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 Betreff des Beitrags: Studium - wo bleibte es nur?
BeitragVerfasst: Mi Mai 13, 2009 8:30 pm 
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Registriert: So Apr 02, 2006 8:44 pm
Beiträge: 582
Hallo Ihr lieben,

das Thema hoppen ist absolut neu für mich und bisher habe ich mich noch nicht so ran getraut. Ich würde es aber gerne, am liebsten mit eurer Hilfe probieren. Es gibt ein einziges Thema was mich "beherrscht":

Mein Wunsch Medizin zu studieren.

Wenn ich zurück denke, wollte ich schon immer Arzt werden. Aber zu dem Wunsch stehe ich erst seit einigen Jahren. Seit ich den Entschluss gefasst habe, dass Studium beginnen, habe ich auch einiges getan um es Schritt zu Schritt zu erreichen. Leider habe ich immer um haaresbreite etwas verbockt, dass ich noch nicht beginnen konnte, z.Beisp. Abitur in der letzten Sekunde verkackt, Fehler beim Bewerben....

Langsam werde ich echt müde von meinen Bemühnung und dem positiven Denken :cry: . Was hält mich ab? Wo ist der Wurm? Warum klappt es nicht???

Möchte jemand mit mir hoppen? Ich habe es schon selber versucht, nur weiss ich nicht ob die Gedanke meine sind oder ich nur Ängste und Beführchtungen anderer befreundeter Wunschstudenten übernommen habe. Vielleicht finde ich die eine oder andere Anregung.

Viele Dank und liebe Grüße

_________________
In meiner Welt gibt es nur Ponys.
Und die fressen den ganzen Tag Regenbögen und pupsen Schmetterlinge.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mi Mai 13, 2009 11:16 pm 
Ich glaube, ich kenne Deine Geschichte einwenig. Jedenfalls kommt mir da gleich ein Gedanke:

wenn ich mich so verhalten würde, wie DU es beschreibst (und ich es aus Selbstboykott Zeiten immer wieder von mir kenne), dann würde ich das aus Familientreue machen. Wenn ich meiner Familie treu bin und auf ein gutes, MICH befriedigendes Leben verzichte, kriege ich vielleicht ja doch noch die Liebe, die ich mir von meiner Mama und meinem Papa gewünscht habe. Ich hätte die ganz versteckte Befürchtung, wenn ich mein Leben nach meinen Vorstellungen und zu meiner Zufriedenheit heraus ausrichte UND dazu konkret was dafür tue (was wohlmöglich Erfolg bringt), dass ich dann von meinen Eltern verlassen werde. Oder meine Mama oder mein Papa sich fürchterlich grämen würden, wenn es mir so sehr gut geht und ihnen nicht so.

Wenn ich das in mein Herz nehme, geht es mir immer noch nicht besser. Ich komme mir blöd vor, dass ich diesen Kinderbildern nachhänge, obwohl ich genau weiß, das die (meine Eltern) selber für ihr Lebensglück nix richtiges tun. Wenn ich auch das in mein Herz nehme, gucke ich erstmal lange komisch, weil ratlos. Dann denke ich an das, was ich gerade in "Gespräche mit Gott, dritter Teil) lese und daran, das man (also auch die Eltern) sich alles selber in sein Leben holt und das "ewige Leben", also tot-sein so schön sein soll, dann geht es mir einwenig besser. Aber irgendwas fehlt da noch.

Ich gucke genauer zu meinen selbst gemachten Fehlern und wie ich wie ne Marionette scheine, das zu verbocken im letzten Moment. Dann gucke ich zu den Fehlern meiner Eltern hin und zu der Idee, dass die vielleicht auch so einem Einfluß unterlagen und das bei mir entlich leichter wird. Wenn ich das in mein Herz nehme, kriege ich Milde beim Gucken zu meinem eigenen Eltern, weil ich die Idee kriege, dass sie sich mit mir vielleicht viel mehr Mühe gegeben haben, als deren Eltern mit ihnen, was mich dann sehr rührt. Ich nehme dann meine unvollkommenden Eltern in mein Herz, gelobe mir, ihnen zu Ehren meine Zusatz Ausbildungen zu machen und kann dann entlich schuldfrei anfangen, mich auszufahren.

