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 Betreff des Beitrags: Irgendwas stimmt doch da nicht...
BeitragVerfasst: Fr Okt 30, 2009 1:30 pm 
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Registriert: Mo Jul 27, 2009 10:27 pm
Beiträge: 29
Hi,

habe mal wieder ein Problem, womit ich nicht selbst klar komme.

Nachdem ich eure Antwort von meinen anderen Threads erhalten habe, habe ich angefangen mich selbst zu lieben. Zur Zeit sage ich mir immer wieder das Mantra von Bärbel auf (Ich liebe mich und erlaube es mir geliebt zu werden). Außerdem habe ich euren Rat angenommen, im Bezug auf "Das ich mehr für mich machen soll, mich mehr auf mich konzentrieren soll".
Dies tu ich jetzt auch, indem ich angefangen habe ins Fitnessstudio zu gehen (wollte ich schon lange mal machen) und außerdem habe ich das Tanzen wieder als große Leidenschaft entdeckt....Also ihr seht,...mir sollte es eigentlich gut gehen.

Nur leider, merke ich jetzt das irgendwie meine Beziehung noch schlechter wird. Mein Freund ist in ein ganz großes Depri-Loch gefallen. Er ist momentan sehr empfindlich, sehr launisch, hat keinen Lebensmut mehr und ich steh einfach nur daneben und kann rein gar nix machen.

Ich versteh die Welt nicht mehr.... Ich habe mich wirklich ein Stück weiterentwickelt und bin grad echt zufrieden mit dem was ich mache....Warum reagiert denn dann mein Freund so gegenteilig???

Habe gedacht, dass wir uns alle spiegeln, warum spiegelt er denn mich momentan nicht.

Habt ihr mir einen Rat, was ich denn machen kann um ihn aus dieser Depression rauszuholen?

Wenn ich in mir reinschau, dann seh ich da wenn überhaupt ein bisschen, abneigung zu meiner Äußerlichkeit. Könnte ne neue Frisur gebrauchen und etwas abnehmen.....aber das nehm ich ja gerade in Angriff....

Irgendwas stimmt da doch nicht...


Kurz nochmal ne kurze Beschreibung von meiner Beziehung:

Bin mit meinem Freund fast 5 Jahre schon zusammen und es gibt gravierende Probleme. Die ganze Basis, die eine Beziehung braucht gibt es bei uns leider nicht mehr. Es fehlt die Kommunikation, die Vertrautheit, das Wohlbefinden und die Anziehung oder besser gesagt die Connection zwischen uns.
Ich glaube mein Freund ist gerade so depri, weil er's nicht mehr aushält, dass das alles fehlt. Und er hat Angst, dass wenn er aus dieser Depression rauskommt, die Beziehung sich dann wieder zu einer oberflächlichen Scheinbeziehung entwickelt.

Ich möchte natürlich auch nicht, dass es wieder zu so einer Beziehung wird. Aber wie bekommen wir es hin, dass diese grundlegende Basis (wie oben beschrieben, Kommunikation, Vertrautheit...) wieder hergestellt wird???

Ich hoffe sehr das ihr mir helfen könnt.

Wäre euch sehr dankbar.

Gruß Jade


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BeitragVerfasst: Fr Okt 30, 2009 2:51 pm 
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Registriert: Mi Mär 21, 2007 10:45 am
Beiträge: 230
Hallo Jade
wenn ich dieser Freund wäre, dann hätte ich mir in meinem Leben nur eine bestimmte Art und Weise angegeignet, mit Problemen umzugehen- ich gehe in die Traurigkeit. Dann wird schon einer kommen, und mir helfen. Wenn jetzt meine Freundin plötzlich gut drauf ist, dann ist meine einzige Stellschraube, die ich zur Verfügung habe, meine Traurigkeit. Also werde ich noch trauriger, vielleicht bleibt sie dann bei mir.
Nehme ich es in mein Herz, dann ist diese Trauer eher ein Schema, eine Rolle, ein Schauspiel. Ich fühle eigentlich gar nicht wirklich diese Traurigkeit, ich spiele sie eher.
Nehme ich es weiter in mein Herz, dann will ich eigentlich durch diese Rolle jemand die Schuld geben: schau mal her, das hast du aus mir gemacht, weil.... du immer so und so warst.... und nie das und das gemacht hast. Im Grunde ist es Trotz, der festgefroren ist.
Nehme ich es in mein Herz, dann liebe ich diesen Trotz, dann weiche ich ihn auf. Ich liebe mich, auch mit dem Trotz. Nun kann er endlich heilen.

