Hallo zusammen,
ich lese schon längere Zeit hier im Forum, habe mich aber heute erst angemeldet.
Es gibt hier soooo viele tolle Themen, da braucht man eine ganze Zeit, bis man den Überblick bekommt (den ich immer noch nicht habe

)
Ich versuche mich schon seit einiger Zeit im positiven Denken, klappt oft ganz gut, aber noch nicht immer
Ich habe jetzt ein Problem, und ich denke, dass "Hoppen" da vielleicht die richtige Lösung wäre. Ich wäre über ein paar Tipps froh, denn ich bin mir noch nicht so ganz sicher, wie ich das formulieren soll.
Es ist so, dass ich als 3.Kind von meinen Eltern (ich war nicht geplant ) immer so "nebenher" lief. Ich habe immer nach Anerkennung gesucht, leider nur selten gefunden.
Ich war sportlich sehr talentiert, aber meine Eltern hatten keine Zeit und keine Lust mich zu den Trainingseinheiten zu fahren und damals hatte ich nicht die Möglichkeit, mich alleine da durchzukämpfen. Ich war auch viel zu schüchtern dafür, denn Unterstützung zuhause, die habe ich selten bekommen. So konnte sich auch kein großes Selbstbewusstsein aufbauen
Also habe ich immer wieder resigniert. Ich konnte z.B. auch nicht die Schulausbildung machen, die ich wollte. Ich hatte die Empfehlung fürs Gymnasium, aber meine Eltern haben mich auf der Realschule im Ort angemeldet. Ich weiß noch, wie der damalige Rektor der Grundschule mir sagte, ich solle meinen Eltern sagen, dass sie Rabeneltern wären…
Ich sollte aber in ihren Augen so früh wie möglich eine Ausbildung machen, um Geld mit nach Hause zu bringen. Okay, das Geld war damals knapp, aber es wäre bestimmt gegangen… Ich habe auch 2 Kinder und wir tun alles dafür, dass unsere Kinder die besten Möglichkeiten in ihrem Leben haben...
In der 10. Klasse Realschule war ich Klassenbeste, meine Lehrer empfahlen mir, aufs Gymnasium zu gehen, aber ich hatte durch meine Erziehung schon keine eigene Meinung und so haben meine Eltern mich schnell überredet, eine Ausbildung im Büro zu machen. Das habe ich auch gemacht, obwohl es mir nie Spaß gemacht hat....
Ich frage mich immer wieder, warum ich nie gefördert wurde, was aus mir geworden wäre, wenn ich meine Möglichkeiten hätte nutzen können... Ich war im Sport so gut, vielleicht hätte ich Erfolge erzielen können, aber ich hatte keine Unterstützung zuhause
Und jetzt kommt etwas, was mich nachdenklich macht.
Ich habe 2 Kinder und mein Jüngster kommt sehr auf mich. Auch er ist im Sport supergut, aber auch schüchtern und traut sich in entscheidenden Momenten nichts zu. Er hat das Können, das ist gar keine Frage, aber er ist dann so zurückhaltend, dass er es nicht zeigen kann.
Er bekommt von uns die Unterstützung, die er braucht, er ist glücklich, wenn wir bei seinem Sport dabei sind. Wir versuchen ihn auch zu bestärken, sein Selbstbewusstsein aufzubauen, aber es fällt ihm oft schwer, an sich zu glauben – so wie auch ich nie an mich und meine Fähigkeiten geglaubt habe.
Auch redet mein Jüngster nicht gerne vor anderen – so wie ich. Dabei stehen zuhause unsere Mündchen nicht still
Ich habe gedacht, dass ich meine Kinder anders erziehe, als ich damals erzogen wurde.
Ich möchte, dass sie an sich und ihre Fähigkeiten glauben, denn sie sind beide toll, wie sie sind.
Vielleicht gelingt das nur, wenn ich mit meiner Vergangenheit Frieden schließe, ich möchte meine Kindheit akzeptieren und nicht mit der Sehnsucht daran zurückdenken, etwas verpasst zu haben.
Wenn ich die Situationen aus meiner Kindheit heile, vielleicht hat das ja auch Auswirkungen auf das Selbstvertrauen meiner Kinder???
Kann ich mit "Hoppen" da nichts verbessern?
Ich weiß aber nicht so ganz, wie ich das formulieren kann.
Habt Ihr da ein paar Ansätze für mich?
Ich wäre froh und dankbar, wenn Ihr mir ein paar Anregungen geben könntet.
Danke schon mal und ganz liebe Grüße!
tierlieb