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 Betreff des Beitrags: Respektloses Verhalten
BeitragVerfasst: So Jun 07, 2009 5:32 pm 
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Hallo,

ich habe ein neues Thema, das ich gerne mal von euch gehoppt haben würde: am Freitagabend hatte ich am Telefon einen kleinen Streit mit meinem Freund und seit dem nichts mehr von ihm gehört (wir führen eine Fernbeziehung). Allerdings war es keine so große Sache, wie es jetzt scheint. Ich war einfach sauer und ich hab das Telefonat mit ihm dann abgebrochen, weil er sich mir gegenüber sehr respektlos verhalten hat. Ich vermute mal, er denkt ich schmolle nun und lässt mich in Ruhe bzw. macht sich rar... nun es geht mir allerdings, um seinen mangelnden Respekt. Wenn er sauer wird, was schnell passiert, da er sich leicht von mir angegriffen fühlt, dann sagt er gleich so unfaire Dinge, die ziemlich unter die Gürtellinie gehen. Er erhebt sich dann immer über mich, wird arrogant und herablassend und verletzend. Ich weiß, dass er das im Grunde gar nicht so meint, wie es bei mir ankommt, aber es bringt mich trotzdem zum Kochen und es tut eben weh. In letzter Zeit häufen sich diese Situationen mit ihm und mich würde mal interessieren, warum das so ist? Ich selbst sage sowas nicht zu ihm, beiße mir oft auf die Lippen, weil ich weiß, dass er mich umbringen würde, wenn ich SO mit IHM sprechen würde.... das hab ich einige Mal schon gemacht und es ist stets eskaliert. Bitte helft mir und hoppt mir diese Geschichte einmal... ich weiß wirklich nicht, wie nun reagieren soll.... nicht anrufen, anrufen?? Ich habe Angst, dass ein Gespräch darüber ihn erneut angreift und er das nicht einsieht - Kritisiert zu werden ist nicht gerade sein Stärke, man muss ihn mit Samthandschuhen anfassen...

Vielen Dank für Eure Antworten!

Liebe Grüße,

Trini

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: So Jun 07, 2009 11:35 pm 
Menno Trini, Du kommst aber auch mit den gemeinen Themen :? :)

Wenn ich Trini wäre, warum würde ich mir so jemanden in mein Leben holen? Ich würde mir zuerst das Buch kaufen von Jörg Starkmuth. Da würde ich die Kapitel 8 und 9 lesen und nachgucken, wie wir heute mit unseren Gefühlen umgehen und dass wir das heute immer noch so machen wie zu Steinzeit Zeiten, wo es keine Krankenhäuser, nur eine überschaubare Menge von Rudelmitgliedern und ganz viel Lebensgefahr gegeben hat. Dann würde ich gucken, wann ich wütend werde. Sehe ich da vielleicht Bedrohungen, wo keine sind?


Wenn ich diese Beziehungssituation hoppe und mich frage, wie es kommt, dass ich sowas in meinem Leben habe, dann würde ich das in mein Herz nehmen und mir gründlichst ansehen, wo ich selber respektlos mit mir umgehe. Dann müßte ich schwer schlucken und würde denken, hier paßt hoppen nicht hin, weil ich bin nicht respektlos zu mir, er ist das schließlich und nicht ich. Ich würde denken, da stimmt irgendwas nicht am Hoppen und ich will das nicht hoppen.

Ich als Tinchen würde dann freundlich sagen, dass alles von anderen entweder voll das Eigene ist meiner Erfahrung nach oder etwas, was mir in der Vergangenheit Kummer gemacht hat und ich mir nochnicht angeguckt habe. Ich als Tinchen habe mir meine Begegnungen mit Männern angeguckt und irgendwann immer meinen Anteil, mein Paralelles gefunden, so erstaunlich unmöglich ich das Verhalten der Männer fand. Ich habe mich aufgeregt über "die Kerle", geschimpft und mich beklagt. Und trotzdem habe ich irgendwann rausgefunden, dass ich da was Ähnliches habe in meinem Verhalten entweder IHM gegenüber oder mir selber gegenüber. Oder ne offene Rechnung mit wem aus der Vergangenheit. Was ich nicht immer zugebe, wie ich jetzt hier heimlich zugebe. 8)


