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 Betreff des Beitrags: Arbeit im Gefängnis
BeitragVerfasst: Do Sep 10, 2009 8:37 pm 
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Registriert: Mo Dez 17, 2007 10:56 am
Beiträge: 82
Hallo!

Ich war schon lang nicht mehr hier :-) Hab gerade das Beispiel von diesem Arzt gelesen, der die Kriminellen geheilt hat. Da bin ich hellhörig geworden. Ich studiere Soziale Arbeit und habe mich auf den Breich straffälligenhilfe "spezialisiert". Ich bin ehrenamtlich in einer JVA tätig. Dort habe ich gestern einen Gefangenen kennengelernt. Optisch sah er schon aus wie ein Monster, ungelogen, und er sitzt wegen schwerem sexuellen Mißbrauch an Kindern. Knn ich dem Mann nun helfen, in dem ich zu ihm in Gedanken sage "Ich liebe Dich"? Ich wäre bereit, es zu versuchen! Aber ist das nicht schon sehr grotesk?

Habt Ihr noch Tipps für mich, wie ich das angehen könnte? Ich glaube, dass dieser Ansatz die Qualität meinder Arbeit als Sozialarbeiter steigern könnte.

Liebe Grüße,

Chamomilla

_________________
Hallo! Das schönste Ergebnis einer kleinen Bestellung beim Universum: meine Zwillinge!!! :-)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: So Sep 13, 2009 11:38 am 
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Registriert: Mo Mär 05, 2007 11:55 am
Beiträge: 85
Hallo,
einen Versuch ist es sicher wert. Du kannst ma mal sehen ob sich etwas verändert. Aber der Häftling(bzw. die Seele) muß auch bereit sein sich zu verändern. Und ob das hier der Fall ist? Bitte sei vorsichtig. Viel Glück


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: So Sep 13, 2009 12:14 pm 
Hallo Chamomilla,

paß gut auf Dich auf, ich an Deiner Stelle würde die Finger von so einer Geschichte lassen und IN MIR gucken, wieso ich sojemanden heilen möchte. Menschen mit Persönlichkeitsstörungen vom Cluster B MIT krimineller Energie, also psychopatischem Anteil, sind gefährlich, wenn man denen seelisch näher kommt.

Der Arzt, den Du meinst, der hat lediglich die Akten vor sich gehabt, nie den gesamten Menschen. Er saß die gesamte Zeit in seinem Arbeitszimmer, währed er diese Leute hoppte. Und er hat sich da auf sich selber konzentriert. Er hat in sich die Anteile gelöst, geheilt, nicht die konkreten Teile der anderen. Da könnte man jetzt ne lange Diskusion anfangen, vielleicht auch in der Art, dass DU so ne Erfahrung brauchst, warum solltest Du sie denn sonst suchen. Das weiß eigenlich niemand.

Wenn Du ehrenamtlich arbeitest, wirst Du ja auch von irgendwem betreut. Ich an Deiner Stelle würd mal das Gespräch mit dem Gefängnispsychologen suchen und mir was über diesen Mann erzählen lassen. Natürlich ist es fantastisch, wenn es einen Kinderschänder weniger gibt. Nur, wenn Du dabei seelisch auf der Strecke bleibst, ist es sowas wert?? Willst Du wirklich in die Tiefen so einer Seele abtauchen? Ist Dir klar, was Du da eventuell findest??? Wie grausam so eine Welt ist, die so einen Mann mit diesen Taten gebiert??

Ich an Deiner Stelle wäre extremst vorsichtig.

mein freundlicher wohlwollender Rat
Tinchen

Nachtrag: ich möchte ausdrücklich betonen, das mir manche Lebensläufe tiefstes Bedauern und ganz viel Mitgefühl hervorrufen. Wenn es Taten gibt, fühle ich da alldings dann auch entsprechende Gefühle dazu... . Man sieht allerdings manches anders, sowie man sich seinen eigenen dunkeln Stellen zugewandt hat.


