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 Betreff des Beitrags: Süßigkeiten
BeitragVerfasst: Do Jan 26, 2012 9:38 am 
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Beiträge: 375
Hallo Mädels.

Ich bedanke mich für Eure Hoppinghilfe der letzten Tage (es hat sich VIEL getan!) und wende mich mit einem neuen und weniger spektakulären Thema an Euch:

Seit Jahren esse ich Süßigkeiten in großen Mengen und es tut mir definitiv nicht gut. Ich habe mich schon beim Hausarzt beraten lassen, was ich tun kann, um diese Heißhungerattacken abzugewöhnen, aber sein Tipp (morgens vor dem Frühstück eine Tasse Milch mit echtem Kakao, kein Kaba, wegen Gerbstoffen) hat nichts gebracht.

Die Süßigkeiten tun mir nicht gut. Ich bekomme Magenschmerzen und Schmerzen in den Fingergelenken und Zehen. Aufs Gewicht schlagen mir die Sweets nur gering, aber ich fühle mich insgesamt nicht wohl, sondern *grübel* irgendwie, als seien meine Zellen verklebt. Ansonsten ernähre ich mich sehr gesund: Viel Gemüse, Obst, Fisch, Vollkorn, nur Dampfgegartes und von hoher Qualität. Ich bewege mich viel und werde demnächst zusätzlich noch mit Stepptanz anfangen.

Nun lese ich seit ein paar Tagen ein Buch, das von einem Shaolin-Mönch geschrieben wurde und da wird das Thema Ernährung ausführlich behandelt. Vom Süßigkeitenkonsum wird abgeraten, da der Zucker viel Energie raubt und nur kurzfristig welche zuführt.

Der Rat war, zu beobachten, wann man zu Süßigkeiten greift. Ich esse nie abends vor dem Fernseher Schokolade oder Chips - da habe ich überhaupt keine Lust drauf; da knabbere ich lieber Studentenfutter oder Karottensticks.

Jetzt haben wir 9.30 Uhr, ich habe heute morgen gesund gefrühstückt, ich gehe nachher ins Büro, habe eben noch im Homeoffice meine Geschäftsmails gecheckt und eine sehr positive Mail betreffs meines Motorradpatents bekommen. Ich habe sie gelesen, bekam Herzklopfen, ging in die Küche und machte automatisch das Nutella-Glas auf, um mindestens 5 Löffel Schokocreme in mich reinzulöffeln.
Die letzten Tage habe ich beobachtet, dass ich immer dann zu Schokolade und Co. greife, wenn ich aufgeregt bin, positiv oder negativ. Egal, ob ich mich über viele Aufträge freuen kann - ich stopfe Schoki in mich rein. Oder wenn ich mich sorge wie gestern, wegen meines Patents...Schokolade muss in rauen Mengen her.

Ich genieße ja auch nicht, sondern ich futtere einfach das Zeug in mich rein. Es ist wie ein Impuls...eine Sucht, würde ich sagen.

Vor ein paar Jahren habe ich bei meinem damaligen Psychologen das Süßigkeitenthema ansprechen wollen, weil ich es ja ändern möchte. Er sagte, wenn ich mich weiter körperlich so schädige, würde er mich sofort in eine Psychiatrie einweisen :shock: By the way: Meine Blutwerte sind okay, ich habe keine Diabetes.

Also, meine Lieben: Warum esse ich so viel Süßes, wenn ich positiv aufgeregt bin? Mir schadet der Süßkram, richtig schmecken tut er auch nicht, genießen tue ich ihn ebenso wenig. Und warum kann ich nicht davon lassen??? Ich habe mir heute morgen nach dem Aufwachen fest vorgenommen, heute meinen Süßikonsum zu kontrollieren. Dann kommt die konstruktive Mail und ich gehe sofort los, um mir die Zuckerdröhnung zu geben...Schade! Aber immerhin finde ich es sehr gut von mir selbst, dass ich die Zusammenhänge beobachte.

