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 Betreff des Beitrags: Angststörung und wünschen
BeitragVerfasst: Mi Sep 01, 2010 4:54 pm 
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Hallo Ihr,

seit ich ungefähr 12 Jahre alt bin habe ich eine Angststörung. Zum Teil handelt es sich um generalisierte Ängste, manchmal geht es aber auch um konkrete Themen. Ich habe 2 Therapien gemacht und es geht mir heute schon besser als früher und ich weiss jetzt auch was der Auslöser für meine Ängste war bzw ist. Mittlerweile kann ich leichter Akzeptieren dass alles, so auch die Angst, etwas Gutes hat und ich damit Leben kann.

Dennoch versuche ich immer besser mich auf anderes zu konzentrieren, regelmäßig meine Meditationsübungen zu machen, zu visualisieren etc.
Im Moment stecke ich dennoch wieder in einer schlimmeren Angstphase und es belastet mich wieder mehr.
Zudem habe ich die Befürchtung schlechte Umstände anzuziehen wenn es mir so schlecht, geht, selbst wenn ich versuche den Zustand zu akzeptieren oder anzunehmen, das erzeugt dann natürlich noch mehr Angst.... :)

Ich würde gerne wissen ob jemand von Euch Erfahrungen mit Angststörungen hat, gute Übungen oder Ähnliches kennt die ich mal ausprobieren kann.
Ich suche auch immer noch nach schönen Texten, die mich aufbauen, die mir das Gefühl von Geborgenheit und des Geliebt-Werdens geben und die ich wenn es mir nicht so gut geht rezitieren kann.

Ich wünsche euch allen einen schönen Tag,

LG
Mia

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"Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muß auch tun.“

Johann Wolfgang von Goethe (Werk: Wilhelm Meisters Wanderjahre)


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 Betreff des Beitrags: Re: Angststörung und wünschen
BeitragVerfasst: Mi Sep 01, 2010 5:31 pm 
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Registriert: Mo Apr 30, 2007 6:51 pm
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Hast du dir die Ängste, wenn sie gerade toben, schon mal angeschaut? Also wie ein außenstehender Beobachter, zu dem sie nicht gehören?

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 Betreff des Beitrags: Re: Angststörung und wünschen
BeitragVerfasst: Mi Sep 01, 2010 5:48 pm 
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Registriert: Fr Jul 23, 2010 11:56 am
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Hallo,
Du meinst mir vorzustellen wie sie aussehen, was sie sind? (Person/Sache etc)
Ich kann sie nicht visualisieren, das einzige "Bild" was mir dann immer in den Kopf kommt ist ein Himmel so wie er ist kurz vor einem Wirbelsturm/Gewitter, schwarz und alles ist überschattet, sodass man das Gefühl hat man wird die Sonne nie wieder sehen.

Ich habe mal versucht meine Angst zu personifizieren, das hat aber nicht so wirklich funktioniert.
So was wie ein persönliches Monster, aber die Monster die ich mir vorstellen und malen konnte waren alle deutlich zu liebenswürdig, da hatte ich das Gefühl, ich hab ein süßes Monster gemalt aber das ist NICHT meine Angst

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 Betreff des Beitrags: Re: Angststörung und wünschen
BeitragVerfasst: Mi Sep 01, 2010 6:33 pm 
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Registriert: Mo Sep 10, 2007 5:24 pm
Beiträge: 6803
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Hallo Mia!

Angststörungen und Depressionen können sich sehr ähnlich sein.
Ich selbst habe Depressionen ( zum glück leichte) und ich arbeite so an mir, dass ich meine Gesamtschwingung erhöhe, es schaffe, mit meinen Kräften zu haushalten, bei mir zu bleiben.
Ich schreibe mal klein weiter, weil mein Hund gekrault werden will... :wink:
ich konzentriere mich wirklich darauf zu achten, was mein herz zum singen bringt.
meditation und bewegung, vor allem in der natur tun mir auch sehr gut.
mein letzter "schub" ist nun schon richtig lange her und ich vertraue dann einfach auf meine liebe in mir und warte ab, bis es vorbei ist. dann warte ich ab und beobachte einfach nur und konzentriere mich auf mein SEIN.

Hund ist wieder weg...

Heute empfinde ich diese Leere, diese Antriebslosigkeit, so als stünde ich unter Schock, nicht mehr als Bedrohung, es ist ein Teil von mir und ich liebe ihn, nehme ihn in Gedanken in den Arm.....heute kann ich dasitzen mit mir und die Stille in mir um mich herum geniessen und kann dann froh und munter, zum Teil gestärkt wieder heraustreten, wann ich möchte.

Auch habe ich keine Angst mehr davor, dass es mich treffen könnte aus heiterem Himmel und mich einsaugt und verschluckt, gegen meinen Willen.

Das macht so frei!

Ich denke Depressionen sind einfach eine Tiefe, die uns Angst macht (gemacht hat) und dennoch soviel sehen/ wissen läßt.
Wenn man sich auf diese Tiefe einläßt, merkt man: Hey- sie ist okay, sogar liebevoll.