Ich als Tinchen würde das alles in mein Herz nehmen und gucken, warum ich da so viel fühle und was ich stattdessen machen könnte. Und das nehme ich in mein Herz. Und dann kommt erstmal garnichts. WIE :?: ICH soll was stattdessen machen, ja was denn? Das nehme ich in mein Herz. Aber ich ärgere mich doch und das ist so ungerecht. Auch das nehme ich in mein Herz. Dann gehe ich erstmal wech und heule ne Runde (nich gucken bitte)

Ih, ist das ein fieses Thema, würde ich denken, wo doch er so gemein zu mir ist. Auch das nehme ich in mein Herz. Und heule und heule. Und dann würde ich stutzen und gucken, was ich denn stattdessen machen könnte, also statt dass ich mich damit beschäftige, dass ER da so gemein ist (sprichst Du noch mit mir, Trini? ) Ich würde grübeln und grübeln und das in mein Herz nehmen. Dann würde ich mich in meinem Leben umgucken und überlegen, WAS macht mich froh, was könnte ich machen, dass das mich froh machen könnte. Das würde ich in mein Herz nehmen und erstmal stille werden. Ich würde mir nen Blatt Papier nehmen und schreibend überlegen, was das sein könnte. Irgendwie würde ich schon froher aus den Augen gucken, nur weil ich nun nach Frohen forsche.

Das alles nehme ich, Tinchen, in mein Herz.


Wenn ich als Tinchen den beteiligten Mann hoppe, werde ich als Tinchen ratlos. Fehlen mir da Infos? Weiß ich wirklich, wie ein Mann denkt, wie dieser Mann denken und fühlen könnte. Irgendwie möchte ich, Tinchen, diesen Mann nicht hoppen, aus Respekt vor ihm, ohne dass ich benennen kann, warum nicht.

Ich nehme Euch beide als Menschen in mein Herz und wünsche Euch alles Gute

meint Tinchen


Nachtrag, ich glaube, ich mache jetzt ne Hopp Pause, mir geht das selber sehr nahe, das muß ich erstmal mit mir selber abklären.


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BeitragVerfasst: Mo Jun 08, 2009 6:55 am 
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Beiträge: 177
Guten Morgen Tinchen,

wow, das Thema scheint auch wirklich irgendwie deines gewesen zu sein, richtig? Ich war richtig baff, als ich das gelesen habe, wie das "Fremdhoppen" Emotionen hochziehen kann... das es so viel Kraft besitzt. Das erstaunt mich immer wieder! Ich danke dir ganz herzlich für deinen Beitrag!

Lustigerweise waren deine Reaktionen identisch mit meinen Reaktionen in der Realität. Nach dem Gespräch war ich so unendlich wütend: ich habe auf mein Sofakissen eingeschlagen und 'ihn' angeschrien, wie er mich bloß so verletzen kann... dann kamen gleichzeitig die Tränen und ich habe geweint und geweint... ich habe versucht alles herauszulassen in diesem Moment. Anschließend versiegten die Tränen, aber die Wut war noch immer recht stark, ich bin dann sofort schlafen gegangen (war schon spät) und am nächsten Tag war die Wut noch immer da, aber eher verhaltener, weil ich IHN besser verstehen konnte, so habe ich EFT gemacht. Dann ist der Frust und Ärger nahezu verschwunden und es kam viel Trauer und ich habe wieder geweint. Es kam ein völlig anderes Thema hoch nämlich: "Ich bin so traurig, weil ER mich gar nicht braucht in seinem Leben." (Als Hintergrund: ich wollte ihm am Telefon nur helfen und er hat es als Kritik verstanden, denke ich mal)... dann ging es mir besser - richtig gut sogar!

Ich habe dann viele schöne Dinge gemacht Samstag- genau das, was du beschreibst, Tinchen - ich war shoppen, habe mir schöne Bücher gekauft, war allein Pizza essen und hab gelesen, hab meditiert und habe Freunde getroffen bzw. gechattet... doch das Thema wollte einfach nicht verschwinden. Ich konnte es nicht 'loslassen' - aber ich wusste, wenn ich es loslasse, dann löst es sich von allein. Ich habe dann wieder EFT gemacht und dann ging es auf einmal...

... und plötzlich rief er mich wenig später an... doch ich war gerade unterwegs und habe nicht zurückgerufen... später gestern, als ich schon im Bett lag, rief er wieder an, ich bin rangegangen und er war GANZ NORMAL...doch meine Verletztheit kam dadurch wieder hoch und ich war kurz angebunden und sehr schweigsam, aber nett.... er spürte das, sagte aber nichts und fragte, ob wir heute nochmal sprechen wollen... so der Stand...

