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Wenn ich Jennis Zeilen lese, dann kommt in mir das Gefühl hoch, wie auf Entzug zu sein. Wenn ein Drogenabhängiger seine Droge nicht mehr bekommt, dann reagiert der Körper ähnlich, richtig? Doch eine Droge tut dem Menschen ja nicht gut, er glaubt nur, dass er das Suchtmittel bräuchte, aber eigentlich bringt es ihn langsam und leise um.
Ich als Jenni weiß, dass der neue Job wichtig ist für mich, die neue Wohnung ist wichtig, ich kann Altes hinter mir lassen, aber ich habe Angst, unendliche Angst, dass mir der Halt (das bisschen vermeintlicher Halt) wegbricht und ich ganz allein da stehe und es nicht schaffe. Ich sehe noch nicht, dass das für mich jetzt die Chance ist, ein gutes neues Leben anzufangen, es für mich so zu gestalten, wie ich es als Jenni gerne haben möchte. Ich bin der Bildhauer in meinem Leben. Bis jetzt hat die Droge noch meine Wahrnehmung vernebelt. Wenn ich mich jetzt treiben lasse, diese Schmerzen akzeptiere, auf den Wogen reiten, mich nicht mehr dagegen wehre, sondern mich mit dem Schmerz vereine (wie wenn ein Kind geboren wird), dann vergeht er.
Ich liebe mich mit meinen Ängsten und Unsicherheiten. Ich liebe meine ersten Schritte aus den Abhängigkeiten und ich vertraue darauf, dass alles gut wird.
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