Zuletzt geändert von Tinchen am So Sep 13, 2009 2:21 pm, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: So Sep 13, 2009 1:42 pm 
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Registriert: Mi Mär 30, 2005 4:22 pm
Beiträge: 3830
Hallo Chamomilla,

finde ich ja jetzt auch sehr spannend..
.. Wenn du es wirklich eher wie Dr. Len machst, und eben NUR den Teil in DIR heilst.. bzw. gar nicht viel im Außen schaust, könnte es evtl. klappen.. aber..
richtig reinhängen in die Geschichte würd ich mich nicht..

wenn ich Du wäre, würde mir dies einfach für den Mann leid tun.. mir würde auch leid tun, dass er aussieht wie ein Monster.. mir würde leid tun, dass er sowas tun musste bzw. getan hat...
ich würde mir "nur" verzeihen, mir solch ein "Verbrecher" in mein Leben gezogen zu haben.. bzw. ich würde mir verzeihen.. einen solchen Verbrecher in meiner Welt erschaffen zu haben (du verstehst?)..
IHM persönlich.. also so als Persön würde ich NICHT VERZEIHEN können. D.h. ich würde diesem Mann nicht seine Tat versuchen zu verzeihen.

Musst Du Dich eigentlich persönlich mit diesem Mann auseinandersetzen? Beruflich meine ich?.. Dies würd ich zumindest nicht tun.. wenn ichs von meiner Arbeit auch nicht müsste.

Viel Erfolg
someone

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irgendwo sind wir alle eins..


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BeitragVerfasst: So Sep 13, 2009 3:07 pm 
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Registriert: Mo Sep 10, 2007 5:24 pm
Beiträge: 6815
Wohnort: Landkreis Celle
Hallo Chamomilla!

Als ich deinen Beitrag anfangs gelesen habe, hielt ich den Atem an und ich konnte das, was ich dazu fühlte nicht in Worte fassen.

Nun bin ich froh, hier nocheinmal reingeschaut habe, weil ich das nun gut für mich abschließen kann- mein nicht in Worte fassen können.

Danke Tinchen, dir ist es grandios und treffend gelungen, deinen Post unterschreibe ich gerne mit 8)!
°erstauntbin°

Alles Gute für dich und deine Seele, Chamomilla!
Pass auf dich auf...

_________________
Herzlichst Peti
Erfahrungen sind ein wahrer Schatz, der sich verdoppelt, wenn man ihn teilt.
Was denkbar ist, ist machbar.


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BeitragVerfasst: So Sep 13, 2009 5:58 pm 
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Registriert: So Jun 28, 2009 7:22 pm
Beiträge: 30
Ich nehme mal an, dass Du noch relativ neu im Bereich *soziale Arbeit* bist.
Mein Partner hat mit kriminellen Jugendlichen gearbeitet, und war nach ein paar Jahren ausgebrannt.
Er ist heute noch davon angeschlagen.

Mir stellt sich die Frage nach der eigentlichen Motivation von Dir. Helfen zu wollen in allen Ehren- ohne nötiges Wissen u Erfahrung- das halte ich für fahrlässig.

Gerade Kinder ist ein sehr sensibles Thema, und selbst die Wissenschaft stösst an ihre Grenzen, wenn es darum geht, die Vorgänge in Kinderschändern zu erfassen u Möglichkeiten der Eindämmung zu finden.
Hast Du Dich für ein umfassendes Bild auch mit Opfern auseinander gesetzt?

Ich habe den Eindruck, da du ihn ja als Monster *ungelogen* bezeichnest, dass es eine gewisse Faszination ausübt. Ein bischen, ich kann das Monster in seinem Käfig beobachten - und dann wieder gehen... Adrenalinkick. Würdest Du *Feldarbeit* mit nicht verurteilten Kinderschändern machen? Oder solchen, wo es bekannt ist und es noch nicht mal zur Anklage kam? Ausserhalb v Gefängnissen?