...nun bin ich der Ansicht, ich möchte das Thema ansprechen bei ihm. Ich möchte wissen, ob er es verstehen kann, dass ich verletzt bin, auch wenn ich befürchte, dass er es vielleicht NICHT versteht. Ich brauche mehr Klarheit...

Noch einmal lieben Dank, Tinchen - ich drück dich herzlich dafür!

Trini

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BeitragVerfasst: Mo Jun 08, 2009 7:48 am 
Meine Liebe,

ich lese hier mit Erleichterung, dass Du beginnst, Dich dem zu stellen. Das gemeine ist, dass DIE Männer genauso schlau sind wie WIR Frauen (des ist jetzt eine nicht so bierernste Formulierung). Uns Frauen bleibt nix anderes übrig, als die volle Verantwortung für die gesammte Beziehung zu übernehmen, wenn wir wachsen wollen. Das ist beim Mann ähnlich. Wo ich als Frau auf die Erlaubnis warte, dass mir mein Mann an meiner Seite erlaubt, dass ich mich auslebe, habe ich mir unter Garantie einen Mann dazu ausgesucht, der mich für sich Fühlen läßt.



Auflösung, also in Zeitraffer, bei seelischer innerer Arbeit mit Ergebnissen

ich bin für meinen Selbstausdruck selber verantwortlich (wenn "er" das sabotiert, gehe ich) und weigere mich, für ihn stellvertretend zu fühlen. Und er ist so klug und kümmert sich in Zukunft selber um seine Gefühle (wenn ich das weiter ungefragt mache, geht er) und holt sich da selber Solidarität und freut sich, wenn ich MEIN Leben lebe. Und selbstverständlich unterstützen wir uns auch gegenseitig.


Da wahrhaftig miteinander umgehen heißt für mich als Frau auch, dass ich für mein Tun die ganze Verantwortung übernehme. Wo und wie kriege ich raus, was meine Begabungen sind. Ich habe ja am Beginn geschrieben, fieses Thema. Gibt es ein Leben jenseits von Kinder-großziehen, einkaufen, jobben und Haus schön machen. Da gucke ich als Frau hin. Solange ich da warte, was "er" dazu meint und macht, bin ich da von meiner Selbstverantwortung weg. Bärbel Mohr hat das in "zweisam statt einsam" so beschrieben, dass ich da an der Stelle immer wieder dran denken muß, der zweite Teil der Beziehung paßt nur zu gut zum ersten Teil der Beziehung. Also der Mann ist mit seinen Stärken wie mit seinen Defiziten das Gegenstück zur heiß geliebten Frau. Und umgekehrt. Sonst würde da garkeine Lieben zwischen den beiden fließen.


Tip für Dich: Julia Cameron "Der Weg des Künstlers im Beruf" lesen, durcharbeiten und gucken, was Du selber mit Dir anfangen kannst. Im Internet gibt es auch sogenannte Begabungstests. Für welchen Beruf bin ich begabt, welche Fähigkeiten habe ich. Suchen - forschen- selber machen.


Dann geht das Interesse, mich wegen sowas aufzuregen, merklich zurück. Und übergeordnet müßtest Du Dich entschuldigen. Du hast hier oben probiert, den Mann an Deiner Seite schlecht zu machen, indem Du ihm hier über uns Vorwürfe gemacht hast. Ich sach ja, fieses Thema. Wenn man bei sich selber ehrlich ist, gibt man sowas zu. Solidarität ist was anderes als sich beklagen über den oder die.



Ich wünsche Dir viel Mut dabei und alles Gute.

Erzähl doch mal von Deinen Erfahrungen beim sich selber kennenlernen.


Tinchen guckt freundlich zu Dir hin.


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BeitragVerfasst: Mo Jun 08, 2009 8:13 am 
Nachtrag: was mir so nahe geht ist der Schmerz des sich nicht lebens. Ich fühle den bei mir, bei Dir und bei Deinem Schatz. Ich finde, das ist ein ergreifendes Thema und wir Frauen sollten, wenn wir es ernst meinen mit dem Wachsen, vorsichtig zu uns selber gucken

und dann beginnen mit dem selber machen

ganz viele freundliche Grüße zu Dir, und schön, dass DU den Mut hattest, das hier zu beschreiben :)

Tinchen


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BeitragVerfasst: Mo Jun 08, 2009 8:29 am 
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Beiträge: 75
Sehr interessant was ihr schreibt. Ist auch sehr interessant dieses Hoppen.