Wenn du sagst, dass du das Bild von einem bedrohlichen Himmel hast, trau dich, den Himmel mal anzuschauen, stell dich einfach in die Landschaft, breite deine Arme aus und atme diese Kraft ein. Naturgewalten besitzen viel Kraft, nutze diese Kraft doch einfach für dich.

Es gibt auch eine schöne Meditation aus der CD von Rüdiger Dahlke:
Angstfrei leben.
So ungefähr mache ich sie:

Denke an das erste Sicher-Sein-Gefühl, das dir einfällt.

Bei mir kam sofort ein Bild auf, wie ich als gerade-Geborenes bei meiner Mutter im Arm lag. Es war sooo schön und so weich und so sicher.
Merke dir dieses Gefühl genau.
Man kann das trainieren, sich solche schönen Gefühle zu merken, um sie bei Bedarf abzurufen.
Nun stelle dir eine Situation vor, die dir Angst macht- nimm die Angst wahr- sie will wahr genommen werden, denn sie ist deine Schöpfung und will geliebt werden. Wenn dir das nicht gelingt, reicht es auch, wenn du sie nur wahrnimmst und sie ansprichst: "Hallo Angst, da bist du ja!" Denke an Dein Wohl-Geborgen-Sein-Gefühl. (Es macht dich stark) Lass dich nun nicht von der Angst leiten und dich von ihr umhertreiben, sondern scheuche die Angst "ksch-ksch" zurück. Du bist Herr in deinem Haus und Herr in deinem Leben und nicht die Angst.
Zurück bleibt die Angst eingekuschelt in ihrem Körbchen, dein Wohl-Gefühl und das Wissen, du bist in Sicherheit.

Vielleicht kannst du etwas damit anfangen. Ich drücke dir die Daumen, dass es dir jeden Tag ein Stück besser geht.

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Herzlichst Peti
Erfahrungen sind ein wahrer Schatz, der sich verdoppelt, wenn man ihn teilt.
Was denkbar ist, ist machbar.


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 Betreff des Beitrags: Re: Angststörung und wünschen
BeitragVerfasst: Mi Sep 01, 2010 7:09 pm 
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Mia025 hat geschrieben:
Du meinst mir vorzustellen wie sie aussehen, was sie sind? (Person/Sache etc) ...

Nein, meinte, dich von der Identifikation mit deiner Person zu lösen und in die Beobachterposition zu begeben. Man nennt das auch dissoziieren, das wird bei Wikipedia z. B. so recht gut beschrieben:

Wikipedia hat geschrieben:
Diese Fähigkeit des Menschen zur Dissoziation kann therapeutisch genutzt werden: In der Psychotherapie steht der Begriff für eine bewusst vorgenommene Veränderung der Wahrnehmung weg vom vollständig identifizierten Erleben zu einer "Meta-Position" (siehe auch Metaebene), aus der heraus sich der Mensch quasi "von außen" betrachtet (Heautoskopie), um seine Gefühle oder mentalen Vorgänge wertfrei zu erkennen (beispielsweise so, als ob man eine Situation, bei der man beteiligt ist, in einem Kinofilm betrachten würde)

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 Betreff des Beitrags: Re: Angststörung und wünschen
BeitragVerfasst: Do Sep 02, 2010 9:59 pm 
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Huhu Naike,
ach so, da habe ich irgendwie auf der Leitung gestanden.
Ja das mit dem Dissoziieren habe ich ausprobiert, das funktioniert bei mir besonders gut wenn ich mich im Spiegel ansehe und dann beobachte. Das hat auch in akuten Fällen sehr gut geholfen, hatte nur den Nachteil dass ich das nicht den ganzen Tag machen konnte, aber als "Auszeit" zwischendurch eine super Hilfe :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Angststörung und wünschen
BeitragVerfasst: Fr Sep 03, 2010 7:01 am 
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Man kann lernen das auszubauen. Wenn du eh schon gute Erfahrungen damit gemacht hast, lohnt sich das sicher für dich.

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 Betreff des Beitrags: Re: Angststörung und wünschen
BeitragVerfasst: Fr Sep 03, 2010 10:16 am 
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Hallo Mia!

Ich kann dir den guten Tipp geben....lass deine Ängste zu. Damit meine ich die Tatsache, dass wenn du mal wieder dieses Gefühl der aufkommenden Angst verspürst, versuche es nicht zu verdrängen sondern ziehe dich an einen ruhigen Ort zurück und sage dir innerlich: Ok, ich habe jetzt Angst und heisse diese Angst in mir herzlich willkommen. Lass sie ganz nah an dich heran und erst wenn du das Gefühl hast vor deiner eigenen Angst weglaufen zu müssen, dann frag deine Angst, was sie in dir bezwecken will und ob du diese Angst wirklich brauchst.
Du wirst sehen, dass du eine Antwort bekommst.
Entweder kommt ein "ja", dann weisst du, dass sie gut für dich ist, oder es kommt ein "nein", na ja und im Falle dessen kannst du dieses Angsgefühl getrost wieder ziehen lassen, denn es zeigt in diesem Moent keine produktive Daseinsberechtigung und dann löst es sich von ganz alleine wieder auf.....verschwindet einfach.

Viel Erfolg beim Ausprobieren wünscht dir

Engel11


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