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Hallo Mädels.
Die letzten Tage ist bei mir viel im Gange und immer mehr und immer wieder wird mir bewusst, wie sehr ich mich von meinen Beziehungsthemen zerstreuen ließ. Ich habe mir ausschließlich Männer als Partner gesucht, die extrem problembeladen waren. Entweder hatten sie ein schwieriges Scheidungs/Trennungsthema am Laufen, wenn wir uns kennenlernten, oder Jobsorgen, Gesundheitsprobleme (wir reden nicht von einer Erkältung...), Alkoholthemen oder finanzielle Sorgen. Ich verliebte mich sofort in diese Menschen, es kam immer recht schnell zu einer Beziehung (oh, wie ich mich schäme, wenn ich das schreibe...) und ab dem Moment war ich gefangen in den Sorgen des anderen. Ich habe mir all den Mist freiwillig angetan, stellte meine Belange völlig zurück und widmete mich ausschließlich den Sorgen des Partners, las Bücher über ihre Krankheit, um eine gute Krankenschwester zu sein; ich begleitete die Männer zu den Rechtsanwälten, um Fehden gegen die Exfrauen auszutüfteln, erledigte Schriftkram, schmiss deren Haushalt, kochte, bügelte, wusch die Wäsche, machte kostenlos die Büroarbeit und Kundenakquise, kaufte ein, ließ mich nachts anrufen, um mir irgendwelche gelallten Liebesschwüre, die im Suff entstanden, anzuhören - und mich darüber zu freuen...
Nach ganz kurzer Zeit trat Stufe zwei meines Beziehungsmusters in Aktion: Ich ließ mich beschimpfen und ausnutzen, betrügen und belügen, blamieren und noch mehr.
Zwar habe ich dann immer recht schnell die Beziehung beendet (ich habe also nicht Jahre lang unter einem gleichen Mann gelitten) und viel Energie aufgewendet, um mich zu befreien (wieder aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen, Job wechseln usw) - aber ich tappte prompt wieder in die nächste Beziehung, von der ich mich beschäftigen und schaden ließ.
Ich bin jetzt seit 7 Monaten Single (den missratenen Neustart mit M. im August zähle ich nicht)...so lange war ich noch nie allein. Es tut mir gut. Ich habe erst jetzt verstanden, dass ich diese Chaosbeziehungen gebraucht habe, um von mir selbst abzulenken. Denn sich mit mir selbst zu beschäftigen hätte bedeutet, zu sehen, dass mein eigenes Leben ziemlich chaotisch ist. Dazu hatte ich nicht den Mut - deshalb immer wieder ein Mann an meiner Seite, der so viele Probleme hatte, dass es locker für zwei reichte, nämlich für ihn UND mich.
Wenn ich das schreibe, habe ich ganz große Schamgefühle. Ich schäme mich, dass ich so lieblos mit mir umgegangen war. So ohne Stolz lebte, mich so verkaufte, fast schon anbiederte - nur um gemocht zu werden. Dabei liebte mich keiner von den Männern. Wie denn auch - wenn ich mich selbst nicht mal geliebt habe...
Ich verzeihe mir den schlechten Umgang mit mir selbst. Ich verzeihe mir den Raubbau meiner Gefühle, meiner Gesundheit. Es tut mir leid, dass ich dachte, dass nur Beziehungen, die mich völlig in Anspruch nehmen, gute Beziehungen seien. Ich verzeihe mir. Danke. Amen.
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