Ich habe Vergebung gelernt durch den Kurs in Wundern. Vergebung ist "nur noch" (das ist also in keiner Weise abwertend) ja wie kann ich es sagen, ein ins Herz nehmen. Es zeitigt sofortige Wirkungen.

Mein Durchbruch bei der Vergebung war meine Tochter in ihrer Pubertät. Ich hatte das Gefühl, sie endlich klein kriegen zu müssen und sah zufällig in ihre Augen. Und dort sah ich die Verletztheit und ihren Kampf. Sie fühlte innen ganz anders als sie sich außen gab. Das tat meinem Herzen weh und seitdem hat sich eine ganz wundervolle Beziehung entwickelt. Ich weiß jetzt, dass wenn es mir einen Stich gibt, weil sie ungerecht ist, dass sie mich gar nicht persönlich meint. Sie gibt einfach ihrem momentanen Gefühl Ausdruck. Ich lasse sie in Ruhe und wir sprechen später weiter. Ich frage dann, obs wieder besser ist. Dann sagt sie ehrlich ne oder ja.

Von ihrem Vater hab ich mich getrennt vor Jahren, weil er auch sehr verletzend war. Er hat aber unseren Sohn ungerecht behandelt und angegriffen und ich bin dann hoch wie ein HB-Männchen. Heute sprechen Sohni und ich viel darüber und er wächst. Er regt sich nicht mehr so auf bzw. versteht sich selbst. Trifft Entscheidungen, z.B. dass es für ihn nicht gut ist, mehrere Tage mit seinem Vater zusammen zu sein.

Wir sind zu dem Schluß gekommen, dass es nicht unsere Aufgabe ist, seinen Vater zu ändern. Der hat auch gute Seiten und wir lassen ihn so, wie er ist. Ändern kann er sich nur ganz allein.

Und verletzende Seiten. Ja die haben Sohni und ich auch. Manchmal unbemerkt. Neulich hab ich eine von mir entdeckt, weil Sohni mich unbemerkt gefilmt hat. Ich hab mich dafür entschuldigt bei ihm, weil ich so nicht wirklich sein will. Ich vergebe mir das selbst.

Sohni hat eine verletzende Seite Mädels gegenüber. Er hat sich am Anfang ein paar Mal heftig verliebt und immer war dann Schluß. Er nahm es persönlich und bildete ein Urteil über "Frauen". Und wenn ihm heute was nicht paßt, dann wird er zum "Dieter Bohlen". Tja was ist also eine verletzende Seite? Eine Überdeckung einer eigenen Verletztheit. Um diese nicht zu spüren, greift man an.

Schönen Tag ihr Lieben
Sita

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BeitragVerfasst: Mo Jun 08, 2009 8:38 am 
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ach ja, und warum entsteht eine Wunde?

weil ETWAS PERSÖNLICH genommen wird.

Ich habe den Eindruck, dass es nicht wirklich persönlich gemeint ist, sondern dass die Person, die sich aufregt und sich respektlos verhält, sich einfach nicht bewußt ist, dass da eine innere Wunde ist. Sobald sie mit dieser Wunde in Berührung kommt, flippt dieses Person aus.

Wir regen uns also nie über den Grund auf, den wir für den Grund halten, (na ist das jetzt richtig formuliert?) sondern verstecken unsere eigene Verletztheit durch diesen Vorgang.

Lg

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BeitragVerfasst: Mo Jun 08, 2009 10:29 am 
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Hallo,

vielen lieben Dank für eure Worte! Ihr helft mir wirklich mehr, als ihr vielleicht ahnt.

@Tinchen - ja, du hast in so vielen Dingen den Kern getroffen. ich merke, daran dass ich deinen Beitrag einige Male genau lesen musste, dass diese Thema für mich gerade völlig NEU ist in meiner Welt. Bisher scheine ich wirklich einen ganz anderen Fokus gehabt zu haben... das wird mir mit einem Schlag klar! Es geht NATÜRLICH darum seinen eigenen Platz im Leben zu finden, sein kreatives Selbst zu finden ... wie erschütternd, dass ich jetzt erst darüber stolpere ... diese Phase möchte ich nun gerne einläuten. Bisher habe ich mich ausschließlich damit beschäftigt, mein alltägliches Leben zu 'reparieren' - Dinge zu erkennen, meinen Anteil darin zu suchen und genauer anzuschauen, mehr Verständnis und Liebe für mich und die Menschen um mich herum zu entwickeln - auch durch das Hoppen. Damit habe ich bereits viel erreicht: viele neue Erkenntnisse, viele neue Emotionen erlebt. Meinen Blick habe ich dabei aber nie auf mein inneres Potential gelegt... das Komische ist, dass ich immer spürte: da ist noch mehr in mir. Aber ich habe mich stets beruhigt und gesagt: darum kümmere ich mich, wenn ich DIESE Dinge erledigt habe. Aber nun fühle ich mich langsam bereit, denn es kommen keine neuen Themen mehr auf den Tisch. Ich kenne mich nun viel besser und darüber freue ich mich wahnsinnig... :-) Und ich hoffe stark, dass diese kleinen "Wunden" bzw. das "sich verletzt fühlen" dann bald verschwindet aus meinem Leben... ich übernehme nun immer mehr Verantwortung.

