Glückssteffi hat geschrieben:
Hallo Hoppinggemeinde.
Es liegen bewegende Tage hinter mir und ich bin gestern abend auf eine Antwort gekommen, warum alles so lief, wie es lief.
Zwar haben wir wieder Kontakt, rein geschäftlich, er gibt sich locker und leger, alles andere findet nicht mehr statt. Auch keine Reaktion auf meine besagte Mail. So, als habe es diese nie gegeben.
Warum verhält er sich so? Wenn ich auf eine emotionale Mail einer anderen Person nicht reagieren würde und so tun würde, als sei nichts gewesen, dann liegt das daran, dass ich gar nicht weiß, wie ich mit so viel Gefühl umgehen soll. Oder ich will keine Schwäche zeigen, wenn ich diese Gefühlsebene erwiedere.
Nun habe ich aber nachgefühlt, warum ich mir diese verzwickte Situation ins Leben gezogen habe - die Antwort war überraschend einfach: Ich weiß selbst nicht, was ich überhaupt mit dem Thema Beziehung anfangen soll. Ich brauche Nähe - und doch nicht. Es wird mir schnell zu dicht, zu einengend.
[color=#BF0040]ich habe einen teil in mir, der immer versuchte das defizit an liebe der eltern in beziehungen zhu stillen. dafür tat sich alle und nahm alles in kauf. gleichzeitig machten meine erfahrungen mit meinen nächsten bezugspersonen mich extrem mißtraisch. die angst vor vereinnahmung, manipulationsversuchen, dominiert werden machten, dass ich eigenlich am liebsten in ruhe gelassen werden will. es gab in meiner welt nie die frage: was brauche ICH genau um mich glücklich zu fühlen in einer beziehung. oder will ich überhaupt eine? das alles frgate ich ie aus meiner sehnsucht nach liebe heraus. ich dachte eine beziehung und darin zu "funktionieren" wäre der einzige weg um liebe zu bekommen. ich dachte immer : 9 bekomme ich nur, wenn ich 4 plus 5 nehme. aber jetzt erkenne ich, dass man 9 auch kriegt mit 6 plus 3 oder 1 mal neun. es scheint viele wege zu geben und ich erluabe mir mich jetzt damit auseinanderzusetzen WAS ich will um dann herauszufinden WIE es gehen könnte und was ich bereit bin dafür zu investieren. danke für diese erkenntnis. ich liebe den teil in mir, der mir diesen mann ins leben zog um all das erkennen zu können[/color]
Ich wünsche mir jemanden, der tolle Dinge mit mir unternimmt (z.B. ausgiebige Motorradtouren), habe aber gleichzeitig Angst und Bedenken, dass ich ja eh nicht mithalten kann, fahrtechnisch, konditionell. Und auch meine Zeitfenster sind sehr begrenzt: Kinderfreie Wochenenden enden sonntags Punkt 18.30 Uhr, denn da kommt mein Kind vom Papa zurück. Das ist mir wichtig, und damit ich auch wirklich pünktlich daheim bin, schränke ich meinen Radius sowieso ein.
ich liebe den teil in mir, der von vorn herein voraussetzt, dass ich nicht "
begrenzen" darf was ich an zeit und energie in eine beziehung investieren will. es tut mir leid.
Ich würde gerne mit jemandem aufwachen, genieße aber auch die Freiheit, die ich momentan habe. Ich glaube auch, dass ich keine weiteren Kinder mehr möchte, weil ich das, was ich jetzt mit meiner Tochter habe, sehr genieße. Und überhaupt habe ich sowieso das Gefühl, dass kein Partner an meiner Seite gut genug ist, um am Leben meiner Tochter teilzuhaben. Ich könnte es nicht ertragen, wenn ein neuer Partner für mein Empfinden nicht gut genug für mein Kind ist. Ich möchte auch auf keinen Fall einen Partner, der schon Kinder hat, weil ich meine Tochter nicht in die rivalisierende Stiefkindsituation bringen möchte.
ich liebe den teil in mir, der glaubt eine beziehung einzugehen bedeutet auch, dass ich bereit sein muss nochmal ein kind zu bekommen. es tut mir leid.
Bezüglich des Mannes, in den ich mich letzte Woche so intensiv verguckt habe, kamen mir folgende Impuls: "Wie soll das überhaupt gehen? Uns trennen hunderte Kilometer und die Wochenenden verbringt er auf Fach-Messen oder Rennstrecken oder im Ausland bei Technik-Tests. In seinem Leben ist doch für eine Frau mit Kind, Katze und Kawasaki gar kein Platz."
ich liebe den teil in mir der nicht glaubt dass ein mann mich so toll findet und es so ernst meint, dass ER etwas investiert und mir platz MACHT in meinem leben. ich liebe den teil in mir mit dem glaubenssatz "die männer invesieren nicht in beziehungen sondern die frauen müssen investieren und sich in die gegebenheiten des lebens des mannes fügen (ey, darauf hätte ich auch keinen bock, wer hätte das schon?)
Ist denn in meinem Leben Platz für einen Partner? Ein klares Nein, wie ich zu meinem Erstaunen feststellen musste. Es gab in meinem Leben noch nie wirklich Platz für einen Partner, muss ich bilanzieren. Es gab immer irgendwelche Dramen, die dazu führten, dass die Beziehungen in sehr überschaubaren Zeitfenstern wieder endeten - von meiner Seite.
ich liebe den teil in mir, der keinen partner will und gebe ihm raum mir zu zeigen wieso das so ist.
Und damit erklärt sich für mich, warum ich diese zarten Anfänge mit meinem Motorradfahrer so dermaßen an die Wand gefahren habe. Ich konnte mich dann mit dem Satz trösten: "Das hätte ja eh keinen Sinn gemacht."
Puh. Erstaunliche Entwicklung, die ein Stück weit auch weh tut.
Ich erkenne, dass ich in meinem Leben eigentlich gar keinen Partner zulassen will und kann, weil ich Angst vor Belastungen habe. Es fällt mir schwer, mich auf einen Partner vollkommen einzulassen, weil ich insgeheim befürchte, aus meiner Wohlfühlzone, die ich mir schaffe, gerissen zu werden. Ich schaffe mir immer wieder chaotische und anstrengende Beziehungen, um am Ende zu sagen: "Ich habe es doch gewusst! Es kann nicht klappen unter diesen Bedingungen." DAbei will ich ja gar nicht, dass es klappt - weil ich mich alleine sicherer fühle. Wenn ich alleine bin, kann sich niemand in mein Leben einmischen.
Das erkenne ich mit tiefer Betroffenheit. Damit habe ich nicht gerechnet. Aber es ist wohl so. So sei es. Ich verzeihe mir. So bin ich. Und ich darf auch hier heil werden.
Ich liebe mich. Danke. Amen.