Hallo ihr Lieben,
ich bin neu in diesem Forum, wobei das auch nicht ganz stimmt. Ich lese schon seit Jahren immer mal wieder mit hier, aber heute habe ich mich entschlossen, auch mal aktiv mitzuschreiben.
Seit einiger Zeit bin ich begeistert vom Hoppen und mache das fast täglich. Ich lese in Bärbels Büchern sehr gerne und immer wieder, um mir immer wieder neue Anregungen zu holen und die Dinge, die ich nicht auf Anhieb verstehe, nach einer Weile besser umsetzen zu können.
Nun komme ich mir selbst auch immer näher. Und dabei habe ich heraus gefunden, dass ich eine immense Angst vor Nähe habe. Die äußert sich schon so, dass ich mit anderen kaum noch rede. Ich bin zwar nach wie vor kommunikativ, aber eben nur, wenn es berufliche Dinge zu besprechen gibt oder um die Belange der anderen geht. Ich selbst habe immer eine beste Freundin, mit der ich sozusagen viele meiner Gedanken teile (aber auch nicht alle, es gibt noch viel, was ich auch für mich behalte). Allerdings wechseln diese Vertrauenspersonen auch alle paar Jahre. Sie sind zwar schon für einen längeren Zeitraum in meinem Leben, aber nicht dauerhaft. Zunächst dachte ich immer, das liegt an meiner eigenen Entwicklung und je weiter ich mich entwickle, desto mehr entferne ich mich von meiner jeweiligen Freundin. Mittlerweile glaube ich, dass ich mich immer weiter entferne, je inniger die Freundschaft wird.
Bei Männern verhält es sich genauso. Ich habe bislang nie erkannt, dass ICH diejenige bin, die die Beziehungen blockiert. Ich dachte immer, die Männer wollen nur Affären, nur was Lockeres und sich auf keinen Fall binden.
Ich war schon mehrmals schwanger, habe aber meine Kinder im frühesten Stadium verloren. Meine Seele hat mir mal gesagt, dass ich Kinder ablehne und mich bislang immer gegen sie entschieden habe und das, wo ich mich sehr nach einem Baby sehne.
Ich lebe als Single, alleine, bin arbeitslos, aber seit drei Jahren in einer geringfügigen Beschäftigung. Trotzdem fühle ich mich irgendwie wohl in meinem Leben. Ich bin nicht unglücklich, aber ich bin auch nicht richtig glücklich. Ich bin oft neutral, so, als wenn mich das alles hier nichts angehen würde. Und so verhalte ich mich - leider - auch anderen gegenüber. So richtig in die Tiefe interessiere ich mich nicht für andere, weil ich viel zu sehr mit mir beschäftigt bin. Aber andere sagen mir immer nach, dass ich sehr gut zuhören könnte (was auch stimmt) und dass die wenigen Sätze, die ich zu einem Thema sage, auch immer Hand und Fuß haben, sprich sehr wertvoll für den anderen sind. Nur berühren mich die Geschichten der anderen kaum. Obwohl das nicht ganz stimmt. Manche Geschichten berühren mich so sehr, dass ich sie zu meinen Eigenen mache und dann schlaflose Nächte habe, was ich natürlich auch nicht toll finde.
Nun hoppe ich meine Angst vor Nähe und habe folgende Gedanken nieder geschrieben:
Ich will mich als individuelles Wesen erfahren, unabhängig von anderen, frei, damit ich ganz ich selbst sein kann. Andere engen mich ein, alleine durch ihre Anwesenheit und durch ihre Andersartigkeit, sie engen mich ein, weil sie anders denken und handeln als ich.
Ich habe mich selbst abgeschnitten von Beziehungen mit anderen Menschen, um mich in meinem Alleinsein zu erfahren, um ganz bei mir sein zu können, ohne Einwirkungen von anderen. Andere nerven mich schnell, einfach weil sie da sind, wo ich den Raum für mich beanspruche.
Nähe fühlt sich für mich bedrohlich an, weil ich dann weniger Zeit für mich habe und mich für den anderen interessieren muss, wo ich mich fast ausschließlich für mich selbst interessiere. Außerdem rede ich nicht gerne, schon gar nicht über mich und wenn ich Nähe zulasse, muss ich ja auch über mich reden, wozu ich oft keine Lust habe.
Wenn ich Nähe zulasse, sieht der andere, wie ich wirklich bin. Er sieht mich mit all meinen Schattenseiten und ich habe Angst, dass das dann in Streit und Diskussionen ausartet, worauf ich überhaupt keine Lust habe, einfach weil der andere mich nicht liebt und akzeptiert, wie ich bin.
