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BeitragVerfasst: So Okt 02, 2005 9:00 am 
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Registriert: Di Sep 27, 2005 11:59 am
Beiträge: 12
Wohnort: Berlin
Hallo,
eigentlich weis ich nicht, wo anfangen. Bin total depri. Ihr fragt Euch, was das mit BbU (=Bestellung bei Universum) zu tun hat? Hier kommt das Chaos:

1. Meine Mutter will in 6 Monaten nicht mehr leben. Der Grund: ich habe mich von ihr abgewandt, auf der Suche nach meiner Identität. Nein, ich bin nicht mehr 17, ich bin fast 40. Sie lebte nur für mich und durch mich. Wenn ich sie nicht mehr brauche, darf und möchte sie sterben (O-Ton). Ich schreibe mit Absicht "lebte", weil ich das Gefühl habe, sie ist ein Zombie -- der Körper läuft noch durch die Gegend, die Seele ist schon längst ganz wo anders. :cry:

2. Ich bin ein Mensch mit gewissen Fähigkeiten. Es ist genau so magisch, wie BbU. Ich kann damit meiner Mutter helfen, zB. habe ich so bei ihr den Krebs vor 3 Jahren besiegt. Aber zu gleich wird sie mich am liebsten bei der Psychiatrie abliefern, weil ich mich zu "diesen Dingen" magisch (wie passend!) hingezogen fühle. Letzte Zeit, immer wenn ich daran denke etwas für sie zu tun, werde ich blockiert, es gleicht einer Ohnmacht. Daher auch die Behauptung, sie ist Seelenlos.

3. Wir wohnen in 2 Wohnungen gegenüber in der Etage. Es ist sehr praktisch. Weil meine Mutter keine Freunde hat ("alle Menschen sind doof und hinterhältig") langweilt sie sich den ganzen Tag. So lasse ich sie für mich denn Haushalt führen. Ich gebe zu, er ist sehr bequeme: Waschen, Bügeln, Einkaufen, Kochen, Wohnung lüften. Putzen muss sie nicht.
Es ist alles in Ordnung, so lange ich auch da bin. Es reicht, dass ich zu Arbeit gehe oder die Zeit mit jemand anderem verbringe als mit ihr. Ich habe buchstäblich Schuldgefühle und starre alle 20 min auf die Uhr, achte darauf, sie ab und zu anzurufen. Und muss natürlich zeitig zu Hause sein.
Sie sorgt sich. Es war in Ordnung bis 25-lebensjahr. Ich habe das noch bis ihre Krebsdiagnose mitgemacht.
Dann mit dem Gedanken, dass sie sterben wird, hat bei mir klick gemacht. Bin ein wenig in Panik geraten, weil ich mich nicht spürte (die Sache mit der Identität). Und seit dem versuche ich mich zu finden oder zu erstellen. Schlimm ist aber, das ich sie meide, ich laufe von ihr weg, weil sie mich in ihr Depri rein zieht. Als ob sie nicht ertragen könnte, dass ich froh bin (über zB. Bestandene Prüfung) und sie so leiden muss – es ist nicht unbedingt persönliches Leiden: Busunglück, Zugunglück, Athentat irgendwo, Vergewaltigung, Brutaler Mord u.s.w.
Gestern sollte ich mich ernst auf die nächste Prüfung vorbereiten. Wir haben gerade 3 Tage frei, dass passt sehr gut. Was macht meine Mutter? Sagt einfach: auch wenn wir nicht darüber sprechen, sobald du mit deinem lernen fertig bist (also ca. Februar 2006) fahre ich weg und verschwinde.
Die Wirkung war durchschlagend: nix mit lernen, die ganze Nacht habe ich mit Träumen über Wohnungsauflösung verbracht, heute schreibe ich diesen Text, weil ich mich aufs lernen nicht konzentrieren kann, Nachmittag fahre ich zu meinem Freund (der auch nicht einfach ist), komme erst morgen Abend. Und so sind die 3 Tage weg!

Und jetzt komme ich zu dem Punkt, warum ich gerade hier poste. Ich möchte nicht, dass mich jemand bedauert, denn es bestimmt schlimmeres gibt.
Ich möchte nur wissen, ob ich für meine Mutter Wünsche abgeben kann/darf und WAS ich wünschen soll.
Man gibt doch sein Leben nicht einfach so hin!
Und vor allem -- sobald wir hier auf der Erde fertig sind, werden wir gerufen. Sie geht freiwillig auf die Reise.

