Hallo Butterfly,
Butterfly Effect hat geschrieben:
Na dann haben wir ja beide was davon
Ich definitiv.
Zitat:
Aber versuchst Du nie, Prognosen für die Zukunft zu machen und Dein Handeln danach auszurichten?
Prognosen - nein. Natürlich setze ich mein Oberstübchen ein, wenn ich etwas plane. Und wenn mein Fahrrad platt ist, dann repariere ich es, damit ich künftig meine Wege nicht zu Fuß erledigen muss. (Wenn ich mit LoA schon weiter wäre, würde sich der Reifen vielleicht selbst flicken...

. Mit meiner Spülmaschine habe ich das hingekriegt.) Aber ich richte mein Leben nicht danach aus, wie sich andere Menschen in der Zukunft mir gegenüber vielleicht oder wahrscheinlich verhalten werden.
Zitat:
Deine Theorie klingt so einfach - aber sie in die Praxis umzusetzen, damit tue ich mir schon hart. Klappt das bei Dir immer so leicht?
Nein, es klappt bei mir nicht immer so leicht. Leicht ist es erst mal nur in der Theorie. Warum? Weil unsere Gewohnheit, jahrzehntelang eingeschliffen, nicht mal eben aufgrund einer neuen Erkenntnis weg ist. Es bedarf der Übung, um bei bestimmten Situationen zu merken, was gerade abläuft, oder der Anwendung gewisser Methoden, um die alte Gewohnheit (z. B. sich bei Kritik schlecht zu fühlen) loszuwerden.
Zitat:
Nur: wenn man schon sein Leben lang eine bestimmte Grundhaltung hat und eben einfach so IST, ist es schwer, sie zu ändern und entsprechend schwer, die damit verbundenen Gefühle zu ändern.
Ich bin just vor kurzem dahinter gekommen, dass es in der Tat ein fataler Glaubenssatz ist, dass es schwer sei, etwas zu ändern...
Zitat:
kommt natürlich ganz auf die Qualität des jeweiligen Gefühls an, ob es angeneh ist, ihm ausgeliefert zu sein.
Und es spricht nichts dagegen, sich einem angenehmen Gefühl bewusst auszuliefern. Aber einem unangenehmen? Teufel werde ich tun. (Und verstehe mich bitte nicht falsch, auch hierbei bin ich noch am Üben. Es braucht halt erst mal die Theorie, um daraus eine Praxis machen zu können.)
Butterfly hat geschrieben:
tiramisu hat geschrieben:
Man nimmt also aus triftigen Gründen die Liebe zurück (entliebt sich unbewusst absichtlich), um eine Legitimation für die Trennung zu haben.
Dieser Satz hat mich nachdenklich gemacht....vielleicht ist es wirklich so. Ich weiß es nicht, aber irgendwas in mir hat nicht ganz so viel Widerstand gegen diese Äußerung

