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 Betreff des Beitrags: Leben wie ein Einsiedlerkrebs
BeitragVerfasst: Mi Jan 25, 2012 11:57 am 
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Registriert: Fr Dez 16, 2011 9:07 am
Beiträge: 241
Hallo Forum,

dieses Mal wende ich mich an Euch mit der Bitte, mit mir zu hoppen, warum jemand (ein Mann) wie ein "Einsiedlerkrebs" lebt.

Der Betreffende ist seit einiger Zeit geschieden, hat drei Kinder, wobei die älteste Tochter bei der Mutter lebt und von ihm nichts wissen will, außer der Unterhaltszahlungen. Die beiden Söhne leben seit Jahren bei ihm und wollen ihrerseits wiederum keinen oder nur sehr sparsamen Kontakt zur Mutter haben. Die Scheidung war ziemlich häßlich (wobei das Wort schon viel HASS in sich birgt) und hat viel Nerven gekostet.
Er ist also seit Jahren alleinerziehend, zuletzt an einem Posten in Südamerika, der nicht ganz einfach war, teils sogar recht gefährlich. Laut Facebook hat er aber einige Frauenbekanntschaften (wie intim die geworden waren, vermag ich nicht zu sagen) mitgenommen, was bedeutet, dass er dem weiblichen Geschlecht gegenüber nicht abgeneigt zu sein scheint.

Nun lebt er mit seinen beiden Söhnen seit einem Jahr am neuen Posten und geht laut Aussagen anderer abends um neun Uhr zu Bett und kann ab fünf Uhr morgens nicht mehr schlafen; lebt wie ein Einsiedlerkrebs, so wurde es genannt. Fast vollkommen zurückgezogen, wenig gesellschaftliche Kontakte. Andere Kollegen berichteten, er hätte früher, in jüngeren Jahren mal ein "wildes Leben" geführt. War also kein Kind von Traurigkeit.

Was kann diesen Mann dazu bewogen haben, sich so vom Leben abzuschneiden?

Wenn ich das hoppe, kommt zum Beispiel: Das kenne ich gut, ich lebe gerade selber so, bin damit aber nicht wirklich glücklich.
- ich bin so verletzt worden, dass ich mich auf nicht mehr, niemanden mehr einlasse. Es tut mir Leid, dass ich mich selber so vom Leben und der Liebe abschneide.
-ich traue niemandem mehr, die Welt ist so schlecht. Es tut mir Leid, dass ich mein Grundvertrauen in das Leben und meine Mitmenschen verloren habe. Es tut mir Leid, dass ich so betrogen wurde, und es tut mir auch Leid, dass ich aus meinem Tal nicht wieder herausfinde. Ich nehme mein Schicksal jetzt so an. Ich nehme es an und ich akzeptiere, dass ich mir diese Situationen in mein Leben geholt habe.
-ich bin der Frau meines Lebens begegnet und habe sie nicht festgehalten. Es tut mir so Leid, dass ich mir mein Glück durch die Finger schlüpfen lasse und es nicht festhalte. Warum tue ich so etwas? Weil ich tief in mir glaube, dass ich es nicht verdient habe, glücklich zu sein. Ich habe so viel Mist gebaut in meinem Leben, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, dass diese Frau mich lieben könnte.
Das Leben ist so doof!

Ich bitte um Mithilfe! Danke!


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 Betreff des Beitrags: Re: Leben wie ein Einsiedlerkrebs
BeitragVerfasst: Mi Jan 25, 2012 6:30 pm 
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Registriert: Mo Apr 19, 2010 10:22 am
Beiträge: 667
sonnenscheinchen19 hat geschrieben:
Das Leben ist so doof!

Ich bitte um Mithilfe! Danke!

bei dem satz: das leben ist so doof, habe ich ein kleines kind vor augen. und wenn ich dann über die zurückgezogenheit nachdenke, dann kommt mir folgendes bild: ein bockiges kleines kind, verletzt, enttäuscht, dass sich versteckt und gefunden werden will. ich liebe diesen anteil in mir. es tut mir leid, bitte verzeih mir, ich liebe dich, danke.

