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 Betreff des Beitrags: Mein Exmann
BeitragVerfasst: Di Jan 24, 2012 3:38 pm 
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Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Hallo Leutz.

Heute ist meine Seele in Bewegung und es kommt so viel hoch! Ich würde mit Euch gerne meinen Exmann hoppen.

Wir sind schon seit 2006 getrennt, seit 2007 geschieden. Unsere Ehe hielt grad mal drei Jahre und war für mich eine der schlimmsten Zeiten meines Lebens (ich hatte mehrere schlimmste Zeiten).

Ich ließ mich von meinem Exmann ziemlich demütigen. All meine Hobbys waren Mist (und ich gab sie natürlich auf), meine Freunde waren doof (die schickte ich fast alle in die Wüste bzw. brach den Kontakt ab, weil ich nicht wusste, wie ich ihnen mitteilen soll, dass sie im Haus meines damaligen Mannes nicht erwünscht sind), ich war sowieso doof und unordentlich, mein Job war mies, meine Haare blöd - alles an mir war nicht in Ordnung.
Ich zog im Sommer 2006 völlig entkräftet aus, nahm die gemeinsame Tochter mit (damals knapp 17 Monate alt) und mein Ex hielt uns noch die Tür auf mit dem Kommentar: "Endlich seid Ihr weg. Jetzt putze ich erst mal richtig, damit das Haus endlich mal sauber ist."

Es folgten vier Jahre Kampf um den Unterhalt, diverse Sorgerechtsanträge von ihm (die allesamt als unbegründet abgeschmettert wurden), eine Internet-Aktion gegen mich und vieles mehr. Auch ich habe ausgeteilt, das gebe ich zu.

Seit 2008 hat er eine neue Freundin und die beiden erwarten jetzt gemeinsamen Nachwuchs (ich möchte nicht in der Haut der Frau stecken...)

Und obwohl so viel Zeit ins Land gezogen ist, kann es mein Exmann nicht bleiben lassen, mir seine Missachtung zu zeigen. Unsere Tochter wurde letztes Jahr eingeschult, er und seine Partnerin (und deren Sohn aus ihrer ersten Ehe) waren eingeladen. Keine Zusage, keine Absage an mich, sondern eine Absage, die mir meine Tochter ausrichten musste: "Der Papa kommt nicht zu meiner Einschulung, weil er Dich nicht sehen will."
Bei den Umgangswochenenden (Übergabe immer auf einem Parkplatz im Nachbarort) grüßt er mich nicht. Kein Bitte, kein Danke, wenn er etwas für die Kleine braucht. Wenn ich ihm den Koffer der Kleinen gebe, fasst er mit Fingerspitzen hin, als würde er sich ekeln. Ferienregelung gibt es nicht - ich muss halt schauen, wie ich die Schulferienbetreuung hinkriege. Letzte Woche ließ er über seine Eltern ausrichten, dass meine Tochter ihre Skisachen mitbringen soll.
Ach ja, seine Freundin, die sichtbar schwanger ist, macht jetzt seit Neuestem die Übergabe, trägt den Koffer meiner Tochter herum und bringt die Kleine an meine Haustür. Will man mir damit weh tun, weil ich letztes Jahr eine Fehlgeburt hatte? Mir tut die Frau leid - sie ist immer freundlich und höflich zu mir, grüßt und lächelt. Ich mag sie. Demnächst zieht sie in das Haus meines Exmannes ein. Von meiner Tochter weiß ich, dass sie jetzt ihre beiden Katzen abgeben muss, denn "Papa mag keine Katzen im Haus." Bei mir war das auch so.

Die ganzen Jahre ist mir nicht aufgefallen, wie schäbig er mit mir umgeht, obwohl wir getrennt sind. Erst in den letzten 2 Wochen fällt mir das so richtig auf.

Wieso geht er noch so mies mit mir um???

Danke!


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 Betreff des Beitrags: Re: Mein Exmann
BeitragVerfasst: Mi Jan 25, 2012 12:41 pm 
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Registriert: Fr Dez 16, 2011 9:07 am
Beiträge: 241
Wenn ich Steffi wäre, würde mir mein Mann zeigen wollen, wie sehr er sich verletzt fühlt von mir, verlassen und verletzt.

Wenn ich Steffis Mann wäre, würde ich Steffi nicht zeigen wollen, wie sehr ich sie geliebt habe. Ich muss wie ein Schild meine Missachtung vor mir her tragen, weil meine Liebe so sehr verletzt wurde. Doch das wurde sie nicht von Steffi. Das fing schon viel früher an. So wie ich handelte und verurteilte, Haare, Wohnung, Freunde, alles was mit Steffi zusammenhing, habe ich so - unkritisch - übernommen. Meine Missachtung Steffi gegenüber muss die Schuld und die Verantwortung dafür tragen, dass ich es nicht geschafft habe, mich aus alten Verhaltensmustern zu lösen. Ja, dass ich sie noch nicht einmal erkannt habe, dass es Muster waren, die zu jemand anderem, Vater, Mutter, Großeltern, gehörten. Nun muss meine neue Partnerin herhalten. Ich habe mich noch nicht aus meinem Kokon gelöst und habe nicht dazu gelernt.
Wenn ich als Steffis Exmann ihr die Hand geben würde, mit ihr sprechen würde, mit ihr die Einschulung unserer gemeinsamen Tochter feiern würde, dann würde es mein Herz zerreißen vor Trauer um die verlorene Liebe. Es würde mich zerreißen, weil es kein Zurück mehr gäbe, gibt, es ist nichts wieder wie früher und das täte zu weh.

Es tut mir Leid, dass ich nicht in der Lage war, meine übernommen Wertevorstellungen zugunsten der Liebe über Bord zu werfen. Es tut mir auch Leid, dass ich meine Liebe nicht rückhaltlos gezeigt habe und dass ein Teil von mir sich auch für erlittenes Unrecht rächen wollte :oops: .
Es ist wie es ist. Ich akzeptiere die Situation. Ich liebe mich. Ich liebe mich. Ich liebe mich. Frieden soll jetzt in mein Herz ziehen. Amen.


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