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BeitragVerfasst: So Dez 18, 2005 7:37 am 
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Registriert: So Okt 16, 2005 5:35 am
Beiträge: 60
@Socata:

> Stellenweise klingt das stark nach diesem "die Fähigkeiten
> entwickeln, die man am Partner geschätzt hat, um sich selbst ganz zu
> fühlen"... oder nicht?

Das klingt auch gut. Aber ich glaube, es ist doch was Anderes. Bei
diesem "Fähigkeiten entwickeln" geht es um ein aktives Tun und Machen,
innen ( zB "Dinge nicht mehr so ernst nehmen") wie außen ("einkaufen
gehen").
Liceti hat beschrieben, wie ihr das in verschiedener Weise mißlingt. SO
dass sie nicht mehr weiterweiss.
Mein Yoga-Lehrer hat mal gesagt: "wenn's nicht weitergeht, bleibe in der
Haltung. Da wo Du hinkommst, ist es in Ordnung."
Das ist uns aber meistens unbequem. Innen wie außen.
Es geht also, wenn überhaupt um eine Veränderung, dann um verändertes
Sein: mit dem Sein, was ist.
Meistens wollen wir das aber nicht. Sondern gehen lieber ins Machen.
Oben habe ich den biologischen Grund dafür beschrieben.
Durch ruhige innere Betrachtung kann man diesen Zustand des inneren im
Hamsterrad Laufens schrittweise verlassen. Worauf man dabei schauen
kann, habe ich beschrieben.

Die Probleme dabei macht uns wieder Liceti deutlich:

@Liceti: Du schreibst zu recht
"Ich kann von keinem Menschen erwarten, dass er mir gibt, was mir
fehlt," aber dann fährst Du fort: "das muss ich selbst tun." Und genau
an der Stelle greifst Du zu kurz! Es ist klar, dass sich das so anfühlt:
ich muss dieses Bedürfnis jetzt befriedigen. Und bei biologischen
BEdürfnissen ist das auch so. Wenn Mutter Dich nicht mehr füttert, weil
sie zB grad vom Löwen gefressen wurde, ist es zwecklos zu warten. Du
musst selber aktiv werden.
Bei emotionalen Bedürfnissen ist es subtiler. Du stirbst nicht direkt,
wenn sie nicht befriedigt werden. Und es kann für Deine Entwicklung
durchaus am Platze sein, nicht direkt aktiv zu werden, äußerlich ("neuen
Kerl her") oder innerlich ("muss mich jetzt selber lieben").
Und dass das speziell bei Dir so ist, deutet sich mir an in Deinen WOrten:
> irgendwie ist in mir eine Verweigerungshaltung, ich will mir nicht
> alles selber geben, ich will auch was von Außen bekommen.
Ich würde Dir raten: tu weder das eine noch das andere, sondern sei mit Dir und spüre Dich. Das wird Dich weiter bringen.
Ein Stück von dem Mitdirsein berichtest Du uns:
"Ich nehme an, das hängt damit zusammen, dass ich schon als Kind von außen nie bekommen hab, was ich gebraucht hätte. Ich war irgendwie immer für mich, und als dann mal was von außen kam. Da hab ichs genommen wie das Wasser in der Wüste. Das hält wohl keiner lange aus."
Diese Betrachtung klingt plausibel. An der Stelle frage ich mich aber auch, wie es Dir damit geht. Und für mich klingt diese innere Haltung so ein bißchen öd und starr zugleich. Und im letzten Satz ziehst Du Dir sogar selbst einen über, als ob Du Deinen ZUstand irgendwie verdient hättest.
Ich würde Dich gerne einladen: spür doch mal, ob es in dieser Haltung oder neben ihr etwas Frischeres, Neueres gibt, was sich besser anfühlt. So wie wenn man nach einem langen, anstrengenden Fussmarsch schaut, was dem Körper jetzt gut tun kann.