Wie wäre es mit einem Gebet aus hundert Seelen? Ein Chor?
Meine Mutter ist so schlecht drauf, dass wenn nur 2 Menschen ihr Liebe schicken, merkt sie es nicht.


Ach je, ich habe mir von der Seele geschrieben, aber besser ist nicht geworden...

Mit schweren Herzen
Eure Mimatete

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BeitragVerfasst: So Okt 02, 2005 10:18 am 
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Registriert: Sa Jun 18, 2005 9:31 am
Beiträge: 2693
Wohnort: Bremen
Dein Leid fügst du dir selbst zu und nicht deine Mutter, denn du leidest. Wenn deine Mutter sich entschieden hat, zu gehen, lass sie gehen und habe kein schlechtes Gewissen. Der Tod ist das sicherste, was jedem passieren wird. Und es ist die Befreiung und die Erlösung, wenn man nicht nachhilft. Aber die Entscheidung liegt bei ihr und deine Entscheidung ist, mit deiner Mutter zu leiden. Ich wette mit dir, dass sie sich nichts antun wird, wenn du endlich wegziehst, 1 Jahr nichts von dir hören läßt und mal dein Leben lebst. Nur wer Angst hat, kann Mut zeigen, nimm deinen Mut zusammen und lerne dich zu lieben, für dich selbst zu sorgen, dann kann es auch endlich deine Mutter, die dich als Spiegel nimmt und du sie.

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Alles Liebe
Martina
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Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.
(Antoine de Saint-Exupéry)
Bewusstsein ist der Schlüssel ... für Auflösung und Veränderung.


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BeitragVerfasst: So Okt 02, 2005 12:37 pm 
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Registriert: Fr Jun 03, 2005 10:38 am
Beiträge: 392
Wohnort: Hamburg
Liebe mimatete,

die Geschichte wie du sie schreibst, kenne ich auch, wenn auch in abgeschwächter Form und weniger mit der Mutter sondern mit der Oma.

Vor ein paar Jahren spielte ich mit dem Gedanken beruflich nach Bayern zu gehen (ich wohne bei Hamburg) und die erste Reaktion meiner Oma: dann sterb ich und seh dich nie wieder.

Liebe mimatete, ich bin auch 40 Jahre alt und habe es "erst" im Laufe dieses Jahres geschafft mich freizuschwimmen. Frei aus der Erwartungshaltung der Familie. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie groß der Druck ist, wenn Mutter/Oma ihre eigene Existenzberechtigung auf die Schultern der Tochter bürden.

Irgendwie ist das ein ganz merkwürdiges Wechselspiel.
Meine Oma hatte zB auch immer dann großere gesundheitliche Probleme, wenn meine Mutter "zufällig" Urlaub hatte. Sie hat sich zB mit Mitte 80 den Arm gebrochen, wollte aber nicht ins Krankenhaus. Also hat meine Mutter ihren Urlaub damit verbracht, die Oma zu pflegen.

Da laufen ganz schräge Abhängigkeiten. Ich existiere um mich um dich zu kümmern, und du bist verpflichtet, dich ebenso aufzuopfern, wie es getan habe.

Da hift nur eines: die Verantwortung wieder dahin abzugeben, wo sie hingehört.

Wie gesagt, ich habe mich auch lang und breit mit dieser Thematik befassen müssen. Und meiner Erfahrung nach hilft nur, auszusteigen aus diesem Karusell.
Ich habe den Kontakt für ein halbes Jahr vollkommen abgebrochen. Das hat mir unendlich gut getan.

Liebe Grüße
Sonja


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BeitragVerfasst: So Okt 02, 2005 1:32 pm 
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Registriert: Mi Sep 28, 2005 2:44 pm
Beiträge: 7
mach doch mal eine familienaufstellung-du wirst dein blaues wunder erleben und alles wird gut...
schau einfach mal im internet nach...für solche verstrickungen ist das ein wunderbares, wenn nicht sogar das einzige hilfsmittel.


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BeitragVerfasst: So Okt 02, 2005 4:57 pm 
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Registriert: Sa Jun 18, 2005 9:31 am
Beiträge: 2693
Wohnort: Bremen
Von einer Familienaufstellung würde ich abraten, das Leben regelt das. Jeder muss sich selbst befreien, Sonja hat es geschafft, ich auch, jeder zu seiner Zeit und wir haben genug Zeit.

