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BeitragVerfasst: Fr Mai 26, 2006 11:03 am 
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Hi Flipp,
wow seit 10 Jahren beschäftigst du dich mit den Themen..
Ich wahrscheinlich eher unbewusst, denn als kind spielte ich immer das Spiel, wenn es um Entscheidungen ging, Zeichen zu "bestellen" und sie kamen auch. Von Bärbel Mohr und Bleep hörte ich erst in diesem Jahr und ich sage dir, in diesem Jahr befinde ich mich nicht mehr so ganz in meiner alten Haut bzw. werde immer mehr mit Neuen (auch an mir) konfrontiert..

@all:
ich gehöre ja auch zu den emotionalen Frauen, denen man im Gesicht sehr viel ablesen kann. Ich sage mir zwar auch, wenn einer damit nicht umgehen kann, dann selbst schuld, aber ich frage mich gerade, kann ich mit einem emotionalen Mann umgehen, der mich sehr schnell in den Mittelpunkt des Geschehens stellt? - Ich weiss es nicht..

LG Cloudy


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BeitragVerfasst: Sa Mai 27, 2006 7:45 am 
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Registriert: Mo Feb 28, 2005 12:35 pm
Beiträge: 988
@socata: oder wir beschäftigen uns einfach damit, wie wir unsere Emotionen besser unter Kontrolle halten können.

Der Autor meint, dass Frauen sagen sollen, was sie wollen, aber eben in einer eher sachlichen Art und Weise. Und dass das Problem mit Frauen ist, dass sie eher wissen, was sie NICHT wollen, als das, was sie wollen... :oops:

Wenn man eine Beziehung will, soll es frau einfach ganz rational sagen, ohne zu schmollen, weinen, zornig zu werden, zu drohen, Druck zu machen etc. Am besten in einer angenehmen, lustigen Atmosphäre. Dann hört mann zu..

Der Autor empfiehlt auch, das Buch über Emotionale Intelligenz von Daniel Goodman (?). Ich persönlich hab mir das mal von der Bibliothek ausgeliehen, und das liegt Jahre her, kann mich kaum noch erinnern.


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BeitragVerfasst: Sa Mai 27, 2006 3:49 pm 
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Beiträge: 556
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Allal hat geschrieben:
@socata: oder wir beschäftigen uns einfach damit, wie wir unsere Emotionen besser unter Kontrolle halten können.


Das gefällt mir nicht... das würde ja wieder bedeuten, sich für einen Mann zu verbiegen... sind wir mal ehrlich; ein Mann erwartet, dass man ihn so akzeptiert, wie er ist (auch wenn das bedeutet, dass man einen ungepflegten Mann von der Charmanz eines Erdnussautomaten akzeptieren soll...), warum sollten wir das nicht auch dürfen?

Ich glaube, bei mir liegt das Single-sein sowieso vor allem daran, dass ich mich durch Männer so... "eingeschränkt" fühle... weil ich das Gefühl habe, dass ich für einen Mann so und so sein muss und dann bleibe ich lieber alleine und bleibe ich selbst... :oops:


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BeitragVerfasst: Sa Mai 27, 2006 8:52 pm 
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Registriert: Do Mär 09, 2006 9:33 am
Beiträge: 167
Hi ihr..
vielleicht bin ich Studentin zu theoretisch im Denken, aber sonst gehe ich so vor:

- was ist mein Ziel
- wie verhalte ich mich, um das Ziel zu erreichen, aber mir bzw. meiner Meinung selbst auch treu zu bleiben (z.B. wenn ein Prof was bestimmtes hören will)

Ich finde, wir sind, wenn es um Interaktion geht bzw. Geben-Nehmen nie unabhängig und müssen die andere Seite auch beleuchten, um für uns das zu wählen, was uns passt bzw. was wir mit uns vereinbaren können.

