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BeitragVerfasst: Di Okt 20, 2009 3:12 pm 
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Beiträge: 29
Hi zusammen,

brauche mal wieder Eure Hilfe.

Es geht um meine Angst. Es ist wie eine große beschissene Blockade in mir. Und ich hab jetzt langsam die Nase voll davon.

Durch diese Angst bin ich so eingesperrt....Sie verursacht meine Unsicherheit, mein "Nicht Anstoßen wollen" um es jeden Recht zu machen, mein daraus folgendes kleines Selbstbewusstsein und vor allem habe ich eine ziemlich große Angst meinen Freund zu verlieren (Verlustangst).

Ich glaube diese Angst bzw. Ängste zu haben, macht alles nur noch viel schlimmer. Z.B. habe ich Angst vorm Streiten...und somit werde ich sehr oft mit Streit konfrontiert. Und die Angst meinen Freund zu verlieren bewirkt, dass er sich nicht wohl bei mir fühlt sondern sich eher eingesperrt fühlt. Es ist nicht so das ich ihm was verbiete oder kontrolliere sondern....er spürt es einfach. Außerdem geht es sogar momentan soweit, dass ich nur noch Unsicher bin wenn ich mit ihm alleine bin. Und durch diese Unsicherheit bin ich nicht mehr natürlich....nicht mehr echt. Als ob ich eine Maske aufzieh. Und das merkt mein Freund auch und "zack"...entsteht Streit...

Ich muss auch dazu noch sagen, dass es zum einen, mein erster Freund ist (5Jahre schon zusammen) und zum anderen, dass in den Streits die wir schon hatten, sehr viel ausgesprochen worden ist dass man auch nicht mehr vergessen kann. Ich habe also durch Erfahrungen die ich schon mit den Streits mit meinem Freund hatte, eigentlich berechtigt Schiss vor einen weiteren, indem vielleicht wieder Sachen ausgesprochen werden, die man nicht einfach so zurück nehmen kann. (Auch wenn nicht alles ernst war sondern von der Wut erzeugt worden ist).

Ich hoffe ihr versteht was ich meine.
Ich befinde mich in einem riesen Teufelkreis und die Beziehung leidet da sehr darunter. Sie ist eigentlich schon tot.

Trotzdem liebe ich meinen Freund noch. Und ich bin mir irgendwie auch sicher das es Liebe ist die ich zu ihm habe und nicht nur Angst die mich bei ihm hält.

Bitte helft mir.

Gruß Jade

P.S. Mir fällt da gerade noch etwas ein.....Ich hatte mal eine sehr süße junge Katze, die ich so sehr geliebt habe, dass ich nicht wollte, dass Sie mir abhaut. Deshalb hab ich gewartet bis sie bisschen größer wurde, bevor ich Sie rausgelassen habe....Irgendwann war Sie spurlos verschwunden. Weiß immernoch nicht was mit ihr passiert ist....
Danach hab ich mir nochmals eine junge Katze angeschaffen.....irgendwann war auch diese weg. Zu der Zeit hatte ich aber noch eine junge Katze von meinem Freund, die ich aber nicht so geliebt habe wie meine eigene....Diese, ist nicht mit meinem abgehauen.

Ich bin so verwirrt....wie viel Liebe ist denn notwendig, damit jemand bei mir bleibt.
Dumme Frage...aber darf man jemanden nur so viel lieben, wie man jeden anderen liebt (z.B. die Katze meines Freundes)?
Oder, andere Frage.... muss ich erst meinen jetzigen Freund verlieren, dass es mir bei meinen nächsten Freunden nicht so weh tut, wenn ich sie verliere (wie bei meiner zweite junge Katze).

Ach....ich weiß einfach nicht mehr weiter....ich mag nicht mehr :cry: Das alles geht mir so auf die Substanz....

Wie bekomme ich meine verfi**te Angst in den Griff?


