Aktuelle Zeit: Do Mai 24, 2012 3:21 pm

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 13 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Zarte Gefühle und Scham
BeitragVerfasst: So Jan 29, 2012 1:33 pm 
Offline

Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Liebe Mädels.

Ich habe heute morgen einen Rückzieher gemacht und meinen Threas "Toller Mann" löschen lassen, weil ich eine wichtige Entdeckung gemacht habe: Ich finde einen tollen Menschen einfach fabelhaft und begehrenswert - und schäme mich fürchterlich dafür.
Der Mann, den ich am Freitag kennen lernte und mir auf ganzer Linie gefällt ist nicht mal liiert - und trotzdem quäle ich mich mit destruktiven Gedanken in Form von "Wieso soll sich SO einer für Dich interessieren?" und "Er ist Rennfahrer, Du bist nur ne normale Straßenbikerin und kannst da gar nicht mithalten."

Aber dieses Gespräch am Freitag, das, was er alles so von sich erzählt hat (viel Privates) deckt sich wirklich fast 1:1 mit meinen Erfahrungen. Das Flirten war herrlich und irgendwie habe ich das Gefühl, dass er ziemlich an mich denkt (zumal er ja sagte, dass er am Wochenende darüber nachdenken muss, wie wir unseren Deal am besten gestalten und er fände es eine tolle Idee, wenn seine Motorradtuning-Firma mich an sie binden könnte zwecks weiteren Motorradprojekten). Also - alles wunderbar. Voller Kraft, alles sehr positiv.

Und ich sitze hier und mache mich schlecht. Wegen meines Dialekts, meinen angeblich schlechten Biker-Fahrqualitäten.

Ich verzeihe mir, dass ich so schlecht mit mir umgehe. Und dass ich mich schäme, für einen tollen Mann zu schwärmen. In mir hockt eine Stimme, die giftig zischt: "Ts, was bildest Du Dir überhaupt ein...ausgerechnet DU verliebst Dich in einen Star der Motorradszene...lächerlich..."

:-(


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zarte Gefühle und Scham
BeitragVerfasst: So Jan 29, 2012 3:38 pm 
Offline

Registriert: Fr Dez 16, 2011 9:07 am
Beiträge: 241
Hm, schade, ich hatte heute morgen "Toller Mann" gehoppt, bekomme das aber nicht mehr zusammen, was ich gehoppt hatte.....hätte es auch gerne noch einmal gelesen, weil ich Ähnliches empfinde.

Hoffentlich hattest Du es noch gelesen.

Es tut mir Leid, dass ich mich für mich schäme. Ich liebe und akzeptiere mich so wie ich bin. Amen


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zarte Gefühle und Scham
BeitragVerfasst: So Jan 29, 2012 7:52 pm 
Offline

Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Liebe Sonne.

Ich habe heute morgen noch Dein Gehopptes gelesen - du hast vieles getroffen. Ich fühle mich wieder "nicht ausreichend", sogar "ungenügend".

Und vor allem fühle ich wahnsinnig viel Scham dafür, dass ich diesen Mann einfach fantastisch, interessant, anziehend und vieles mehr finde.

Die Scham ist so groß, dass ich mich am liebsten in einem Mauseloch verkriechen würde.

Das ist echt schlimm, aber wohl ein großer Knackpunkt meines Lebens...der nach Hoppinghilfe schreit...

Ich liebe mich für meine Scham und erkenne sie als Muster von mir an. Meine Scham, für jemanden etwas zu empfinden, den ich als wertvoller als mich einschätze, ist ein Teil von mir, den ich jetzt erkenne. Ich liebe mich. Ich liebe diese Scham. Danke. Amen.

@Sonne: Es tut mir leid, dass ich den Thread habe löschen lassen - ich tat es aus reinen Schamgefühlen.


