, als Kind...

Und mir ist auch aufgefallen, welche Worte ich in diesem Thread benutze:

Beziehungen kosten mich Kraft
Ich investiere
ohne Lohn und Brot
kostenlos
es bringt mir nichts ein....

Alles auch Begriffe, die ich mit dem Geldmangelthema verbinde.

Ich investiere - und es kommt nichts dabei raus. Wenn ich das bei Beziehungen so vehement verfolge, dieses Muster...warum soll es geschäftlich anders laufen...

Große Erkenntnis!

Danke!

Ich nehme es in mein Herz, dass ich gedacht habe, viel leisten zu müssen, um nichts zu bekommen. Dieses Ungleichgewicht habe ich gelernt, es ist mir in Fleisch und Blut übergegangen: "Tue viel und erhalte nichts - so ist das Leben."
Und wenn ich aufbegehre, werde ich sofort verurteilt und ich lasse es zu, weil ich diese Menschen in mein Leben lasse.

Ich verzeihe mir, dass ich in diesem Ungleichgewicht gelebt habe und leben wollte. Ich sorge jetzt für Ausgleich auf vielen Ebenen und bedanke mich für alles, was ich lernen darf. Ich liebe mich und ich liebe Dich, liebes Ungleichgewicht. Aber jetzt darfst Du gehen. Amen. danke. Liebe und Frieden im Herz.


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