Das Ganze nehme ich ganz leicht in mein Herz. Jedesmal, wenn ich fürchte, wieder so einen Selbstboykott hinzulegen, nehme ich die unvollkommende Liebe meiner Eltern in mein Herz und bin gerührt, wie sie mit dem wenigen, was sie selber hatte, mich geliebt haben, so unvollkommen es auch war. Ich verabrede mit mir, dass ich mich um meine versteckten Wutgefühle wegen dem Mangel in meinen frühen Jahren kümmere. Da, wo ich meine Wut und das andere alleine nicht weg kriege, hole ich mir Hilfe, das andere mache ich alleine. Und ich danke in Gedanken meinen unvollkommenden Eltern jeden Abend zwei Wochen lang für das, was sie mir gegeben haben.

Amen

habe ich auch für mich selber gemacht, vielen Dank, jada, für diese Möglichkeit. Und ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und einen Anfang mit Ergebnissen.

Tinchen


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BeitragVerfasst: Do Mai 14, 2009 8:13 am 
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Registriert: Do Apr 20, 2006 1:07 pm
Beiträge: 593
Wenn ich in deiner Situation wäre, warum würde ich mich torpedieren?

Wenn ich ein bisschen still bin und in mich horche spüre ich eine Angst. Die ist im Lauf der Jahre völlig paranoid und gestört geworden und außer ihrer Entschlossenheit mich zu beschützen, hat sie nur noch das starke Bedürfnis sich zu verstecken. Ich bin mir ihrer überhaupt nicht bewusst, würde mich nicht mal als ängstlich bezeichnen und traue mir absolut alles zu. Wir beide sind überhaupt nicht im Kontakt, arbeiten nicht gegeneinander, aber auf völlig unterschiedliche Ziele zu. Sehr oft müssen wir sogar gleich reagieren und dann passt es auch wunderbar - aber wehe, ich steuere auf etwas zu, was sie in Panik versetzt. In der Situation schlägt sie, verrückt wie sie ist, völlig seltsam aber entschlossen zu, und ich verliere dann regelmäßig - oder vielleicht auch nicht, denn die Angst bin ja auch ich. Deswegen sind im meinem heftigen Scheitern auch meine Gefühle so sonderbar zweischneidig.

Es ist übrigens gelogen, dass ich nicht weiß, dass sie da ist. Ich weiß es genau, und auch das sie verzweifelt ist und einsam und traurig. Wenn ich sie nur ein bisschen antasche, dann muss ich wegrennen oder ich fange an zu weinen. Wie soll ich denn so viele Jahre Vernachlässigung wieder gut machen? außerdem hasse ich es zu weinen.

STOPP !

für das Herz und die Lösung ist mir das jetzt alles zu heftig. Ich gehe jetzt erstmal zu Zahnarzt. :-))


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BeitragVerfasst: Do Mai 14, 2009 9:17 am 
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Registriert: So Apr 02, 2006 8:44 pm
Beiträge: 582
Wow, ich bin beeindruckt von euren Gedanken. Ich musste alles nochmal lesen, weil ich so aufgewühlt bin.

@ Tinchen:
Zitat:
Oder meine Mama oder mein Papa sich fürchterlich grämen würden, wenn es mir so sehr gut geht und ihnen nicht so.

Dieser Satz hat mich umgehauen. Das Studium wäre mein persönlicher Olymp. Er steht für "man kann alles erreichen". Das ist ein Gedanken den es in meiner Familie nicht gibt. Ich habe sehr viel aufgegeben, um die Voraussetzungen für das Studium. Jetzt kurz davor, halt ich inne, und fühle mich so verantwortlich. Ich denke an meine wunderbaren Schwestern, die nichts von Ihrer Kraft wissen. Ich denke an meine Mutter, die keine Kraft mehr hat. Und dann komme ich und nehme mir alles. Alles was ich will!!!

Zitat:
Und ich danke in Gedanken meinen unvollkommenden Eltern jeden Abend zwei Wochen lang für das, was sie mir gegeben haben.

Ja, das werde ich auch machen. Solange bis ich das Gefühl habe ich, meine Dankbarkeit ist für mich angekommen.