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zarte Gefühle und Scham
BeitragVerfasst: Mo Jan 30, 2012 11:15 am 
Offline

Registriert: Di Jul 26, 2011 5:44 pm
Beiträge: 321
zitat steffi
Meine Scham, für jemanden etwas zu empfinden, den ich als wertvoller als mich einschätze

wenn ich so denken würde,dann weil ich von mir selber denke das ich gar nichts oder nicht mehr sooo viel zu bieten habe.da ist ein toller rennfahrer,der wird doch bestimmt umschwärmt von jungen hübschen mädchen und ich bin schon bald vierzig.ich sehe zwar sehr gut aus ,aber ich habe die erfahrung gemacht das jugend doch ein signifikantes " vermögen" ist.deshalb hätte es mich ja auch so irritiert das mein ex ausgerechnet auf reifere frauen steht,das hat mein weltbild so richtig ins schwanken und mich regelrecht in empörung gebracht.
ich nehme jetzt meine sorgen darüber in mein herz.

sorry,mehr hab ich nicht in mir gefunden im moment


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zarte Gefühle und Scham
BeitragVerfasst: Mo Jan 30, 2012 12:04 pm 
Offline

Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Danke Sera!

Interessante Aspekte hast Du da hervorgebracht...

vor allem den Jugendaspekt als wertvolles "Gut"...

Ich verzeihe mir, dass ich mich selbst als wertlos erachte, weil ich denke, wegen meiner Gesamtsituation nicht "wert-voll" genug zu sein. Tatsächlich habe ich schon darüber nachgedacht, wieso SO ein Mann Single ist - auch im Motorradrennsport gibt es doch viele, hübsche Boxenluder???!!! Aber so wie ich ihn am Freitag verstanden habe, ist es gerade das nicht, was er sich wünscht. Er wünscht sich Tiefgang und eben den gemeinsamen "Spirit" fürs Leben, wie er es nannte.

*seufz* Ich mache mir das Leben selber schwer...

Ich verzeihe mir meine Angst, ungenügend zu sein. Nicht ausreichend zu sein. Ich bin ein wertvoller Mensch, so wie ich bin (puh, das macht bei mir wieder Herzklopfen...). Ich liebe mich. Amen.


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zarte Gefühle und Scham
BeitragVerfasst: Mo Jan 30, 2012 12:54 pm 
Offline

Registriert: Di Jul 26, 2011 5:44 pm
Beiträge: 321
zitat steffi
er wünscht sich Tiefgang und eben den gemeinsamen "Spirit" fürs Leben, wie er es nannte.

wenn ich dann nach so einer bemerkung meines rennfahrers immer noch bedenken hätte,dann deswegen weil ich mit meinem ex die erfahrung gemacht habe das er mit mir den "tiefgang" mit familie gründen und schönes alltagsleben auslebte und mit den anderen frauen seinen "spass" auslebte.
dies würde in mir noch nachklingen und ich würde tief in mir drinnen befürchten das mir das nochmal passiert.mein vertrauen in so einer aussage wäre dahin.ich könnte es nun einfach darauf ankommen lassen,aber meine verantwortung meiner tochter gegenüber und mein satt sein darüber das man mich schon wieder verletzt würde hier blockade aufbauen um mich und meine tochter zu schützen.

ich nehme jetzt diese schlechte erfahrung die mein ex mir besorgt hat in mein herz und ich vergebe ihr und mir .
ich liebe mein neues bewusstsein darüber mich und meine gefühle und die meiner tochter zu ehren .danke

das ist ein sehr gutes thema steffi.da rumort es fett in mir drinn.


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zarte Gefühle und Scham
BeitragVerfasst: Mo Jan 30, 2012 1:31 pm 
Offline

Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Sera, Du hast es perfekt getroffen.

In Wahrheit fürchte ich auch um meine mir mühsam in den letzten Wochen und Monaten erschaffene Ordnung. Ich lebe allein, alle hat sich beruhigt, ich bin gesund, fühle mich immer wohler und sicherer, mache meine Sachen, meine Projekte, ernte immer mehr Erfolg, schlafe gut, träume nicht mehr vom Ex. Ich habe sooo viel erreicht, für mich selbst, für meine Stabilität. Die Wunden fangen an zu heilen.

Und dann kommt dieses Prachtexemplar von Mann. Voller Stil, voller Charme. Ein Mann, von dem ich etwas lernen könnte, einer, der mich nicht unterbuttern müsste, weil ich erfolgreich bin, sondern weil er selbst erfolgreich ist.