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 Betreff des Beitrags: Besten Dank
BeitragVerfasst: Di Okt 04, 2005 9:31 am 
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Registriert: Di Sep 27, 2005 11:59 am
Beiträge: 12
Wohnort: Berlin
Hallo, Ihr Lieben!

Danke für Eure Worte.
Ich versuche hier auf alle postings Bezugzunehmen :)

1. Ich leide nicht so sehr wegen der Entscheidung meiner Mutter. Sie hat mich schon abgehärtet, macht das auch lange genug. Es ging ja so weit, dass als sie mir vorgeworfen hatte, duch mein lehrgang ihr ableben zu verzügern, sagte ich, dass es mir leid tut. Da war sie sehr überascht.

2. Wegziehen ist nicht so einfach. Meine Gesundheit erlaubt mir keine grosse Sprünge. Kontakt drosseln? Ja. Aber nicht ohne fast endlose Vorwürfe - "du hast mich vergessen", "du bis ja doch schon zurück und hast dich nicht gemeldet" und und und. Es geht hier nicht so sehr um mich, nicht darum, dass ich mich besser fühlen möchte (ohne Schuldgefühle), es geht darum, dass meine Mutter den Sinn des Lebens erkennt und anfängt zu genissen. Sie hat mich als Kind versorgt und glückliche Tage geschenkt, daher tut es so weh, sie so welken zu sehen.

3. Familienaufstellung: habe sehr viel darüber gelesen und mich mit der Gedanke schon getragen, denn das, was meine Muter mit mir macht ist ihr Zwang aus der Vergangenheit. Für sehr vieles kann sie selber nichts, aber wenn ich ihr was von Verzeihen erzähle, sagt sie, dass es so schwer bis unmöglich ist alles zu vergessen. Aber es geht doch absolut nicht ums vergessen.

Teufelskreis? Hmmmm....
Nur ein Wunder kann hier helfen.
Ich weiss, dass man Reisende nicht aufhalten soll.....
Ich weiss, dass ihr Leben nur ihr gehört.
Aber ich weigere mich darüber hin weg zu kommen, dass sie keine Freude am Leben hat und sich nur an den schlimmen Sachen ergotzt.
Die gute Sachen sind so selbstverständlich für sie, dass sie nicht mal wert sind länger als 5 min. in deren Schein zu verweilen.
Sie glaubt an nichts, nicht mal an sich selber.

Ich glaube an die Kraft der Liebe. Natürlich liebe ich mich selbst. Damit anzufangen war nicht einfach (vor ca. 5 Jahren) aber möglich und erfolgreich.

In dem Sinne
Mimatete

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BeitragVerfasst: Di Okt 04, 2005 12:07 pm 
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Registriert: Di Okt 04, 2005 11:42 am
Beiträge: 101
Wohnort: Niedersachsen
Hallo "mimatete"
ich bin zwar neu hier, aber ich möchte dir trotzdem auf deine Frage antworten. Deine Frage war ja, ob du auch für deine Mutter Wünsche abgeben kannst. Ich möchte dir kurz meine Erfahrung dazu schildern.

Mein Mann hat vor 6 Jahren einen neuen Arbeitsplatz "bestellt". Er wollte einen Firmenwagen, ein Büro und ein Festgehalt. Hat er auch alles bekommen. So weit, so gut. Eine Münze hat aber auch immer zwei Seiten. Er hatte schlichtweg vergessen, auch an ein gutes Arbeitsklima zu denken. Seit ca.4 Jahren höre ich jeden Abend von meinem Mann die unmöglichsten Geschichten aus der Firma. Kurz um, mein Mann fühlt sich absolut nicht mehr wohl und geht fast nur noch mit Magenschmerzen zur Arbeit.

Jetzt könnte man ja denken, dass mein Mann ja auch kündigen könnte. ICH hätte es schon längst getan. Aber mein Mann ist ein absoluter Familienmensch und das Wohl seiner Familie liegt ihm total am Herzen. Lieber geht er an seiner Arbeit (das Arbeitsklima) kaputt, als nicht für seine Familie sorgen zu können. Er hatte nie den Mut ( er ist auch schon 54) noch einmal von vorne anzufangen.