Lass von Dir hören
Leonard

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In Wahrheit ist es Liebe.


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BeitragVerfasst: So Dez 18, 2005 10:26 am 
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Registriert: Mo Feb 28, 2005 12:35 pm
Beiträge: 988
Ich wollte nur noch schnell erwähnen, dass unsere Tipps vielleicht gar nicht so gegensätzlich sind, wie du denkst! Oder schließen sich Gott und unsere psychologische/physiologischen Bedürfnisse per se aus?

Wie auch immer, es freut mich, dass mein Posting dir bei einem Problem weitergeholfen hat, auch wenn es nicht aus meiner Feder stammt. Ich persönlich konnte nicht soooo viel damit anfangen, obwohl mir die grundsätzliche Idee schon gefällt.

Ich finde auch wie Leonard, dass du jetzt ev. etwas zu krampfhaft "machen" willst, dich lieben, oder jemanden zum Lieben finden... genauso, wie du vorhin krampfhaft glücklich sein wolltest.

Tief im Innern liebst du dich aber sicher, sonst wärst du sicher nicht mehr auf der Welt, sondern hättest dir wahrscheinlich das Leben genommen. Am besten, du suchst diesen Kern in dir, der immer noch leben will. Das ist dann so was wie Liebe, Liebe zu dir. Irgendwas in dir hat noch das Gefühl, es lohnt sich zu leben, irgendwas in dir glaubt daran, dass es wieder besser wird.

Mein Tipp: erzwinge kein Gefühl (auch nicht Liebe...) und schließe keines aus (z.B. Zorn). Sei einfach so wie du bist, dann funktionierts am besten. Und: bitte kein schlechtes Gewissen deswegen!!!


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BeitragVerfasst: Mo Dez 19, 2005 9:45 pm 
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Registriert: Di Nov 15, 2005 6:40 pm
Beiträge: 55
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Ich danke euch erneut für eure Antworten. Und wieder sind sie genau die, die ich jetzt grade brauche. Ihr seid faszinierend!

Ich habe tatsächlich das Hamster-Gefühl, wie Leonard es beschrieb. Immer machen machen. Ich möchte wirklich mal zur Ruhe kommen und einfach Ich sein.

Warum fällt es mir so schwer selbst zu merken, was mit mir los ist. Warum bekomme ich manche Sachen so spät mit?
Ich habe heute mit meinem Ex telefoniert (kriege immer noch Krämpfe, wenn ich ihn so nennen muss) und dabei wieder so einiges gemerkt. Es war so schön und so schrecklich zugleich. Ich hab mir einiges von der Seele geredet, er hat endlich zugehört. Er hat endlich mir etwas erzählt und ich war so froh darüber, weil er das als wir zusammen waren auch so lange nicht getan hat, ich habe geweint, aus Freude darüber, Trauer es nicht mehr zu haben. Der komplette Gefühlscocktail.
Ich hab ihm meine Sicht der Dinge geschildert und gesagt, dass mir manches sehr leid tut. Dabei fiel mir auch auf, was ich auch zu ihm sagte: "Es ist wie wenn eine Welle dich umspült, und du weißt nicht wo oben und unten ist und schwimmst die ganze Zeit voller Kraft in die falsche Richtung" . Das was ihr schreibt ist wie eine Antwort dazu. Ruhe. Hätte ich einfach mal ein wenig inne gehalten, wär ich bestimmt von allein hochgespült.

Ich habe so gehandelt, wie ich es mir zu dem Zeitpunkt am besten ersinnen konnte. Ich kann mir eigentlich nichts vorwerfen und doch tue ich es. Ich kann es zwar jetzt besser machen, aber für die Vergangenheit und diese Realitätlinie ist es vorbei.
Er hat mir klar zu verstehen gegeben, dass es kein zurück gibt, dass es UNS nicht mehr geben wird. Er möchte das es mir gut geht. Ihm selbst geht es besser. Er vergibt mir für das was ich falsch gemacht hab. Aber wie soll ich mir selbst vergeben?