Die Tochter meines Freundes wurde als sie ca 7 war unsittlich von einem Jugentlichen berührt. Für eine Anklage war das das zu wenig. Das hat sie traumatisiert. Der Täter *frei*.
Schwerer sexueller Missbrauch kommt nicht von heut auf morgen, und ich kenne Menschen, die eine traumatische Kindheit hatten und auch nicht zu Kinderschändern wurden.

Ich verstehe einfach nur nicht, warum Täter so viel mehr Aufmerksamkeit bekommen. Und gerade bei Kinderschändern gibt es so selten (wenn überhaupt) *Heilung*. Wie oft wurden sie aufgrund positiver Gutachten u Prognosen entlassen um dann wieder rückfällig zu werden..
Währenddessen wurden keine Energien investiert, um ein sichereres Umfeld für Kinder zu schaffen.

Ich habe den Eindruck, dass Du da sehr blauäugig rangehst, auch wenn Du Dich in einer sicheren Position fühlst.
Dieser Arzt hat das aus Entfernung getan, es startete sicher als *Versuch*. Daraus geht auch nicht hervor, bei wie vielen es nicht *geklappt* hat. Es ist auch nicht gesagt, wieviel und welche Erfahrungen er schon hatte und Straftäter ist nicht gleich Straftäter. Wiederholt zu stehlen ist etwas anderes als wiederholt Kindern Gewalt anzutun.
Autoknacker, Bankräuber, selbst Mörder zu hoppen ist anders als sich Kinderschändung zu öffnen. Und da ist es nicht getan *ich liebe mich* zu sagen. Kannst Du Dir beim Hoppen wirklich sagen, ich verzeihe mir, dass ich einem Kind Gewalt angetan habe? was ist der *Grund* und ist es wirklich ein Grund oder nur eine fadenscheinige Erklärung.
Wie kommt es dass manche eben nicht das selbe *wiederleben* was ihnen angetan wurde?

Ich merke nur, wie dieses Thema an meinen Nerven zehrt. Und ich bin etwas schockiert, weil ich denke, dass Helfersyndrom, Selbstüberschätzung, Unerfahrenheit und Faszination am Bösen hier am Wirken sind. Ich meine das nicht angreifend, ich würde mir nur wünschen, dass mehr Menschen ihre Energien dem Schützenswerten geben würden. Sich ünermüdlich im Bereich Kinderschutz statt Täterrehabilitation einzusetzen.

Ich glaube, es ist Dir nicht mal bewusst, wieviel Energie Du hier abziehst. Sicher nicht bewusst, aber dieses Thema ist hochsensibel und viele die ich kenne, gehen sofort in eine *ich verteidige die, die sich nicht verteidigen können*-Haltung. Und freundlich zu bleiben zu jemandem, der mal anfragt, ist da sehr schwierig.
Ich merke das an mir, ich bemühe mich Deinen Standpunkt zu sehen und zu verstehen, und gleichzeitig kann ich es nicht verstehen. Ich frage mich *wie kannst Du nur so blauäugig sein*, ich frage mich, ob Du je mit jemandem gesprochen hast, der stellvertretendes Opfer dieses Mannes war und wie Du diesem erklären könntest *ich hoppe das mal, ich verzeihe das stellvertretend*. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du mit Opfern zu tun hattest, deshalb verstehe ich das nicht. Ganz zu schweigen, dass ich den Eindruck habe, dass Du Dich selbst in Situationen bringst, deren Umfang Dir gar nicht bewusst sind.

Dass Du hier fragst, zeigt vielleicht, dass Du Dir selbst nicht sicher bist, dass Du vielleicht weisst, dass Du dem nicht gewachsen bist.

Inzwischen bin ich ruhiger, und ich hoffe, dass dieses Thema keine Traumata bei anderen ausgelöst/wachgerufen hat. Denn leider kennen zuviele Menschen Fälle von Kindesmissbrauch die nicht zur Anklage kamen, deren Wunden immernoch offen sind, und dann zu lesen, dass Täter Aufmerksamkeit bekommen, hinterlässt zumindest bei mir ein Gefühl von Unverständnis, Ekel, Hilflosigkeit und Aggression.

