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 Betreff des Beitrags: Grenzen
BeitragVerfasst: Mi Feb 24, 2010 12:40 am 
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Registriert: Mi Okt 28, 2009 6:01 pm
Beiträge: 60
Hallo,

ich bin co-Abhängig, darauf bin ich gekommen durch das Buch von Anne Wilson Schäf, „Im Zeitalter der Sucht“. Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, hab ich begriffen, dass ich co-abhängig bin. Ich hatte nach dem lesen ein “Erlebnis", ichkonnte eine ganze Zeit lang klar sehen. Das dauerte ungefähr 3 Tage, bis ich diese Klarsicht festhalten wollte, dann ging sie weg. Ich habe mich nach diesem Erlebnis von meinem süchtigen Freund getrennt, da ich sah was eigentlich falsch läuft. Mir wurde bewusst das er für seine Drogen lebt, bzw. das seine Drogen seine Liebe sind und nicht ich. Mit Drogen meine ich Marihuana. Ich war nach der Trennung etwa 3 Monate allein mit meinen Kindern und habe mich in dieser Zeit mit einer „alten“ Liebe getroffen und dachte in meiner Naivität das ich mit diesem Mann für den ich schon immer geschwärmt habe nun mein Glück gefunden hatte. Ich bemerkte recht schnell dass diese alte Liebe mittlerweile zum Alkoholiker geworden war. Vielleicht war er es auch schon davor. Ich merkte auf jeden Fall das das nicht das vermeintliche Glück war nach dem ich suchte. Ich verfiel in dieser Zeit auch wieder meiner Essstörung im Zusammenhang mit der co-Abhängigkeit. Ich habe diese kurze Affäre dann schnell beendet und erinnerte mich an den Ex. Dieser Ex schrieb mir ja immer noch Emails, das er mich abgöttisch liebt. Diese Emails brachten mich schließlich zum nachdenken und ich hab ihn angerufen. Wir haben uns getroffen, er war total abgemagert und er hat geweint. Ich dachte das muss Liebe sein, wenn das keine Liebe ist, was dann? Schnell bekam ich raus was er so gemacht hat in der Zeit als wir getrennt waren. Schnell wusste ich dass er zu härteren Drogen gegriffen hat. Ich hab ihn dann wieder bei mir einziehen lassen. Der Schein der Unabhängigkeit war ja gewahrt, ich hatte den Mietvertrag und war scheinbar unabhängig. Wir erlebten also eine zweite Liebe. Schnell hatte er wieder zugenommen und es fiel ihm nicht schwer auf die harten Drogen wie Speed und Kokain zu verzichten, er hatte ja noch Marihuana und mich. Die Scheinwelt konnte also weiter existieren, da ich mich sowieso wertlos fühle, war das für mich der Himmel auf Erden. Ich hatte endlich wieder Hoffnung. Marihuana war zwar da, jedoch diese Marihuana war keine wirkliche Konkurrenz in meinem scheinbaren Leben. Bitte um Entschuldigung wenn ich sarkastisch klinge oder ironisch, ich bemerke grade eine starke Wut auf diese Marihuana.
Nicht nur auf Marihuana, auch auf meine Eltern und den ganzen Mist den ich mitmachen musste in meinem Leben und auch auf mich. Ich habe 4 Kinder, meine älteste hat auch diese Krankheit, ich habe sie ihr weitergegeben. Ich hasse diese Krankheit. Nun, um wieder zum Punkt zu kommen, ich habe 4 Kinder und habe immer mein bestes gegeben. Ich werde diese oder nächste Woche sogar Oma. Meine zweite Tochter hat keine Anzeichen einer co-Abhängigkeit. Meine dritte Tochter hat ein Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom, lebt mittlerweile bei ihrem Vater der mich geschlagen hat. Mein Sohn, der kleinste ist bei mir und ich weiß dass ich so nicht weiter machen kann. Ich habe mir Hilfe gesucht. Habe eine Psychotherapie angefangen. Meine Psychologin weiß nun auch das ich co-A. bin. Sie macht es mir nicht leicht, sie konfrontiert mich mit der Wahrheit, ich habe also erkannt, dass ich mich ändern muss, dass ich mit einem süchtigen an meiner Seite nicht weiterkomme. Bisher konnte ich das alles immer gut verdrängeln, ich bin schließlich ein perfekter co-Abhängiger. Ich weiß um alle Wege und Mittel die verdrängeln und schönreden. Nur jetzt funktioniert es nicht mehr. Ich muss mir den Mann anschauen der auf meinem Sofa liegt, dicht und vereint mit Marihuana. Marihuana hat gewonnen. Sie ist schöner, besser, einfacher, erotischer als ich. Marihuana, dafür würde er sterben. Und ich, ich bin nur wieder das unscheinbare, kleine Mädchen, nichtssagend, wertlos, machtlos.

