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Wenn ich mir als Wünschefee eine Ausbildung ins Leben ziehe, die mir auf der einen Seite angeblich so viel Spaß macht, aber permanent Bedingungen an andere Leute stellt...dann muss ich mir die Frage stellen, ob ich überhaupt in diesem Beruf arbeiten will oder kann.
Wenn schon eine kleine Gruppe genügt, meinen Stressspiegel steigen zu lassen und für massives Unwohlsein in mir zu sorgen - was soll denn dann in einer großen Gruppe passieren? Permanent schaue ich mich um und suche die Auslöser und Gründe für mein andauerndes Unwohlsein. Mir passt dies nicht, mir passt das nicht. Die Welt hat sich meiner Befindlichkeit anzupassen - sonst kann ich nicht agieren. Aber wie weit bin ich bereit, mich mit dem Außen zu arrangieren? Wieso sollen sich alle immer so verhalten, wie ich es gerade brauche? Wieso kann ich mich nicht einfach in eine Gegenheit einfügen, einfach zum Spaß, weil es ein (Theater)Spiel ist, das obendrein noch pädagogischen Anspruch erhebt?
Ich will Theaterpädagogin werden, will anderen Menschen Sozialkompetenz vermitteln - und bin selbst nicht mal in der Lage, mich in eine kleine Gruppe einzufügen. Krasser Gegensatz. Und im Grunde ahne ich die Tiefe, die in diesem Konflikt steckt. Theater...das bedeutet Zusammenspiel, Dynamik, Teamwork - im besten Fall. Theater bedeutet aber auch Drama. Und ich habe mich fürs Drama entschieden und immer wieder klettere ich auf meine Dramabühne und spiele meine Opferrolle: "Ich bin so gut, so lieb. Und die anderen sind hässlich und gemein zu mir. Bitte bedauert mich"
Vielleicht bin ich gar nicht für den Beruf geschaffen, weil er mehr von mir abverlangt als ich zu geben bereit bin. Vielleicht ahne ich das und löse mir deshalb diese unguten Situationen aus - dann kann ich nämlich wieder sagen: "Die anderen sind schuld, dass es mir da nicht gefällt."
Noch kann ich nicht erkennen, dass dies meine Muster sind. Deshalb wird sich noch oft der Vorhang in meinem Leben öffnen und mir ein Schauspiel bescheren, in dem ich wie ein kleines, trotziges Kind auf der Bühne stehe und mit dem Beinchen auf die Bretter, die meine Welt bedeuten, stampfe. Und ich rufe bockig: "Wenn es nicht so läuft, wie ich das will, dann spiele ich nicht mehr mit! Bäh!"
Ich erkenne in mir das verletze, kleine Kind, das auf diese Art und Weise versucht, Aufmerksamkeit zu bekommen. Es fühlt sich wohl und geliebt, wenn es auf den Kopf getätschelt wird und man sagt: "Du bist lieb. Das hast Du fein gemacht." Meine Mutter hat das nie gemacht. Deshalb schaffe ich mir im Außen diese dramatischen Situationen in Form einer Theaterausbildung. Ich verzeihe mir meine Blindheit dem Thema, das sich mir bietet, gegenüber. Ich erkenne, dass andere Menschen sich nicht so verhalten, weil sie gemein zu mir sein wollen, sondern weil sie damit meiner Seele die chance geben, zu heilen. Amen. Danke. Ich liebe mich.
Ich als Glückssteffi ziehe mir einen Wunschfee-Thread in meinen Alltag, weil er mir meine eigene Entwicklung wiederspiegelt. ich hatte oft mit Menschen zu tun, die immer Opfer waren. Und ich fühlte mich selbst immer als Opfer. Meine Eltern haben alles falsch gemacht, meine Partner sind durch die Bank eingebildete, egoistische Bösewichte. Das war immer meine Meinung. DAs war bequem. Zu jammern und zu hadern - das ist komfortabel. Aber es hat sich nie was geändert in meinem Leben. Bis zu dem Moment, als ich es wagte, in meinen eigenen Seelenspiegel zu sehen und zu erkennen: "Oh, es ist Zeit, die Verantwortung für das, was Dir passiert, selbst zu übernehmen." Ein beschwerlicher, oft schmerzhafter Weg. Aber er hat sich gelohnt. Ich hoppe Wünschefees Problem mit sehr viel Liebe - denn all das, was sie erlebt, habe ich selbst erlebt. Ich weiß aber auch, dass weichgespülte Wahrheiten keine Wahrheiten sind. Ich spiegle ihr wieder, wie ich sie wahrnehme. Ihre Muster kommen mir bekannt vor. Deshalb habe ich tiefes Verständnis. Und eben weil ich dieses Verständnis habe, spreche ich aus, was ich fühle. Ich danke wünschefee, dass sie mir mit ihrer Situation gezeigt hat, dass ich das Stadium, in dem sie sich befindet, verlassen habe und gereift bin. Danke. Ich liebe mich. Amen.
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