Ich möchte Dir damit nicht zu nahe treten, nur zur Sprache bringen, was alles noch daran hängt. Wieviele Wunden es aufreisst, allein schon zu lesen, auf was Du Dich einlassen möchtest.
Was erwartest Du? Dass jemand sagt- ja toll, mach doch? Wenn es so toll wäre, oder moralisch vertretbar, hättest Du es vielleicht schon gemacht, ohne zu fragen, ohne davon zu erzählen.
Und wofür? Heilung? Wirklich?
Was ist mit den vielen traumatisierten Kindern? Den traumatisierten Familien, Angehörigen?
Vielleicht kennst Du noch nicht mal einen *Fall*, hast nicht erlebt, wie ein Kind nach Jahren immernoch Ängste u Alpträume hat, und man sich hilflos fühlt, obwohl das Ereignis vor unserer gemeinsamen Zeit stattfand.
Ich glaube nämlich, dann stellt sich diese Frage gar nicht.

Ich habe nun fast 2 Stunden o mehr mit meiner Antwort verbracht. Und ich komme zu dem Schluss, dass ich mir gewünscht hätte, Du hättest etwas intensiver über dieses Thema nachgedacht. Ich wünschte, ich wäre nicht auf dieses Thema gestossen. Es bleibt ein Gefühl von Unverständnis.
Gerade weil es um das Thema Kindesmissbrauch geht, und wieder der Täter im Mittelpunkt steht. Ich möchte den Kommentar gern abschliessen, aber ich habe das Gefühl, ich kann nicht.
Ich denke mal, ich befinde mich in einer Schocksituation.
Es schockiert mich, dass sich jemand ernsthaft jemandem zuwenden kann, der wegen schweren sexuellen Missbrauchs an KindERN verurteilt ist. Ich hatte das am wenigsten an einem Platz wie hier erwartet. Wo man sich gegenseitig bei *Alltagsproblemen* hilft. Wo Leute sind, die sich eh schon mit Höhen u Tiefen auseinander setzen u durchaus vom Leben gebeutelt sind. Wo manche daran arbeiten, Übergriffe jeglicher Natur zu verarbeiten. Ich will nicht wissen, wieviel mit dieser Frage hier kaputt gegangen ist. Für mich vieles. Ich habe dies hier als eine Art geschützten Raum angesehen. Keinesfalls hatte ich damit gerechnet hier jemandem anzutreffen, der mal eben die Frage in den Raum stellt. Es ist ja nicht so, dass Du schon daran gearbeitet hättest und Erfolge u Misserfolge beschrieben hättest. Und um eine Antwort zu geben, was die meisten hier instinktiv wenigstens in Gedanken tun, taucht man ein in dieses Thema- was würde ich tun........

Was auch immer..
Ich hatte schon in der Vergangenheit Probleme mich abzugrenzen, und zu bemerken mit welchem Sog meine Energien hier weggangen sind, und wie sehr ich dagegen angekämpft habe - das will und muss ich nicht haben. Es gibt auch eine Verantwortung, sich bewusst zu sein, was man anderen zumutet. Und die ist hier damit nicht gegeben.
Und ich möchte keinesfalls nochmals so einen extremen Energieverlust erleben. Statt hier Hilfe u Anregung zu finden o zu geben, finde ich mich in einer Schocksituation wieder.

