Sieben Jahre???
Ach herrje, da bin ich ja von völlig falschen Voraussetzungen ausgegangen. Ich hatte gedacht, es wären höchstens ein paar Monate gewesen. Da kann ich Gedanken wie "ich kann ohne ihn nicht leben" ja gleich noch besser verstehen. Wenn eine so langjährige Beziehung zerbricht, dann muss man sich ja fühlen, als sei man in der Mitte durchgeschnitten worden. Und dann ist es natürlich schwer, wieder auf die Füße zu kommen. Und dann hat es mal eine Trennung von 2 Jahren gegeben, nach denen ihr wieder zusammengekommen seid. Jetzt kann ich auch viel besser verstehen, warum du die Hoffnung hast, es sei noch nicht aller Tage Abend. Schließlich hat's schon einmal Trennung und Wiederzusammenkommen gegeben, da könnte es das ja auch noch ein zweites Mal geben, nicht wahr?
Was ich mich jetzt allerdings frage, Hase: Hast du dir in den 7 Jahren immer mal den Vorwurf des Klammerns anhören müssen? War der Grund für die zweijährige "Pause" ebenfalls, dass du für seinen Geschmack zu stark geklammert hast? Wie verliefen die 7 Jahre sonst so? War er die ganze Zeit eher unverbindlich, entfernt und eigentlich mehr auf andere Dinge konzentriert als auf dich und du hast deineseits um Aufmerksamkeit gebettelt? Oder waren Liebe und Aufmerksamkeit in etwa gleich verteilt und er hat sich erst vor kurzem eingeengt gefühlt? Habt ihr zusammen gewohnt? Erzähl doch ein bisschen mehr darüber. Was ich allerdings echt ein Ding finde: Nach 7 Jahren sollte ein Mann schon genug A**** in der Hose haben, um mit seiner Ex ein anständiges Trennungsgespräch zu führen, anstatt sie mit einem lapidaren "wir haben zu unterschiedliche Vorstellungen von Beziehung" abzuservieren. Typisch Kerl!!! Da kann ich dich jetzt auch voll und ganz verstehen, dass du dir ein richtiges Gespräch wünschst, weil das ja auch dazu beitragen kann, dass dein Liebeskummer schneller heilt. Das Dumme ist nur: Man kann so ein Gespräch nicht erzwingen, man kann es bestellen und sich wünschen, wie man will: Wenn der Andere sich weigert, beißt man damit auf Granit.
Dass das Universum (ich nannte es immer "das Schicksal") es in Liebesdingen nicht gut mit mir meint und mich nicht mag, das habe ich mir auch immer eingeredet, vor allem in der Zeit, als es mir gefühlsmäßig sehr dreckig ging. Und das war eine lange Zeit - 3 Jahre! Ich bin vom Schicksal dazu verdammt, alleine zu bleiben, so war mein Standardsatz. Jedoch war ich irgendwann soweit zu sagen, Ätsch Schicksal, ich zeige dir jetzt den Stinkefinger, du kannst mir mal, mir geht es trotzdem gut. Na und nun, seit ich in diesem Forum lese, denke ich wieder ganz anders, nämlich es ist noch nicht aller Tage Abend und vielleicht treffe selbst ich, der Hardcore-Single, demnächst nochmal meine große Liebe. Schließlich haben sich meine Vorstellungen diesbezüglich ja etwas konkretisiert und sind auch realistischer geworden
Nein, mittlerweile denke ich nicht mehr, dass das Universum uns nicht liebt oder es nicht gut mit uns meint. Meine Mutter sagt immer "Wen Gott liebt, den prüft er besonders hart". Ich denke, so mancher von uns wird einfach dazu gezwungen, mal durch die (gefühlsmäßige) Hölle zu gehen, um zu reifen, sich weiterzuentwickeln und auf eine höhere Ebene zu gelangen. Das mag man nicht begreifen und wenn es einem dreckig geht, möchte man gar nicht so gerne auf diese höhere Ebene, man möchte einfach nur, dass der Schmerz aufhört. Aber wenn man dann da durch ist und wieder einen klaren Kopf hat, fühlt man sich wirklich besser und gereifter. Was dich angeht Hase, so denke ich einfach, das Universum hat sich lange genug mit angesehen, dass du in einer Beziehung vor dich hindümpelst, die dir eigentlich gar nicht gut tut, in der du viel zu viel von dir hergibst (das ist jetzt eine reine Annahme von mir, nach dem, was du alles geschrieben hast), in der du stagnierst, anstatt dich weiterzuentwickeln. Deshalb jetzt dieser Bruch, von außen herbeigeführt, weil du selber den Absprung nie geschafft hättest, und daher überaus brutal. Da musst du jetzt durch, um dann gestärkt daraus hevorzugehen. Möglicherweise musst du als Teil des Lern- und Entwicklungsprozesses auch lernen, eine Zeitlang alleine zu bleiben (vielleicht aber auch nicht... meinem Adopstiefbruder predigte ich genau dies, aber er brauchte gar nicht lange alleine zu sein). Aber dann wartet Besseres auf dich! Eine Liebe mit großem L, die du verdienst, die dir zusteht und die dich wirklich erfüllen wird, weil sie so sein wird, wie du es dir wünschst.
Aber im Moment geht's dir einfach nur dreckig... Weißt du, so manches Mal denke ich, ich hätte in den 3 Jahren, wo es mir schlecht ging, psychologische Hilfe in Anspruch nehmen sollen, einfach um die Sache besser verarbeiten zu können, vielleicht wäre es dann schneller gegangen und ich hätte keine 3 Jahre meines kostbaren Lebens in depressiver Stimmung vergeudet. Das Leben ist zu kurz, um sich schlecht zu fühlen und man sollte bemüht sein, diesen Zustand bestmöglich abzukürzen. Deshalb solltest du vielleicht auch einen Psychologen aufsuchen (die ersten 6 Stunden zahlt die Krankenkasse; wenn du danach noch mehr brauchst, stellt der Psy einen Antrag, der im Allgemeinen bewilligt wird), der dir darüber hinweg hilft.