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 Betreff des Beitrags: die seele mach nicht mit
BeitragVerfasst: Fr Jan 27, 2012 9:12 pm 
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Registriert: Mo Apr 19, 2010 10:22 am
Beiträge: 667
heute habe ich den neuen job zugesagt. erst fühlte sich das okay an, aber als ich zuhause war kam der große zusammenbruch. seit mittwoch schon fühle ich mich, als würde sich meine seele abspalten. als wäre ich wie unter schock, völlig neben mir. die dinge passieren und ich handle aber ich bin nicht richtig da. ganz schlimm. die dinge passieren irgendwie gegen meinen willen, auch wenn es das beste ist den job zu nehmen. und dann bekam ich einen fürchterlichen weinanfall und hatte ganz starke und schreckliche gefühle im magen. und als ich mich gerade etwas beruhigt hatte, da rief ein makler an dem ich gemailt hatte um einen besichtigungstermin zu machen.

ich habe das gefühl mein ganzes leben bricht zusammen und mit dem verlassen der arbeit(SKOLLEGEN) geht mein ganzer halt weg. ich könnte nur weinen und alles fühlt sich irgendwie unwirklich und dumpf an. ich kann schon die chance im neuen job sehen und auch in einer neuen wohnung, aber trotzdem weiß ich grade nicht mit meinen gefühlen umzugehen und ich habe das gefühl das bringt mich um.

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 Betreff des Beitrags: Re: die seele mach nicht mit
BeitragVerfasst: Fr Jan 27, 2012 10:38 pm 
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Registriert: Mi Mär 21, 2007 10:45 am
Beiträge: 230
Liebe Jennifer,
wenn es mir wie dir gehen würde, warum hätte ich mir diese Situation erschaffen? Mein Gefühl möchte heilen. Es möchte sich zeigen. Es möchte sein. Auch dieses Gefühl ist ein Teil von mir. Ich liebe dieses Gefühl, auch wenn es unangenehm ist. Es ist ein Teil von mir. Ich liebe diesen Teil. Ich liebe meine Angst. Ich liebe meine Angst, zu wachsen. Gefühle, die sich zeigen, wachsen, verwandeln sich, werden heil.

Warum verliebe ich mich in einen Mann, der gebunden ist? Ein Gefühl in mir möchte heilen. Der Mann wurde von mir ausgesucht. Es hätte auch ein anderer sein können. Es hat nichts mit diesem spezielöen Mann zu tun. Der Mann ist nur mein Entwicklungshelfer. Etwas in mir möchte sich entwickeln, und dieser Mann "hilft" mir dabei. Ich übernehme die Verantwortung, denn ein Teil in mir hat ihn sich ausgesucht. Ich liebe diesen Teil. Ich schenke diesem Teil meine Liebe.
Dieser Teil trägt einen Schatz in sich. Wenn dieser Schatz sich zeigt, wird jede Resonanz in mir zu diesem (oder einem anderen) Mann erloschen sein. Ich liebe den Teil in mir, der sich diesen Mann ausgesucht hat. Ich liebe den Teil in mir, der meinen Weg bestimmt. Ich liebe meinen Weg.

Herzliche Grüße
Manfred


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 Betreff des Beitrags: Re: die seele mach nicht mit
BeitragVerfasst: Sa Jan 28, 2012 9:34 pm 
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Registriert: Mo Apr 19, 2010 10:22 am
Beiträge: 667
lieber manfred,
dein beitrag gibt mir ganz viel ruhe und freiden. vielen dank - genau das brauchte ich!

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 Betreff des Beitrags: Re: die seele mach nicht mit
BeitragVerfasst: So Jan 29, 2012 8:27 am 
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Registriert: Fr Dez 16, 2011 9:07 am
Beiträge: 241
Wenn ich Jennis Zeilen lese, dann kommt in mir das Gefühl hoch, wie auf Entzug zu sein. Wenn ein Drogenabhängiger seine Droge nicht mehr bekommt, dann reagiert der Körper ähnlich, richtig?
Doch eine Droge tut dem Menschen ja nicht gut, er glaubt nur, dass er das Suchtmittel bräuchte, aber eigentlich bringt es ihn langsam und leise um.

Ich als Jenni weiß, dass der neue Job wichtig ist für mich, die neue Wohnung ist wichtig, ich kann Altes hinter mir lassen, aber ich habe Angst, unendliche Angst, dass mir der Halt (das bisschen vermeintlicher Halt) wegbricht und ich ganz allein da stehe und es nicht schaffe.
Ich sehe noch nicht, dass das für mich jetzt die Chance ist, ein gutes neues Leben anzufangen, es für mich so zu gestalten, wie ich es als Jenni gerne haben möchte. Ich bin der Bildhauer in meinem Leben.
Bis jetzt hat die Droge noch meine Wahrnehmung vernebelt. Wenn ich mich jetzt treiben lasse, diese Schmerzen akzeptiere, auf den Wogen reiten, mich nicht mehr dagegen wehre, sondern mich mit dem Schmerz vereine (wie wenn ein Kind geboren wird), dann vergeht er.

Ich liebe mich mit meinen Ängsten und Unsicherheiten.
Ich liebe meine ersten Schritte aus den Abhängigkeiten und ich vertraue darauf, dass alles gut wird.


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