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Hallo Hoppers.
In regelmäßigen Abständen taucht der besagte Auftraggeber auf, damit ich mich verwirren und prüfen lassen kann...(inzwischen sehe ich diese Spielchen so)
Es ist gestern folgende Situation passiert:
Bereits im November erhielt ich den Auftrag, ein Porträt über einen Mann zu schreiben, der seit 45 Jahren ein und die gleiche Stelle in einem Rathaus inne hatte und nun in den Ruhestand geht. Ich rief im Rathaus damals an, da hieß es, Herr X. sei im Urlaub, er werde mich aber anrufen. Das ist auch geschehen. Herr X. rief mich Anfang Dezember an, um mir mitzuteilen, dass seine Verabschiedung erst Ende Januar 2012 sei, wir hätten also noch viel Zeit und ich soll mich Mitte Januar noch mal melden.
Ich habe mir diesen Termin auf meine Agenda geschrieben und rief am 16. Januar wieder auf dem Rathaus an, um einen Termin mit diesem Herrn auszumachen.
Die Auskunft: Herr X befindet sich wieder im Urlaub, man versuche, ihn zu erreichen, damit er sich bei mir meldet. Bis dato ist dies nicht passiert.
Nun schrieb ich Anfang dieser Woche dem Auftraggeber und schilderte ihm mein Dilemma: Zwar hatte ich mich an alle Absprachen mit Herrn X gehalten, dennoch kriege ich kein Interview mit ihm, da er nicht da ist, obwohl es so vereinbart war.
Nun kam gestern folgende E-Mail vom Auftraggeber: Tja, ich sei mit meiner Recherche und einem Artikkel ja reichlich spät dran, immerhin habe die inoffizielle Verabschiedung des Herrn X bereits stattgefunden (was ich nicht wusste, dass es eine inoffizielle überhaupt gibt) und heute teilte mir eine andere Kollegin mit, dass die REdaktion ja schon über diesen Mann berichtet habe (was man mir nicht sagte). Ferner die Order in der Mail: Ich solle Herrn x jetzt auf dem Handy anrufen und zusehen, dass ich die Story noch retten kann.
In mir bäumte sich alles auf. Das war gestern. Und ich spürte innerlich einen riesigen Widerstand, diesen Mann anzurufen. Ich ließ es bleiben und fühlte in mich hinein, was diese Situation mit mir gemacht hatte: Ich spürte riesige Schuldgefühle und ich kam mir schlecht und mickrig vor.
Und dann befasste ich mich nochmal mit der Situaiton und stellte fest: Ich soll hier für etwas beschuldigt werden, das ich nicht verursacht habe. Und dann fragte ich mich: Was fühle ich eigentlich noch? Ich fühlte Ungerechtigkeit. Und ich fühlte mich veräppelt. Und dann diese Botschaft: Artikel eh zu spät (ich habe versagt) und jetzt muss ich noch was retten (um wieder gemocht zu werden?).
So habe ich heute morgen dem Auftraggeber eine Antwort zurück geschrieben mit dem Wortlaut: "Hallo, Herr (Auftraggeber), ich fühle mich richtig verarscht, weil ich seit Wochen Herrn X. hinterhertelefoniere, mich an Absprachen halte und versetzt werde. Von einer inoffiziellen Verabschiedung weiß ich überhaupt nichts und jetzt soll ich die Geschichte noch retten, obwohl mein Artikel sowieso "reichtlich zu spät" käme? Ich lasse mir diesen Schuh nicht anziehen. Möge sich ein anderer darum kümmern. MfG"
Warum ziehe ich mir immer wieder diese Kämpfe und Anschuldigungen ins Leben?
Danke fürs Hoppen!
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