Ich kann das ganze nicht hoppen, ich kann nicht verständnis aufbringen für meinen Freund, da mich das ja dann in meiner Krankheit verweilen lässt. Gibt es Grenzen beim Hoppen? Oder ganz konkret gefragt, kann man Süchte heilen durch das Hoppen? Gibts vielleicht Erfahrungsberichte?

VG Coraline


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 Betreff des Beitrags: Re: Grenzen
BeitragVerfasst: Mi Feb 24, 2010 10:13 am 
Coraline hat geschrieben:
Gibt es Grenzen beim Hoppen? Oder ganz konkret gefragt, kann man Süchte heilen durch das Hoppen? Gibts vielleicht Erfahrungsberichte?

VG Coraline


Hallo,

Gibt es grenzen Beim Hoopen ? Ja - die die DU dir stellst.
Warum ich das so schreibe - ich möchte dir den Buchtitel : "Zero Limits: The Secret Hawaiian System for Wealth, Health, Peace, and More" ISBN: 0470402563 ans herz legen ( leider nur in Englisch ) - Die einzige Begrenzung die wir haben sind die Schranken dir wir uns selbst auferlegen.

Gehe hoch mal zu einer Gruppen Sitzung fürs Hoopen - Adressen und Ansprechparter hier im forum.

Liebe grüße und alles gute.


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 Betreff des Beitrags: Re: Grenzen
BeitragVerfasst: Mi Feb 24, 2010 1:32 pm 
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Registriert: Di Feb 09, 2010 11:06 am
Beiträge: 1
Wohnort: Karlsruhe
Liebe Coraline,

ich selbst bin auch Co-abhängig und essgestört und habe erst vor kurzem Ho opopopono gefunden.

Wir Süchtigen müssen uns ganz besonders auf uns selbst konzentrieren und dementsprechend uns selbst die Liebe geben, die wir brauchen, anstatt sie im Aussen zu suchen. Beim Lesen in diesem Forum konnte ich oft nachvollziehen, wie Anhänger dieser Methode dies praktizieren - bis ich es dann selbst ausprobiert habe und - den ganzen Tag nicht mehr unter der Essstörung leiden mußte.

Liebe Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: Grenzen
BeitragVerfasst: Mi Feb 24, 2010 2:10 pm 
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Registriert: Di Mär 27, 2007 11:15 am
Beiträge: 936
Hi Coraline,

ich versuchs mal mit meinen Worten,ohne hoppen,damit habe ich mich noch nicht wirklich beschäftigt :oops:

Wenn ich mir so eine Situation erschaffen hätte,dann aus der Sehnsucht nach Liebe und weil mir das vielzitierte Urvertrauen,das Vertrauen in mich selber,das Leben und die Welt fehlt.Und so wäre ich auf der Suche nach einem Menschen,der mein Zuhause ist.Aber da ich mich selber nicht liebe und achte,ziehe ich Menschen in mein Leben,die diesem Gefühl Gestalt und Ausdruck verleihen-meine Manifestation sind.Da ich zutiefst glaube,nichts wert zu sein,erschaffe ich mir immer neue Situationen,die zu diesem Gefühl passen,denen ich nicht gewachsen bin,auf die ich keinen Einfluß zu haben scheine,in denen ich versage...Meine Eltern haben mir ihre Last aufgebürdet und ihre Gedanken und Gefühle übergestülpt und ich gebe das ganze Paket jetzt an meine Kinder weiter,ohne es zu wollen.Vielleicht,weil ich nichts anderes erwartet habe-ich kenne ja nichts anderes.

