Cloudy, das finde ich unmöglich von Eltern, wenn sie ihrer Tochter einreden wollen, sie sei ohne Mann nichts wert! Es ist definitiv nicht wahr und ich hoffe, du weißt das. Meine Mutter ist da übrigens ganz anders. Von ihr kommen eher so Sprüche wie "manch einem ist es eben nicht beschieden, zu zweit zu sein" oder wenn ich mich seufzend frage, ob ich wohl die nächsten 40 Jahre auch alleine sein werde, "bis dahin hast du dich daran gewöhnt". Also eher eine fatalistische Einstellung der Art "man kann es nicht ändern". Naja, sie kennt mich und weiß, dass ich im Grunde überaus heikel bei der Auswahl eines möglichen Lebenspartners bin, aber natürlich würde sie mich gerne glücklich und mit Mann sehen, für wenn meine Eltern eines Tages mal nicht mehr da sind...
Am besten wäre es für dich, du findest in Australien den Mann deines Lebens, dann bräuchtest du gar nicht mehr zurückkommen. Und deine Eltern hätten dann noch nicht mal was davon, dass du einen Freund hast
Mianschi, willkommen im Club der nicht-zuviel-Nähe-Zulasserinnen

Du scheinst einen erwachsenen Sohn zu haben, bist also keine mehr oder weniger naive und unerfahrene Zwanzigerin mehr, die sich da blindlings in ein Abenteuer stürzt. Da bin ich umso zuversichtlicher, dass du auf dich aufpassen und notfalls die Koffer packen und zurückkommen wirst, wenn da in Marokko irgendwas passiert, was du nicht mit dir selber vereinbaren kannst. Also ich habe wirklich ein gutes Gefühl inzwischen, was dich und Marokko angeht!
Arabisch lernen, das würde ich auch schon sehr lange gerne, allein mir fehlen Zeit und Muße (kannst du eigentlich Französisch? Das hilft in Marokko schon ungemein, weil das fast alle Leute sprechen; in Agadir sprechen allerdings mehr Leute Deutsch als Französisch

). Vielleicht lande ich ja auch eines Tages in Marokko, wer weiß

Obwohl ich mir eigentlich - allerdings noch nicht ganz konkret und offiziell - einen französischen "Traummann" bestellt habe, der in meiner Stadt lebt und mit dem ich dann später mal zusammen nach Frankreich ziehe. Ich habe da schon richtige Visionen vor meinem inneren Auge, wie ich mit Mitte 60 auf dem Fahhrad durch eine liebliche französische Landschaft fahre. Prompt ist mir letzte Woche ein riesengroßer, mehrachsiger Möbelwagen auf der Straße begegnet mit französischem Kennzeichen und Aufschrift "Soundso Déménagements - Dol de Bretagne". Ich blieb stehen und sah mit offenem Mund diesem Laster nach: Die Bretagne ist für mich ein magischer Ort, in Dol war ich schon und ich hätte nichts dagegen, irgendwann mal in jener Region zu wohnen.
Das mit dem nur einmal im Leben richtig verlieben und lieben unterschreibe ich übrigens nicht. Auch wenn ich intensiv nachdenke, kann ich nicht festmachen, welchen meiner früheren Freunde ich am meisten geliebt habe und wer von ihnen mir sozusagen noch heute nachhängt. Zu fast allen lautet mein Fazit, dass wir sowieso nicht zusammen gepasst hätten. An einen einzigen denke ich noch öfter, weil er wirklich etwas Besonderes und es irgendwie so eine unabgeschlossene Geschichte war. Er lebte Tausende km von mir entfernt (nein, nicht in Marokko

noch weiter, in Asien) und dies war es letztendlich, warum wir nicht zueinander kommen konnten. Bei ihm frage ich mich noch heute, was das wohl geworden wäre, wenn es denn was geworden wäre. Aber es ist nun auch schon beinah 10 Jahre her und da ich mich mehr darauf konzentrieren will, vorwärts zu blicken und nicht zurück, wünsche ich ihn mir nicht herbei. Er hat mich bis vor meinem Umzug von vor 3 Jahren immer mal wieder angerufen; wenn er jetzt Kontakt wünschte, bräuchte er nur einen PC mit Internetanschluss zu suchen und meinen Namen in Google einzugeben, ich bin ganz leicht auffindbar.