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Hallo, wenn ich Termine dauernd "vergessen" würde, warum würde ich das tun? Jeder Termin wäre für mich eine Art Zwang, den ich nicht einhalten möchte, nach dem Motto: "Da muss du jetzt hingehen". Ich fühle mich erst richtig frei, wenn ich diesem Zwang ausweichen kann. Mit ist diese Freiheit wichtiger als die Verletzung, die ich dem Menschen verpasse, den ich beim Termin ewig warten lasse. Nehme ich es in mein Herz, merke ich, dass ich Angst habe, überhaupt Verpflichtungen gegenüber anderen Menschen einzugehen. Bevor ich es soweit kommen lasse, enge Beziehungen (und damit enge Verpflichtungen) einzugehen, mache ich lieber gleich bei den eher unscheinbaren Terminen deutlich, dass eine wirkliche Beziehung zu mir nicht möglich ist. Lieber verletze ich dort (beim Termin), wo es noch nicht so weh tut, als später, wo es mehr schmerzen täte, wenn schon eine enge Beziehung besteht. Ich liebe den Teil, der Angst vor Beziehungen hat. Ich liebe den Teil, der Angst hat, andere zu verletzen.
Wenn ich die Fragestellerin wäre und mit einem Menschen zu tun hätte, der mich dauernd versetzt, warum würde ich mir das in mein Leben ziehen? Ich würde nicht nur ver(s)etzt, nein auch dauernd ver(l)etzt. Ich freue mich beim Termin auf diesen Menschen, und er/sie weicht mir aus. Dieser Mensch schenkt mir immer wieder einen kleinen Schmerz, den ich fühlen könnte. Was ist es eigentlich wirklich, was mich nervt beim ver(s)(l)etzt werden? Eigentlich ist es dieser Schmerz, den ich nicht fühlen will, und über den Schmerz lege ich darum ganz schnell einen Mantel von Wut, Ablehnung und Frust, um ihn nicht spüren zu müssen. Also: Ich liebe meinen Schmerz, ich nehme ihn an, ich danke ihm. Ich erlebe ihn ganz, damit er sich verwandeln kann in sein Gegenteil. Habe ich ihn erlebt, brauche ich niemanden mehr, der ihn mir schenkt. Denn dann bin ich ihn schon geworden.
Viele Grüße Manfred
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