Wenn ich dein Partner wäre,hätte ich mir meine Sucht erschaffen,um aus der Realität fliehen zu können.Wenn ich Drogen nehme,verändert sich meine Wahrnehmung und alles ist für den Moment einfacher und leichter.Vielleicht habe ich angefangen,sowas zu rauchen,um meinen Problemen für einen Moment zu entkommen und irgendwann ist es der bequemere Weg,es so zu halten.Vielleicht weiß ich ganz tief in mir,das ich mir ein weiteres riesiges Problem geschaffen habe anstatt die ursprünglichen zu lösen und mein Gefühl sagt mir,das ich es nun ERST RECHT nicht schaffe.Und wenn nicht,fühle ich mich vielleicht im Recht,sind mir diese Zusammenhänge vielleicht nicht bewußt.
Ich brauche eine unsichere Partnerin,die (und deren Gewissen) ich manipulieren kann und die mir wenig abverlangt,weil sie insgesamt keine hohen Erwartungen hat und glaubt,sie könne mir helfen,mich heilen.

Und da schließt sich der Kreis.In diesen Abhängigkeitsgeschichten sind immer zwei Menschen,die die Verantwortung zwischen sich hin und her schieben und die nicht wissen,wo sie aufhören und der andere anfängt.

Ich kann dir für den Anfang nur raten,dir alles zu besorgen,was es zum Thema an Lektüre gibt...vielleicht sagen dir die Bücher,was du begreifen solltest:du verdienst das Beste vom Leben und du kannst es selber in die Hand nehmen.

Das erst mal als schnelle Gedanken,ich bin echt in Eile.

_________________
*****"Die Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich nötig, dass sie jemand findet.“ *******

Astrid Lindgren


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 Betreff des Beitrags: Re: Grenzen
BeitragVerfasst: Mo Mär 01, 2010 12:20 pm 
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Registriert: Do Sep 13, 2007 10:31 pm
Beiträge: 1749
doppelt, daher gelöscht


Zuletzt geändert von Zauberwort am Mo Mär 01, 2010 12:22 pm, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Grenzen
BeitragVerfasst: Mo Mär 01, 2010 12:21 pm 
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Registriert: Do Sep 13, 2007 10:31 pm
Beiträge: 1749
Hallo Coraline,

du hast das Thema doch mit deinem Post bereits gehoppt. Du hast beschrieben warum du dich an Süchtige bindest (weil du glücklich bist gebraucht zu werden und dich damit wertvoll fühlst). Und du hast beschrieben, warum du glaubst, dass dein Freund süchtig ist.

Jetzt fehlt nur noch der letzte Schritt, dir selbst zu verzeihen. Diesen Schritt musst du aber nicht übers Knie brechen. Du kannst ihn auch sich selbst entwickeln lassen. Du hast das gemacht, was du damals für richtig hieltest und hast heute rausgefunden, dass das heute nicht mehr deinen Wünschen entspricht. Was damals war hat mit dir heute nur soviel zu tun als dass du jetzt genauer weißt wierum du nicht mehr gehen möchtest. Begrab die Vergangenheit. Sie hat nur dann einen Einfluss auf deine Zukunft und Gegenwart, wenn du es ihr erlaubst, indem du z.B. immer wieder drüber nachdenkst und die verfluchten Warum-Fragen zu lange stellst.

Wenn du es so willst, dann kannst du jetzt deine Zukunft neu gestalten. Was möchtest du als nächstes erleben und warum? Versuchs mal sorum. Gehoppt ist schon.

Lieber Gruß
Zawo


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