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BeitragVerfasst: Di Okt 20, 2009 6:40 pm 
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Hi :D

Ich habe Anfang des Jahres zum zweiten Mal mit heftigen Angst-und Panikattacken zu schaffen gehabt (ich setze Angst jetzt mal mit Angst gleich,obwohl ich weiß,das Ängste sehr persönlich sind) und sehr gute Erfahrungen mit Bachblüten und einer Konstitutionsbehandlung beim Heilpraktiker-hat mir die Tür zu mir selber geöffnet.

Außerdem der Leitsatz,das ich meine Angst selber erschaffen habe.Also kann ich sie auch wieder abschaffen :P

Nein,du mußt deinen Freund nicht erst verlieren,damit es beim nächsten nicht so wehtut...sondern dich selber finden,vor allem das Vertrauen in dich selber und die Liebe zu dir selber.Unabhängig davon,ob dein Freund dich liebt oder nicht-eben die emotionalen Löcher stopfen,durch die du ausläufst,denn die sind die Ursache für die Angst.

Oder anders ausgedrückt sind Ängste meist Anteile der Persönlichkeit,die sich aufgrund entsprechender Kindheitserlebnisse nicht weiter entwickelt haben.Wenn man sich die Persönlichkeit wie einen Baum vorstellt,dann wächst sie idealerweise gerade und gleichmäßig.Verliert ein Kind z.B. ein Elternteil (oder glaubt es verloren zu haben) kann es sein,das sich die Persönlichkeit an diesem Punkt abspaltet und sich nicht weiter entwickelt.
Dieser Teil bleibt im wahrsten Sinn des Wortes auf der Strecke.
Spätere Partner bekommen es dann nicht nur mit der erwachsenen Jade zu tun,sondern unter Umständen auch mit den kleinen Jades auf den unteren Ästen,die da immer noch sitzen und ihre Bedürfnisse einfordern.

Diese kleinen Jades wollen wachsen und lernen,wie sie sich selber schützen,selber für sich sorgen (einsetzen,was zutreffend ist bitte) können.

Ich wünsche dir alles Gute!

_________________
*****"Die Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich nötig, dass sie jemand findet.“ *******

Astrid Lindgren


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BeitragVerfasst: Di Okt 20, 2009 9:57 pm 
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Registriert: Mo Jul 27, 2009 10:27 pm
Beiträge: 29
Vielen Dank shaoli !

Du hast es echt schön beschrieben.

Vor allem hast du recht das ich mich selbst finden soll....selbst mehr lieben usw.

Die bisherigen Threads die ich hier eröffnet habe, handeln davon.
Nur leider finde ich es unheimlich schwierig, sich z.B selbst zu finden.

Was meinst du bzw. hast du mir einen Tipp wie ich da vorgehen soll?

Du hast Recht mit dem kleinen Kind in mir, habe zwar niemanden in der Kindheit verloren(zumindest keine Person), aber ich fühle mich totzdem in manchen Situation wie ein Kind, dass Schutz braucht, dass einfach nur geliebt werden will und das auch mal merkt, dass es gebraucht wird.

Ich weiß einfach auch nicht was ich mit dieser Angst tun soll. Ich meine....Sie macht einfach alles kaputt....Ich möchte mich ja weiterentwickeln...mich selbst finden, aber (auch wenn ich nicht weiß wie ich das anstelle), die Angst ist bestimmt kein gutes Mittel damit das es klappt.

Achja und shaoli, kannst du mir noch kurz erklären, was du mit "emotionalen Löcher stopfen" meinst bzw. wie ich hierbei am besten voran gehen soll? Ich habe das jetzt so verstanden...ich bin ein Mensch der gerne z.B. Liebe bekommen möchte, weil ich das anscheindend in meiner Kindheit nicht genug bekommen habe.....also sollte ich anfangen mich selbst mehr zu lieben.

