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 Betreff des Beitrags: Ein delikates Thema
BeitragVerfasst: Mi Jan 25, 2012 2:08 pm 
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Registriert: Fr Dez 16, 2011 9:07 am
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Hallo Forum,



wir haben jetzt schon viel gemeinsam bearbeitet und ich merke, wie ich in immer tiefere Schichten und Geschichten komme. Das habe ich so noch in keiner Therapie gehabt .

Es zeigt sich jetzt bei mir gerade deutlich ein Thema, das mich schon seit vielen Jahren verfolgt. Ich wähle bewusst das Wort "verfolgt", denn das, was angeblich die schönste Sache der Welt sein soll, ist für mich eine Qual. Obwohl - ich es auch gerne genießen würde. Das Thema Sex.
Ich bin mir bewusst, dass Sex, besser gesagt meine Angst davor, jeder eventuellen neuen Beziehung im Weg steht.
Ich habe gestern in meinem Aromatherapie-Buch gelesen, dass wir bestimmte Duftstoffe aussenden, die dem Gegenüber signalisieren, ob wir bereit sind für Sex oder nicht. Wahrscheinlich sende ich alles Mögliche aus, nur nicht, dass ich eigentlich schon gerne möchte.

Mein Ex war ziemlich sexsüchtig. Er wollte jeden Tag, und das am liebsten mehrfach (Resonanz???). Für mich war es relativ bald eher eine Art Folter. Ich glaube, meine Lust auf ihn ging weg nach der Geburt unserer ersten gemeinsamen Tochter. Alle anderen Kinder waren eher "gezwungenermaßen" gezeugt worden. Ich empfand das Ganze als äußerst anstrengend und ich hatte irgendwie immer weniger Lust auf diese Akrobatik, die da von mir verlangt wurde. (Dabei fällt mir gerade während ich dieses schreibe auf, dass ich aber früher Ballett und Yoga und Geräteturnen und alles das sehr geliebt habe. Ist doch auch eine Art von Akrobatik.). Wenn ich noch ehrlicher bin, dann ekelte er mich auch relativ bald an.

Es ist fürchterlich das so zu schreiben, doch will ich dieses gravierende Problem für mich klären. Auch aus dem Grunde, dass ich das nicht an meine Jüngste weiter gebe. Die Älteste hat damit kein Problem, sie ist eher wie ihr Vater veranlagt.

Wenn ich für mich hoppe, dann kommt:
- meine Mutter sagte über Sex immer, dass das schmutzig sei. Es tut mir Leid, dass sie mir kein gesundes, oder zumindest objektives Bild über Sex vermittelt hat.
- meine Mutter ist als Kind vergewaltigt worden, daher hat sie ein gespaltenes Verhältnis zu Sex (denn meinem Vater war sie fremdgegangen) (das jetzt ohne Wertung, ob gut oder nicht gut). Es tut mir Leid, dass meine Mutter dieses Leid durchmachen musste.
- auch meine Oma äußerte sich nicht positiv. Es tut mir sehr Leid, dass ich nur so abschreckende "Vorbilder" hatte.
-ich habe keine Lust auf Turnübungen im Bett. Aber warum?

Ich habe mir schon viele Gedanken darüber gemacht, aber nichts hat mich wirklich weiter gebracht. Die Erkenntnis allein reicht nicht aus.

Wer mag mit mir hoppen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein delikates Thema
BeitragVerfasst: Mi Jan 25, 2012 3:49 pm 
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Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Wenn ich im Zusammenhang mit Sex akrobatische Bewegungsabläufe wie Ballett und Kunstturnen nenne, fällt mir spontan ein: "Pflicht oder Kür"??? Ist für mich Sex eher die Pflicht oder doch die Kür? Im Moment schätze ich eher ersteres. Ich vollziehe die ehelichen Pflichten - nicht mehr, nicht weniger. Dazu kommen diverse körperliche Verrenkungen, Turnübungen...das klingt alles nicht sehr erquicklich, sondern nach Qual, Schmerz und Strapaze und viel, viel Pflicht.