Auch, dass ich mich bei meinem Freund entschuldigen sollte, dass hat mich wach gemacht und ich stimme dir vollkommen zu. Ich war auch wirklich mit mir am Hadern, als ich diesen Thread eröffnet habe...vermutlich spürte ich schon, dass ich dem Thema wieder Energie gebe, die nicht sei muss - so viel zum Thema loslassen... aber auf der anderen Seite habe ich durch eure Antworten so viel überdenken können. Deshalb stehe ich dazu und bereue es nicht - aber es tut mir trotzdem leid meinem Freund gegenüber. Ich habe ihm während des Streits dauernd Liebe geschickt und affirmiert, dass ich ihm vergebe... das fällt mir noch immer schwer.... aber auch das sollte ich hier nicht schreiben, klingt nach Rechtfertigung und "ich weiß, aber ich habe doch....blabla"

@Sita: kannst du mir dazu ein paar hilfreiche Tipps gebenzur Vergebung - etwas das man "schnell" mal zwischendurch machen kann (also keinen Brief schreiben o.ä.)? Ich habe einen Abendvortrag zum Thema "Radikale Vergebung" gefunden, aber leider kann ich an diesem Termin nicht. :-( Aber da möchte ich gerne noch mehr lernen... diese Wunden in mir, tja - die haben mich scheinbar am Loslassen gehindert. So als hätte sich ein Stachel hineingebohrt... aber mit dem Blick darauf, dass ich vermutlich zuvor SEINE Wunde getroffen habe und er mir diesen Schmerz nur zu erkennen geben wollte, indem er es einfach zurückgibt, weil er es anders einfach nicht ausdrücken kann ... ja, so kann ich ihm vergeben und zwar 100%... und mit dem Gefühl brauche ich ihm auch gar nicht mehr sagen, dass es mich verletzt hat... es ist in Ordnung so... :-) Denn wie du schon sagst, Sita, ich habe SEINE innere Wunde nicht gesehen, aber tue es jetzt - wozu also weiter Salz hineinsträuen?

Liebe Grüße,

Trini

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BeitragVerfasst: Mo Jun 08, 2009 11:07 am 
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Hallo liebe Trini,

mir läuft so eine Gänsehaut über den Körper. So schnell, wie du umsetzt, ach ich finde es so schön. Hintergrund bei mir ist, dass ich das einfach noch nicht gewöhnt bin und ich jetzt etwas anderes sehen darf. Danke dir.

Mal schnell zwischendurch machen. Ja, das hab ich fast immer so getan, nachdem ich wußte, dass ich

a. nur entscheiden brauche, dass ich vergeben will alles andere wird für mich getan vom Uni, Gott, dem Heiligen Geist, dem also, dem ich den Vorzug gebe. hm dass es mehr als eine Entscheidung von mir nicht braucht, damit die Dinge sich ereignen, finde ich persönlich total wichtig, weil das WIE soll ich etwas machen, entfällt.

b. sofort zwischen Tür und Angel meine alte Wunde zum Heilen abgeben konnte. Ich habe gesehen, dass es etwas altes war, was heute keine Funktion mehr hat, weil ich nicht mehr in Gefahr bin und auch nicht mehr hilflos bin. Es ist nur noch so, als würde ich mich eines Kleides entledigen, dass einer 4jährigen passt, aber nicht mehr mir. Dadurch wurde ich frei zu vergeben. Der Heilige Geist war und ist mein Favorit hierbei. Schnell erkenne ich: aah eine alte Wunde und sage sofort, hör mal Heiliger Geist, dieses alte Gefühl kannst du sofort auflösen, heilen. Ich brauche es nicht mehr. Danach wende ich mich wieder meinem Leben zu und vertraue IHM, dass er tut, worum ich bitte. Bisher ist es IMMER auch so geschehen.