Und falls es Dir halt nicht bewusst war, wollte ich es mitteilen. Allzuoft schweigen Opfer. Ich möchte einfach, dass Du weisst, was dieses Thema alles auslösen kann. Dass die Taten eines Menschen so weitreichend sein können, dass es selbst Menschen trifft, die nicht mal wussten, dass dieser Mensch überhaupt existiert. Die Tat dieses Menschen, Deine Auseinandersetzung damit und meine Auseinandersetzung mit Deiner und seiner Taten und das Wissen um anderer bilden eine Spirale- ich habe Herzrasen, zittere, mir ist übel. Ich könnte heulen und kotzen. Klar habe ich mich dem Thema geöffnet, ich habe nur nicht schnell genug zu machen können. Aber mit einem sensibleren Umgang deinerseits wäre das vielleicht gar nicht notwenidig gewesen. Und mit weniger *ich bin neugierig* meinerseits wäre ich gar nicht in die Situation gekommen. Fakt ist, dass es bei mir einen verheerenden Effekt hatte, und ich würde mir wünschen, dass Du das Wissen darum in künfige Überlegungen mit einbringst. Unsere Worte haben einen Einfluss, und selbst innerhalb schwieriger Themen können wir so kommunizieren, dass wir andere von vornherein vor Schaden bewahren. Wenn wir erkennen lassen, dass wir um die Sensibiltät wissen. Was ich Deinem Fall vermisste und was sicher viel von den Emotionen aufbrachte.

Letztlich bin ich dankbar für die Erkenntnis, die ich daraus ziehe. Ich möchte mir nicht anmassen, zu wünschen o zu hoffen, was andere tun sollten.
Ich habe mich nun 5 Stunden damit beschäftigt, und fühle nun, dass ich zu einem guten Abschluss für mich gekommen bin. Vielleicht ist auch nur meine Kraft weg, den Kopf zu schütteln.........

Und ich möchte dem Impuls widerstehen, den Beitrag einfach nicht zu posten.


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BeitragVerfasst: So Sep 13, 2009 8:52 pm 
@Nele,

mich berührt Dein Beitrag sehr. Vielen Dank dafür. Ich möchte mich echt und ganz doll bei Dir bedanken.
Das hier hast Du für viele andere mitgeschrieben.

@Peti, Danke auch Dir.


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BeitragVerfasst: Mo Sep 14, 2009 5:24 pm 
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Registriert: Fr Mai 16, 2008 3:34 pm
Beiträge: 17
Hallo!
Warum sollte Chamomilla denn nicht versuchen diesen Menschen zu heilen bzw. ihm zu helfen?
Auf direktem Wege zu hoppen, also jemandem bzw. diesem Menschen direkt zu sagen "Ich liebe dich"...dazu würde ich nun auch nicht raten. Aber ich habe das Gefühl dass hier auch etwas psychologisiert wird. schließlich fragen wir uns auch alle nicht warum Dr. Len die Patienten heilen wollte, sondern wir beschäftigen uns damit wie er es gemacht hat.
Und wenn wir mal beim hoppen bleiben: solange ich das für mich mache, also zu mir selbst die "Formel" sage usw., begebe ich mich nicht in Gefahr.
Erst wenn ich mich selbst emotional reinhänge. Und da sollte man wahrscheinlich sowieso immer vorsichtig sein-zumindest im Beruf.

War jetzt nur so ein Gedanke der mir kam als ich das hier las.
Liebe Grüße!


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BeitragVerfasst: Di Sep 15, 2009 6:57 am 
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Registriert: Mi Mär 30, 2005 4:22 pm
Beiträge: 3830
Nimue hat geschrieben:
Hallo!
Warum sollte Chamomilla denn nicht versuchen diesen Menschen zu heilen bzw. ihm zu helfen?
Auf direktem Wege zu hoppen, also jemandem bzw. diesem Menschen direkt zu sagen "Ich liebe dich"...dazu würde ich nun auch nicht raten. Aber ich habe das Gefühl dass hier auch etwas psychologisiert wird. schließlich fragen wir uns auch alle nicht warum Dr. Len die Patienten heilen wollte, sondern wir beschäftigen uns damit wie er es gemacht hat.
Und wenn wir mal beim hoppen bleiben: solange ich das für mich mache, also zu mir selbst die "Formel" sage usw., begebe ich mich nicht in Gefahr.
Erst wenn ich mich selbst emotional reinhänge. Und da sollte man wahrscheinlich sowieso immer vorsichtig sein-zumindest im Beruf.

War jetzt nur so ein Gedanke der mir kam als ich das hier las.
Liebe Grüße!


Danke Nimue,

GENAUSO.. meine ich das auch!!