_________________
freedom comes, when you learn to let go.
creation comes, when you learn to say no...


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 Betreff des Beitrags: Re: Leben wie ein Einsiedlerkrebs
BeitragVerfasst: Mi Jan 25, 2012 7:05 pm 
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Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Wenn ich das Leben eines Mannes mit dem eines Einsiedlerkrebses vergleiche, dann kommen in mir folgende Bilder hoch: Ein Krebs läuft seitlich, nicht geradeaus. Kann es sein, dass dieser Mensch allem ausweicht, keine gerade Lebenslinie verfolgt? Ein Krebs hat gefährliche Scheren, mit denen er fies zwicken kann. Was hat dieser Mann, dass mir ein Tier einfällt, das gefährlich zuschnappen kann? Wieso nenne ich das Leben des Mannes nicht "Leben eines Einsiedlers" oder "Leben eines Eremiten"?
Ein Krebs...tarnt sich und schnappt dann plötzlich zu. Ist dieser Mann auch so? Ist sein Leben nur eine Tarnung und in Wahrheit wartet er nur auf Beute in Form von Frauenkontakten?

Es gibt da noch einen Krebs - den heimtückischen, der sich in Leben schleicht und in Form einer Krankheit alles zerstören kann, ohne dass man es merkt.

Was hat dieser Mann, dass ich ihn so nenne? Ist er mir unheimlich? Kann ich ihn nicht einschätzen? Ist er für mich unberechenbar? Und wieso zerbreche ich mir über ihn überhaupt meinen Kopf? Ich habe doch selbst genug Berge zu bearbeiten.

Ich erkenne, dass ich dem geheimnisumwobenen Leben eines Mannes, den ich nicht mal richtig kenne, so viel Energie schenke, dass für mich nur wenig übrig bleibt. Ich erkenne, dass es vielleicht ein Muster ist: Ich widme mich Menschen, die vielleicht nicht gut für mich sind. Ich verzeihe mir. Es tut mir Leid, dass ich mich nicht zu 100% um mich selbst kümmere. Danke. Amen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Leben wie ein Einsiedlerkrebs
BeitragVerfasst: Do Jan 26, 2012 7:46 pm 
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Registriert: Fr Dez 16, 2011 9:07 am
Beiträge: 241
bei dem satz: das leben ist so doof, habe ich ein kleines kind vor augen. und wenn ich dann über die zurückgezogenheit nachdenke, dann kommt mir folgendes bild: ein bockiges kleines kind, verletzt, enttäuscht, dass sich versteckt und gefunden werden will. ich liebe diesen anteil in mir. es tut mir leid, bitte verzeih mir, ich liebe dich, danke.[/quote]


Das kommt bei mir an! Es tut mir Leid, dass ich so verletzt und enttäuscht worden bin, dass ich es nicht mehr schaffe , aus eigenen Stücken ins Leben hinein zu gehen. Ich nehme diesen Teil jetzt in Liebe an. Amen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Leben wie ein Einsiedlerkrebs
BeitragVerfasst: Do Jan 26, 2012 7:53 pm 
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Registriert: Fr Dez 16, 2011 9:07 am
Beiträge: 241
Was hat dieser Mann, dass mir ein Tier einfällt, das gefährlich zuschnappen kann? Wieso nenne ich das Leben des Mannes nicht "Leben eines Einsiedlers" oder "Leben eines Eremiten"?
Ein Krebs...tarnt sich und schnappt dann plötzlich zu. Ist dieser Mann auch so? Ist sein Leben nur eine Tarnung und in Wahrheit wartet er nur auf Beute in Form von Frauenkontakten?

Die Bezeichnung des Mannes habe ich von jemandem so übernommen. Allerdings passt Deine Aussage zu der Person, die diesen Mann so bezeichnet hat. Insofern hilft es vielleicht um ein paar Ecken und es war gut, dass ich die Namensnennung so übernommen habe.

Wenn ich das jetzt hoppe, dann tut es mir Leid, dass ich mich wie ein Krebs in meinen Panzer zurückziehe und meine, Scheren haben zu müssen um mich zu verteidigen.


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