Hallo Peterw!
Wenn du nun 20 Jahre lang ganz hart Geige übst und du bekommst nach 20 Jahren kein befriedigendes Lied zustande, dann würde ich dir sagen: "Dann leg doch die Geige weg, du hast kein Talent dafür."
Würdest du aber nach 20 Jahren einigermaßen spielen, du verdienst sogar Geld damit, kannst deine Familie ernähren und bist glücklich...dann könnte man prima über den ein oder anderen schiefen Ton hinwegsehen- oder -hören.
Du kannst dich immer entscheiden, ein anderes Instrument zu spielen...vielleicht reicht es auch mal ein anderes Lied anzustimmen?
Das mit dem Geld für die Familie verdienen ist schon richtig und wichtig.
Aber deine Familie würde nie von dir verlangen, dass du soviel gibst, dass du unglücklich bist.
Das ist eine fatale Männer-Denke und selbst mein Mann ist da noch nicht mit durch.
Was meinst du, wieviele Berufe und Zusatzausbildungen er schon gemacht hat...immer höher und immer besser.
Ich dachte, okay, wenn das sein Wunsch ist, unterstützt du ihn.
Dann sagte er, das habe er ja alles nur für mich gemacht....

...ich konnte ihm noch rechtzeitig klar machen, dass ICH lieber in einer Holzhütte lebe und mehr Zeit mit ihm verbringe, als ihn dauernd zu vermissen...dass er das NICHT für mich gemacht haben kann, weil ich das nie verlangt habe.
Es war ein Bild, das er von sich hatte und dem er nun gerecht werden wollte. Hat er auch gut gemacht...nur wäre er irgendwann dabei drauf gegangen.
Ich kenne einige Frauen von sehr erfolgreichen Männern, die sagen, wenn er schon wieder geschäftlich für eine Woche in die Schweitz muss, dann gönne ich mir auch die Putzfrau. Wenn er nie da ist, gehe ich jeden Abend mit Freundinnen ins Kino/ Theater/ Essen, damit ich nicht so alleine bin. Dafür brauche ich auch einen Babysitter...kostet alles Geld. Und der Mann denkt:
Undankbare Frau, die will immer mehr und mehr und ich schufte und schufte, dann isse auch noch unglücklich, weil ich nie da bin.
Das ist ein Mißverständnis.
Nun haben wir die Hälfte von dem Einkommen, was wir vorher hatten, wir mussten ganz schön überlegen, was uns wirklich wichtig ist und haben tabula rasa gemacht. Aber sowas von.
Und: Die Welt ist nicht untergegangen, wir sind nicht verhungert, wir können unser Haus halten, die Kinder können ihre Ausbildungen machen, ihren Hobbies nachgehen...UND:
Wir sind glücklich und zufrieden.
Da fällt mir die Geschichte vom Fischer und seiner Frau ein (nur dass ICH nicht immer mehr wollte, mein Mann das von mir dachte und ich von ihm

):
Wir sitzen nun wieder in der Hütte am See und leben unser Leben...alles andere waren NICHT wir.