Wenn ich dann in einem Aromatherapiebuch lese, dass man Düfte aussendet, die die Bereitschaft signalisieren und ich das gleich auf mich münze, in dem ich sage: "Dann sende ich wohl nichts aus, obwohl ich eigentlich gerne will"...dann frage ich mich in dem Moment: Ab wann findet Sex eigentlich statt? Was bedeutet Sex eigentlich für MICH? Habe ich mich mit meiner Sexualität und den Wünschen an sie überhaupt jemals wirklich befasst? Oder habe ich einfach Sex gemacht, weil es verlangt wurde?

Vielleicht bin ich in der Tat noch nicht so weit, Sex zu haben. Ich war 25 Jahre Ehefrau, die ihre Pflichten erfüllt hat - auch im Bett. Jetzt bin ich gerade mal 6 Monate allein, keine lange Zeit also, um all diese Berge an Ungereimtheiten in meinem Leben zu sichten und zu ordnen.

Ich bemerke, dass ich Zeit brauche, um zu heilen. Zeit, in der ich mich meiner Sexualität widmen möchte, in mich hineinhorche und frage: Was will ich eigentlich vom Sex? Wie stelle ich ihn mir vor?

Denn wenn ich so reinfühle, dann spüre ich, dass ich mich nach so einer tiefen Vertrautheit sehne, einem sich-fallen-lassen-Können, Sinnlichkeit, Zärtlichkeit, Wärme...und kein stumpfes, derbes Rein-Raus-Geturne im Ehebett.

Vertrauen braucht Zeit. Ich brauche Zeit, meine Sexualität braucht Zeit und ich wünsche mir, dass ich in der Lage bin, diese Zeit zu geben und bewusst zu erleben.

Ich liebe meine Sexualität, die ich kennen lernen will. Ich mache mich auf den Weg, meine innigsten Wünsche kennen zu lernen und künftig zu artikulieren.
Ich liebe mich. Friede. Danke!


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein delikates Thema
BeitragVerfasst: Mi Jan 25, 2012 4:17 pm 
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Registriert: Fr Feb 03, 2006 5:58 pm
Beiträge: 44
Wohnort: München
Wenn ich sonnenschein wäre, warum hätte ich ein problem mit sex?

ich hätte keine lust auf sex, weil es für mich wie ein zusätzliches to do ist. noch so eine pflichtaufgabe, die ich nicht will. Dabei sehe ich nicht, dass sex nicht unbedingt pflicht sein muss. Es könnte auch eine Art Belohnung sein. Etwas Schönes. Das muss ich noch lernen… Im Moment habe ich trotzdem angst, jemanden an mich ran zu lassen. Ich will nicht, dass meine Grenzen überschritten werden... Ich verzeihe mir.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein delikates Thema
BeitragVerfasst: Mi Jan 25, 2012 5:35 pm 
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Registriert: Mo Apr 19, 2010 10:22 am
Beiträge: 667
sex als belohnung..... SUPER gehoppt, happy, und danke für diesen anstoß.
ich liebe den teil in mir, der sex noch nie als belohnung hätte sehen können! danke für diese erkenntnis!

_________________
freedom comes, when you learn to let go.
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 Betreff des Beitrags: Re: Ein delikates Thema
BeitragVerfasst: Mi Jan 25, 2012 6:54 pm 
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Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Belohnung...das klingt für mich spontan an Tierdressur, brav sein, artig sein - und dafür dann eine Belohnung kriegen...

Ich möchte nicht mit Sex belohnt werden, wenn der andere es für richtig hält. Ich möchte guten Sex, wenn mir danach ist. Wenn ich Lust habe. Wenn ich es für richtig halte. Und seltsamerweise kommt hier jetzt ein Bild in mir hoch: Sex als Belohnung in Form eines WURSTZIPFELS *lach* was für ein Wortspiel....

Ich liebe den Teil in mir, der nicht auf die Gnade anderer angewiesen sein will und nicht mit Sex belohnt werden möchte...Ich möchte Sex, wenn mir danach ist. Diese neue Erkenntnis nehme ich tief in mein Herz und liebe mich dafür. Danke. Frieden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein delikates Thema
BeitragVerfasst: Fr Jan 27, 2012 7:27 am 
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Registriert: Fr Dez 16, 2011 9:07 am
Beiträge: 241
Happy1983 hat geschrieben:
Wenn ich sonnenschein wäre, warum hätte ich ein problem mit sex?

ich hätte keine lust auf sex, weil es für mich wie ein zusätzliches to do ist. noch so eine pflichtaufgabe, die ich nicht will. Dabei sehe ich nicht, dass sex nicht unbedingt pflicht sein muss. Es könnte auch eine Art Belohnung sein. Etwas Schönes. Das muss ich noch lernen… Im Moment habe ich trotzdem angst, jemanden an mich ran zu lassen. Ich will nicht, dass meine Grenzen überschritten werden... Ich verzeihe mir.



