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BeitragVerfasst: Mo Jul 27, 2009 9:33 pm 
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Ich möchte das jetzt auch endlich mal probieren... weiß allerdings nicht wie.

Mein Männe hat eine Redephobie... das ist so ätzend, dass ich selbst schon gar keine Lust mehr habe, mit ihm zu reden... es läuft immer auf Streit raus, wenn ich versuche, irgendein Thema anzusprechen. Klar sind das Themen, die uns beide betreffen, und offensichtlich fühlt er sich sofort angegriffen, sobald ich auch nur ansatzweise anklingen lasse, dass ich über irgendwas reden möchte.

Boah... und ich hab es sooooooooo satt!!! Kann man da was "hoppen", oder ist das eins der Themen, bei denen selbst eine gute Fee versagen würde? :D

Sorry, ich nehm das absolut ernst, es ist reiner Galgenhumor, was mich hier grinseln lässt :roll:

whis


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BeitragVerfasst: Di Jul 28, 2009 7:11 am 
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wenn Du das Prinzip des Ho'oponopono verstanden hast..

dann geht es darum, dass Du den Teil .. (wir sind ja verbunden alle irgendwie :wink: ).. der in Dir steckt.. (sozusagen ist ein Teil in Dir, der lieber schweigt, bzw. mundfaul ist und sich in Deinem Menne, der den Spiegel für dich spielt, spiegelt).. der Teil.. der diese Situation erschafft-erschaffen hat- mit Hoppen zu heilen versuchst..

und bei Bärbels und Manfreds Hoppen gibts da zwei Varianten.. 1. die doppelte Verständnis-Technik..
Du versuchst-versetzt Dich in Deinen Mann.. aber.. in dem Bewußtsein.. dass es eh in Dir steckt.. das Drama.. ( :wink: hoffe Du verstehst mich jetzt nicht falsch).. wenn Du Dein Mann bist.. Du.. warum.. (was meinst Du?) würdest Du so redefaul sein??

Du musst mit Deiner "Vermutung" gar nicht richtig liegen, nein.. es ist gar nicht so wichtig .. ob es in Deines Mannes Welt wirklich SO aussieht.. ( :wink: ).. Es geht hierbei rein ums Verständnis..
Sich in sein Gegenüber gefühlsmäßig reinzuversetzen.. löst meist ein tieferes Verständnis aus.. :wink:

Dann versetzt Du Dich in Dich selbst.. praktisch.. Wenn ich .. ich wäre/bin.. Warum.. hätte-habe.. ich mir einen schweigenden Mann erschaffen-die Situation als Solche erschaffen?

Hast Du nun einen Grund gefunden.. warum es vielleicht so sein KÖNNTE.. Dann .. vergibst Du Dir selbst.. eine solche Situation herbeigeführt zu haben..
Am besten wiederholt, bis es eine Art Erleichterung in Deinem Inneren gibt.

Und.. nicht zu vergessen.. auch wenn Du es nicht fühlst .. Du liebst Dich (TROTZDEM).. trotz aller Vorkommnisse in Deinem Leben.. Trotz des Leides.. Du liebst DICH und VERGIEBST DIR!

Bis.. es weich wird in Dir.. dann hast Du auch Erfolg..

2. die Herztechnik

die ist meiner Meinung nach was für diejenigen, die nicht unbedingt wissen müssen.. warum was wie ist.. nein.. sie wollen einfach -Friede/Ruhe/Erleichterung.. egal was wie ist.

Du nimmst (so mental gesehen :wink: ) Deinen Menne mit seiner Schweigerei.. in Dein Herz.. weil..

Du weisst ja.. dass er Dir was spiegelt.. egal.. warum wieso, er meint es nicht gegen dich.. momentan kann er eben nicht anders..

im Herzen vergibst Du Dir Deinen Ärger und sein Geschweige.. Du nimmst es an.. Du nimmst es in Dein Herz.. den Ärger.. immer tiefer betrachtet..
macht sich Verständnis breit für ihn.. Du spürst wie sehr Du ihn doch liebst.. und er Dich.. und Du merkst wie Du loslässt und ihm vergibst-- besser vergeben kannst..
So aus der Nähe betrachtet fallen Dir plötzlich und von ganz allen Gründe ein, warum Dein Mann so schweigt..

Auch hier.. Du liebst Dich.. TROTZ der ärgerlichen Situation!