Als er grade Schluss gemacht hat, hatte ich das dringende Bedürfnis: Urlaub, Ausruhen, frei sein von dem ewigen Kämpfen. Das war wohl der richtige Impuls.

Ich merkte in diesem Gespräch auch deutlich wie Gedanken, die eigene Realität bilden. Ich war so in einem Mangel-Gedanken, dass es sich auch sehr auf mich und ihn ausgewirkt hat. Er hat vieles an meinem Verhalten falsch verstanden. Oh je!

Auch wenn ich viel weinen musste, weil ich halt merke, wie sehr ich ihn noch liebe, hat mir dieses Gespräch sehr gut getan. Vielleicht entwickel ich ja die Kraft die Vergangenheit ruhen zu lassen und endlich loszulassen. Das irrsinnigste ist, dass ich manchmal denke, und jetzt erst Recht, dass seine Kraft und auch Liebe, die er ja nicht mehr empfindet irgendwie bei mir sind. Nach diesem Telefonat, wo er mir gesagt hat, dass die Liebe bei ihm zerstört ist, fühle ich es noch mehr. Verwirrend. Wo hängen nun die Glocken? Es war vor 1 1/2 Stunden deswegen bin ich noch sehr emotional.

Leonard hat vorhin noch geschrieben, dass ich mir irgendwie selbst einen drüber ziehe. Da hast du genau Recht, das war früher bei mir noch viel schlimmer bei mir. Erst mein Ehemaliger hat mich ein gutes Stück davon weggeführt mich selbst schlecht zu finden. Er sah so viel Gutes in mir und hat es geschafft mich irgendwie doch zu überzeugen, bis sich dann unser Ende einläutete und phupp war ich wieder beim alten, mir "selbst eins drüber ziehen". Sollte ich versuchen herauszufinden, warum das so ist, der Sache auf den Grund gehen oder es lieber erstmal so annehmen und es ändern?

Es braucht nur immer irgendwie Zeit und Ruhe und Gelegenheit das alles zu checken und einzuordnen, was man da so denkt und macht. Alleine kommt man vielleicht nicht immer darauf, aber andere, mit einer objektiveren Perpektiven sehen da viel weiter.

Ich möchte euch nochmal sehr dafür danken, dass ihr mir Ideen und Wege vermittelt, die ich längst vergessen oder nie gesehen habe.
Danke, dass es euch gibt!

Gute Nacht,
Liceti

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Wunder werden wahr!


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BeitragVerfasst: Mo Dez 19, 2005 10:14 pm 
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Registriert: Mo Feb 28, 2005 12:35 pm
Beiträge: 988
Hallo Licetti!

Als Außenstehende ist es für mich natürlich einfach, irgendwas dazu zu sagen..vielleicht sogar was intelligentes, wer weiß. Aber ich weiß genau so gut, wie schwer es ist, wenn man mittendrin steckt.

Vor kurzem hab ich irgendwo was über Sehnsucht gelesen, dass es wirklich eine Sucht ist!

Ja, hab ich gedacht, das ist es: wie andere Menschen süchtig nach Nikotin oder Alkohol etc. sind, so war ich süchtig nach meinem Ex. Und bin es teilweise jetzt noch. Gottseidank kann ich gut mit ihm reden (und hin und wieder passiert ES halt auch). Jedenfalls hab ich ihm schon mal erklärt, dass ich einfach süchtig nach ihm bin, vor ich das mit der Sehnsucht gelesen hat. Er konnte es nicht wirklich verstehen... er ist nur süchtig nach Zigaretten :lol:


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BeitragVerfasst: Mo Dez 19, 2005 10:22 pm 
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Registriert: Di Nov 15, 2005 6:40 pm
Beiträge: 55
Wohnort: NRW
Oh Gott!
Ebend grade hat er mich nochmal angerufen und gesagt:
"Nach unserem Telefongespräch grade, hab ich mir gedacht, du würdest dir vielleicht Hoffnungen machen" und hat mir erzählt, dass er jetzt eine Neue hat, mit der es ihm richtig ernst ist. "Wirklich eng". Sie wohnt noch weiter weg als ich. Da, wo er bald hinziehen will.
Ich bin trotz allem erst mal von der Rolle und total übermannt. Auch wenn ich loslassen will, es fühlt sich an wie ein Hammerschlag. Als ob man etwas aus mir heraustrennt.
Ich fühl mich, als fall ich gleich in Ohnmacht.
Scheiße!

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Wunder werden wahr!


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BeitragVerfasst: Di Dez 20, 2005 10:42 am 
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Registriert: So Okt 16, 2005 5:35 am
Beiträge: 60
Hallo Liceti.
Erst mal herzliches Beileid; wenn ich an meine eigenen Trennungen denke, kann ich mir ausmalen, wie es sich für Dich anfühlt.
Warum fällt es Dir schwer, loszulassen, Dir gutzutan?
Wie gesagt: Das Anhaften am Expartner ist wie eine Sucht. Dein Ich kann damit nicht aufhören. Glaubt es.
Nun könntest Du mal eine höhere Instanz in Dir kontakten und die fragen, ob das für DIch gut ist. Oder was ansonsten jetzt für Dich ansteht.
Achte bitte darauf, dass die Antwort nicht von den üblichen Stimmen in Deinem Kopf kommt (das sind i.d.R. keine höheren Instanzen). Oft kommt auch keine Sprache, sondern ein Bild.
Wenn sich so was ergibt, hast Du einen ANsatz für einen neuen Pfad, dem Du folgen kannst.
Was machst Du nun mit den Gefühlen für Mr. X? Eine Möglichkeit ist weiterhin die Form der inneren Auseinandersetzung, die ich oben beschrieben habe.
Vielleicht ist es aber so, dass Du an der äußeren Gestalt von Mr.X anhaftest? Falls Deine höhere Instanz Dir abrät, dem zu folgen, könntest Du folgendes tun: Stell Dir vor, dass Mr.X gestorben ist. In dem Maß, wie er weggeht, sich Dir entzieht, woanders und mit einer anderen Frau lebt, ist das ja auch so: er ist für Dich gestorben.
Ich habe schon mal erlebt, dass diese Vorstellung einer Frau geholfen hat loszulassen.
Im Umgang mit Sterben gibt es charakteristische Phasen: Leugnen, dagegen Ankämpfen, Resignation, Annahme.
Das lässt sich auch auf das Sterben Deiner Beziehung zu Mr.X anwenden. Wobei es mit wichtig ist: die Bez. muss sterben, aber nicht unbedingt Deine Liebe. Die kannst Du im Herzen bewahren.
Aber bitte nicht in der etwas krankhaften Weise, wie man es manchmal im Kitschfilm sieht: wo die Leute das Zimmer genau so lassen und an den Klamotten riechen etc. Wenn Du das tust, akzeptierst Du eben gerade nicht das Sterben, sondern versuchst irgendwie mit der Leiche weiterzumachen (drastisch gesagt).
Ich meine es eher so, dass Du das gute von Mr.X und zwischen euch in Dich hineinnimmst. So dass es Dich weiterbringen und bereichern kann. Und irgendwann auch wieder offen macht für neues Erleben.
Wenn Du schreibst: "jetzt erst Recht, dass seine Kraft und auch Liebe, die er ja nicht mehr empfindet irgendwie bei mir sind" so scheint mir das genau in diese Richtung zu gehen. Weiter so, es wird sich auszahlen für Dich!
HtH
Leonard

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In Wahrheit ist es Liebe.