Danke liebe Happy! Das war es in der Tat! Eine weitere Pflicht, bzw. etwas das ganz am Anfang schön war, wurde zur Pflicht, weil es immer wieder von mir verlangt wurde, was ich zu Beginn frei - willig gab, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Wie es eben ist, wenn zwei Menschen sich finden und meinen sich zu lieben. Wenn dann von einem Menschen gefordert wird, das er das, was er aus freien Stücken gab, eben so viel auch, wie er (oder sie) geben konnte, immer wieder , über seine Kräfte hinaus, geben soll, dann nennt man das , glaube ich, Raubbau. Und das bekommt niemandem gut, vor allem nicht, wenn der Nehmende nichts gibt, sondern nur nimmt. Vielen vielen Dank. Während ich das jetzt so schrieb, wurde mir der Grund ziemlich klar bewusst und dafür bin ich sehr dankbar!


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein delikates Thema
BeitragVerfasst: Fr Jan 27, 2012 7:46 am 
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Registriert: Fr Dez 16, 2011 9:07 am
Beiträge: 241
Glückssteffi hat geschrieben:
Wenn ich im Zusammenhang mit Sex akrobatische Bewegungsabläufe wie Ballett und Kunstturnen nenne, fällt mir spontan ein: "Pflicht oder Kür"??? Ist für mich Sex eher die Pflicht oder doch die Kür? Im Moment schätze ich eher ersteres. Ich vollziehe die ehelichen Pflichten - nicht mehr, nicht weniger. Dazu kommen diverse körperliche Verrenkungen, Turnübungen...das klingt alles nicht sehr erquicklich, sondern nach Qual, Schmerz und Strapaze und viel, viel Pflicht.

Wenn ich dann in einem Aromatherapiebuch lese, dass man Düfte aussendet, die die Bereitschaft signalisieren und ich das gleich auf mich münze, in dem ich sage: "Dann sende ich wohl nichts aus, obwohl ich eigentlich gerne will"...dann frage ich mich in dem Moment: Ab wann findet Sex eigentlich statt? Was bedeutet Sex eigentlich für MICH? Habe ich mich mit meiner Sexualität und den Wünschen an sie überhaupt jemals wirklich befasst? Oder habe ich einfach Sex gemacht, weil es verlangt wurde?

Vielleicht bin ich in der Tat noch nicht so weit, Sex zu haben. Ich war 25 Jahre Ehefrau, die ihre Pflichten erfüllt hat - auch im Bett. Jetzt bin ich gerade mal 6 Monate allein, keine lange Zeit also, um all diese Berge an Ungereimtheiten in meinem Leben zu sichten und zu ordnen.

Ich bemerke, dass ich Zeit brauche, um zu heilen. Zeit, in der ich mich meiner Sexualität widmen möchte, in mich hineinhorche und frage: Was will ich eigentlich vom Sex? Wie stelle ich ihn mir vor?

Denn wenn ich so reinfühle, dann spüre ich, dass ich mich nach so einer tiefen Vertrautheit sehne, einem sich-fallen-lassen-Können, Sinnlichkeit, Zärtlichkeit, Wärme...und kein stumpfes, derbes Rein-Raus-Geturne im Ehebett.

Vertrauen braucht Zeit. Ich brauche Zeit, meine Sexualität braucht Zeit und ich wünsche mir, dass ich in der Lage bin, diese Zeit zu geben und bewusst zu erleben.

Ich liebe meine Sexualität, die ich kennen lernen will. Ich mache mich auf den Weg, meine innigsten Wünsche kennen zu lernen und künftig zu artikulieren.
Ich liebe mich. Friede. Danke!