In diesem Forum habe ich schon oft gesagt bekommen, dass ich mich mehr lieben soll und ich bin auch sehr dankbar für diese Erkenntnis aber irgendwie habe ich immernoch ein Problem mit dem allen. Wenn ich anderen Leuten erzähle, was ich schon alles in meinem Leben geschafft habe, dann sind die meisten einfach nur erstaunt ...aber wenn ich mir selbst das alles erzähle....dann kommt es mir vor wie wenn ich meine Lebensgeschichte nur so herunter leiere....Ohne Emotionen ohne das ich mir was gutschreibe. Es ist nix für mich.
Also kann ich diese Methode schon einmal ausschließen.

Die Methode zu hoppen habe ich natürlich auch schon ausprobiert und das hilft auch, aber irgendwie nicht lange genug. Am nächsten Tag, könnt ich schon wieder von neuem beginnen.

hmm....


Vielen Dank nochmal. Hoffe auf noch n paar Antworten.

Gruß Jade


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BeitragVerfasst: Mi Okt 21, 2009 8:32 am 
...der Antwort von Shaoli kann ich eigentlich nichts mehr hinzufügen...das allerwichtigste ist jetzt Vertrauen in dich selbst...du hast gefragt wieviel Liebe man geben muss/soll...Die Frage müsste aber eher lauten - WIEVIEL LIEBE GEBE ICH MIR SELBST? Wieviel du anderen Personen gibst ist absolut unwichtig...erst wenn du dich selbst liebst gibst du auch automatisch die richtige Portion Liebe an andere ab...ohne groß darüber nachdenken zu müssen :) ... Aber das weißt du ja schon alles...und in der Theorie hört sich auch alles immer einfacher an als in der Praxis...ich weiß ich weiß...Auch mich haben vor ein paar Jahren noch schreckliche Verlustängste geplagt...manchmal mucken sie zwar immer noch auf...Aber ich hab sie jetzt im Griff :) ... Was mir geholfen hat? Ich habe mich voll und ganz nur auf mich konzentriert...ich war noch nicht mal interessiert an Männerbekanntschaften...ich war nur für mich da...ich habe mir selbst Wünsche erfüllt, die schon ewig in mir schlummerten, die ich aber nie verwirklichen konnte weil mich immer irgend jemand (meist MÄNNER für die ich mich verbogen habe!!) daran gehindert hat. Nach und nach wurde mir dann klar, dass ich diese anderen Männern eigentlich gar nicht wirklich geliebt habe bzw. diese Männern hätten mich nie im Leben glücklich machen können...das einzige an mir, das mit diesen Männern zusammen sein wollte war mein EGO! Und als ich das endlich kapiert habe und ich noch benommen war durch diesen Höhenrausch den mir dieser AHA-Effekt beschert hatte klappte plötzlich alles von alleine...da sind Dinge passiert, die an ein Wunder grenzen und ich bin einfach nur glücklich.

Aber wenn wirklich gar nichts mehr geht und du das Gefühl hast der Karren ist zu festgefahren bei dir, ist es ja auch nicht schlimm sich einfach mal professionelle Hilfe zu holen...Obwohl das auch ein schwieriges Unterfangen werden kann...aus tausenden "Heilern" DEN richtigen und vor allem ehrlichen und kompetenten zu finden....

Ich drück dich meine Liebe :D


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BeitragVerfasst: Fr Okt 23, 2009 1:25 pm 
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Registriert: Di Mär 27, 2007 11:15 am
Beiträge: 936
Hi Jade,

emotionale Löcher sind da,wo du emotionale Bedürfnisse hast,von denen du glaubst,das du sie nicht selber befriedigen kannst.Durch diese Löcher fließt deine Energie weg von dir und dein Focus richtet sich auf Mangel (an Vertrauen darauf,das du selber dafür sorgen kannst,das es dir gut geht).