Ratlose Grüße!


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 Betreff des Beitrags: Re: Süßigkeiten
BeitragVerfasst: Do Jan 26, 2012 10:02 am 
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Registriert: Mo Apr 19, 2010 10:22 am
Beiträge: 667
Glückssteffi hat geschrieben:
Nun lese ich seit ein paar Tagen ein Buch, das von einem Shaolin-Mönch geschrieben wurde und da wird das Thema Ernährung ausführlich behandelt. Vom Süßigkeitenkonsum wird abgeraten, da der Zucker viel Energie raubt und nur kurzfristig welche zuführt.

wie Cool, diese formulierung, steffi! also, sie erinnert mich ans männerthema und an viele andere themen, die wir hatten.
Ich liebe den teil in mir, der sich viel auflädt (viel in sich hineinfrisst) um ein gute gefühl zu bekommen, die dann aber nur von kurzer dauer sind, weil es eigentlich etwas schädigendes, energieraubendes ist, das ich mir ins leben hole. es tut mir leid, ich bin aber dankbar, dass das thema ESSEN mir das nochmal verdeutlicht und ich immer wieder darauf hingewiesen werde, dass ich für ein kurzes wohlgefühl etwas in mein leben lasse, das eigentlich nicht gesund ist.


Ich habe sie gelesen, bekam Herzklopfen, ging in die Küche und machte automatisch das Nutella-Glas auf, um mindestens 5 Löffel Schokocreme in mich reinzulöffeln.
Die letzten Tage habe ich beobachtet, dass ich immer dann zu Schokolade und Co. greife, wenn ich aufgeregt bin, positiv oder negativ. Ich genieße ja auch nicht, sondern ich futtere einfach das Zeug in mich rein. Es ist wie ein Impuls...eine Sucht, würde ich sagen.

ja, es ist eine sucht. gut, dass ich das jetzt erkannt habe. es ist auch ein abwehren von gefühlen die mir angst machen. aufregung und angst sind fast die gleichen gefühle, körpermäßig. ich bin so konditioniert, dass ich möglichst alle negativen gefühle "wegmachen, zudecken, nicht fühlen will" und deswegen BETÄUBE ich mich mit süßem (zucker und besonders in kombination mit fett wirkt antidepressiv auf den mechanismus). ich liebe mein wemachen wollen. ich liebe meine depressiven schübe, ich liebe meine angst. ich liebe dent tiel in mir der jetzt genau beobachtet welche mechanismen da ablaufen. ich liebe den teil in mir, der immer mehr lernt, dass negastive gefühle mich nicht umbringen und darum nicht bedrohlich sind. ich liebe den teil, der zu unterscheiden lernt zwischen positiver und negativer aufregung. ich lerne neue bewältigungsstrategien statt süßes zu essen,#
DANKE DANKE DANKE!!!

!

danke für diesen - für mich - sehr wichtigen beitrag, steffi! :)

_________________
freedom comes, when you learn to let go.
creation comes, when you learn to say no...


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 Betreff des Beitrags: Re: Süßigkeiten
BeitragVerfasst: Do Jan 26, 2012 10:14 am 
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Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Ui Jenni - Du bist genial!

Du hast mir die Augen geöffnet! Mein Süßi-Thema wiederholt sich mit meinem Beziehungsthema: Ich lade mir viel auf, was mir schadet und kaum etwas bringt.

Boah! Jetzt ist der Groschen gefallen!

Ich danke Dir!

Ich bedanke mich dafür, dass ich dieses Forum und damit auch Jenni in mein Leben gezogen habe, die ähnliche Themen hat wie ich und mir das aufzeigen kann, das ich noch nicht sehe. ich nehme diesen blinden Fleck in meiner Wahrnehmung liebevoll an, akzeptiere ihn und zeige ihm, wie er sehen wird, um nicht blind zu bleiben. Ich liebe mich. Ich bedanke mich. Danke. Amen.


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