das ist mal eine wirklich gute frage @sand

im grunde genommen habe ich schon immer gewusst, so wie ich lebe...das kann es nicht sein!
ich habe mich schon als kind immer gegen alles gewehrt wenn ich mich gezwungen fühlte, wenn man versucht hat mich in muster und schablonen zu pressen: das ist einfach so, das MUSS so getan werden, es gibt keine alternative!
schule war noch irgendwie ok, ich wollte wissen, ich mochte lernen...
aber danach...die arbeitswelt im konventionellen sinne war nie meine, aber mir wurde eingehämmert, arbeit muss getan werden, obs passt oder nicht, kann man nicht ändern...auf die idee das man dabei auch spass haben könnte bin ich schon gar nicht gekommen! auch nicht als ich mich selbständig machte. ich wurde depressiv...
ende der 80 er bekam ich von einer freundin ein buch von sanaya roman in die hände gedrückt!
da flackerte so ein erster hoffnungsschimmer in mir auf...irgendwann kam egli, und das lola prinzip...und der feste wille alles zu ändern.
ich denke von aussen sah mein leben schon gut aus... verheiratet, süsse tochter, eigenes geschäft, ich hatte zwar zumindest augenblicke des glücks, aber immer noch das gefühl ich muss kämpfen!
jetzt wollte ich um mein glück kämpfen...aus heutiger sicht ganz klar zum scheitern verurteilt, aber ich kannte es ja nicht anders. glücklich ist man nicht einfach so...das muss man sich verdienen, hart dafür arbeiten, sich anpassen und unterordnen!
mit 35 habe ich mich getrennt, alles aufgegeben, nochmal die schulbank gedrückt, wollte neu anfangen, und alles besser machen...immer hat mich das gefühl begleitet ich lebe nicht mein leben...auch wenn ich es zeitweise erfolgreich verdrängt habe!
irgendwann kam bärbel mohr...

ich bestellte erfolgreich parkplätze, schöne wohnung, einen eigenen laden, meinen traummann...
irgendwie war leichtigkeit in mein leben eingezogen...ich war nicht reich, aber ich fühle mich erfolgreich und frei in meiner kleinen welt, so wie ich sie mir erschaffen hatte!
RG für anfänger...

dann habe ich meinen traummann geheiratet, habe meine kleine welt verlassen, und bin in seine gezogen...und schleichend, ohne es zu merken bin ich wieder in meine alten muster zurückgerutscht, und habe mich nach und nach aufgegeben, mich seinen erwartungen angepasst, mich meinen "pflichten" untergeordnet.
nun sind wir seit fast 3 jahre getrennt, ich lebe mit unserem "kind der liebe" in einer fremden umgebung.
nach dem trennungsschmerz kamen die erkenntnisse was alles falsch gelaufen ist und warum, aber es kommt auch wieder zeitweise das leichte in mein leben zurück, obwohl mein kind krank ist, und unsere lebensumstände (äusserlich betrachtet) im moment nicht wirklich toll sind.
ich habe ziele, und doch keine...wir nehmen die tage wie sie kommen, geniessen was sich uns schönes bietet.
mein kind zeigt mir wo es langgeht, er weiss alles!!!
selbst in verzweifelten situationen, wie vor kurzen auf der intensivstation der kinderklinik, zeigt er mir wie man damit umgeht: kranksein ist doch egal, wenn man eine schar von ärzten um sich hat, die einem 5-jährigen erklären wie sämtliche geräte da funktionieren, und er selbst auch mal einen knopf drücken darf!

wir glauben fest: alles wird gut!
und die arbeit? naja...im moment kann ich nicht fest arbeiten gehen, ich will es auch nicht! und ich traue mich auch das zuzugeben... ich denke wenn der zeitpunkt passt, werde ich es auch wieder tun, aber dann hätte ich bitte gerne eine aufgabe mit " mehrwert"!
und ich möchte das mein sohn in dem bewusstsein gross wird, das er sich aussuchen darf, wie er gerne leben möchte!
meine grosse tochter ist schon auf einem guten weg!
danke@sand...für diesen thread
...und jetzt möchte meine küche geputzt werden...
RG für fortgeschrittene?