Aber tief in mir habe ich Angst, dass meine Ordnung, meine Ruhe und Stabilität, die gerade so dabei ist, sich zu festigen, durch einen Mann wieder in Disharmonie gerät. Wie oft sagte mann mir schon: "Ja, genau das will ich auch, so wie Du" oder "Toll, Du wünschst Dir das Gleiche wie ich" - und es blieb nur bei leeren Worthülsen.

Ich glaube, dass mir mein Ex M. einfach eine große Verletzung zugefügt hat, denn er versicherte mir immer, wie toll ich sei, wie hübsch, wie sexy, dass ich eine fantastische Liebhaberin sei und er so glücklich sei. Und ich habe das echt geglaubt und vertraut. Und es klang so echt, so herzlich, so tief und ich habe mich eine Zeit lang sicher und geborgen gefühlt. Und im nächsten Moment hat er eine andere gedatet. Eine, die wesentlich älter ist als ich, so dass ich auch hier den Eindruck bekam: "Bei mir stimmt nicht mal das körperliche Äußerliche, sonst wäre das nicht passiert."

Puh, hier kommt gerade ganz viel in Bewegung. Ausgelöst durch einen tollen Mann, der mir begegnet ist. Tief in mir drin hege ich die Befürchtung, dass alles, was mir am Freitag gesagt wurde, vielleicht doch wieder nur eine Show sein könnte, an deren Ende ich völlig schockiert und traumatisiert aufwache...

Ich darf erkennen, dass ich doch sehr schockiert bin und die Verletzungen so tief gehen, dass ich momentan noch nicht auf das vertrauen möchte, was man mir sagt. Ich glaube, ich brauche einfach noch Zeit, um meine Wunden wahr zu nehmen und ihnen die Heilung zu erlauben. Ich heile mich, in dem ich meine Wunden erkenne und sage: "Ja, ich habe Angst, weil..." - denn diese Angst ist Teil von mir. Ich liebe mich. Danke. Amen. Glaube. Liebe. Hoffnung.


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zarte Gefühle und Scham
BeitragVerfasst: Mo Jan 30, 2012 2:01 pm 
Offline

Registriert: Di Jul 26, 2011 5:44 pm
Beiträge: 321
[quote="Glückssteffi"]Sera, Du hast es perfekt getroffen.

In Wahrheit fürchte ich auch um meine mir mühsam in den letzten Wochen und Monaten erschaffene Ordnung. Ich lebe allein, alle hat sich beruhigt, ich bin gesund, fühle mich immer wohler und sicherer, mache meine Sachen, meine Projekte, ernte immer mehr Erfolg, schlafe gut, träume nicht mehr vom Ex. Ich habe sooo viel erreicht, für mich selbst, für meine Stabilität. Die Wunden fangen an zu heilen.

Und dann kommt dieses Prachtexemplar von Mann. Voller Stil, voller Charme. Ein Mann, von dem ich etwas lernen könnte, einer, der mich nicht unterbuttern müsste, weil ich erfolgreich bin, sondern weil er selbst erfolgreich ist.

[color=#8000BF]es tut mir leid das ich bestimmte erwartungen hege an einen menschen,und nicht mal weiss ob meine annahmen auf einer wahren grundlage beruhen.

ich nehme meinen hang alles in rosaroter brille zu sehen sobald ich ins schwärmen komme in mein herz.ich möchte mir zeit nehmen jemanden richtig kennenzulernen.
auf der anderen seite...ich liiiiiiebe das gefühl verliebt zu sein.danke :lol:
[/color]

Aber tief in mir habe ich Angst, dass meine Ordnung, meine Ruhe und Stabilität, die gerade so dabei ist, sich zu festigen, durch einen Mann wieder in Disharmonie gerät. Wie oft sagte mann mir schon: "Ja, genau das will ich auch, so wie Du" oder "Toll, Du wünschst Dir das Gleiche wie ich" - und es blieb nur bei leeren Worthülsen.
wiederum hier...ich liebe meine wunderschöne seite in mir den menschen wohlgesinnt zu sein und alles glauben zu wollen was man mir sagt.ich liebe meine innere schönheit.
andersrum...meinen hang alles grundlos zu glauben ,ich nehme meine unvorsichtigkeit in mein herz.