Es gab eine Zeit,da hat alles in mir völlig hysterisch danach geschrieen,geliebt,respektiert und behütet zu werden-aber ich glaube,egal,wer damals versucht hätte,mir alles zu geben,ich hätte es gar nicht sehen können,geschweige denn,annehmen.Denn wenn man sich selber für nicht liebenswert hält,MUSS man einfach Angst haben,das der Partner ebenso wenig dazu in der Lage ist und dreht das,was er sagt und tut unbewußt so hin,das es zum Selbstbild paßt-bei mir war es jedenfalls so.Nur hatte ich das Pech,einen Freund zu haben,der sich damit nicht aufhalten wollte :wink:

DIE Methode gibt es wahrscheinlich nicht...ich wollte einfach nur noch unabhängig sein,nach etlichen schmerzhaften Erfahrungen,nicht nur in der Partnerschaft,sondern auch in der Familie.Da habe ich irgendwie resigniert und angefangen,mich selber darum zu kümmern,das es mir gut geht,aber auch,mich zu fragen,was ich eigentlich wirklich will.Ob es anderen nun schmeckt oder nicht-das ist nämlich auch eine Angst-Falle,es allen recht machen zu wollen,weil man meint,sonst könnten sie einen nicht lieben.Oder man müsse dankbar sein für das bißchen Liebe,was man im Leben erfahren hat.
Durch die Beschäftigung mit RG wollte ich plötzlich von allem ein bißchen mehr-in gewisser Weise haben mir die Bücher darüber das Gefühl gegeben,das mir kein Mensch geben konnte:es steht dir zu,du kannst das,du bist so in Ordnung,wie du bist.

Was mich wirklich verblüfft ist,das mir andere Menschen heute einfach so geben,worum ich früher meinte,betteln zu müssen.Und ich kann es genießen,mich freuen und es schätzen.

Bin auch noch nicht so ganz da,wo ich sein will-aber immerhin.

_________________
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Astrid Lindgren


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BeitragVerfasst: Fr Okt 23, 2009 7:32 pm 
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Registriert: Mo Jul 27, 2009 10:27 pm
Beiträge: 29
Hi Gisela, Hi shaoli

Vielen Dank für Eure Antworten !

Sie haben mir echt weitergeholfen.

Jetzt sollt ich das "nur noch" umsetzen.

Im Geiste stell ich mir das echt einfach vor bzw. weiß ich was los ist und wie es sein könnte...aber an der Umsetzung happert es noch.

Es ist ja auch alles irgendwie logisch:

Wenn ich mich selbst liebe, dann bekomm ich diese Liebe auch im Außen gezeigt / kommt sie auf mich zurück.

Wenn ich mir selbst mehr Wert zuschreibe, dann verändert sich auch mein Selbstbewusstsein / wird größer und somit wirke ich nicht mehr so Unsicher (z.B. in Gesprächen) und man nimmt mich wahr bzw. ernst.
Ich glaube das dann auch meine Verlustangst oder allgemein meine Ängste zurück gehen würden.
.
.
.

Die Liste kann ich aber leider noch lange weiterführen.

Egal...

Ich mach jetzt einfach das beste daraus.

Habe z.B. angefangen das Mantra von Bärbel Mohr immer mal wieder zu sagen ("Ich liebe mich und ich erlaube mir geliebt zu werden")
Mal schauen ob sich da was tut.

Wisst ihr, ich bin eine, die irgendwie immer Hilfe von Außen sucht. Anstatt in mir selbst reinzuschauen.
Habe das aber auch schon oft ausprobiert nur ich finde da leider keine Hilfe. Mein Kopf ist dann völlig leer. Fühle mich echt oft wie ein kleines Opfer.....
Deswegen danke ich Euch echt sehr. Es tut auch einfach mal gut zu wissen, dass es nicht nur mir so geht.

Ich brauch jetzt einfach Veränderung in der Hinsicht. Komme was wolle.
Will nicht mehr das kleine Mauerblümchen sein, die immer Hilfe; Liebe oder sonst was von Außen braucht.

Hoffe ich schaffe es. Drückt mir die Daumen.

Liebe Grüße Jade


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