Wie gesagt, ich sehe, wie er leidet. Vor gut 14 Tagen ist mir der Bestellservice wieder in den Sinn gekommen (Zufall?) Und ich habe meine Bestellung (für meinen Mann) abgegeben. Einen neuen Arbeitsplatz, mit deutlich höherem Gehalt, Firmenwagen etc. und wunderbarem Arbeitsklima. Das ganze sollte bis zum 1.Oktober 2005 geliefert werden.

Am 01.Oktober ist mir meine Bestellung wieder in den Sinn gekommen. Schade, ich dachte, die Bestellung ist ins Leere gegangen. Mein Mann war diesen Abend sehr in sich gekehrt. Keine neuen Anekdoten vom unfähigen Geschäftsführer. Nichts. Am nächsten Tag sagte mein Mann mir, dass er mit einem Mann zusammen gekommen ist, mit dem er ein sehr interessantes Gespräch geführt hat. Er wollte mir diesen Herren mal vorstellen und wissen, wie ich darüber denke. Ich musste wieder an die Bestellung denken und fragte meinen Mann noch mal, wann er mit diesen Herren zusammengekommen ist. Es war tatsächlich der 1.Oktober!!! Wir hatten diesen Herren für gestern Nachmittag eingeladen und was soll ich sagen? "Zufällig" sucht dieser Mann neue Mitarbeiter für seinen Betrieb. Und das ist genau der Arbeitsbereich, der meinem Mann zusagen würde. Das Festgehalt stimmt auch (deutlich mehr als vorher, Führungsposition) und der Firmenwagen kann auch sofort gestellt werden.

Meine Bestellung, die ich nicht für mich abgegeben habe, ist also angekommen. So ist es mir aber auch schon ergangen, wenn ich mir etwas für meine Kinder (ich habe drei) gewünscht habe oder für andere Personen, die mir am Herzen lagen.

Ich kann dir nur sagen, mach es...bestell etwas für deine Mutter und du wirst sehen, alles wird zu deiner und ihrer Zufriedenheit in die Wege geleitet werden.

Ich wünsche dir alles Gute.
Liebe Grüße,
Glücksklee


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BeitragVerfasst: Di Okt 04, 2005 3:19 pm 
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Registriert: Sa Jun 18, 2005 9:31 am
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Die Kraft der eigenen Liebe schafft Wunder!

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BeitragVerfasst: Mi Okt 05, 2005 5:41 am 
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Registriert: Mo Sep 19, 2005 9:01 am
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Wohnort: Rheinland-Pfalz
Guten Morgen Mimatete,
Glücksklee hat recht, es ist auch mir shon vorgekommen, dass ich für andere bestellt habe und teilweise kamen die Lieferungen noch vor dem Termin an. Übrigens haben die Bestellungen für andere ja doch meist einen kleinen eigennützigen Anteil- oder?
Aber das denke ich ist nicht das Problem. Was ist die Ursache dafür, dass du schon so lange in diesem Spiel mitmachst? Ws ist Dein "Gewinn" dabei??
Alles Liebe Tauperle


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BeitragVerfasst: Mi Okt 05, 2005 12:05 pm 
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Registriert: Di Sep 27, 2005 11:59 am
Beiträge: 12
Wohnort: Berlin
Hallo Tauperle,
in meinem ganzen Leben habe ich nicht daran gedacht, was für mich so abspringt.
Ohne mir bewusst zu sein, habe ich für die andere gelebt. Meine Mutter hatte nicht einfach gehabt (wie sie behauptet) und so wollte ich ihr durch mich keine Probleme bereiten. Sie freut sich immer noch, dass ich keine pubatäre Zeit hatte. Ich war immer brav und folgsam. Als ich mir 2 mal erlaubte meiner Pflichten nicht nachzukommen, habe ich mit dem Stromkabel auf den Hintern bekommen. Das ist mir so geblieben - auch heute noch macht mir jegliche Arbeit spass, ich habe es nie anders gelernt. Und so bin ich eine Diennerin, die noch "dummerweise" spass am diennen hat. Und ausser dem, die bedienungslose Liebe frag nicht danach, was man davon hat.
Na ja, ich werde jetzt abgehärtet.
Warum habe ich in diesem Spiel so lange mitgemacht? Mir war ger nicht bewusst, dass ich so tief stecke im etwas, was nicht der Himmel ist. Ein Mistkäfer findet den Mist auch als das non-plus-ultra.