Viel Erfolg!
Someone


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BeitragVerfasst: Di Jul 28, 2009 1:23 pm 
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Hallo Whis,
na dann wolln wir mal:

Der erste Satz, der mir kam war: Liebe Whis, es ist alles ganz anders.

Wenn ich ein Mann wäre, der nicht reden will, dann würde ich das tun, weil ich sehr im Trotz bin. In meiner Welt ist alles eine Anforderung, ja eine Überforderung, und immer will einer was von mir. Wenn jemand unbedingt mit mir reden will, dann greift er in meine Welt ein, und ich werfe ihn wieder raus, denn ich will meine Ruhe haben. Durch mein Schweigen schaffe ich mir meine eigene Welt, und hier endlich habe ich keinen oder nur noch wenig Einfluss von aussen zu ertragen. Durch mein Schweigen grenze ich mich ab.
Nehme ich es in mein Herz, dann erkenne ich, dass diese Grenze meines Schweigens auch noch eine Schattenseite hat: Es gibt keinen oder nur wenig Kontakt zur Außenwelt. Und plötzlich erkenne ich, wie schade das ist. "Da draussen" wartet auf mich, will entdeckt werden, und nehme ich es weiter in mein Herz, dann bekomme ich urplötzlich unbändig Lust dazu, mein unbekanntes Außen zu entdecken.

Noch etwas Zweites:
Wenn Leute (wie meine Frau) mich zwingen wollen zu reden, oder denken, dass sie einen Anspruch haben, mit mir reden zu können, dann rede ich erst recht nicht. Denn jetzt will ich endlich bestimmen und entscheiden können, was ich tue und was nicht. In meiner Welt bin ich viel zu viel rumgestoßen worden, ohne selbst entscheiden zu können. Nun will ich wenigstens entscheiden können, dass ich nicht mehr rede. Es ist im Grunde das Zeugnis meiner völligen Hilflosigkeit, dass ich nicht mehr rede.
Nehme ich es in mein Herz, dann spüre ich, über was ich eigentlich nicht reden will: diese Hilflosigkeit, dieses Rumgestoßen werden. Der Schmerz, nichts entscheiden zu dürfen. Immer etwas zu müssen, das ich nicht will. Nehme ich es in mein Herz, wird das, über das ich eigentlich nicht reden will, weniger, es schmilzt. Es bekommt die Liebe, die es immer brauchte und wollte.

Wenn ich whis wäre, warum erschaffe ich mir so einen Mann? Warum bin ich mit diesem Mann zusammen? Weil der Mann, der er wirklich ist, hinter meinen Vorstellungen versteckt auf mich wartet. Durch meine Vorstellungen (z.B. "man muss über alles reden") baue ich einen Graben zu ihm. Je mehr ich fordere, dass er mit mir redet, um so mehr vertiefe ich diesen Graben. Denn ein Teil in mir weiss, dass ich ihn so nicht erreiche, ja ihn noch mehr von mir entferne. Er spürt meine Forderung, meine Erwartungen und meine Ablehnungen, weil ich denke, nicht zu bekommen, was ich denke zu brauchen, und was ich denke, was mir zusteht. Wenn ich denke "Er liebt mich nicht", da er nicht mit mir redet, dann ist es genau der Spiegel meiner Ablehnung dieser einen Art von ihm: Nicht zu reden. Ich liebe diese Art von ihm nicht, ich kann sie nicht ausstehen. Darum liebe ich ihn nicht, denn würde ich ihn lieben, liebte ich ihn ganz, wie er ist, auch mit dieser Art.
Nehme ich meine Ablehnung in mein Herz, erkenne ich, was hinter dem "nicht reden" meiner Mannes steckt: Ich habe die Vorstellung, würden wir reden, dann würden wir verschmelzen, würden eins, würden uns erleben und spüren. Ich hätte alles, was ich möchte, in dem ich mit ihm bin. Einfach nur so. Aber, ätsch, mit ihm sein könnte ich auch so, ohne zu reden, einfach nur durch das zusammen sein. Durch die Blicke unserer Augen, durch die Berührung, durch das Zusammen sein in einem Zimmer. Auf einer Bank zu sitzen, spazieren zu gehen. Aber ich komme gar nicht dazu, mit ihm zu sein, denn ich bin ja gegen ihn, lehne ihn ab, liebe ihn nicht- bis er endlich so ist, wie ich es möchte, wie ich denke, es zu brauchen- und verschliesse mich so selbst vor dem zusammen sein.