Wenn ich Jade wäre und so einen Freund hätte, dann würde ich mir das so erschaffen haben, um eine alte Fessel loszuwerden. Ich fühle die Schuldvorwürfe meines Freundes, dass ich schuld bin, dass es ihm so schlecht geht. Es ist, als wäre da ein innerer Zwang, ihn "retten" zu müssen.
Nehme ich es in mein Herz, dann spüre ich, dass mir seine Gefühle wichtiger sind als meine eigenen. Mir ist es wichtiger, ihn glücklich zu machen, als mich selbst.
Nehme ich es in mein Herz, dann fange ich an zu lieben, dass ich mich selbst verleugne. Und das tut erstmal sehr weh. Ich liebe meinen Teil, der andere Gefühle wichtiger nimmt. Ich liebe meinen teil, der andere menschen retten möchte. Ich nehme diese Teile in mein Herz.

Viele Grüße
Manfred


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BeitragVerfasst: Fr Okt 30, 2009 2:54 pm 
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Registriert: Mo Apr 30, 2007 6:51 pm
Beiträge: 8405
Wohnort: Düsseldorf
Eine Auswirkung einer persönlichen Veränderung kann auch sein, daß sich Menschen, die nicht mehr zu deiner neuen Schwingung passen, aus deinem Leben entfernen werden.

Oder das Problem ist, daß du weiterhin auf die Mängel deines Freundes fokussiert bist, das würde ein "Mitziehen" erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen.

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In diesem Spiegelkabinett siehst du eine Menge Dinge. Reibe dir die Augen! Nur du allein bist da.
(Rumi, Das Lied der Liebe)


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BeitragVerfasst: Fr Okt 30, 2009 9:05 pm 
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Registriert: Di Mär 27, 2007 11:15 am
Beiträge: 936
Siehst du,und schon bist du wieder unsicher und hast Angst,weil dein Freund sich nicht so verhält,wie du es brauchst,um dich sicher zu fühlen :wink: Und erwartest wieder Bestätigung von ihm für das,was du tust.

Ansonsten schließe ich mich Naike an-wobei ich glaube,das du es einfach mal laufen lassen solltest und schauen,was passiert,wenn du dich wirklich dauerhaft bemühst.Es sind doch erst ein paar Tage vergangen...!

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*****"Die Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich nötig, dass sie jemand findet.“ *******

Astrid Lindgren


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BeitragVerfasst: Sa Okt 31, 2009 12:55 pm 
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Beiträge: 29
Hi

Danke für eure Antworten.

Manfred:

Der 2te Teil war sehr zutreffend. Ich bin sehr darauf fixiert, dass es anderen gut geht. Aber wie es mir dabei geht, lass ich völlig in den Hintergrund verschwinden. :(

Ich muß aber dazu sagen, dass es mir sehr schwer fällt, auf
meine Gefühle zu achten. Ich werde nämlich gerade die ganze
Zeit von meinem Freund runtergezogen. Das nervt, macht mich aber in erster Linie sehr traurig. Somit fällt es mir schwer mich auf mich zu konzentrieren. Ich meine, er ist mein Freund und ich habe ein ultra schlechtes Gefühl, wenn ich ihn "links liegen" lasse.

Habe (auch durch Manfreds Beitrag), das Thema gehoppt. Aber irgendwie fühlt es sich noch nicht richtig an.