Ich glaube, dass mir mein Ex M. einfach eine große Verletzung zugefügt hat, denn er versicherte mir immer, wie toll ich sei, wie hübsch, wie sexy, dass ich eine fantastische Liebhaberin sei und er so glücklich sei. Und ich habe das echt geglaubt und vertraut. Und es klang so echt, so herzlich, so tief und ich habe mich eine Zeit lang sicher und geborgen gefühlt. Und im nächsten Moment hat er eine andere gedatet. Eine, die wesentlich älter ist als ich, so dass ich auch hier den Eindruck bekam: "Bei mir stimmt nicht mal das körperliche Äußerliche, sonst wäre das nicht passiert."

ich als m. hätte steffi aus meiner sicht die wahrheit gesagt.alles habe ich so empfunden.denn steffi soll ja die mutter meiner kinder werden.sie ist die frau die ich immer an meiner seite will. alle diese worte entsprechen der wahrheit .das alles hat aber nichts mit meinem hang zu anderen frauen zu zun.
sex und liebe mit sex trenne ich hier (vielen dank manfred für diese einsicht);aber steffi setzt sex mit liebe gleich,so wie alle frauen die geeignet sind die mutter meiner kinder zu werden,die anderen kommen dafür nieeeeemals in frage.
und ich als m.brauche nunmal den sex mit älteren frauen,es reizt mich und macht mich an.es ist wie ein fetisch der befriedigt werden muss.trotzdem habe ich ja ein bedürfnis nach familie und einer heiligen frau .meiner heiligen frau.

ich nehme jetzt den heilige-huren konflickt in mein herz.


ps. ich finde es interessant das dieser heilige -huren konflickt offenbar die halbe welt erfasst hat. :roll:


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zarte Gefühle und Scham
BeitragVerfasst: Di Jan 31, 2012 3:53 pm 
Offline

Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Ich haue mich gerade wieder selbst klein:

Gestern zartes Geplänkel am Telefon und ein Hin und Her an Mails und er stellte mir eine persönliche Frage (die ihn betraf) und ich antwortete das, was ich denke und fühle: Dass die Begegnung mit ihm eine Bereicherung ist, dass ich viel lernen kann und dass ich ihn einen sehr interessanten und anziehenden Mensch finde.
Das war vor knapp 24 Stunden. Seither Funkstille von seiner Seite.

Und ich plage mich mit schlechtem Gewissen, ob ich wohl mit der besagten Antwortmail zu dick aufgetragen habe...

Aber andererseits mag ich mich nicht mehr verstellen und zurück nehmen. Vielleicht war es zu viel. Mag sein. Vielleicht hat er auch einfach nur ganz schrecklich viel zu tun, ist gar nicht im Büro - wer weiß das schon.

Ich bereue es irgendwie, seine Frage, die er an mich stellte, so direkt beantwortet zu haben. Vielleicht war das ein überemotionaler Fehler. Ich schäme mich mal wieder tierisch...
Wer mag das hoppen???


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zarte Gefühle und Scham
BeitragVerfasst: Do Feb 02, 2012 8:47 am 
Offline

Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Hallo Hoppinggemeinde.

Es liegen bewegende Tage hinter mir und ich bin gestern abend auf eine Antwort gekommen, warum alles so lief, wie es lief.

Zwar haben wir wieder Kontakt, rein geschäftlich, er gibt sich locker und leger, alles andere findet nicht mehr statt. Auch keine Reaktion auf meine besagte Mail. So, als habe es diese nie gegeben.

Warum verhält er sich so? Wenn ich auf eine emotionale Mail einer anderen Person nicht reagieren würde und so tun würde, als sei nichts gewesen, dann liegt das daran, dass ich gar nicht weiß, wie ich mit so viel Gefühl umgehen soll. Oder ich will keine Schwäche zeigen, wenn ich diese Gefühlsebene erwiedere.