Eigentlich ist es ganz ähnlich, was wir beide machen- er redet nicht und grenzt sich so aus. Und ich fordere, zu reden, und grenze ihn so von mir aus, durch meine Vorstellung, Forderung und Erwartung.

Liebe volle Grüße
Manfred


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BeitragVerfasst: Di Jul 28, 2009 2:44 pm 
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Ihr beiden, das ist harter Tobak! Da muss ich erstmal ganz doll schlucken... aber ihr habt beide sooo gut verstanden, was los ist.

Ich hab mich heute vormittag mit dem Kommentar von dir, liebe someone, auseinandergesetzt, und ich hatte schon vieles verstanden. Und jetzt noch das Posting von dir, lieber Manfred... das haut mir gerade die Füße weg.

Aber das ist gut so. Ich habe um Antworten gebeten, und ich habe sie bekommen.

@someone
Mir selbst kam auf die Frage, warum er nicht spricht, folgendes in den Sinn:
Du bedrängst mich und machst mir Vorwürfe, deshalb schweige ich.

Auf die Frage, warum ich mir einen Schweiger erschaffen habe:
Ich habe immer noch Angst vor gewalttätigen Männern, deshalb habe ich einen angezogen, dessen höchster Ausdruck von Gewalt sein hartnäckiges Schweigen ist.

Ich verzeihe mir. Ich liebe mich.

@Manfred
So ist das auch, das stimmt schon. Ich möchte ihn so gerne aus seiner Welt herausholen und in meine Welt einladen... aber je mehr ich mich - durchaus liebevoll - bemühe, desto mehr macht er die Luken dicht. Seine Hilflosigkeit kenne ich... ja soll ich ihn denn einfach da drin lassen??? Ist es nicht eher so, dass man sich in einer Partnerschaft gegenseitig unterstücht und hilft?

Was mich stutzig macht, ist dein "man muss über alles reden"... genau das wirft er mir vor: Ich würde erwarten, über alles reden zu müssen. Das ist aber nicht der Fall, über alles muss ich gar nicht reden - dafür gibt es die gute Freundin *g*. Es können aber in einer Partnerschaft Probleme auftauchen, über die muss man sehrwohl reden! Von alleine gehen die nämlich nich weg.

Aber ok, das war nicht meine Frage, und es gehört eigentlich nicht unbedingt hierher.

Danke euch beiden!


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BeitragVerfasst: Di Jul 28, 2009 3:59 pm 
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Hallo whis!

Was für ein toller Threat!
Darf ich dir auch noch etwas nicht so hoppen-mäßiges dazu schreiben?

Mein Mann und viele Schweigsame Menschen in meiner Umgebung fingen an zu reden, als ich anfing ZUZUHÖREN!

_________________
Herzlichst Peti
Erfahrungen sind ein wahrer Schatz, der sich verdoppelt, wenn man ihn teilt.
Was denkbar ist, ist machbar.


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BeitragVerfasst: Di Jul 28, 2009 5:41 pm 
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Grüß dich Peti :D

Hm... mir kann man sicher einiges vorwerfen, aber nich, dass ich nich zuhören kann. Manchmal lausche ich den ganzen Tag, ohne was zu sagen, aber dann schweigen wir uns beide an.

Er ist übrigens der einzige Mensch in meiner Umgebung, der Kommunikation verweigert.

Und nu?


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BeitragVerfasst: Di Jul 28, 2009 5:52 pm 
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Hallo whis..

es freut mich.. dass der "starke Tobak" Dir was bringt..

ich kenne das.. von meiner Beziehung.. ich will auch immer reden, reden, reden..

bei mir ist oft Tochter.. und natürlich Mann genervt.. Also.. ich kann auch noch *zugeb* schlecht zuhören.. :lol: Die habens oft nicht leicht mit mir..
aaber.. ich üübe.. und manchmal hab ich auch schon Sehnsucht nach Schweigen.. ich muss es nur noch umsetzen..
is gar nicht so einfach..

Liebe whis.. viel Erfolg.. weiterhin.. nimms ins Herz.. und in den Verstand.. dies Schweigen des Mannes..
und versuchs einfach mal hinzunehmen.. dann eben nicht reden.. is halt so!
Und hoppe so für Dich weiter.. immer weiter..
und warte mal ab was sich tut!


