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Hallo Mädels.
Heute ist ein unbeschreiblicher Tag, der mit folgendem Tagesspruch auf meinem Dr.-Joseph-Murphy-Kalender begann: "Die Kräfte Ihres Unterbewusstseins können Ihnen auch den idealen Geschäftspartner zuführen." Den Spruch las ich ganz verschlafen - und vergaß ihn wieder heute morgen.
Ich musste ganz früh wie jeden Dienstag im Gericht sein, um über Diebstahl, Beleidigung und Betrug zu schreiben. Während ich sonst deshalb immer am Boden zerstört war, ging es mir heute damit besser: Ich habe in Gedanken allen Beteiligten Liebe und Zuversicht geschickt, auch mir, und die Verhandlung lief sehr ruhig und nicht so dramatisch wie sonst ab. Ich war gut geschützt und hatte keine Paranoia-Vorstellungen davon, dass ich selbst verurteilt werde. Sehr positiv.
Um 11 Uhr hatte ich dann einen weiteren PR-Termin, allerdings nicht im Gericht, sondern bei einer ziemlich coolen Firma, die im Formel-1-Motorsport als Zulieferer tätig ist. Ich war vor zwei Jahren schon mal dort - auch im Januar. Ich saß da und wartete auf den Interviewtermin, und plötzlich fiel mir ein, dass ich noch meine Unterlagen von meinem Motorradpatent im Auto liegen habe. "Wer weiß, für was das gut ist", dachte ich, ging nochmal ans Auto, holte den Ordner und saß wieder wartend im Büro. Der Geschäftsführer kam rein, reicht mir strahlend die Hand und fragt: "Na, Frau X, was macht Ihre Erfindung?" Ich war ja eigentlich wegen eines PR-Termins über SEINE Firma (die unglaublich expandiert) da - und er fragt mich nach meiner Erfindung? Ich stammelte herum und sagte dann frisch raus: "Wenn Sie mich so fragen...ich habe große Schwierigkeiten damit, einen Prototypen anfertigen zu lassen, und das, obwohl ich schon drei Zuliefereranfragen für den Vertrieb UND die Anfrage eines Motorradherstellers habe. Ich stecke fest und komme nicht weiter." Ich habe meine Unterlagen gezeigt, das technische Problem geschildert, meine Marktanalyse gezeigt. Da steht der Mann auf, greift zum Handy und ruft einen Bekannten an: Einen freien Konstrukteur für...- haltet Euch fest - Motorradteile.
Heute Abend schon (!) findet ein Brainstorming bezüglich meines Patents und der Umsetzung statt..."Ich helfe Ihnen, Frau X. Ihre Idee ist brillant, Sie haben ein Patent, Sie haben Vertriebspartner - den Rest kriegen wir hin, in ganz kurzer Zeit."
Ich war sprachlos, fasste mich dann aber - und im Auto brach ich in Tränen aus. Vor Erleichterung, vor Scham vor mir selbst.
Dieser Mann hat mir vor genau zwei Jahren in ein und dem gleichen Büro angeboten, mir bei der Umsetzung meiner Motorraderfindung zu helfen. Ich habe damals überhaupt nicht begriffen, dass dies ein guter Weg gewesen wäre. Stattdessen lernte ich in der gleichen Woche meinen Ex-Verlobten kennen und stürzte mich mit all meiner Energie in eine völlig einseitige Beziehung, in der mir wie immer vermittelt wurde, dass ich es eigentlich nicht wert sei, geliebt zu werden.
Das Angebot dieser Firma, die im Formel-1-Sport zuhause ist und damit eine ideale Basis für eine Kooperation liefert, habe ich damals vergessen, verdrängt - ich war ja so beschäftigt mit den Problemen meines Expartners.
Heute führt mich das Schicksal wieder zu dieser Firma - genau zum gleichen Zeitpunkt. Und dieses Mal nahm ich all meinen Mut und meine Unterlagen zusammen und sagte: "Ich brauche Hilfe. Ich habe hier ein tolles Projekt, aber ich komme technisch nicht weiter."
Schon morgen bekomme ich Bescheid, wie schnell eine Lösung für mein technisches Problem gefunden werden kann. Schon morgen!!! Und heute Abend dieser Termin mit dem Motorradingenieur...
Noch heute morgen nach dem Aufwachen dachte ich nicht im Traum daran, dass ich in den nächsten vier Stunden so viel Positives erfahren würde...
Aber was soll ich sagen...ich schwebe nicht vor Glück, ich singe nicht, ich strahle nicht mal...ich sitze hier und heule. Heule, heule, weil mir heute morgen schlagartig bewusst wurde, wie viel Zeit und Geld ich verplempert habe, wie klein und ängstlich ich lebe, wie beschränkt mein Denken ist - wie wenig Glück und Fülle ich mir erlaube. Ich bin hundemüde seit dem Gespräch, weil mir schlagartig aller Ballast abgenommen wurde, alle Ängste. Unter dieser Kruste kamen Angst und Ballast hervor und ich merke jetzt, WIE müde ich eigentlich bin. Und wie wenig ich in der Vergangenheit aus den Chancen, die man mir bot, machte. Ich beobachte, dass ich anfange, mich zu kasteien und mich auszuschimpfen (in Gedanken), wie blind und fahrlässig ich doch war. Aber das...war offensichtlich mein Weg. Vor zwei Jahren konnte ich die Chancen einfach noch nicht sehen - ich habe erst eine Ehrenrunde im Beziehungsdrama-Karussell gebraucht.
Vorhin komme ich zurück und sehe den Tagesspruch auf meinem Kalender: "Die Kräfte Ihres Unterbewusstseins können Ihnen auch den idealen Geschäftspartner zuführen." Wow...
Ich verzeihe mir meinen fahrlässigen Umgang mit meinen vielen Chancen und Möglichkeiten. Es ist, wie es ist. Es war, wie es war. Ich liebe mich. Ich verzeihe mir. Danke. Amen.
Zuletzt geändert von Glückssteffi am Di Jan 24, 2012 4:00 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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