Nun habe ich aber nachgefühlt, warum ich mir diese verzwickte Situation ins Leben gezogen habe - die Antwort war überraschend einfach: Ich weiß selbst nicht, was ich überhaupt mit dem Thema Beziehung anfangen soll. Ich brauche Nähe - und doch nicht. Es wird mir schnell zu dicht, zu einengend.
Ich wünsche mir jemanden, der tolle Dinge mit mir unternimmt (z.B. ausgiebige Motorradtouren), habe aber gleichzeitig Angst und Bedenken, dass ich ja eh nicht mithalten kann, fahrtechnisch, konditionell. Und auch meine Zeitfenster sind sehr begrenzt: Kinderfreie Wochenenden enden sonntags Punkt 18.30 Uhr, denn da kommt mein Kind vom Papa zurück. Das ist mir wichtig, und damit ich auch wirklich pünktlich daheim bin, schränke ich meinen Radius sowieso ein.

Ich würde gerne mit jemandem aufwachen, genieße aber auch die Freiheit, die ich momentan habe. Ich glaube auch, dass ich keine weiteren Kinder mehr möchte, weil ich das, was ich jetzt mit meiner Tochter habe, sehr genieße. Und überhaupt habe ich sowieso das Gefühl, dass kein Partner an meiner Seite gut genug ist, um am Leben meiner Tochter teilzuhaben. Ich könnte es nicht ertragen, wenn ein neuer Partner für mein Empfinden nicht gut genug für mein Kind ist. Ich möchte auch auf keinen Fall einen Partner, der schon Kinder hat, weil ich meine Tochter nicht in die rivalisierende Stiefkindsituation bringen möchte.

Bezüglich des Mannes, in den ich mich letzte Woche so intensiv verguckt habe, kamen mir folgende Impuls: "Wie soll das überhaupt gehen? Uns trennen hunderte Kilometer und die Wochenenden verbringt er auf Fach-Messen oder Rennstrecken oder im Ausland bei Technik-Tests. In seinem Leben ist doch für eine Frau mit Kind, Katze und Kawasaki gar kein Platz."

Ist denn in meinem Leben Platz für einen Partner? Ein klares Nein, wie ich zu meinem Erstaunen feststellen musste. Es gab in meinem Leben noch nie wirklich Platz für einen Partner, muss ich bilanzieren. Es gab immer irgendwelche Dramen, die dazu führten, dass die Beziehungen in sehr überschaubaren Zeitfenstern wieder endeten - von meiner Seite.

Und damit erklärt sich für mich, warum ich diese zarten Anfänge mit meinem Motorradfahrer so dermaßen an die Wand gefahren habe. Ich konnte mich dann mit dem Satz trösten: "Das hätte ja eh keinen Sinn gemacht."

Puh. Erstaunliche Entwicklung, die ein Stück weit auch weh tut.

Ich erkenne, dass ich in meinem Leben eigentlich gar keinen Partner zulassen will und kann, weil ich Angst vor Belastungen habe. Es fällt mir schwer, mich auf einen Partner vollkommen einzulassen, weil ich insgeheim befürchte, aus meiner Wohlfühlzone, die ich mir schaffe, gerissen zu werden. Ich schaffe mir immer wieder chaotische und anstrengende Beziehungen, um am Ende zu sagen: "Ich habe es doch gewusst! Es kann nicht klappen unter diesen Bedingungen." DAbei will ich ja gar nicht, dass es klappt - weil ich mich alleine sicherer fühle. Wenn ich alleine bin, kann sich niemand in mein Leben einmischen.
Das erkenne ich mit tiefer Betroffenheit. Damit habe ich nicht gerechnet. Aber es ist wohl so. So sei es. Ich verzeihe mir. So bin ich. Und ich darf auch hier heil werden.
Ich liebe mich. Danke. Amen.


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zarte Gefühle und Scham
BeitragVerfasst: Do Feb 02, 2012 1:01 pm 
Offline

Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Hallo Mädels.

Also, meine Erkenntnis, die ich gewonnen habe, löst bei mir doch ziemlich viel und gibt mir Antworten auf zig Fragen meines Lebens.

Ich habe immer gedacht, dass ich nicht "normal" sei, wenn ich einfach frei leben will.
Ich habe immer gedacht, dass ich nur komplett bin, wenn ich einen Partner habe. Habe mir Partner gesucht, um dann völlig genervt wieder auszubrechen, auszuziehen, Kontakte abzubrechen.

