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Ich glaube, ich kenne Deine Geschichte einwenig. Jedenfalls kommt mir da gleich ein Gedanke:
wenn ich mich so verhalten würde, wie DU es beschreibst (und ich es aus Selbstboykott Zeiten immer wieder von mir kenne), dann würde ich das aus Familientreue machen. Wenn ich meiner Familie treu bin und auf ein gutes, MICH befriedigendes Leben verzichte, kriege ich vielleicht ja doch noch die Liebe, die ich mir von meiner Mama und meinem Papa gewünscht habe. Ich hätte die ganz versteckte Befürchtung, wenn ich mein Leben nach meinen Vorstellungen und zu meiner Zufriedenheit heraus ausrichte UND dazu konkret was dafür tue (was wohlmöglich Erfolg bringt), dass ich dann von meinen Eltern verlassen werde. Oder meine Mama oder mein Papa sich fürchterlich grämen würden, wenn es mir so sehr gut geht und ihnen nicht so.
Wenn ich das in mein Herz nehme, geht es mir immer noch nicht besser. Ich komme mir blöd vor, dass ich diesen Kinderbildern nachhänge, obwohl ich genau weiß, das die (meine Eltern) selber für ihr Lebensglück nix richtiges tun. Wenn ich auch das in mein Herz nehme, gucke ich erstmal lange komisch, weil ratlos. Dann denke ich an das, was ich gerade in "Gespräche mit Gott, dritter Teil) lese und daran, das man (also auch die Eltern) sich alles selber in sein Leben holt und das "ewige Leben", also tot-sein so schön sein soll, dann geht es mir einwenig besser. Aber irgendwas fehlt da noch.
Ich gucke genauer zu meinen selbst gemachten Fehlern und wie ich wie ne Marionette scheine, das zu verbocken im letzten Moment. Dann gucke ich zu den Fehlern meiner Eltern hin und zu der Idee, dass die vielleicht auch so einem Einfluß unterlagen und das bei mir entlich leichter wird. Wenn ich das in mein Herz nehme, kriege ich Milde beim Gucken zu meinem eigenen Eltern, weil ich die Idee kriege, dass sie sich mit mir vielleicht viel mehr Mühe gegeben haben, als deren Eltern mit ihnen, was mich dann sehr rührt. Ich nehme dann meine unvollkommenden Eltern in mein Herz, gelobe mir, ihnen zu Ehren meine Zusatz Ausbildungen zu machen und kann dann entlich schuldfrei anfangen, mich auszufahren.
Das Ganze nehme ich ganz leicht in mein Herz. Jedesmal, wenn ich fürchte, wieder so einen Selbstboykott hinzulegen, nehme ich die unvollkommende Liebe meiner Eltern in mein Herz und bin gerührt, wie sie mit dem wenigen, was sie selber hatte, mich geliebt haben, so unvollkommen es auch war. Ich verabrede mit mir, dass ich mich um meine versteckten Wutgefühle wegen dem Mangel in meinen frühen Jahren kümmere. Da, wo ich meine Wut und das andere alleine nicht weg kriege, hole ich mir Hilfe, das andere mache ich alleine. Und ich danke in Gedanken meinen unvollkommenden Eltern jeden Abend zwei Wochen lang für das, was sie mir gegeben haben.
Amen
habe ich auch für mich selber gemacht, vielen Dank, jada, für diese Möglichkeit. Und ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und einen Anfang mit Ergebnissen.
Tinchen
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