Manchmal frage ich mich, ob das Kennenlernen nicht fast schon automatisch wie ein Bewerbungsgepräch zu sehen ist, wo man aber zusätzlich automatisch bei flirtet und sich eigentlich nie so gibt, wie man im Alltagsleben ist.. Das alltägliche Verhalten kommt erst später oder? Ich glaube, wir waren schon lange nicht mehr in jemanden verliebt und wissen tatsächlich eher, wen bzw. was wir nicht wollen als einen Blick dafür zu haben, was wir wollen oder die Männer sind schon vergeben, tragen nen Ring... :(

Ich habe das an mir gemerkt, als ich diesen verheirateten Mann traf. Ich legte totales "Werbungsverhalten" an den Tag und erkannte mich fast selbst nicht mehr. Leider lerne ich im Alltag nie so einen Mann kennen, der das auch bei mir wieder aktiviert. Diejenigen, die meine "Hülle" mögen, sind jünger als ich und mental finde ich keinen mit dem ich so verschmelze wie mit dem verheirateten Freund. Ich bereue es sooooo, dass ich damals nicht auf ihn einging. Diese Angst in mir lähmt mich..
Heute sehe ich mich wieder als hoffnungslosen Fall und das lässt mich an nichts gutes denken..


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BeitragVerfasst: So Mai 28, 2006 7:18 am 
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Registriert: Mo Feb 28, 2005 12:35 pm
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@ Socata: Ehrlich gesagt ist es mir selber manchmal lieber, wenn andere Menschen ihre Emotionen unter Kontrolle haben. Das heißt ja nicht, dass sie sie nicht haben dürfen! Das entscheidende ist, dass sie sie nicht (mit allen - ev. neg. Konsequenzen) ausleben!!!

Nehmen wir an, ein Mann hätte eine neg. Emotion wie Zorn, und würde sie ausleben, ich würde das lieber nicht erleben wollen :? Da hab ich lieber den, der seine Emotionen kontrolliert. Und genauso fühlen wahrscheinlich Männer, wenn wir uns ungehindert emotional ausleben.. z.B. ständig heulen..

Aber wer lebt schon ständig seine Emotionen aus, das kann man sich gar nicht leisten, vor allem im öffentlichen Leben, im Beruf etc., sicher nicht! Und, mal ehrlich, von Talkshows, in denen jemand ungehemmt anfängt, zu weinen oder herumzubrüllen etc, fühle ich mich unangenehm berührt. (nur meine Meinung)

Im Wienerischen (bin keine, aber mein Ex war Wiener) gibt es einen Begriff dafür, nämlich die "Contenance bewahren" (hoffe, man schreibt das so).

@cloudy: Warum wirbst du nicht mal um einen Single-Mann?


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BeitragVerfasst: So Mai 28, 2006 12:57 pm 
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Registriert: Do Mär 09, 2006 9:33 am
Beiträge: 167
Es ist bei mir Paradox Allall..
der Verheiratete versuchte es unbemerkt zu tun, aber er konnte seine Begeisterung über meine Ausstrahlung körpersprachlich nicht unterdrücken. Es war schon fast wie eine Schwingung, die mich erreichte und dann fing ich auf einmal auch an..

In einer Disko letztens guckten mich 2 Männer ständig an, aber diesmal nach dem Motto: ich würde mich gerne mit dir Unterhalten und nicht so gaffermäßig, aber sie gefiehlen mich nicht, da der eine ungeflegt war und total der Rockertyp und der andere etwas zu alt. Ich weiss nicht, ob ich bewusst nur so welche wahrnehme, oder ob sich niemand, den ich mögen würde, für mich interessiert. Es gab da jemanden, neben den ich mich mal stellte, um vom Tanzen auszuruhen, aber ich traute mich nicht ihn anzusprechen, obwohl ich das Gefühl hatte, ihm wäre es nicht unangenehm, denn als ich mich mit dem Mädchen auf der anderen Seite von mir unterhielt, da guckte er so zu uns herüber..nach dem Motto, dass ich ja eigentlich kontaktfreudig wäre... Dann wollte ich ihn ansprechen, weil ich ja schonmal dabei war, aber ich dachte mir, er wird wahrscheinlich eh besoffen sein und vor meinen Freundinnen ist das peinlich.