Vielleicht bin ich einfach nicht fürs klassische Beziehungsleben gemacht??!! Wäre das so schlimm? Andere Mädchen haben in der Grundschule von Hochzeit und weißer Kutsche geträumt und geschwärmt - für mich war das nie erstrebenswert. Andere Mädchen träumten von einem weißen, rüschigen Brautkleid - mir liegt so ein Aufwand völlig fern - im Gegenteil: Ich sehe das sogar als Verschwendung an, so ein teures Kleid für einen Tag zu kaufen. Ich kann mir eher vorstellen, völlig leger und locker in Jeans und T-Shirt zu heiraten, weil es mir um den Sinn der Ehe geht, nicht um die Show.

Aber was rede ich vom Heiraten, wenn ich eigentlich meine Ruhe haben will? Vor mich hinexperimentieren, hinfahren, wohin ich will, ohne Druck, ohne Stress???!!! Eigentlich geht es mir jetzt immer besser. Ich habe mir jüngst nochmal Fotos angeschaut, die entstanden sind, wenn ich in einer Beziehung war: Auf allen Bildern sehe ich fertig und alt aus - richtig alt. Habe Sorgenfalten auf der Stirn, fahles Gesicht.

Und heute? Frischer, rosiger Teint, perfekte Haare. Am Montag war ich auf einem Meeting und da sagte ein Meetingteilnehmer: "Wow - Du siehst irgendwie zehn Jahre jünger aus im Vergleich zum letzten Sommer". Ich blühe von Tag zu Tag mehr auf, fühle mich gut, bin schlank und rank - und fühle mich so eigentlich ziemlich wohl. Ist das okay??? Ja, es ist okay. Es ist okay, dass es mir gut geht, ohne dass ich jemanden dazu brauche.

Tolle, nagelneue Erkenntnis. und irgendwie fallen jetzt viele Selbstzweifel ab.

Ich verzeihe mir, dass ich mir meine Beziehungsdramen geschaffen habe, um mich selbst zu quälen und zu verbiegen. Es darf mir gut gehen, so wie es ist. Momentan empfinde ich Beziehungen als einengend und blockierend und verunsichernd. Ich nehme diese Betrachtung als Teil von mir an und wahr und fange an, es heilen zu lassen. Ich darf heilen. Mein Beziehungsthema darf heilen - in seinem Tempo (womit wir wieder beim Motorrad wären...) Ich höre hiermit auf, mir eine leidvolle Kulisse zu schaffen - es geht mir gut mit meiner neuen Erkenntnis. Und es fällt viel Druck von mir ab.
Danke. Ich liebe mich. Amen.


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zarte Gefühle und Scham
BeitragVerfasst: Do Feb 02, 2012 1:24 pm 
Offline
Moderator
Benutzeravatar

Registriert: Mo Apr 19, 2010 10:22 am
Beiträge: 667
Glückssteffi hat geschrieben:
Hallo Hoppinggemeinde.

Es liegen bewegende Tage hinter mir und ich bin gestern abend auf eine Antwort gekommen, warum alles so lief, wie es lief.

Zwar haben wir wieder Kontakt, rein geschäftlich, er gibt sich locker und leger, alles andere findet nicht mehr statt. Auch keine Reaktion auf meine besagte Mail. So, als habe es diese nie gegeben.

Warum verhält er sich so? Wenn ich auf eine emotionale Mail einer anderen Person nicht reagieren würde und so tun würde, als sei nichts gewesen, dann liegt das daran, dass ich gar nicht weiß, wie ich mit so viel Gefühl umgehen soll. Oder ich will keine Schwäche zeigen, wenn ich diese Gefühlsebene erwiedere.

Nun habe ich aber nachgefühlt, warum ich mir diese verzwickte Situation ins Leben gezogen habe - die Antwort war überraschend einfach: Ich weiß selbst nicht, was ich überhaupt mit dem Thema Beziehung anfangen soll. Ich brauche Nähe - und doch nicht. Es wird mir schnell zu dicht, zu einengend.