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 Betreff des Beitrags: Trauerprozess
BeitragVerfasst: So Dez 25, 2005 6:47 pm 
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Registriert: Do Sep 22, 2005 11:29 am
Beiträge: 88
Wohnort: Hamburg
Hallo,

es haben dir schon soviele geschreiben und vielleicht wiederhole ich auch gleich irgendetwas, aber...
Du steckst in einem Trauerprozess, der in verschiedenen Phasen abläuft. Von nicht wahrhaben wollen, Depression und Verzweiflung, über Neuorientierung und Loslassen- ist so ziemlich alles drin. (es gibt zu dem Thema auch viel Literatur!)
Wichtig ist, dass du dir Zeit gibst. Steckst du noch in der Depressionsphase, ist es schier unmöglich, loszulassen. Das gibt deine verletzte Seele eben einfach noch nicht her. Sie ist mit anderem beschäftigt. Es ist die Hölle, ich habe es auch durchgemacht. Ich habe 1,5 Jahre gebraucht, um meinen Ex zu überwinden. Ich bin halb zu Grunde gegangen daran. Aber ich habe es überlebt, weil ich alles, alles zugelassen habe. Und mir Zeit und Raum genommen habe.
Mach dir keinen zusätzlichen Stress. Ich glaube, alles kommt zu dir zu seiner Zeit, wenn du bereit bist. Lass deine Trauer voll zu. Du kannst sie nicht loslassen, wenn du sie nicht gelebt hast. Und habe keine Angst vor ihrer gewaltigen Kraft. Sie ist DU. Sie ist ein Teil von dir und wird dich NICHT umbringen, es sei denn, du entscheidest dich dafür. Sie ist ein Gefühl, wie jedes andere auch. Vor allem: vergänglich.
Ich wünsche dir viel Kraft und Mut, diesen Weg zu gehen. Es lohnt sich!