Da ich gestern mein Tief hatte, versuche ich in Zukunft mir zu denken, meine Freundinne würden es mir gönnen, wenn ich einen kennenlerne.. denn oft bin ich mit denen weg und fühle mich wie im Käfig.. als ob ich jemanden da oben fragen müsste, wie darf ich mich jetzt bewegen, wen darf ich angucken... Es wäre so, als würde ich ggü meinen Eltern verbotenerweise Flirten und eine völlig andere Rolle einnehmen.

Ich weiß nicht, ob mich jemand hier versteht. Ich verstehe mich selbst kaum bzgl diesem Thema..


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BeitragVerfasst: So Mai 28, 2006 5:05 pm 
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Beiträge: 988
Ich kenn das auch, dass es mir vor Freundinnen etwas peinlich ist, zu flirten, speziell, wenn die selber schon lange einen Freund haben.. vor Singlefreundinnen geht es grad... neulich hat aber mal eine Singlefreundin von mir gemeint, es wäre ihr peinlich, vor mir zu flirten. Scheint also ein allg. Problem sein.

Das Problem ist allerdings nur in meinem Kopf, eigentlich weiß ich ja gar nicht, was die anderen sich denken und wenn überhaupt, ob das nicht eh positiv ist, und überhaupt könnte es mir eh total egal sein....

Ich glaube, manchmal ist es mir peinlich VOR MIR, dass ich flirte....


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BeitragVerfasst: So Mai 28, 2006 9:58 pm 
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@ Allal: Ja, so bin ich auch erzogen, bloooß nicht zu viele Gefühle zeigen... sich freuen darf man überschwänglich (naja, nicht zuu überschwänglich), aber alles andere lieber in zarten Dosen (eine Messerspitze hiervon, eine Messerspitze davon... ;))!
Daran halte ich mich auch... leider muss ich fast sagen, es heißt ja, dass Emotionen, die man nicht ausdrückt, Blockaden hervorrufen...

Jedenfalls... irgendwas läuft denk ich bei mir falsch, in Gegenwart von Männern fühl ich mich immer so beobachtet und "blockiert" :? kein Wunder, dass ich lieber nur mit Frauen etwas unternehme :oops: :?


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BeitragVerfasst: So Mai 28, 2006 10:47 pm 
Socata hat geschrieben:
es heißt ja, dass Emotionen, die man nicht ausdrückt, Blockaden hervorrufen..


Genau das sage ich mir auch. Deshalb lasse ich insbesondere Wut auch immer ungehemmt raus, weil ich reingefressene Wut am gefährlichsten finde. Damit konnten auch nicht immer alle Männer umgehen, aber das ist mir wurscht. Meine Mutter sagt auch immer, dass ich mich doch gefälligst beherrschen soll, aber das ist mir genauso wurscht. Ich bin froh, das ich freiberuflich bin und zu Hause arbeite, da kann ich Wut wirklich ungehindert Luft machen, wenn's sein muss... stellt euch das mal in 'nem Büro vor oder gar in einem Supermarkt :)

Bei Frust oder Traurigkeit weiß ich dann auch, bei wem ich mich ausheulen kann... z. B. bei meinem besten Freund, der das kein bisschen abtörnend findet.


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BeitragVerfasst: Mo Mai 29, 2006 10:22 am 
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Da ist was dran... wahrscheinlich ist es mir auch peinlich vor mir selbst zu flirten, aber heute bemerkte ich in einem Beratungsgespräch wieder, wie sehr ich in die Businessrolle mich reinversetzte und im Nachhinein dachte: die Frau muss denken, ich bin total organisiert, respektiere mich selbst, etc... aber das bin ich ja eigentlich nicht. Genauso wäre es mit dem Flirten, wo schon Freundinne als ich 14 Jahre alt war, meinten, ob ich in der Flirtschule war, denn eigentlich passte das Verhalten nicht zu mir. Damals erkannte ich nur nicht, dass ich flirte bzw. wie die Jungs drauf reagierten. - Ich denke zuviel nach, ob ich das noch bin.. was andere denken... - alles verschwendete Zeit und Energie in diese Gedanken!