Alles Liebe

Mimatete

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BeitragVerfasst: Do Okt 06, 2005 1:06 pm 
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Registriert: Mo Sep 19, 2005 9:01 am
Beiträge: 13
Wohnort: Rheinland-Pfalz
Hallo Mimatete,
ich kann ganz gut verstehen, dass Du sagst, was habe ich davon, wenn ich die ganze ZeiT diene? Ich möchte jetzt nicht alles wiederholen, was Du geschrieben hast. Sicher, auf den ersten und auch auf den zweiten Blick verstehe ich sogar, dass Du vielleicht sogar auf mich sauer bist, weil ich das so geschrieben habe. Aber ich denke, ich weiß, wovon ich schreibe. Erst vor einem guten 1/2 Jahr habe ich den räumlichen Absprung von meinem langjähigen Lebensgefährten geschafft. Innerlich hatte ich mich schon im Sommer letzten Jahres von ihm getrennt. Ich war nach einer gescheiterten Ehe mit viel Hoffnung damals diese Beziehung eingegangen und glaubte von meiner Seite viel dafür getan zu haben. Aber ich tat einfach zu viel. Ich habe eine mittlerweile 17 jährige Tochter und bin seit einigen Jahren selbstständig und stand im Leben außerhalb der Familie(Partner und Kind) recht gut auf eigenen Füßen. Viel zu lange habe ich mich aufgerieben und was-weiß-ich-nicht alles für ihn getan. Bis ich einfach nicht mehr konnte. Ich hatte auf etwas gerechnet (oder nenne es einfach- ich habe einer Beziehung gedient) was es so bei uns nicht gab, eine Partnerschaft. Darüber habe ich mich selbst fast aufgegeben. Dieses Dienen wurde von meinem Ex erbarmungslos (unbewusst, denn ich unterstelle ihm da keine bösen Absichten) ausgenutzt. Mein Nutzen war in der Zeit, dass ich eine "sichere Beziehung" hatte. Aus heutiger Sicht, war es keine sichere Beziehung, sondern die ständige Angst meines Ex-Freundes vor Verlust, eigentlich auch davor, sich mit sich selbst, seinen Wünschen und Erwartungen und meinen Vorstellungen auseinander zu setzen. Heute bin ich froh, diese Lektion erhalten zu haben. Ich war halt eine gute Runde begriffsstuztig, sonst hätte ich dem Ganzen schon einige Jahre zuvor ein Ende bereitet. Der Leidensdruck war nicht groß genug. Und so habe ich halt weiter mitgespielt. Heute weiß ich, was ich will und was ich nicht mehr in einer Partnerschaft zulassen werde. Und was das Singel-Leben angeht, so hat es durchaus seine schönen Seiten. Und seit der Trennung lebe ich wieder.
Also, manchmal brauch man schon etwas länger um so etwas heraus zu finden.
Alles Liebe!
Tauperle


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BeitragVerfasst: Do Okt 06, 2005 2:45 pm 
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Registriert: Fr Jun 03, 2005 10:38 am
Beiträge: 392
Wohnort: Hamburg
Huhu,

Tauperles Beitrag kann ich voll und ganz unterstützen.

Einer der wichtigestens Sätze in ihrem Beitrag ist:
"Aber ich tat einfach zu viel."

Eine Beziehung ist wie ein Boot: zwei Leute sitzen darin und rudern gemeinsam um die Sache auf Kurs zu halten.

Oft ist es so, dass der Partner irgendwann anfängt, weniger zu rudern. Wir Frauen machen dann meist den entscheidenen Fehler, noch mehr und noch kräftiger zu Rudern, weil wir befürchten, das unser Boot sonst total vom Kurs abkommt.
Nur: je mehr wir rudern, umso weniger rudert der Partner. Und wenn wir dann man innehalten und uns umdrehen, stellen wir dann manchmal fest, das wir schon lange allein im Boot sitzen.