Auch will ich meinen Gedanken nachhängen, immer und überall. Wenn andere Menschen um mich herum sind und meine Aufmerksamkeit fordern, dann kann ich aber nicht meinen Gedanken nachhängen und deshalb bin ich leicht genervt, wenn andere zu viel Raum in meinem Leben einnehmen.
Ich will sein, wie ich bin und ich traue anderen Menschen nicht zu, dass sie mich nehmen, so wie ich bin. Das kommt sicherlich, weil mir als Kind gesagt wurde, dass ich nicht in Ordnung bin, so wie ich bin. Ich habe Angst, dass andere mir das sagen, wenn ich sie zu nah an mich heran lasse. Daher erzähle ich auch nicht viel und nur ungern über mich und schon gar nichts über meine Schattenseiten und meine Ängste.
Ich zeige mich unnahbar und mache mich durch meine geheimnisvolle Art vielleicht interessant. Aber ich glaube, dass das Interesse nachlässt, wenn der andere nah an mich heran kommt. Ich denke, dass ich langweilig bin, so wie ich bin. Ich denke, dass ich nicht liebenswert genug bin, so wie ich bin. Und ich denke, dass andere immer ein bisschen „mehr“ sind, mehr Liebevoller, mehr interessanter, mehr erotischer, mehr attraktiver, mehr unterhaltsamer usw.
Meine Angst vor Nähe projiziere ich auf die Männer. So traue ich den Männern nicht zu, dass sie mit mir eine feste Beziehung eingehen. Ich denke, dass sie Männer sind, die ihre Freiheit und Unabhängigkeit lieben und sie niemals – zumindest nicht für mich – aufgeben würden. Deshalb traue ich auch keinem Mann zu, dass er mit mir ein Kind zeugt und dieses Kind gemeinsam großzieht. Es ist meine Angst, dass er mich nicht liebt, dass ich uninteressant und langweilig bin, wenn er mich erst einmal richtig kennt und mich nah an sich heran lässt. Auch habe ich Angst, dass ich den Mann langweilig und uninteressant finden könnte oder dass ich mich von ihm abgestoßen fühlen könnte, wenn ich ihn besser kenne und auch seine Schwächen und Schattenseiten erfahre.
Und ich fühle mich verantwortlich für den anderen. Deshalb bin ich meistens mit mir alleine, damit ich keine Verantwortung für andere übernehmen muss. Ich habe ja sogar meinen geliebten Hund zu meinen Eltern gegeben, weil ich mich – natürlich hausgemacht – nicht um ihn kümmern konnte – berufliche sowie psychische Probleme, die ich mir manifestiert habe, um ihn nicht mehr bei mir haben zu müssen.
Gleichzeitig leide ich unter der Situation, sowohl, dass mein Hund bei meinen Eltern lebt und ich ihn nur noch alle zwei Wochen sehe, als auch, dass ich Single bin, wo ich doch so gerne heiraten und Kinder haben möchte und meinen Partner am liebsten jeden Tag sehen möchte. Aber wie soll das gehen, wenn ich Nähe so vehement ablehne?
Ich habe mir sogar ein körperliches Fettpolster geschaffen und dass ohne meine Essgewohnheiten zu ändern. Ich habe zehn Kilo zugenommen, einfach um Männer auf Abstand zu halten. Je unattraktiver ich mich fühle, desto eher glaube ich, dass Männer mich in Ruhe lassen, obwohl ich mich sehnsuchtsvoll nach einem Mann, nach Zärtlichkeit, Nähe und Sex verzehre.
Das sind so meine Gedanken, die mir beim Hoppen kommen. Ich hoffe, es ist nicht zu viel für den Anfang für euch ...

... ich habe immer Angst zu viel von mir preiszugeben und den anderen damit evtl. zu nerven.
Das Hoppen bringt bei mir (noch) keine Erleichterung. Ganz im Gegenteil. Mein Herz klopft immer heftiger und es kommen immer mehr Gedanken hoch, die alles in meinem Leben - Beziehungen, Freundschaften, Sex, Kinderwunsch, Beruf/Berufung, Finanzen und Gesundheit - blockieren.
Habt ihr Lust mit mir zu hoppen und mir eure Sicht der Dinge mitzuteilen?
Ich danke euch schon mal fürs Lesen.
Alles Liebe,
schneeflocke