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BeitragVerfasst: Di Sep 15, 2009 10:28 am 
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Beiträge: 936
Und ich schließe mich Tinchen und Nele an,weil es gar nicht MÖGLICH ist,emotionslos zu sein,wir empfinden immer etwas,egal,womit wir uns beschäftigen.

Ich habe in der Psychatrie (Krankenschwester) gelernt und auch da hat man es mit "solchen" Menschen zu tun.Nicht nur,aber auch.
Es findet IMMER ein energetischer Austausch statt.Jeder,der in einem solchen Beruf arbeitet,wird bestätigen,daß das wichtigste innere Distanz ist,das man lernen MUSS,sich abzugrenzen-ich habe es so empfunden,als würde das ungefilterte direkt tiefere Schichten berühren als den psychologisch trainierten Verstand-schwer zu erklären.
Gewollt und bewußt eine energetische Verbindung herzustellen-genau DAS sollte man tunlichst meiden,zu seinem eigenen Schutz,aber auch,um effektiv arbeiten zu können,denn man wird immer wieder erleben,daß Menschen rückfällig werden,nicht heilbar sind und sich und ihnen zugestehen,daß man lediglich brückenschlagend wirken kann,nicht aber verantwortlich dafür ist,wenn derjenige lieber von der Brücke springt-das wäre nun aber ein anderes Thema.

Darüber hinaus sehe ich es nicht als deine Aufgabe,diesen Mann zu lieben und ihm zu verzeihen,schon gar nicht auf energetischer Ebene.Dies ist Sache der Opfer,der Eltern der Opfer...um selber zu heilen.Nur so entsteht energetischer Ausgleich.

Irgendwie erinnert mich das hier ein bißchen an das "Schweigen der Lämmer" und das meine ich wirklich auch nicht als Angriff.

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Zuletzt geändert von shaoli am Di Sep 15, 2009 10:35 am, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Di Sep 15, 2009 10:31 am 
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Zitat:
Irgendwie erinnert mich das hier ein bißchen an das "Schweigen der Lämmer" und das meine ich wirklich auch nicht als Angriff.


Das ging mir auch ein wenig so.

OT:
Ist das Zitat in deinem Profil aus dem Buch: "Die Frau des Zeitreisenden"?

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BeitragVerfasst: Di Sep 15, 2009 10:36 am 
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Hi Peti,

nein,das ist von Abraham :D

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BeitragVerfasst: Di Sep 15, 2009 10:45 am 
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Oh, passt aber echt gut in das Buch...

Das, was du von Deiner Arbeit beschreibst, erzählte mir mein Bruder auch. Er arbeitet auf der Krankenstation als Pfleger, wo die hinkommen, die in Sicherheitsverwahrung sind. Er hat Krankenpfleger in einer Psychatrie gelernt.
Ich würde es mir nicht zutrauen, den nötigen Abstand zu den Menschen zu wahren, die psychisch krank und gefährlich sind. Vor allem dann, wenn sie vielleicht selbst mal Opfer waren. Gerade bei besonders tragischen Figuren ist für mich Selbstschutz angesagt. °find°

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BeitragVerfasst: Di Sep 15, 2009 11:38 am 
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Beiträge: 936
Ich bearbeite privat gerade etwas ähnliches und habe längst jeden inneren Abstand verloren-zwar weit entfernt von Mord und Totschlag und Mißbrauch,aber trotzdem macht es mir Angst,weil ich nicht weiß,was dahintersteckt.
Daher kämpfe ich mit mir selber darum,zumindest den äußeren Abstand beizubehalten,obwohl mich innerlich alles drängt,ihn aufzugeben,um herauszufinden,was in mir in Resonanz ist-momentan spekuliere ich nur und das bisher völlig ergebnislos.

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BeitragVerfasst: Di Sep 15, 2009 11:46 am 
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Wohnort: Landkreis Celle
Ui...shaoli! Dafür wünsche ich dir ganz viel Kraft, einen klaren Kopf und einen wachen Verstand. Alles Gute Dir!

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