Naike:

Ich glaube es ist das 2te. Ich will ihn mitziehen und realisier dann nicht, das ich mich persönlich dabei runterzieh. Aber wie schon oben erwähnt, will und kann ich meinen Freund nicht links liegen lassen. ...
Gibt es da nicht irgendeine andere Variante (Kompromiss)?

shaoli:

Klar, es ist noch nicht lange her, aber ich finde das bisschen ungerecht.
Wenn mein Freund mein Spiegel ist, und er mir als mein Spiegel sagt, was ich bei mir noch klar stellen muss, dann kann ich doch wohl erwarten, dass mein Spiegel mir auch mal positives Feedback gibt.


Also nochmals danke für eure Antworten.

Ich hoffe, dass es aber noch ein paar mehr werden.

Achja, ...ich weiß meine Frage, wie ich die Basis der Beziehung wieder aufbauen kann ist ein wenig schwierig zu beantworten. Aber ich würde mich trotzdem freuen wenn igendwas zu dieser Frage kommt. Vielleicht, hat ja jemand das gleiche Problem schon einmal gehabt.

Gruß Jade


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BeitragVerfasst: Sa Okt 31, 2009 5:35 pm 
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Registriert: Mo Apr 30, 2007 6:51 pm
Beiträge: 8405
Wohnort: Düsseldorf
Du könntest "spielen", d. h. seine Mängel mal für einige Zeit völlig ignorieren und versuchen, ihn in gänzlich anderem Licht zu sehen. Allerdings ist es immer ungünstig, wenn man so etwas tut, um Veränderung zu erreichen und nicht einfach, weil es sich besser anfühlt, weil du dann auf der Basis handelst, daß etwas nicht ok ist. Und wenn du das so empfindest, erschaffst du weiterhin bzw. mehr nicht ok.

Das ist generell die Krux an der ganzen Sache, man fokussiert sich aufs Verändernwollen, weil da eben ein Mangel ist, den man sich wegwünscht, statt aus einem positivem Gefühl heraus automatisch bessere Umstände zu gestalten. Patentlösung habe ich bisher keine dafür, aber man sollte sich unbedingt anhaltend darin üben, gleichmütiger und gelassener zu sein und nicht mehr in der Muss-Kategorie zu denken. Weg mit dem Bedürfnis, alles kontrollieren zu wollen, dahinter steckt ja bekanntlich Angst. Im Grunde eine mehr als einfach Lösung für alles, nur halt alles andere als leicht. :roll:

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In diesem Spiegelkabinett siehst du eine Menge Dinge. Reibe dir die Augen! Nur du allein bist da.
(Rumi, Das Lied der Liebe)


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BeitragVerfasst: Sa Okt 31, 2009 8:06 pm 
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Registriert: Mi Jul 09, 2008 9:09 pm
Beiträge: 449
Liebe jade22,

vielleicht ist die Antwort nicht ganz nach deinem Geschmack..aber du erlebst eine Phase, in der du deinem Partner wirklich dankbar sein kannst für sein So-sein.

Er gibt dir Gelegenheit, zu wachsen. Über deinen Wunsch hinaus, ihm helfen zu wollen. Wenn du magst, sieh dir das Muster an, das dahinter liegt, denn ihn wirst du nimmerlich verändern können, es gelingt nur, in dir selber eine Veränderung herbeizurufen. Die Gelegenheit ist günstig dafür, wenn auch schwierig, das ist klar.
Du sollst ihn in der Patsche sitzen lassen, und dafür sorgen, dass es dir (noch) besser geht?
Nun, dieses Sich besser gehen lassen ...es kommt...doch zuvor ...was hält dich auf Trab, ihm helfen zu wollen?

Finde zu deiner Kraft, die dich -noch- davon abhält, dein eigenes Leben zu leben, selbstbestimmt und für-dich-sorgend. Wir besitzen unendlich viel Stärke, die wir uns selbst zukommen lassen sollten.
Erst dann kommst du in den Genuss, dies auch mit einem Partner zu teilen, unabhängig von ihm, raus aus dem " Ich brauche dich für.." Programm.