Dass mit der Wut herauslassen ist so eine Sache... Ich konnte das mal ganz sachlich, ohne laut zu werden und das fanden Freundinne schlimmer als wenn ich ausgerastet wäre, denn ich wirkte cool und hatte Recht (so das Feedback früher). Oft entschudligten sich Freundinne dann direkt. Männer konnten damit nicht umgehen. Nie. Aber wahrscheinlich, weil die Emotionen anders gelagert sind... Momentan fresse ich alles in mich hinein und lasse kaum Wut heraus, das tut mir nicht gut. Ich blockiere mich und störe auch das Gruppenverhalten, nur weil ich einer, die mich ganz schön beleidigte, nicht die Meinung gesagt habe...
Sollte mich wieder in die Alte Cloudy zurückverwandeln..


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BeitragVerfasst: Di Mai 30, 2006 11:54 am 
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Registriert: Di Apr 25, 2006 6:54 pm
Beiträge: 241
Hi ihr alle 8) ,
bei mir ist es (auch) so, dass ich meine Gefühle nur in der Familie und bei meinem Freund spontan rauslassen kann. Bei Freunden hab ich da schon Probleme, also so mit sauer werden oder so, und dadurch fühl ich mich schon blockiert (also die Blockade überträgt sich dann logischer Weise auch auf andere spontane Gefühle und Gefühlsäußerungen).
Vielleicht gibt es irgendwelche (Stimm-/ Atem-)Lockerungsübungen, die einem da helfen können? (zB auch beim Flirten vor Freunden oder beim Ansprechen fremder Personen?). Also, ich hab mal gelernt, dass solche Übungen allgemein bei Kommunikation helfen, und vielleicht kann man dann eher locker auf die anderen zugehen (eben seine Wut anbringen, flirten etc), und vielleicht fühlt man sich dann immer sicherer :D . Ich glaub, ich guck mal in ner Bücherei oder im Internet, ob ich da was find.

@Allall: Heute geh ich in Bücherei und leih mir Buch über Celestine aus :D .

@Cloudy: Ja, sind schon so viele Jahre 8) ; was Du gemeint hast, dass du als Kind schon unbewusst Bstellungen aufegegeben hast, haben glaub ich schon paar erlebt, und das zeigt einem ja immer wieder, dass man sich ein kindliches Gemüt (v.a.beim Bestellen) erhalten. I

auch @all: Ist eigentlich schon paradox, dass man den weg vom Kind zum Erwachsenen durchschreitet, um zu lernen, dass man aber als Kind in manchen Bereichen (also bei emotionen) oft so ist, wie man als erwachsener wieder anstrebt zu werden. Ich mein, natürlich ist es irgendwie wohl schon wichtig, dass wir lernen, unsere Gefühle zu kontrollieren, um soziales Miteinander zu gewährleisten. Andererseits können das Kinder auch schon ganz gut.
Oder betrachte ich das Ganze grad etwas zu einseiteig?


Lieben Gruß, flipp


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BeitragVerfasst: Di Mai 30, 2006 5:56 pm 
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@flipp: nein, fände es nicht gut, wenn Erwachsene mit Emotionen immer noch so umgehen würden wie Kinder!

Stell dir all die Erwachsenen vor, die Wutanfälle bekommen würden, weil sie etwas nicht haben können (siehe Kleinkinder im Supermarkt - war mal selber Aupair).

Wie es in den Geschäften zugehen würde, wenn die Verkäuferinnen ihre Emotionen ungehemmt bei den Kunden auslassen würden. :roll:

Ich finde, es reicht, dass es so viele Kriege gibt. Das ist eben auch falscher Umgang mit Emotionen.

Es geht nicht darum, sie zu unterdrücken, aber sie anders auszudrücken, nicht jedesmal einem Impuls nachgeben. Vor allem, wenn man viel "Ballast" aus Kindertagen in sich trägt.