Someone


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BeitragVerfasst: Di Jul 28, 2009 5:55 pm 
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Hei, grüß dich auch, whis! Bild
War nur so eine Idee von mir.
Mir ist aufgefallen, dass viele eine Frage stellen und ungeduldig werden, wenn nix kommt...oder wenn nicht gleich etwas kommt...da hilft dann einfach mal Klappe halten und zuhören.
Zitat:
Manchmal lausche ich den ganzen Tag, ohne was zu sagen, aber dann schweigen wir uns beide an.

°lach° ja, da haben dann ja Manfred und someone schon alles gesagt.
Ich wünsche dir viel Hoppen-Erfolg.

_________________
Herzlichst Peti
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BeitragVerfasst: Di Jul 28, 2009 6:19 pm 
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Registriert: Di Mai 29, 2007 9:45 am
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Ich hab das mit dem Hoppen noch nie ausprobiert, aber dieses Thema isses mir wert! Und dabei is mir egal, ob er mehr oder ich weniger rede... hauptsache, unser Problem löst sich!


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BeitragVerfasst: Di Jul 28, 2009 6:34 pm 
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Hier ein Lied.. passt irgendwie zum Thema..

Wir sind Helden: "Stiller"

http://www.youtube.com/watch?v=Jhm2znI9a6Y

wenn ichs ins Offtopic verschieben soll .. Thema Musik..

Bitte bescheid sagen..

Viel Spaß
Someone


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BeitragVerfasst: Mi Jul 29, 2009 7:45 am 
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Hallo

Zitat:
Er ist übrigens der einzige Mensch in meiner Umgebung, der Kommunikation verweigert.

1. Wir Menschen können nicht nicht kommunizieren - von daher lässt sich "Kommunikation nicht verweigern!"

2. Es gibt Menschen, die reden viel und haben sich dennoch nichts zu sagen.

Zitat:
er redet nicht und grenzt sich so aus. Und ich fordere, zu reden, und grenze ihn so von mir aus, durch meine Vorstellung, Forderung und Erwartung.

3. Wer nicht redet, grenzt sich grundsätzlich erstmal nicht aus, sondern grenzt sich ab- das sind zwei komplett unterschiedliche Prozesse. - Nicht zu reden, ist die Antwort auf die Forderung und somit Zeichen seines freien Willens! Wenn ich den freien Willen, also den Wunsch des Mannes nicht respektiere, grenze ich aus, denn Ausgrenzung ist ein aktiver Prozess.
Zitat:
Es können aber in einer Partnerschaft Probleme auftauchen, über die muss man sehrwohl reden! Von alleine gehen die nämlich nich weg.

4. Das Reden über Probleme erschafft Probleme - das Reden über Lösungen erschafft Lösungen! - Ich kenne keine Partnerschaft, deren Probleme sich haben wegreden lassen; Lösungen entstehen durch Veränderung, während das Reden über Probleme häufig die Probleme noch verstärkt (Erschaffung einer sogenannten Problemtrance)

Ich würde in einer solchen Situation anstelle des Hoppens mal versuchen, familiäre Kommunikationsmuster zu verändern, mithilfe des "aktives Zuhören" und unter der Verwendung von "ich-Botschaften".

Liebe Grüße,

Perceval


P.s.
Hilfreiche Literatur findet sich unter :
Schulz von Thun - Miteinander Reden; Band 1; zwischenmenschliche Komunikation
Paul Watzlawick - Menschliche Kommunikation
Paul Watzlawick - Lösungen

_________________
"DIE MENSCHEN MACHEN DAS LEBEN INTERESSANT. WUSSTEST DU, DASS SIE ES GESCHAFFT HABEN, IN EINEM UNIVERSUM VOLLER WUNDER DIE LANGEWEILE ZU ERFINDEN?"
Gevatter TOD (Schweinsgalopp von Terry Pratchett)


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BeitragVerfasst: Mi Jul 29, 2009 8:16 am 
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Moin nochmal,

Ja, genau, das habe ich auch schon oft so erlebt. In Kurzform würde ich sagen, (auch wenn es überzogen klingt):

reden bringt nichts.