Danke Steffi,
ich habe jetzt zwei Tage gebraucht, um das zu verdauen. Nachdem ich Deine Zeilen jetzt noch einmal gelesen habe, erscheinen sie mir nicht mehr so heftig wie vorher.
Und nun bin ich Dir sehr dankbar, denn ich hatte zuerst etwas gelesen, was sich anhörte wie: Jetzt war sie schon so lange verheiratet, jetzt will sie auch noch Sex und womöglich noch eine neue Beziehung.
Gemäß dem Resonanzprinzip habe ich mich erforscht und letztendlich herausgefunden, dass das
m e i n Glaubenssatz ist. ICH denke über mich, dass ich es die letzten 25 Jahre (der Vollständigkeit halber, davon waren die letzten vier nur noch eine WG mit getrennten Schlafzimmern) nicht geschafft habe, die Ehe aufrecht zu erhalten, fühle mich immer noch schuldig und demnach jetzt auch kein Recht auf Glück habe.
Es tut mir Leid, dass ich so viele verquere Glaubenssätze in mir vereine. Es tut mir auch Leid, dass ich mich jahrelang gequält und verbogen habe, Energie-Tankstelle für jemanden war, der nur genommen hat. Es tut mir auch Leid, dass ich mir mein Glück nicht gönne. Ich bin jetzt auf dem Weg, mich selbst zu entdecken. Dabei hat mir das Hoppen mit Dir, mit Euch auch sehr geholfen, denn so musste ich meine Gedanken einmal klar formulieren, bekam Antworten, die mir wiederum halfen, mein Innerstes zu erkunden. Amen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein delikates Thema
BeitragVerfasst: Fr Jan 27, 2012 5:54 pm 
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Registriert: So Okt 09, 2011 7:50 am
Beiträge: 375
Hi Du!

Ich bin jetzt grad ganz verwirrt, weil Du so viel in meiner Antwort gelesen hast, was ich definitiv nicht gemeint habe. Klang mein Hoppen nach Vorwürfen? Dann tut mir das Leid. Du weißt ja, dass jeder ein Stück weit sich selbst hoppt. Dein Sex-Thema hat auch mich sehr angetriggert, weil ich mich in dem Pflicht- und Kürbereich stark wiedergefunden habe. Und ich für mich kann nur sagen: Ich brauche definitiv Zeit, um mir über meinen Wert und den Wert meiner Sexualität klar zu werden.
Falls ich Dich verletzt haben sollte - das war nicht meine Absicht.

Ich nehme in mein Herz, dass ich mich permanent erklären muss, um somit zu verhindern, dass mich jemand womöglich nicht mögen könnte. Ich liebe mich. Danke. Amen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein delikates Thema
BeitragVerfasst: Fr Jan 27, 2012 9:05 pm 
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Beiträge: 667
ich sehe das ganze jetzt mal als spiegel, der mir zeigen soll, dass ich mich ganz oft vielleicht angegriffen fühle, obwohl der andere etwas ganz anderes meint. ich liebe den teil in mir, der sich so fühlt, dass er meint, er werde immer angegriffen. es tut mir leid. ich habe angt verurteilt zu werden. es tut mir leid. ich habe angst ncht akzeptiert zu werden. es tut mir leid.

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Ein delikates Thema
BeitragVerfasst: Fr Jan 27, 2012 10:23 pm 
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Registriert: Mi Mär 21, 2007 10:45 am
Beiträge: 230
Liebes Sonnenscheinchen,
wenn ich dieses beschriebene Thema mit Sex hätte, dann würde ich das haben, weil ich Liebe und Sex in einen Topf werfe. In mir hat sich dieses Thema irgendwie vermischt. Liebe und Sex können im optimalen Fall miteinander verschmelzen, tun es leider aber ganz oft nicht. Ich denke, Liebe geben zu müssen, und darum immer für Sex bereit zu stehen. Durch Sex gebe ich aber nicht automatisch Liebe, es sei denn, ich würde es mit Liebe tun. Darum nenne ich ihn auch "akrobatische Verrenkung".
Irgendwie missverstehe ich auch Sex, den sowenig ich meinem Mann dabei Liebe gebe, weil ich Sex ohne Freude absolviere, sowenig gebe ich sie mir auch selbst. Irgendwie denke ich, Sex sollte ein Instrument der Liebe sein, aber es gelingt mir einfach nicht, Sex so zu leben, weder meinem Mann gegenüber, noch mir gegenüber. Darin liegt eigentlich meine Verzweiflung, ich suche eigentlich nach Liebe, und dachte, sie im Sex finden zu müssen.
Ich liebe meine Suche nach Liebe. Ich nehme sie ganz in mein Herz. Ich darf suchen. Ich darf verzweifelt sein, weil ich einfach noch nicht gefunden habe. Ich gehe in mein Herz. Ich liebe. Ich erlaube mir zu lieben.