@pp:
JAaaaaaaaaaaaaaaa. Die Angst!! Die Angst ist auch der Grund warum ich mich nicht traute vorher zu hoppen. Da begegne ich ihr ja. Schon lange habe ich das Gefühl, dass das Studium für etwas steht. Es geht nicht nur darum Arzt zu werden, sondern der Weg ist das Ziel. Es steht für so vieles unter anderem für das überwinden von Hindernissen. Ich weiss auch wenn ich den Knoten der Angst gelöst habe, dann kriege ich es in Null Komma Nix. Es ist nicht die Angst vor dem Lernstoff oder den Kranken (obwohl da auch einiges zusammenkommt) es ist etwas in mir. Eigentlich weiss ich sogar sehr gut was es ist. Es begleitet mich jede Sekunde. Das Studium bzw. die Berufswahl ist überhaupt nicht konform und vereinbar mit diesem Ding. Wahrscheinlich habe ich mir es deshalb ausgesucht! Es ist so ein Wiederspruch, das ich Arzt werden kann. Aber ich muss es tun. Unter anderem auch um dieses Ding ein für alle mal auszulöschen. Liebe "Angst" ich weiss warum du da bist, aber ich kann dir leider keine Möglichkeit mehr geben. Du kannst bei mir bleiben, aber du hast nichts mehr zu sagen. ich liebe mich. Du bist ich, deshalb liebe ich dich auch und du mich. Wir brauchen uns nicht im Weg stehen. Wir sind frei. Keiner ist mehr in den Fesseln des anderen. Es gibt keine Vergangenheit und auch keine Zukunft. Du bist und bleibst ein Teil von mir, dass seinen Platz neben mir hat, aber nie gegenüber mir. Danke für alles!

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In meiner Welt gibt es nur Ponys.
Und die fressen den ganzen Tag Regenbögen und pupsen Schmetterlinge.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Do Mai 14, 2009 6:30 pm 
Hallo Jada,

wie gut ich Dich verstehe. Ich selber habe mein Erbe mehr oder weniger ausgeschlagen, ein ganzes Haus, ziemlich groß, hat jetzt meine Nichte. Sie wohnt jetzt in der extra für mich ausgebauten Wohnung, die ich mir vor vielen Jahren so gewünscht hatte. Das war der Preis für meine Autonomie. Bei mir geht es jetzt wie bei Dir, das Neue mit Leben zu füllen. Dazu mußte ich in etliche Untiefen hin abtauchen und vieles suchen, was versteckt war.

Ich hatte auch immer diesen Gedanken, das mich nix aufhält. Zeigt sich als Irrtum, man rennt dann eben gegen eine innere Wand. Sowas zeigt sich aber erst, wenn man konkret was tut, wie Du mit Studium und ich mit anderem. Je näher das dem eigenem Herzen ist, desto näher kommt man dem. Ich hätte nie, nie im Leben gedacht, dass ich meiner Mutter gut sein könnte, des mit meinem Vater ist in Arbeit. Aber ich hätte nie gedacht, dass ich meine Meinung da mal ändern würde. Tut sie aber. Weil Familienbande so stark sind. Alles andere habe ich durch, weg-von-der-Familie(kommen andere ähnliche Leute ins Leben), wieder hin zur Familie und streiten, wieder weg.

Ich mußte dafür echt und in Farbe an meine Grenzen meiner Leistungsfähigkeit kommen und selber Fehler machen und nachgucken, warum das so war. Weil vorher wollte ich es nicht glauben.


Was Du da machst, kostet sehr viel Mut, unterschätz das nicht. Wenn man es später lebt, kann man es kaum glauben, aber sowas kostet sehr viel Kraft, so ins Niemandsland zu gehen als erste in der Familie. Da kommt auch viel Angst her. So ist es jedenfalls bei mir. Ich bedanke mich noch mal sehr für Deine ehrlichen Schilderungen, sowas zuzugeben ist auch nicht einfach. Und das Du was mit meiner Antwort anfangen kannst, freut mich sehr.

alles Gute von Tinchen
die irgendwie neben der Spur ist gerade


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Do Mai 14, 2009 7:02 pm 
Hallo Jada,

auch mir kommt das irgendwie sehr bekannt vor. Habe jahrelang davon geträumt xy zu studieren und es immer wieder vor mir her geschoben. Dann habe ich den Entschluss gefasst es zu tun und ein Jahr lang sehr hart für die Aufnahmeprüfung gearbeitet. Als ich die Zusage für den Platz dann tatsächlich in den Händen hielt, bekam ich ganz schön kalte Füße und überlegte tatsächlich, ihn nicht anzunehmen. Habe es dann doch getan, aber die Umstellung war schon ein harter Brocken und die Glaubenssätze meiner Familie wirken noch nach.
Das Beste, was Du in einer solchen Situation haben kannst, sind gute Freunde, die an Dich glauben und Dich bestärken, weiter Deinen Weg zu gehen.

Liebe Grüße,
Valerie


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