Ja und wenn ich nicht vergeben kann, dann kommt b an die erste Stelle und ich erlaube mir, auch mal stinkig zu sein und nicht zu verstehen. Ich erlaube es ja auch anderen. Und was ich anderen zugestehe, das kann ich mir auch zugestehen. Da bin ich irgendwann drauf gekommen hihi

LG
Sita

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BeitragVerfasst: Di Jun 09, 2009 12:19 am 
huhu Trini, ich lese erst jetzt hier weiter, nachdem ich Dir schon die PN geschickt habe, die sich mit Deiner Reaktion erübrigt hat. Du bist Dir selber drauf gekommen. Es war GUT, dass Du das hier geschildert hast. Für andere sichtbar gewordene Lernschleife. Sowas ist immer ein Gewinn für alle.

Finde ich richtig dick doll schön, dass Du Dich besinnst auf DICH, Du machst es für uns anderen Frauen mit. Je mehr Frauen sich selber leben, desto mehr Mut hat der Rest der Frauen, es ihnen nach zutun.

alles Gute Dir und viel Erfolg dabei

Tinchen


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BeitragVerfasst: Di Jun 09, 2009 12:22 am 
TriniHH hat geschrieben:
....... Es kam ein völlig anderes Thema hoch nämlich: "Ich bin so traurig, weil ER mich gar nicht braucht in seinem Leben." (Als Hintergrund: ich wollte ihm am Telefon nur helfen und er hat es als Kritik verstanden, denke ich mal) ...dann ging es mir besser - richtig gut sogar!
.......


ich denke, das ist der Schlüsselsatz

@Sita, vielen Dank für Deine aufrichtigen Schilderungen. Möchte ich nur mal schreiben, damit das nicht untergeht.

viele freundliche Grüße von
Tinchen


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BeitragVerfasst: Di Jun 09, 2009 5:07 am 
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Registriert: Di Mär 17, 2009 3:00 pm
Beiträge: 75
Danke Tinchen :D

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BeitragVerfasst: Di Jun 09, 2009 7:50 am 
@Sita,

die Ehrlichkeiten Deiner Schilderungen bringen uns weiter. Finde ich sehr wertvoll und hilfreich. Und wünsche ich mir mehr von. Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute


@TriniHH
TriniHH hat geschrieben:
Guten Morgen Tinchen,

wow, das Thema scheint auch wirklich irgendwie deines gewesen zu sein, richtig? Ich war richtig baff, als ich das gelesen habe, wie das "Fremdhoppen" Emotionen hochziehen kann... das es so viel Kraft besitzt. Das erstaunt mich immer wieder! Ich danke dir ganz herzlich für deinen Beitrag!

Lustigerweise waren deine Reaktionen identisch mit meinen Reaktionen in der Realität. ............


Ich habe die Fähigkeit, mich in anderen einfühlen zu können, das habe ich bei Dir gemacht. So hast Du in Teilen recht, in Teilen nicht. Das Thema ansich ist für uns Frauen alle wichtig (da sind wir beide uns ähnlich) und wird kaum richtig wahrgenommen. Vorallem beim konsequenten Hingucken beim Selbermachen fehlt es vielen von uns Frauen an Ausdauer oder Mut. Das mache ich mir in Zukunft noch mehr klar, wenn ich zum Gegenstück bei den Männern gucke, dem nicht selber ums Fühlen kümmern. Da hänge ich auch noch in einer Blockade. In Teilen. Ich selber bin viel viel komplizierter als Du, des hat auch Nachteile. So kenne ich nur ganz wenige Menschen, die mich umgekehrt auch verstehen.

Ich habe mich verschiedenlich schon ausgelebt (an der Stelle unterscheiden wir beide uns), betrete also kein gänzliches Neuland, hänge aber grade an der nächsten Stufe fest, wo ich gerade neuen Mut zusammenkratze, um da weiterzukommen.

Sich finden braucht auch vorallem Zeit, in der man sich mit sich selber beschäftigt. Also nicht Selbstanalyse sondern selber tun. Und forschen, was ich selber tun möchte. Und das dann machen. Wie man sich selber drauf kommt, erklärt Julia Cameron brilliant. Und glaubwürdig, weil sie vom Selber tun lebt, sie ist praktizierende, gut Geld verdienende Künstlerin und weiß daher, wovon sie schreibt. Auch weiß sie, dass man sich selber suchen muß und sie erklärt einem, wie man das anstellen kann.


ich wünsche einen schönen Tag
Tinchen


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