Die andere Seite:
Wenn ich der Exmann wäre, warum hätte ich dann häufig auf Sex bestanden? Ich fühle mich selbst nicht, darum fühle ich auch nicht, ob meine Frau gerade ein gutes Gefühl beim Sex hat oder nicht. Irgendwie denke ich auch, ich liebe meine Frau, also sollten wir Sex haben. Auch ich denke, Liebe=Sex. Liebe wird bewiesen, wenn man Sex hat. Irgendwie haben wir das selbe Thema. Auch ich suche Liebe, und versuche sie im Sex zu finden. Ohne Liebe ist Sex aber nur "akrobatische Verrenkung".
Ich nehme den Teil in mein Herz, der nach Liebe sucht. Ich liebe meine Suche. Ich liebe meine Sehnsucht nach Liebe. Ich danke dem Teil in mir, der mir jetzt deutlich macht, wonach ich eigentlich suche.

PS: Ein winzig keines Büchlein von 2007 heisst "Sex von Wolke 7". Bärbel hats geschrieben, aber ich habe (nicht nur im Hintergrund) massgeblich dran mitgewirkt (leichtes Erröten des Schreibers). Darin geht es genau darum, Sex aus dem Herzens und in Liebe zu gestalten. Soviel Hinweis sollte hier erlaubt sein.

Herzliche Grüße
Manfred


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein delikates Thema
BeitragVerfasst: Sa Jan 28, 2012 9:18 am 
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Registriert: Fr Dez 16, 2011 9:07 am
Beiträge: 241
Glückssteffi hat geschrieben:
Hi Du!

Ich bin jetzt grad ganz verwirrt, weil Du so viel in meiner Antwort gelesen hast, was ich definitiv nicht gemeint habe. Klang mein Hoppen nach Vorwürfen? Dann tut mir das Leid. Du weißt ja, dass jeder ein Stück weit sich selbst hoppt. Dein Sex-Thema hat auch mich sehr angetriggert, weil ich mich in dem Pflicht- und Kürbereich stark wiedergefunden habe. Und ich für mich kann nur sagen: Ich brauche definitiv Zeit, um mir über meinen Wert und den Wert meiner Sexualität klar zu werden.
Falls ich Dich verletzt haben sollte - das war nicht meine Absicht.

Ich nehme in mein Herz, dass ich mich permanent erklären muss, um somit zu verhindern, dass mich jemand womöglich nicht mögen könnte. Ich liebe mich. Danke. Amen.



Hallo liebe Steffi,

na, genau das war es doch, was ich meinte. I c h hatte etwas gelesen, was D u gar nicht so gemeint hattest. Genau das hörte i c h heraus: Vorwürfe, die D u gar nicht formuliert hattest. Das ist das Schöne am Hoppen, wenn wir die Kurve kriegen und u n s genauer betrachten, wenn uns etwas im Außen oder in den Antworten von außen stört, dann kommen wir uns selber auf die Schliche.
Es tut mir Leid, dass ich Dich damit wieder in eine , sagen wir mal, Bauchweh-Situation gebracht habe. Mir gab es die Chance, mich genauer zu betrachten, dafür danke ich Dir doch.