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BeitragVerfasst: Di Mai 30, 2006 7:29 pm 
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HI :) .
ja ok, kann man nicht so verallgemeinern. Man muss halt irgendnen Zwischenweg finden.


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BeitragVerfasst: Di Mai 30, 2006 11:16 pm 
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Dass mit den Kindern finde ich nicht all zu schlecht..
Ok, es gibt Schreihälse usw., aber wir Erwachsenen haben so eine Art Geheimsprache bzw. Code bzgl. Verhaltensregeln entwickelt, der nicht immer eindeutig ist.

Hingegen beobachtete ich mal Kinder im Zug (im Vierer):
5 Jungs vielleicht im Alter von 8 Jahren. Ein Junge hatte eine Chipstüte, ein anderer Junge Kekse dabei. Der mit der Chipstüte reichte die Tüte immer jeweils einem, aber den mit der Kekspackung lies er manchmal aus. Dann verteilte der mit den Keksen jedem jeweils einen großen Keks. Der mit der Chipstüte bekam nur einen halben Keks. Der fragte entsetzt: warum kriege ich nur einen halben und die anderen jeweils einen. Der Keksjunge meinte: du hast den anderen auch mehr als mir gegeben.
Er war so direkt und das fand ich super. Der andere guckte dann so "doof", hatte aber begriffen und dann unterhielten sie sich ganz normal weiter. - Niemand hat drauf geachtet: was denken die anderen, wenn die das bemerken, wie stelle ich mich geschickt an, ohne eine Diskussion auf den Tisch zu bringen... Es war direkt und gut! (meiner Meinung nach).

Einmal verirrte ich mich in einer Gegend. Ein junges Mädchen kam mir 2mal entgegen, weil ich im Kreis lief. Sie war vielleicht 7 Jahre und fragte mich: kann ich Ihnen weiterhelfen? Suchen Sie eine Straße?

Ich war baff. Ich finde, wir Erwachsenen sind nicht so offen...


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BeitragVerfasst: Do Jun 01, 2006 2:00 pm 
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Registriert: Mo Feb 28, 2005 12:35 pm
Beiträge: 988
Ich glaube, dass Kinder, die gut mit Emotionen umgehen können, Erwachsene um sich haben, die das ebenfalls gut können, und lernen sozusagen durch Nachahmung.

Der Junge mit den Keksen hat meiner Meinung nach wirklich gut mit Emotionen umgehen können! Er hatte sicher auch Wut etc. in sich, aber er hat weder ein Drama draus gemacht noch herumgeschrieen, auch nicht geschmollt etc. Sondern einfach sachlich und nüchtern reagiert.

Ich finde schon, dass es bei Erwachsenen schon ziemlich eindeutig ist, wie man bei Emotionen reagieren darf/soll.... es sind zwar keine Regeln aufgeschrieben, aber die, die sie nicht kennen, können ja mal den Knigge befragen.

Generell gilt: negative Emotionen dürfen in der Öffentlichkeit nur sehr bedeckt gezeigt werden. Weinen ist in tragischen Fällen erlaubt, generell bei Frauen eher als bei Männern.

Aggressionen und Zorn ausdrücken ist vor allem im Krieg erlaubt, ansonsten nur verbal, und ansonsten nur in Notfällen (zum Selbstschutz und Schutz für andere). Wird auch eher bei Männer toleriert.

Ich finde allerdings, wenn man zu distanziert wirkt, wirkt man irgendwie komisch - seltsam .... die Leute haben sicher nicht allzuviele Freunde, denk ich, höchstens Kollegen...

Ich finde es auch wichtig, dass man ein paar Menschen um sich hat, bei denen man relativ ungehemmt Emotionen zeigen darf. Aber es ist auch wichtig, diese Personen nicht zu nerven. Irgendwie gehen mir Leute, die ständig jammern und sich selbst bemittleiden auf den Keks. Da hab ich immer eher Abstand gesucht.


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