|
Hallo
wenn ich mir solche Kolleginnen erschaffen hätte, dann würde ich das tun, weil es Teile in mir gibt, die ich überhaupt nicht mag, die ich ablehne. Manchmal bin auch ich ungerecht, unausgelichen, bösartig, unkollegial. Nur gestehe ich mir das überhaupt nicht ein. Stattdessen denke ich dauernd: "Ich bin doch so lieb und nett, warum sind die doofen Tanten dann nicht auch lieb und nett zu mir?" Und schon verurteile ich sie auch, bin innerlich ungnädig und auch wütend auf meine Kolleginnen. Innerlich bin ich auch "gemein", und das spüren diese Frauen genau.
Nehme ich es ins Herz, dann sehe ich, dass ich auch solche gemeinen Eigenarten wie diese Frauen habe. Irgendwo fühle ich mich auch schuldig deswegen. Darum bin ich dann "zum Ausgleich" besonders nett zu anderen. Nur- die anderen Menschen sind einfach, wie sie sind. Da kann ich nichts aufrechnen von wegen- hier war ich böse, dann bin ich eben aus Schuldgefühl mal gleich netter für eine Weile.
Nehme ich es weiter ins Herz, dann merke ich, dass ich eigentlich auch ganz gern mal "böse" bin. Denn dieses dauernde nett-sein ist schon anstrengend und überfordert mich total- eigentlich verlange ich da zuviel von mir, und habe mir selbst gegenüber das Gefühl: "Ich bin schlecht, wenn ich mal böse bin". Eigentlich verurteile ich mich selbst, und das spiegeln mir nur meine "gemeinen" Kolleginnen. Irgendwie bin ich in mir drin wohl selbst "gemein" zu mir, wenn ich mal nicht nett bin und damit meinem Ideal von mir nicht entspreche.
Ich nehme den Teil in mein Herz, der auch mal gemein ist.
Ich nehme den Teil in mein Herz, der auch mal nicht ideal ist.
Viele Grüße
Manfred
|