Hallo,
@Sybille: ein kleiner Tipp von mir - ich spüre immer dann, wenn sich ein Problem in mir löst, dass ich auf einmal innerlich ganz ruhig und gelassen werde, so als würde sich eine dicke Gewitterwolke in meinem Bauch langsam auflösen, obwohl mich die Situation vorher noch irgendwie negativ gepiekt hat. Das klappte nicht bei den ersten Malen, aber mittlerweile weiß ich genau, wie es sich anfühlt und deshalb ist es einfacher geworden.
Das Lustige daran ist, dass ich mittlerweile sogar etwas weniger hoppe, obwohl es noch immer Probleme in meinem Umfeld gibt. Aber viele Dinge sehe ich von sich aus einfach etwas gelassener - ich weiß nicht, was da innerlich passiert ist, aber es fühlt sich viel besser an. Ich hoffe, dass dieser neue "Seins-Zustand" noch eine ganze Weile anhält!
Da das Thema Mobbing in meiner Kindheit auch vorhanden war, hier mein Hoppenanteil für dich, liebe Someone:
Wenn ich die Freundin deiner Tochter wäre und sie mobben würde, dann würde ich das tun, weil ich nicht weiß, wohin ich mit meiner tiefen, angestauten Wut soll. Ich wäre innerlich so voller Selbstzweifel und Verletzungen, die mir durch andere Personen in meinem Umfeld zugefügt werden, aber ich kann diesen Personen kein Kontra geben, weil sie stärker sind als ich. Deshalb suche ich mir ein Ventil und deine Tochter ist dafür ideal. Sie ist in meinen Augen genau DAS, was ich sein will, genau DAS, was mir bei den besagten, stärkeren Personen Anerkennung verschaffen würde und genau DAS macht mich furchtbar wütend! Und deshalb hat sie es nicht verdient, dass ich mit ihr spiele und ich gönne ihr auch nicht das Spiel mit den anderen Mädchen und damit bekomme ich auch etwas, was SIE will und nicht haben kann. Irgendwo geht es mir damit besser mich so zu rächen. Sage ich aber, es tut mir sehr leid, ich verzeihe mir und ich liebe mich trotzdem, dann sehe ich, dass ich sie nicht verantwortlich machen kann für meine Probleme und auch wenn sie vielleicht nie meine beste Freundin werden sollte, so kann ich sie dennoch akzeptieren lernen und in einfach Ruhe lassen...
Wenn ich deine Tochter wäre und mir diese Situation erschaffen hätte, so hätte ich das getan, weil ich es gewohnt wäre mich "klein" und "minderwertig" zu fühlen. Im Grunde sehe ich das selbst auch so und es bestätigt sich nun von außen, was ich lange selbst nicht zu denken gewagt habe. Ich habe kein gutes Bild von mir selbst und bin auch sehr traurig darüber und dabei würde ich mir nichts mehr wünsche, als jemanden, der mir zur Seite steht, mir Anerkennung schenkt und mich in diesen Situationen beschützt. Wenn ich sage, es tut mir sehr leid, ich verzeieh mir selbst und ich liebe mich trotzdem, dann spüre ich, dass diese beschützende Person ich selbst bin. Ich brauche nur MICH, um diesem Konflikt zu entkommen. Ich spüre, dass es reicht, wenn ich viel gelassener an die Sache herangehe, einfach drüber zu stehen, anstatt in den Gegenangriff zu gehen... und den Mädchen somit den Wind aus den Segeln zu nehmen. Denn ich reiche mir selbst vollkommen... ich bin mir etwas wert... und das ist ein gutes Gefühl.
Mekrwürdig, aber es geht in beiden Situationen bei mir um das Thema "Anerkennung" - beide wollen eigentlich das Selbe!
Liebe Grüße,
Trini