[color=#BF0040]ich habe einen teil in mir, der immer versuchte das defizit an liebe der eltern in beziehungen zhu stillen. dafür tat sich alle und nahm alles in kauf. gleichzeitig machten meine erfahrungen mit meinen nächsten bezugspersonen mich extrem mißtraisch. die angst vor vereinnahmung, manipulationsversuchen, dominiert werden machten, dass ich eigenlich am liebsten in ruhe gelassen werden will. es gab in meiner welt nie die frage: was brauche ICH genau um mich glücklich zu fühlen in einer beziehung. oder will ich überhaupt eine? das alles frgate ich ie aus meiner sehnsucht nach liebe heraus. ich dachte eine beziehung und darin zu "funktionieren" wäre der einzige weg um liebe zu bekommen. ich dachte immer : 9 bekomme ich nur, wenn ich 4 plus 5 nehme. aber jetzt erkenne ich, dass man 9 auch kriegt mit 6 plus 3 oder 1 mal neun. es scheint viele wege zu geben und ich erluabe mir mich jetzt damit auseinanderzusetzen WAS ich will um dann herauszufinden WIE es gehen könnte und was ich bereit bin dafür zu investieren. danke für diese erkenntnis. ich liebe den teil in mir, der mir diesen mann ins leben zog um all das erkennen zu können[/color]

Ich wünsche mir jemanden, der tolle Dinge mit mir unternimmt (z.B. ausgiebige Motorradtouren), habe aber gleichzeitig Angst und Bedenken, dass ich ja eh nicht mithalten kann, fahrtechnisch, konditionell. Und auch meine Zeitfenster sind sehr begrenzt: Kinderfreie Wochenenden enden sonntags Punkt 18.30 Uhr, denn da kommt mein Kind vom Papa zurück. Das ist mir wichtig, und damit ich auch wirklich pünktlich daheim bin, schränke ich meinen Radius sowieso ein.

ich liebe den teil in mir, der von vorn herein voraussetzt, dass ich nicht "
begrenzen" darf was ich an zeit und energie in eine beziehung investieren will. es tut mir leid.


Ich würde gerne mit jemandem aufwachen, genieße aber auch die Freiheit, die ich momentan habe. Ich glaube auch, dass ich keine weiteren Kinder mehr möchte, weil ich das, was ich jetzt mit meiner Tochter habe, sehr genieße. Und überhaupt habe ich sowieso das Gefühl, dass kein Partner an meiner Seite gut genug ist, um am Leben meiner Tochter teilzuhaben. Ich könnte es nicht ertragen, wenn ein neuer Partner für mein Empfinden nicht gut genug für mein Kind ist. Ich möchte auch auf keinen Fall einen Partner, der schon Kinder hat, weil ich meine Tochter nicht in die rivalisierende Stiefkindsituation bringen möchte.

ich liebe den teil in mir, der glaubt eine beziehung einzugehen bedeutet auch, dass ich bereit sein muss nochmal ein kind zu bekommen. es tut mir leid.

Bezüglich des Mannes, in den ich mich letzte Woche so intensiv verguckt habe, kamen mir folgende Impuls: "Wie soll das überhaupt gehen? Uns trennen hunderte Kilometer und die Wochenenden verbringt er auf Fach-Messen oder Rennstrecken oder im Ausland bei Technik-Tests. In seinem Leben ist doch für eine Frau mit Kind, Katze und Kawasaki gar kein Platz."

ich liebe den teil in mir der nicht glaubt dass ein mann mich so toll findet und es so ernst meint, dass ER etwas investiert und mir platz MACHT in meinem leben. ich liebe den teil in mir mit dem glaubenssatz "die männer invesieren nicht in beziehungen sondern die frauen müssen investieren und sich in die gegebenheiten des lebens des mannes fügen (ey, darauf hätte ich auch keinen bock, wer hätte das schon?)

Ist denn in meinem Leben Platz für einen Partner? Ein klares Nein, wie ich zu meinem Erstaunen feststellen musste. Es gab in meinem Leben noch nie wirklich Platz für einen Partner, muss ich bilanzieren. Es gab immer irgendwelche Dramen, die dazu führten, dass die Beziehungen in sehr überschaubaren Zeitfenstern wieder endeten - von meiner Seite.

ich liebe den teil in mir, der keinen partner will und gebe ihm raum mir zu zeigen wieso das so ist.

Und damit erklärt sich für mich, warum ich diese zarten Anfänge mit meinem Motorradfahrer so dermaßen an die Wand gefahren habe. Ich konnte mich dann mit dem Satz trösten: "Das hätte ja eh keinen Sinn gemacht."