Reden hat leider meistens den Aspekt von: das stinkt mir an dir, sei bitte anders. So gefällst du mir nicht. Es kommt dann vielleicht zu kurzfristigen Änderungen beim anderen, weil er sich kasteit und verdreht, und das hält meist nicht lange. Es hat dann viel von Zwang nach dem Motto: wenn du mich liebst, dann änderst du dich für mich.

Wenn ich aber mich und meine Einstellungen verändere, dann ändere ich mich, und dann ist der andere frei, sich anders zu verhalten. Da ist dann kein Zwang mehr und kein Druck. Und genau das ist es, was beim Hoppen wirkt. Ich ändere mich, und ändere so die anderen, automatisch. Eigentlich verbessere ich mein Inneres, und verbessere so meine Beziehungen.

Probier es aus, whis, du könntest zum Beispiel sagen (innerlich): Ich liebe das schweigen meines Mannes. Das Schweigen meines Mannes ist das Beste, was mir passieren konnte. Ich liebe den Teil in mir, der in Resonanz mit dem Schweigen meines Mannes ist.

Weißt du, es ist so ähnlich wie das Mantra, dass Bärbel mal im newsletter hatte: ich liebe mich und bin es wert, geliebt zu werden. (hier hat der Mann aus Sicht einer Frau zuwenig Liebe gezeigt). Und schwupps, einen Tag nach Praktizieren des Mantras hat die Tochter diese Frau von oben bis unten abgeknutscht, was sie vorher noch nie getan hatte. Also siehste- die Veränderung des Inneren ändert auch das Aussen. Bin schon sehr gespannt, was du weiter berichtest,

liebe Grüße
Manfred


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BeitragVerfasst: Mi Jul 29, 2009 12:33 pm 
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Registriert: Di Mai 29, 2007 9:45 am
Beiträge: 485
Wohnort: im Wilden Süden der Republik
Hallo Perceval,

danke für deinen Kommentar :)

Ich seh schon, da du Fachmann bist (was ich keinesfalls ironisch meine), muss ich auch entsprechend antworten. Von Thun und Watzlawik sind mir bekannt, bin ja schließlich Coach. Was einen aber auch nicht immer davor schützt, dass man in Krisenmomenten ein bisschen betriebsblind sein kann *g*

Ich weiß, dass man nicht nicht kommunizieren kann, aber was ich da mit der Verweigerung meinte, war auch nur die verbale Seite.

Zitat:
Das Reden über Probleme erschafft Probleme - das Reden über Lösungen erschafft Lösungen!

ja natürlich :wink: Ich meinte auch hier nicht, auf dem jeweiligen Problem rumzureiten oder gar mit Schuldzuweisungen zu kommen. Dass dies nix bringt, ist mir klar. Jedoch denke ich, dass ein Problem angesprochen, oder besser ausgesprochen, werden darf, zumindest im Rahmen einer "Bestandsaufnahme", wenn du verstehst, was ich meine.

Ich selbst habe gelernt, um der Selbstreflexion willen über Probleme zu reden, und dieses Drüber-reden ist durchaus lösungsorientiert. Früher war ich auch eher ne Schweigerin, aber ich erinnere mich noch sehr gut, wie sehr mein Ex darunter gelitten hat. Und das tut mir leid.

Ok. Aktives Zuhören, ich-Botschaften... kenn ich alles, praktizier ich alles, und was kommt dann von ihm: Du mit deinem Psychokram! Ich brauche nicht einmal etwas zu sagen, allein durch das, was ich tue, fühlt er sich schon angegriffen :cry: Manchmal denk ich, wenn ich ihm mit der Keule eine überbraten würde, DAS würde er bestimmt verstehen *lach*

Hab hier mal ein paar Punkte über aktives Zuhören irgendwo geklaut. falls es noch Andere interessiert:

* Sich auf das Gegenüber einlassen, konzentrieren und dies durch die eigene Körperhaltung ausdrücken
* Mit der eigenen Meinung zurückhaltend umgehen
* Nachfragen bei Unklarheiten
* Zuhören heißt nicht gutheißen
* Pausen aushalten, sie können ein Zeichen sein für Unklarheiten, Angst oder Ratlosigkeit
* Auf eigene Gefühle achten
* Die Gefühle des Partners erkennen und ansprechen
* Bestätigende kurze Äußerungen
* Geduld haben und den Sprecher nicht unterbrechen, ausreden lassen
* Blickkontakt halten
* Sich durch Vorwürfe und Kritik nicht aus der Ruhe bringen lassen
* Empathie ausüben und sich innerlich in die Situation des Sprechers versetzen.



Hallo Manfred,

auch dir danke für deine Gedanken.

Es klingt nicht nur überzogen, wenn du meinst, Reden würde nichts bringen, sondern es entspricht einfach nicht den Tatsachen :wink: So pauschal kann man das nämlich nciht sagen, aber ich will hier nicht Perceval zitieren. Außerdem sehe ich, dass ihr fast zeitgleich geschrieben habt, also hast du das Posting von Perceval wahrscheinlich noch gar nicht gelesen. Ok.

Zitat:
du könntest zum Beispiel sagen (innerlich): Ich liebe das schweigen meines Mannes.

Das kann ich sagen, jo, aber dann zupft mich sofort ein kleiner Gnom am Ohr und sagt: "Stimmt ja gar nich, stimmt ja gar nicht!" Vielleicht kann ich eine andere Formulierung finden, mal sehen.

Zitat:
Reden hat leider meistens den Aspekt von: das stinkt mir an dir, sei bitte anders. So gefällst du mir nicht. Es kommt dann vielleicht zu kurzfristigen Änderungen beim anderen, weil er sich kasteit und verdreht, und das hält meist nicht lange. Es hat dann viel von Zwang nach dem Motto: wenn du mich liebst, dann änderst du dich für mich.


Genau so würde mein Männe das auch sagen :D :shock: (Mit wem kommuniziere ich hier eigentlich??? *g*) Und genau DAS erwarte ich NICHT, wenn ich mit ihm über irgendwas reden möchte. Die andere Seite: Er hat mir auch schon Vorwürfe "hingeknallt", wo ich erstmal richtig doll schlucken musste, und trotzdem bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe versucht, mit ihm nach Lösungen zu suchen.

Zitat:
Wenn ich aber mich und meine Einstellungen verändere, dann ändere ich mich, und dann ist der andere frei, sich anders zu verhalten. Da ist dann kein Zwang mehr und kein Druck.


Oh, da bin ich mir nicht sicher, ob der andere dann wirklich keinen Druck verspürt... auch das kann man so nicht pauschalisieren.

Puh. Jetzt erstmal nen Kaffee, dann harre ich der Dinge, die da kommen :wink:


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BeitragVerfasst: Mi Jul 29, 2009 1:50 pm 
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Registriert: Mi Mär 30, 2005 4:22 pm
Beiträge: 3819
Liebe whis,

ich versteh Dich soo gut..

Das ist nicht nur ein Kommunikationsproblem.. nein.. es ist irgendwie auch ne Mann-Frau Geschichte..

Wir Frauen wollen uns doch irgendwie Mit-teilen..
Männer hingegen.. (ich glaube viele sind so) wollen .. Ihr "Ding"machen..
und einfach mal verstanden sein..
Frauen wollen verstehen wollen!

.. Mir.. ich möchte Dich da auf keinen Fall belehren.. hat echt am Besten geholfen..
Meinen Mann völlig links liegen zu lassen.. und nur noch nach mir und meinen Interessen zu schauen..

Habe hierzu noch gehoppt.. Es tut mir leid, ich liebe Dich in mir..
und immer wieder..
Ich nehme es.. an.... Ich nehme es hin..
(das Geschweige :wink: )

Bin NICHT !!! auf ihn eingegangen.. soll machen was er will .. dacht ich!

Und dann die typischen Hoppwunder..
Mein Mann fragte nach.. ich nix wichtiges.. nur Probleme mit mir..
Er.. Okay..
Später.. Ist wirklich nix?.. Ich... Nöhö!


Lange Rede kurzer Sinn..
ich liebe ja einfach Vergebungsgeschichten.. auch nach Colin Tipping..
Verändere Dich.. Dein Verhalten.. und es ändert sich Dein Umfeld

Beim Vergeben.. was für mich ja was mit Hinnehmen.. bzw. Loslassen zu tun hat.. fällt das extrem auf.. dass sich was ändert.. :wink:

Man könnte auch sagen.. den IST-Zustand akzeptieren.. und den Fokus total auf sich selbst lenken..
Das hilft echt enorm.


Viel Erfolg
Someone


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BeitragVerfasst: Do Jul 30, 2009 8:44 am 
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Registriert: Mi Mär 21, 2007 10:45 am
Beiträge: 229
Hallo nochmal,
auch wenn ich das normalerweise nicht tue, gehe ich hier doch noch mal auf das Hoppen weiter ein. Normalerweise finde ich, sollte das Hoppen für sich stehen, denn es gibt einfach tiefere und bessere Antworten und Einsichten. Als das normale „Reden“.

Womit wir beim Thema sind. „Reden bringt nichts“ habe ich etwas provokativ gesagt. Das ist natürlich für dich whis, wenn du dich mit Kommunikation und Coachung beschäftigst, ein rotes Tuch. Darum noch mal eine anderer Ansatz, wie ich es meine.

Reden kann eine Waffe sein. Ich erlebe es immer wieder, dass sich Menschen wie wir hier im Forum weiterentwickeln und ihr Wissen einsetzen, um andere dazu zu bringen, so zu sein, wie sie es gern hätten. Das ist völlig unabhängig von Männern oder Frauen, auch wenn es (noch) häufiger Frauen sind, die das praktizieren. Überhaupt finde ich es gefährlich, Männer in Schubladen zu stecken, wie es in den Büchern „Männer kommen vom Mars“ usw. angedacht wird. Bei Bärbel und mir ist es zwischen uns ein running gag, dass ich ja die Frau bin, in vieler Hinsicht: Ich rede über Gefühle, stelle mich auf eine Bühne, und bringe die Menschen ins Herz. Ziemlich weiblich. Und ich rede auch viel mehr, und finde auch Bärbel sollte mehr reden, über was auch immer. Typisch Frau.

Diese ganze Kiste: „Männer sind so“ führt nur zu Schablonendenken und trennt. C.G. Jung hat so ein schönes Modell mit Anima und Animus, wo es darum geht, dass der Mann lernen soll, seine innere Frau zu lieben, und die Frau ihren inneren Mann. Hat viel von der Theorie des Hoppens. Wenn ich Männer oder Frauen in Schubladen stecke, kritisiere ich sie insgeheim, lehne sie ab und habe darum keine Zeit mehr, sie zu lieben. Und genau diese Teile sind doch meine eigenen, innen drin. Und genau in diesen wechselhaften Zeiten, in denen wir stehen, lösen sich diese „Modelle“, was Mann und Frau sind, sehr auf. Wir reden in der Männergruppe öfter mal darüber, dass immer mehr Männer Kinderzeit nehmen, kochen, sich spirituell entwickeln, usw. Im Übergang gibt es diese starren Prinzipien von Mann und Frau gar nicht mehr.

Liebe whis, wenn ich es noch mal halbwegs hoppe, kommt mir noch ein dritter Aspekt, warum ich in Partnerschaft lieber schweige als rede: Ich fühle mich völlig überfordert, den kunstvollen und klugen Ausführungen meines Partners auch nur halbwegs etwas entgegenzusetzen. Ich fühle mich so hilflos, denn mein Partner weiss soviel und ist so weit im Bewusstsein, da kann ich nur noch streiken, mir bleibt keine andere Wahl. Denn würde ich reden, würde ich immer den kürzeren ziehen. Und immer verlieren findet mein ich weniger klasse.

Das meine ich mit „Reden als Waffe“. Ich erlebe das so oft in Seminaren, wo ein Partner „mitgeschleppt“ ist, dass eine unglaubliche Dominanz vom „bewußteren“ Partner ausgeht, dem der andere nur leise bewundernd nickend nichts mehr entgegenzusetzen hat. Das meine ich auch mit „Reden (über Probleme) nützt nichts“. Normalerweise. Es gibt sicherlich viele Kommunikationstechniken, die anders sind, nehmen wir die work von Byron Kathie oder die Giraffensprache von Marshall Rosenberg. Aber bei diesen „besseren“ Redetechniken ist der Ansatz, dass „ich“ mich verändere, entweder indem ich aus „Du“-Sätzen „ich“-Sätze mache wie in der work, oder indem ich wie in der Giraffensprache lerne, mit dem Herzen zuzuhören, was der andere eigentlich sagen will. Kommunikation ist dann prima, wenn sie das Innere eines Menschen berührt, oder aus dem inneren eines Menschen entspringt.

Soviel dazu, auch wenn es leider nicht abschliessend sein kann.
Manfred


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