Also: einfach mal aufhören zu rudern. Vielleicht erleidet unser Boot dann Schiffbruch. Diese Möglichkeit besteht. Das ist aber immer noch besser als Jahr um Jahr (oder Jahrzehnte) alleine zu rudern, um dann festzustellen, das wir eigentlich schon lange alleine SIND.
Vielleicht erkennt der Partner aber auch: oh weia...wenn ich jetzt nicht anfange mitzumachen, geht's böse aus, und beginnt, seinen Teil beizutragen. Lassen wir ihm doch die Chance zu erkennen, das sein Beitrag auch von nöten ist.

Das lässt sich auf Freundschaften und nicht-Paarbeziehungen aller Art übertragen.

Liebe Grüße
Sonja


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BeitragVerfasst: Do Okt 06, 2005 9:50 pm 
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Registriert: Sa Jun 04, 2005 8:40 am
Beiträge: 556
Wohnort: Oberschwaben
Sonja hat geschrieben:
Oft ist es so, dass der Partner irgendwann anfängt, weniger zu rudern. Wir Frauen machen dann meist den entscheidenen Fehler, noch mehr und noch kräftiger zu Rudern, weil wir befürchten, das unser Boot sonst total vom Kurs abkommt.
Nur: je mehr wir rudern, umso weniger rudert der Partner. Und wenn wir dann man innehalten und uns umdrehen, stellen wir dann manchmal fest, das wir schon lange allein im Boot sitzen.


Heyho Sonja!
Ich möchte.. meine Vorurteile Männern gegenüber nicht noch schüren (ach, was solls.. bin schon (wieder) dabei :roll: ).. ist es grundsätzlich so, das Männer nimmer rudern? (Die haben doch mehr Muskeln, sollen sich mal net so anstellen :twisted: )


Sonja hat geschrieben:
Also: einfach mal aufhören zu rudern. Vielleicht erleidet unser Boot dann Schiffbruch. Diese Möglichkeit besteht. Das ist aber immer noch besser als Jahr um Jahr (oder Jahrzehnte) alleine zu rudern, um dann festzustellen, das wir eigentlich schon lange alleine SIND.
(.....)
Das lässt sich auf Freundschaften und nicht-Paarbeziehungen aller Art übertragen.


Hat das dann auch (ich lese gerade "die Mohr-Methode" ;)) mit inneren Überzeugungen zu tun, wenn man "immer" an Partner/Freunde gerät.. die einen rudern lassen?

Es tut echt weh, wenn man dann merkt.. hoppla.. eigentlich liegt nur mir etwas an dieser Freundschaft/Beziehung.. wie lernt man, schneller über soetwas hinweg zu kommen?


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BeitragVerfasst: Do Okt 06, 2005 11:34 pm 
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Registriert: Fr Jun 03, 2005 10:38 am
Beiträge: 392
Wohnort: Hamburg
Socata hat geschrieben:
Ich möchte.. meine Vorurteile Männern gegenüber nicht noch schüren (ach, was solls.. bin schon (wieder) dabei :roll: ).. ist es grundsätzlich so, das Männer nimmer rudern? (Die haben doch mehr Muskeln, sollen sich mal net so anstellen :twisted: )

Huhu :-)

grundsätzlich wohl nicht :-) Tendenziell schon :-)


Sonja hat geschrieben:
Also: einfach mal aufhören zu rudern. Vielleicht erleidet unser Boot dann Schiffbruch. Diese Möglichkeit besteht. Das ist aber immer noch besser als Jahr um Jahr (oder Jahrzehnte) alleine zu rudern, um dann festzustellen, das wir eigentlich schon lange alleine SIND.
(.....)
Das lässt sich auf Freundschaften und nicht-Paarbeziehungen aller Art übertragen.


Hat das dann auch (ich lese gerade "die Mohr-Methode" ;)) mit inneren Überzeugungen zu tun, wenn man "immer" an Partner/Freunde gerät.. die einen rudern lassen?



Wenn es frau immer wieder passiert, wird's Zeit sich die eigene Muster mal genauer anzugucken. Dann steckt sicher Methode drin.

Liebe Grüße
Sonja


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BeitragVerfasst: Fr Okt 07, 2005 1:46 pm 
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Registriert: Sa Jun 18, 2005 9:31 am
Beiträge: 2693
Wohnort: Bremen
Wenn man denkt, Männer sind so, dann sind sie so. Ich würde denken, es gibt auch andere Männer, ich habe sie nur noch nicht kennengelernt, - aber jetzt!
Und ansonsten würde ich mich lieben für das, was ich bin, wie ich denke.

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