Liebe Grüße,
Weltenwandlerin78

_________________
Jeder Tag ist eine Antwort auf deinen Ruf nach Leben


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mo Dez 26, 2005 10:06 am 
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Registriert: Mo Dez 26, 2005 9:35 am
Beiträge: 467
Hallo Allerseits! Liebe Liceti!
Ich kann dir gut nachfühlen was du gerade durchmachst, ich habe das auch hinter mir. Mein Mann hat mich nach 15 Jahren von einem Tag auf den anderen verlassen und sich mit meiner "Freundin" zusammengetan, die er selbst als Schl... bezeichnet, weil sie einfach mit jedem ins Bett geht, aber ihm gefällt das, hat er gesagt.
Ich war total am Boden, hatte einen Nervenzusammenbruch mit Spitalsaufenthalt, Panikattacken (konnte monatelang nicht aus der Wohnung raus), aber das ist jetzt fast 2 Jahre her und ich lebe wieder - UND WIE!!!
Ich habe diese 2 Jahre gebraucht um mich selbst zu finden, das war sehr schmerzhaft mit vielen Rückschlägen, aber ich habe in dieser Zeit immer wieder bestellt und bestellt und irgendwann konnte ich wieder darauf vertrauen, dass meine Bestellungen eintreffen.
Ich war 1 1/2 Jahre lang so auf meinen Ex-Mann fixiert, dass ich ihn 5 Mal zurückgenommen habe, weil ihm seine neue Frau auf den Keks ging. Ich habe in dieser Zeit versucht das Glück festzuhalten, aber schön langsam gemerkt, dass es doch vorbei ist. Nur habe ich mich daran festgeklammert, hatte Angst vor Veränderungen. Wir hatten ein schönes Leben gemeinsam, 3 Kinder aufgezogen, viel unternommen und erlebt. Aber es war auch nicht alles schön. Aber diese Beziehung und dass ich mich auf diese Art und Weise mit mir und meinen Wünschen auseinandersetzen musste, hat mir gezeigt, was ich wirklich will und brauche.
Mein Ex hat zB gesagt, ich wäre keine richtige Frau, ich wäre nicht weiblich genug. Das hat auch gestimmt, nur habe ich jetzt festgestellt, dass er das unterdrückt hat, so wie er auch versucht hat meine Persönlichkeit zu unterdrücken, weil er ein Problem mit seinem Selbstwertgefühl hat und dies auf mich projizierte. Wenn wir ausgegangen sind wollte er im Mittelpunkt stehen und mich klein halten, da ich eine ziemliche "Erscheinung" bin. Mit seiner jetzigen Frau funktioniert das, zumindest im Moment. Sie ist eine unscheinbare Person und lässt sich alles anschaffen.
Nun gut, seit ich erkannt habe, wer ich wirklich bin strahle ich und bin mehr Frau als zuvor.
Ich habe mir in der Trauerphase immer wieder bestellt mein Lebensmensch solle vor meiner Tür stehen - Effekt war, dass mein Ex jedesmal wieder zurückkam. Aber ich habe lange gebraucht um zu erkennen, dass er zwar mein Lebensmensch ist, aber dass eine Beziehung mit ihm nicht mehr für mich in Frage kommt.
So habe ich beschlossen mich über all das zu freuen was ich habe, was ich kann und irgendwann saß ich mit Freunden besammen und sagte:"Ich bin eigentlich total glücklich so wie es im Moment ist"
Ich habe mein Schlafzimmer umgebaut und nach einem schönen Bild dafür gesucht und bestellt, dass es mir vor die Füsse fällt. Das ist passiert, im Geschäft kippte es aus dem Regal und als ich es sah, da wusste ich es:"So wird meine nächste Beziehung". Da ist ein Pärchen drauf in einer so innigen und zärtlichen Umarmung, dieses Bild stahlt so viel Liebe aus und irgendwann habe ich den Wunsch abgeschickt.
Und durch einen ungeheuren Zufall hab ich meinen jetzigen Freund kennengelernt und es scheint so, dass diese Beziehung wirklich so wird wie auf dem Bild. Voller Zärtlichkeit und Nähe, auch wenn wir uns im Moment nicht so oft sehen, weil wir es langsam angehen lassen wollen.
Ich habe geglaubt ich kann mich nie wieder verlieben und doch ist es passiert, weil ich auf meine Bestellung vertraut habe.
Ich weiß zwar nicht wie lange das jetzt gehen wird, aber das weiß man ja nie, aber ich nehme es einfach als gegeben hin und vertraue darauf, dass das Universum es so richten wird, wie es für mich das Beste ist.
Mit meinem Ex habe ich keinen Kontakt mehr, aber von den Kindern weiß ich, dass es ihm schlecht geht. Ich habe aber nicht mehr das Bedürfnis ihn zu "retten" - ich wünsch ihm Frieden und irgendwann wird er den haben.
Liebe Liceti!
Es muss so sein, dass man durch ein tiefes Tal geht, denn sonst weiß man nicht, wann man die Höhen erklommen hat. Und man weiß nie, wie lange das dauert. Aber du musst darauf vertrauen, dass es in deinem Leben auch wieder schöne Dinge gibt. Freue dich an kleinen Dingen, wenn du 5 Minuten nicht an deinen Ex gedacht hast zB. Wenn du einen Vogel singen hörst und denke dir, trotz allem geht es mir doch gut und es wird auch noch besser. Bestell dir doch einfach nur, dass du wieder glücklich wirst. Ich hab das auch bestellt und irgendwann war ich tieftraurig und doch glücklich. Glücklich nämlich darüber, dass ich so intensive Gefühle erleben kann und das hat mir gezeigt, dass ich doch noch "lebe".
Mach ganz kleine Schritte, ganz langsam und irgendwann wirst du wieder laufen! Glaub mir!
Ich wünsche mir für dich, dass du schon bald wieder glücklich bist und ich vertraue darauf und schicke dir einen Sonnenstrahl!
Alles Liebe
aequitas


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