Puh. Erstaunliche Entwicklung, die ein Stück weit auch weh tut.

Ich erkenne, dass ich in meinem Leben eigentlich gar keinen Partner zulassen will und kann, weil ich Angst vor Belastungen habe. Es fällt mir schwer, mich auf einen Partner vollkommen einzulassen, weil ich insgeheim befürchte, aus meiner Wohlfühlzone, die ich mir schaffe, gerissen zu werden. Ich schaffe mir immer wieder chaotische und anstrengende Beziehungen, um am Ende zu sagen: "Ich habe es doch gewusst! Es kann nicht klappen unter diesen Bedingungen." DAbei will ich ja gar nicht, dass es klappt - weil ich mich alleine sicherer fühle. Wenn ich alleine bin, kann sich niemand in mein Leben einmischen.
Das erkenne ich mit tiefer Betroffenheit. Damit habe ich nicht gerechnet. Aber es ist wohl so. So sei es. Ich verzeihe mir. So bin ich. Und ich darf auch hier heil werden.
Ich liebe mich. Danke. Amen.

_________________
freedom comes, when you learn to let go.
creation comes, when you learn to say no...


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zarte Gefühle und Scham
BeitragVerfasst: Do Feb 02, 2012 1:53 pm 
Offline

Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
He Mädels.

Mir kommt gerade noch eine Erkenntnis:

Ich beklagte mich darüber, dass dieser Mann einfach den Kontakt zu mir abbrach. Darüber wundere ich mich???? Wenn ich das lese, was ich ihm schrieb, kann ich nur den Kopf schütteln: Es klingt nach Druck, nach Erdrücken mit Gefühlen.

Will ICH das in meinem Leben, dass mir jemand so auf die Pelle rückt? Auf keinen Fall!!!! In diesem Zusammenhang fällt mir eine alte Beziehung ein mit einem Mann, der innerhalb einer Stunde eine SMS beantwortet haben wollte. Tat ich es nicht, rief er an und motzte. Er beschwerte sich, wenn ich nicht ununterbrochen greifbar und erreichbar war, fand meinen Job beziehungsfeindlich, weil ich abends nicht Händchen haltend bei ihm auf dem Sofa hocken konnte und wollte.
Und immer sagte er: "Wenn Du mich liebst, dann bin ich Dir so wichtig, dass Du mir auch immer gleich zurück schreibst..."

Ich habe mich aber immer weiter distanziert. Dieser Mann hat mich erdrückt! Und nach drei Monaten habe ich Schluss gemacht.

Nun treffe ich auf "meinen" Super-Biker und ziehe das gleiche Spiel ab - rücke ihm auf die Pelle und komme ins Schleudern, wenn er nicht so tickt, wie ich das brauche.

Krass - und sehr schmerzhaft. Irgendwie klingt da bei mir auch das Wort Verlustangst an. Ich verliere mich im andern, reibe mich an ihm auf und alles dreht sich nur um ihn. Und wehe, er verhält sich nicht, wie ich es brauche - dann komme ich ins Wanken.

Was für eine Erkenntnis... Ich bedanke mich bei dem neuen Mann, der mir so deutlich ein Spiegel ist. Ich habe bei ihm Dinge getan, die ich selbst nicht leiden kann.

Ich bedanke mich für diese Erkenntnis und dafür, dass ich diese Woche in diesen Spiegel schauen durfte. Beziehung ist dann möglich, wenn ich mich nicht permanent über den anderen identifiziere. Kein Wunder fühle ich mich als Single so pudelwohl: Wenn kein Mann da ist, in dem ich aufgehen kann, kümmere ich mich gut um mich. Aber sobald einer da ist - verliere ich mich im anderen, und das schadet mir und allen Beteiligten sehr.

Ich löse das hiermit auf und merke, wie eine ganze Gerölllawine ins Rollen kommt. Alles ist gut. Es hat alles einen Sinn. Ich begrüße die Gelassenheit in meinem Leben, die Ruhe und den Frieden in meinem Herzen, die auch bleiben dürfen, wenn es einen Partner gibt.

Danke. Ich liebe mich. Glaube, Liebe, Hoffnung. Amen.


Nach oben
  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 13 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu: