Nein, das Buch kenne ich nicht, aber ich lese gerade auf Amazon die Rezensionen. Das war dann wohl so ein ganz typischer Fall: 40-Jährige reist nach Tunesien und wird von einem 20-Jährigen umworben, sie fühlt sich geschmeichelt, lässt alles stehen und liegen, zieht nach Tunesien und baut dort auch noch auf eigene Kosten ein Haus. Für mich ist es genau das, was in vielen der Rezensionen steht: naiv! Natürlich wird die Frau von der Familie allenfalls ausgenommen, schließlich ist sie doch viel zu alt für den Sohn und kann noch nicht mal mehr seine Kinder bekommen! Mianschi ich glaube nicht, dass du so bist, denn deinen kritischen Verstand wirst du dir bewahren. Und wie du schon sagtest, ein Haus brauchst du den Leuten auch nicht bauen, sie haben schon eins. Außerdem habe ich das Gefühl, in Tunesien ist diese Praxis weiter verbreitet als in Marokko; auch hörte ich, dass die tunesischen Männer alleine reisende Frauen massiver, aggressiver anbaggern als die Marokkaner, da sie schon alleine auf der Straße rumlaufende Tunesierinnen blöd anmachen würden von wegen, was hast du hier auf der Straße zu suchen, so alleine. In Marokko gibt's auch den einen oder anderen anhänglichen Typen, jedoch aggressiv ist mir keiner gekommen und ich hab sie immer schnell abwimmeln können. Was mich dort viel mehr nervt, das ist die ständige Bettelei und Schlaucherei, nur weil man weiß ist, sei es durch richtige Bettler, aber auch durch stinknormale Halbwüchsige und Kinder. Na und auch sonst muss man vor der einen oder anderen Abzocke auf der Hut sein, aber das lernt man schnell

Nicht zuletzt sind die ehrlichen, anständigen Menschen in der Überzahl, sonst würde ich das Land nicht so lieben.
Nein Mianschi, ich würde das Buch nicht als negatives Zeichen sehen, sondern vielmehr als einen Hinweis, wirklich daran zu denken, deinen Verstand nicht auszuschalten. Wie gesagt, ich habe einige multikulturelle Paare getroffen, von einigen habe ich gehört, dass sie sich haben scheiden lassen, andere wiederum sind über kurz oder lang über die jeweils fremde Kultur gestolpert und bei wieder anderen klappt es wunderbar. Ich kenne sogar ein japanisch-marokkanisches Paar hier in meiner Stadt, echt der Hammer die Beiden, kulturell unterschiedlicher geht's kaum noch

Er spricht Japanisch, sie wird Arabisch lernen, sie kennen sich schon sehr lange, offiziell verheiratet sind sie bereits und demnächst geht's zur Familie nach Marokko, um dort eine große traditionelle Hochezit zu feiern. Man kann es also echt nicht pauschalisieren von wegen, das ginge nicht! Meinen guten marokkanischen Freund würde ich sofort heiraten, wenn ich denn in ihn verliebt wäre

(und eigentlich ist es ziemlich scheiße, dass ich es nicht bin... er ist einfach toll). Und wenn ich wollte, könnte ich sofort in den Mittleren Atlas ziehen, denn dort wohnt mein großer Verehrer, letztes Jahr auf meiner Reise kennen gelernt. Es lief überhaupt nichts zwischen uns, ich war ja auch nur einen Tag in seinem Ort. Aber seitdem chatten wir regelmäßig und finden es etwas schade, dass 4000 km zwischen uns liegen... andernfalls würde ich ihn schon ganz gerne näher kennen lernen. Aber ich weiß absolut noch nicht, ob ich ihn dieses Jahr besuche, denn ich möchte mich nicht schon wieder in jemanden verlieben, der so ewig weit weg wohnt und andernfalls wäre es nur eine Affäre und darauf habe ich auch keinen Bock.
Außerdem habe ich ja jetzt sozusagen eine konkrete Vorstellung von "meinem Traummann" und der ist eben Franzose

Back to the Roots gewissermaßen, denn früher in den 80-ern war ich jedes Jahr mehrmals in Frankreich. Ich wollte schon immer dort leben, aber nach dem Abi, als ich es realisieren wollte, nahm mein Leben eine Kurve und die führte mich in den Süden Deutschlands, nicht nach Frankreich. Jetzt bin ich seit 3 Jahren wieder in meiner Heimatstadt (nach über 16 Jahren in Bayern), möchte hier auch erstmal nicht mehr weg und deshalb wünsche ich mir, dass "der französische Traummann" hier lebt und arbeitet und dann so zur Rentenzeit mit mir in sein Land geht.
Nun ja, ich bin gespannt. Vielleicht sollte ich einfach mal das eine oder andere französische Restaurant antesten, vielleicht ist ja der dort arbeitende Pierre, Jacques oder Jérôme was für mich
