Hallo
Ich erlaube mir, in diesem Thread einige Aussagen aufzugreifen und euch eine weitere (meine) Sichtweise anzubieten...
Da wäre zum einen diese Aussage von Madam Mim:
Madam Mim hat geschrieben:
Sämtliche negative Gefühle gehören für mich aber einfach zum Prozess des Verarbeitens, es wäre falsch zu sagen "ich vergebe dir", wenn tief in mir jemand schreit "was du mir angetan hast hat mich verletzt".
Aus meinem Verständnis des Hoppens heraus, zielt diese Methode darauf,
sich selbst zu vergeben.
Meist scheint es die innere Stimme, der innere Kritiker, das Gewissen (oder wie auch immer jeder für sich diese innere Instanz -diese selbstkritischen und selbstzerfleichenden Gedanken bezeichnet) zu sein, die (bzw. der) das härteste Urteil über das eigene Verhalten verhängt... wer sich davon befreit, indem er zuläßt, was ist oder zu sein scheint, durchbricht den Gedankenfluß, der immer nach den "wahren" Gründen und Ursachen sucht und die Schuldfrage stellt.
Ich werde verletzt, reagiere mit Wut, Ärger, Enttäuschung, Ablehnung, Angst, etc. in aller Regel nicht etwa aufgrund des Verhaltens einer anderen Person. Nein, Ich selbst erschaffe den Raum und die Möglichkeit, dass andere Menschen und deren Verhalten mich entsprechend fühlen lassen.
Für mich persönlich wären hier Gewaltverbrechen als Ausnahme zu nennen, wo ein Anderer (mit körperlicher, seelischer oder psychischer Gewalt) übergriffig wird.
Und selbst da werden später neue Erfahrungen nur ihren Raum finden, wenn ich mir für das, was passiert ist, keine Schuld gebe… (Die Besserwisser und Neunmalklugen werden jetzt wieder sagen: Es gibt keine Schuld, etc. und im Grunde gebe ich ihnen recht. – Sagt das aber mal zu einer Person, die nach Gründen sucht, weil sie geschlagen, misshandelt oder verlassen wurde, oder dass ihr Sohn / ihre Tochter straffällig, drogensüchtig, gewalttätig oder krank wurde, und immer werden sie in einem stillen Moment des Zweifeln zu sich sagen, dass es bestimmt alles ihre Schuld sei, dass sie schlechte Eltern/Kinder wären, dass sie besser hätten zuhören oder aufpassen oder anders hätten reagieren müssen, usw. usf. )
Madam Mim hat geschrieben:
Und überhaupt nicht verstehe ich das Auswirken auf Katastrophen. Ich nehme jetzt das Beispiel von Mexiko und dem Öl-Desaster her. Mich persönlich trifft so eine Katastrophe schon sehr.
Uns alle betrifft eine solche „Katastrophe“. Nur, die Frage, die sich meiner Meinung nach stellt, wäre, ob und wie jeder Einzelne seine Verantwortung dafür zu übernehmen bereit ist.
- Bin ich bereit zu sagen, ja ich habe diese Situation (mit)erschaffen, weil ich persönlich über hohe Spritpreise klage und jede Gelegenheit nutze, so günstig wie möglich zu tanken?
- Habe ich diese Situation erschaffen, weil ich überall mit meinem Auto hinfahren will, und dieses Auto nun mal mit Benzin fährt?
- Oder weil ich vielleicht mit Öl heize? Weils billiger (und trotzdem immer noch zu teuer) ist?
- Vielleicht habe ich aber auch diese Situation erschaffen, weil ich mich als Gutmensch fühlen will, und mir die Ausbeutung der Rohstoffe - des Öls - (wenn es diese „Katastrophe nicht gegeben hätte) nur ein müdes Schulterzucken entlockt hätte (mit dem Kommentar, das ein solcher Gedanke –Ausbeutung- einem Mangelbewusstsein entspringen würde)
Das wären nur mal ein paar Möglichkeiten, wie ich diese Situation am Golf (mit)erschaffen haben könnte...
- Erkenne ich meinen Anteil daran an? Übernehme ich dafür die Verantwortung?
- Vergebe ich mir?
- Verändere ich etwas bei und in mir?
(Ja, das genau wäre aus meiner Sicht „hoppen“)
Oder entscheide ich mich dafür zu sagen:
„Das hat alles nichts mit mir zu tun…“,
„ich kann eh nichts ändern …“,
„wenn die anderen…“ und
„die da oben müssten/sollten…“ Und um mein Gewissen zu beruhigen (da isses wieder!), gehe ich mal eben demonstrieren oder nehme an einer Unterschriftenaktion teil, spende Geld (das ich wieder von der Lohn-, bzw. Einkommensteuer absetzen kann) und lebe mein Leben so weiter wie vorher.
someone hat geschrieben:
Oh je.. die Ölkatastrophe.. ich kann nur sagen.. da müssen wir "hoppen bis der Notarzt kommt" (wenn Du verstehst was ich damit meine).. das ist zu viel.. und so enorm anders schwingen können wir paar Leute einfach nicht.. damit sich da was gravierendes ändert.
.. Das liegt einfach noch zu fern ab unserer Realität.. das zu verändern.. so gut sind wir einzelnen nicht in "Realitätsgestaltung"..
Doch, so gut sind wir in Realitätsgestaltung. Wir haben diese Situation erschaffen. Jeder einzelne von uns… und erst, wenn wir (jeder einzelne von uns) unsere Verantwortung für diese, unsere Realität übernehmen, erst dann können wir (jeder einzelne von uns) sie ändern.
Wir haben das genau so erschaffen, wie wir es jetzt erleben - weshalb sollten wir nicht ebenso gut etwas anderes erschaffen können?
Und eins noch:
@Barbara 25:
Barbara25 hat geschrieben:
Ich ärgere mich grade massloss darüber, dass mir sozusagen ein "saftiger Schinken vor die Nase" gehalten wird, in diesem Fall Hoppen, eine erfolgsversprechende Methode, aber in keinster Weise verständlich erklärt wird, wie dass denn nun genau läuft bzw. wie ich diesen "Schinken ergattere".
(...)
Ich checks einfach nicht!!! Ist es denn, himmelarschundzwirn, nicht möglich, dass so zu erklären, dass man auch drauskommt? Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr.....
Für den einen ist es ein saftiger Schinken- für den anderen ein zäher Brocken, an dem man sich verschlucken und die Zähne ausbeißen kann…
Es muss nicht jeder „hoppen“ und es muss schon gar nicht jeder verstehen… von daher, mach Dir einfach nichts draus, dass Du es nicht kapierst, erkenne es an, vergib Dir, dass Du es nicht begreifst, und wende Dich einer Methode zu, die Du vielleicht eher "checkst". Was hälst Du von der Möglichkeit?
Und zu guter Letzt:
@Martina:
martina hat geschrieben:
Ich weiß schon, warum ich mich nicht an das Hoppen halte, zu kompliziert.
Weisst Du, es gibt Menschen, für die ist das Programmieren ihres Videorekorders zu kompliziert, andere kommen mit den vielen Funktionen ihres Handys nicht zurecht und wieder andere finden, das menschliche Beziehungen und die Liebe kompliziert seien… jeder erlebt es so, wie er es eben erleben will…
Liebe Grüße,
Perceval