Hallo lara,
zuerst einmal möchte ich Dir sagen, daß ich Deine Frage "Bin ich schuld?" keineswegs seltsam finde. Ich denke aber eher, daß Du für das Stehenbleiben der Gondeln selber
verantwortlich bist. Das ist etwas anderes als "schuld zu sein". Bist Du nämlich "schuld", fühlst Du Dich wahrscheinlich schlecht und eher hilflos. Trägst Du aber die Verantwortung für das, was in Deinem Leben passiert, dann beinhaltet das auch, daß Du nicht nur in der Lage bist, Negatives in Dein Leben zu ziehen, sondern auch Positives. Ich hoffe, ich konnte mich da verständlich ausdrücken...
Die Gondeln bleiben stehen, weil das genau das ist, worauf Du Deine Aufmerksamkeit lenkst. Ja, Du "bestellst" Dir quasi, daß sie stehen bleiben, Du fürchtest Dir das Stehenbleiben herbei. Da spielt es auch keine Rolle, ob die Gondeln bei anderen Menschen stehen bleiben, ob gerade Deine Gondel überhaupt je schon einmal stehen geblieben ist, oder ob in den letzten vier Wochen auf der Strecke keine Gondel stehen geblieben ist. Deine Angst und die damit verbundene Energie ist so groß und hat soviel Kraft, daß Deine Gondel eben stehen bleibt! Liebe lara, es ehrt Dich ja, daß Du Dir auch Gedanken um die anderen Menschen in der Gondel machst, aber für sein Glück ist schon jeder selbst verantwortlich! D.h. entweder haben Deine Nachbarn keine Angst, und es ist ihnen herzlich egal, ob die Gondel stehen bleibt, oder sie finden's sogar schön, weil sie dann vielleicht tolle Fotos machen können, oder aber es sind Menschen wie Du, die es durch ihre Angst angezogen haben, daß sie nun in der stehenden Gondel sitzen. Ich denke, Du verstehst, wie ich das meine...
Was Du nun tun kannst, um Deine Angst in den Griff zu kriegen? Ich kann Dir da nur schreiben, was ich selber vielleicht tun würde; ob es das Richtige für Dich ist, kannst nur Du alleine wissen. Also, ich würde mich immer wieder auf mein eigentliches Ziel konzentrieren, und das ist ja, oben auf dem Berg zu sein. Ich stell' mir also vor, wie ich oben bin, wie ich eine wunderschöne Aussicht habe und wie absolut geil es einfach ist, dort oben zu sein! Wenn ich dann in diesem Gefühl so richtig aufgehe, dann fange ich langsam an, mich gedanklich an die Gondeln heranzutasten. D.h. ich sehe vor mir, wie ich oben auf dem Berg aus einer Gondel steige und meinen Freunden erzähle, wie superschön die Fahrt nach oben war! Nein, ehrlich, die Fahrt war einfach klasse! Ich bin in einem durch gefahren, und ich hab's so genossen, mir alles von oben ansehen zu können! Spitze!

Wenn ich auch dafür ein gutes Gefühl entwickelt habe (das kann durchaus seine Zeit dauern, aber es ist es wert!), dann stelle ich mir als letztes die Fahrt selber vor. Ich sitze also in der Gondel, völlig entspannt, und die Fahrt geht ruhig und in einem Rutsch nach oben durch. Ich sehe, wie die Abhänge quasi an mir vorbeigleiten, und ich freue mich darauf, gleich oben auf dem Berg zu sein. Und ich achte mit darauf, daß ich mich bei dem Gedanken gut fühle. Sobald ein negativer Gedanke kommt oder ein Angstgefühl, dann ändere ich die innere Szene so ab, bis ich wieder ein gutes Gefühl habe. Das kann man nicht erklären, weil man es einfach selbst machen muß.
So, liebe lara, nun hoffe ich sehr, daß ich Dir ein bißchen helfen konnte. Ich denke, Dir ist schon klar, was ich meinte, und ich kann Dir nur sagen: Mach' es! Setz' Dich gemütlich in einen Sessel, schließ' die Augen und stell' Dir eine wundervolle Szene vor. Du wirst sehen, daß Deine Angst immer mehr abnimmt, je öfter und intensiver Du es Dir vorstellst. Und ich wünsche Dir von ganzem Herzen, daß Deine nächsten Gondelfahrten ein wunderbares Erlebnis für Dich werden!
Ganz ganz liebe Grüße
vom Gotham Girl