Doch ist dies nur meine persönliche Sicht, vielleicht passt es auch gar nicht :roll: - - - -
love

_________________
" Ich danke, also bin ich. "


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BeitragVerfasst: So Nov 01, 2009 11:11 pm 
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Registriert: Do Sep 10, 2009 10:11 pm
Beiträge: 104
Wohnort: hier
Hallo Jade,

für mich ist die Reaktion Deines Freundes ganz klar ein Zeichen von Angst. Wenn Du nun anfängst, für Dich zu sorgen und Wege findest, wie es Dir - unabhängig von ihm - besser geht, wird er Angst haben, dass er Dir unwichtig wird. Er wird das so interpretieren, dass Du Dich von ihm weg bewegst.

Du kannst ihm sagen, dass das Eine mit dem Anderen nichts zu tun hat - wenn es denn so ist - aber fühle Dich nicht für seine Gefühle verantwortlich.

LG
tiramisu

_________________
Alle dachten immer, das geht nicht. Bis einer kam, der das nicht wusste. Und bei ihm ging es.


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BeitragVerfasst: Mo Nov 02, 2009 10:29 am 
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Registriert: Mo Jul 27, 2009 10:27 pm
Beiträge: 29
Hi an alle,

Danke !

Ich verstehe was ihr meint.

Ab und zu gelingt es mir sogar, dieses Problem einfach auszuschalten, dann ist es auch ok und mein Freund ist nicht mehr depri. Aber das konstant zu halten ist auch eine Kunst für sich.

Mir geht es persönlich leider nicht mehr so gut.
(Hatte für das Fitnessstudio einen Gutschein, für einen Monat gratis trainieren. Am Freitag traf ich dann leider den Geschäftsführer des Studios und dieser hat mir gesagt, dass der Gutschein nicht mehr gültig ist :-( ....da es mittlerweile zu einer GmbH geworden ist und bla bla bla. Da ist wohl meine Bestellung zum Universum nicht genau genug gewesen...).


Ich überlege mir jetzt mittlerweile ob ich mir nicht doch Hilfe bei einem Psychologen hole.

Was meint ihr dazu? Ich bin mir da bissle skeptisch, da ich mir denken kann, dass Psychologen halt "Standart-Antworten" parat haben (Übertrieben ausgedrückt).
Bzw. besser gesagt, dass Sie nicht das Wissen haben, was wir User hier haben. (Z.B. die Gesetze).

Andererseits, weiß ich einfach nicht mehr weiter. Das mit der Beziehung ist ja nur eins meiner Probleme. Bin neben diesem Problem auch mir mir beschäftigt (meine Persönlichkeit; Selbstfindung).
Gerade wird mir einfach alles zu viel. Fühl mir nur noch leer und traurig. Ich glaube mittlerweile, bin ich selbst in einer Depression gefallen.

Gruß
Jade


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BeitragVerfasst: Mo Nov 02, 2009 10:44 am 
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Registriert: Mi Jul 09, 2008 9:09 pm
Beiträge: 449
Liebe Jade,

wenn du magst- ich drück dich ein bissl :) , denn ich verstehe deine Phase.

Gehe deinem Gespür nach...schau, wo es dich hinzieht, wenn es eine Beratung ist, dann ist das gut. Oder ..oder...

Sei offen dafür, was sich dir zeigt, es wird schon richtig sein.

Es gibt Therapeuten, die haben dazu gelernt :D , was Selbsthilfe angeht, der Wandel macht auch vor ihnen nicht Halt. Vertraue.

Sobald du einigermaßen entschieden bist, was du brauchst, kommt etwas auf dich zu ( es kann gar nicht anders :wink: ) und du bekommst Hilfe.

Ich sende dir Liebe und Licht
love

_________________
" Ich danke, also bin ich. "


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