Ich liebe mich dafür, dass ich es geschafft habe, mutig mein Innenleben zu erforschen.
Ich nehme in mein Herz, dass ich mich permanent erklären muss, um somit zu verhindern, dass mich jemand womöglich nicht mögen könnte. (Ich nehme diesen Satz von Dir, hoffentlich mit Deiner Erlaubnis, denn es ist bei mir genauso). (Ich kann es nicht besser ausdrücken).
Liebe Steffi, alles ist gut.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein delikates Thema
BeitragVerfasst: So Jan 29, 2012 8:12 am 
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Registriert: Fr Dez 16, 2011 9:07 am
Beiträge: 241
Manfred hat geschrieben:
Liebes Sonnenscheinchen,
wenn ich dieses beschriebene Thema mit Sex hätte, dann würde ich das haben, weil ich Liebe und Sex in einen Topf werfe. In mir hat sich dieses Thema irgendwie vermischt. Liebe und Sex können im optimalen Fall miteinander verschmelzen, tun es leider aber ganz oft nicht. Ich denke, Liebe geben zu müssen, und darum immer für Sex bereit zu stehen. Durch Sex gebe ich aber nicht automatisch Liebe, es sei denn, ich würde es mit Liebe tun. Darum nenne ich ihn auch "akrobatische Verrenkung".
Irgendwie missverstehe ich auch Sex, den sowenig ich meinem Mann dabei Liebe gebe, weil ich Sex ohne Freude absolviere, sowenig gebe ich sie mir auch selbst. Irgendwie denke ich, Sex sollte ein Instrument der Liebe sein, aber es gelingt mir einfach nicht, Sex so zu leben, weder meinem Mann gegenüber, noch mir gegenüber. Darin liegt eigentlich meine Verzweiflung, ich suche eigentlich nach Liebe, und dachte, sie im Sex finden zu müssen.
Ich liebe meine Suche nach Liebe. Ich nehme sie ganz in mein Herz. Ich darf suchen. Ich darf verzweifelt sein, weil ich einfach noch nicht gefunden habe. Ich gehe in mein Herz. Ich liebe. Ich erlaube mir zu lieben.

Die andere Seite:
Wenn ich der Exmann wäre, warum hätte ich dann häufig auf Sex bestanden? Ich fühle mich selbst nicht, darum fühle ich auch nicht, ob meine Frau gerade ein gutes Gefühl beim Sex hat oder nicht. Irgendwie denke ich auch, ich liebe meine Frau, also sollten wir Sex haben. Auch ich denke, Liebe=Sex. Liebe wird bewiesen, wenn man Sex hat. Irgendwie haben wir das selbe Thema. Auch ich suche Liebe, und versuche sie im Sex zu finden. Ohne Liebe ist Sex aber nur "akrobatische Verrenkung".
Ich nehme den Teil in mein Herz, der nach Liebe sucht. Ich liebe meine Suche. Ich liebe meine Sehnsucht nach Liebe. Ich danke dem Teil in mir, der mir jetzt deutlich macht, wonach ich eigentlich suche.

PS: Ein winzig keines Büchlein von 2007 heisst "Sex von Wolke 7". Bärbel hats geschrieben, aber ich habe (nicht nur im Hintergrund) massgeblich dran mitgewirkt (leichtes Erröten des Schreibers). Darin geht es genau darum, Sex aus dem Herzens und in Liebe zu gestalten. Soviel Hinweis sollte hier erlaubt sein.

Herzliche Grüße
Manfred


Lieber Manfred,

vielen Dank für Deinen Beitrag! Ich kenne Euer Büchlein und es hat mir gut gefallen. Als ich es las, wurde mir sehr schnell klar, dass es genau das war, wonach ich die ganze Zeit gesucht hatte, bzw. ich erkannte, was mir die ganze Zeit gefehlt hatte. Die Verbundenheit mit meinem damaligen Mann, die, denke ich in der Erinnerung, schnell verflog. Noch wahrscheinlicher ist, dass diese Verbundenheit nie da war und ich aufgrund meiner Jugend tatsächlich zwei Dinge miteinander vermischt hatte, die in meiner Vorstellungswelt idealerweise zusammen gehörten. Meine innere Welt war anders strukturiert als die meines damaligen Mannes.
Dein Satz, "ich darf suchen", trieb in mir etwas hoch, nämlich, nein, ich darf nicht suchen, denn wer sucht, der findet nicht. Ich soll mich finden lassen, doch kann ich nicht aufhören zu suchen, deswegen werde ich auch nie gefunden. Kompliziert!
Ich akzeptiere jetzt meine inneren verschlungenen Pfade, mein inneres Labyrinth, in dem ich mich verlaufen habe. So ist es. Ich versuche es zu lieben. Ich nehme meine Sehnsucht nach Liebe in mein Herz. Ich liebe mich, ich vergebe mir jetzt, dass ich diese komplizierten Wege gegangen bin und dass ich mir damit so weh getan habe.

Danke, lieber Manfred.


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