Ich bin verwirrt.
Vielleicht liegt es daran, dass Du spürst, dass das stimmt.
Zitat:
Denn eigentlich erwarte ich von meinem Freund ja auch Treue....
Hmhm. So sind wir einfach konditioniert. Erst eine Situation, in der die eigene Treue ins Rudern gerät, ist vielleicht ein Anlass, sich mal zu fragen, was eigentlich dahinter steckt, wenn man vom anderen Treue erwartet. Treue ist eine Konvention unserer sogenannten zivilisierten Welt, die viel mit Besitzanspruch zu tun hat. In der moslemischen Welt hat die Tradition der Polygamie Jahrhunderte überdauert. Und das hatte nichts mit Ausbeutung der Frau zu tun, sondern damit, dass durch Kriege viel mehr Frauen als Männer da waren. Es war eine rein fürsorgliche Regelung, die dafür sorgte, dass ein Mann - wenn er es sich leisten konnte - bis zu vier Frauen heiratet und versorgt.
Und jedes Ding hat bekanntlich zwei Seiten. Solange sexuell alles gut läuft, ist Treue eine feine Sache. Wenn aber einer nicht will, der andere aber doch - dann bedeutet Treue erzwungene Enthaltsamkeit. (Ich rede hier nicht von "mal keine Lust", sondern von einem Zeitraum, der auch länger andauern kann.) Oder man (bzw. meistens wohl eher "frau") macht mit, obwohl keine Lust da ist - und stellt somit den eigenen Körper zu Befriedigungszwecken des anderen zur Verfügung. Das ist im Grunde Selbst-Vergewaltigung und war in Deutschland bis vor wenigen Jahrzehnten sogar gesetzlich verankert. Kam eine Frau ihren "ehelichen Pflichten" nicht nach, war das ein Scheidungsgrund. Untreue natürlich auch.
Butterfly hat geschrieben:
tiramisu hat geschrieben:
Du widerstehst Deinem Gefühl, das sich jetzt richtig anfühlt, um Dir zukünftige, sich richtig anfühlende Gefühle zu sichern, von denen Du nicht weißt, ob sie je eintreffen werden. Dieser Schuss kann gewaltig nach hinten losgehen, denn im schlechtesten Fall kriegst Du weder jetzt noch „in der Zukunft“ das, was Du willst.
....hier kann ich Dir leider in keinster Weise widerspechen...puh, dass das Leben aber auch so schlecht kalkulierbar sein muss. Ich würde gerne mehr steuern und beeinflussen können. Láut LOA kann man das ja auch, nur auf andere Menschen trifft das nicht zu.
Du kannst mit LoA wohl nicht einen bestimmten Menschen steuern oder beeinflussen. Aber Deine eigene Erlebniswelt sehr wohl. Wünsche oder bestelle Dir, jetzt den Mann zu treffen oder erkennen, mit dem Du dauerhaft glücklich sein wirst - und er mit Dir.
Zitat:
Stimmt, aber hier rechne ich wieder in Wahrscheinlichkeiten: ich halte es nach wie vor für wahrscheinlicher, dass mein Freund mich weiterhin iebt, als dass der Andere es irgendwann wird. Gut, jetzt wo ich es schreibe, bin ich mir da auch nicht mehr so sicher
Weil Du hinguckst.
Zitat:
Dieser Gedanke ist mir gestern auch von selbst gekommen. Ich sollte die Gefühle für den Anderen einfach akzeptieren, und nicht mehr dagegen ankämpfen.
Nur der Haken dabei: ob ich mit meinem Freund wieder so glücklich werden kann wie vorher, da bin ich mi nicht so sicher.
Wie wäre es mit einer Entscheidung, mit ihm wieder so glücklich zu sein wie vorher?
Zitat:
Und: wenn ich Gefühle für wen hae, reicht mir das meist leider nicht, sondern ich will mehr von ihm.
Wer ist für Dein Wollen verantwortlich? Du. Was Du da schreibst, ist eine ganz klare "Bestellung". Formuliere es doch um. Ich meine, auch wenn Du Torte (oder wie ich Tiramisu

) liebst, stopfst Du Dir doch auch nicht jedes Stück rein, das Dir in Reichweite kommt. Ändere Deine Bestellung in: "Egal, was auch immer ich fühle, ich bin jederzeit frei zu entscheiden, ob ich einem Impuls nachgehen will oder nicht." (Oder ähnlich. Vielleicht denkst Du jetzt, ich würde mal "Hü" und mal "Hott" sagen, weil ich Dich einerseits ermuntere, bei Deinem Freund zu bleiben und andererseits, den anderen Weg zu gehen. Das liegt daran, dass ich natürlich keinerlei persönliches Interesse weder für das Eine noch für das Andere habe. Ich versuche nur, Dir Wege aufzuzeigen, wie Du Dir klar werden kannst.)
Zitat:
Stimmt, er sagt (wie er immer betont "momentan", aber trotzdem) nein zu mir, mein Freund sagt eindeutig ja. Womit wir wieder bei den wahrscheinlichsten Prognosen für die Zukunft wären;)
Hm. Jetzt bin ich ein bisschen irritiert. Ich hatte ja gestern geschrieben, dass der Andere "nein" sagt - aber sagt er nun "nein" zu DIR oder nur momentan zu einer gemeinsamen Zukunft? Ich glaube, da bin ich einem Irrtum aufgesessen. Denn ich erinnere mich gerade daran, dass Du einige Beiträge zuvor geschrieben hattest, dass es Euch schwergefallen wäre, Euch zurückzuhalten...
Zitat:
Was den Münztest betrifft: gute Idee, nur weiß ich jetzt schon, was ich mir MOMENTAN mehr wünsche...leider.
So. Klare Aussage, eigentlich. Letztlich scheint es so zu sein, dass Du genau weißt, was DU willst - aber Du traust Dich nicht, entsprechend zu handeln, weil Du immer mit der Zukunft pokerst. Deshalb nochmal: Die Zukunft ist immer ungewiss. IMMER!
Die Zukunft ist ein Produkt des Verstandes. Er hat sich da was zusammen gebastelt und bringt Dich dazu, nach seiner Pfeife zu tanzen. Tatsächlich ist der Verstand aber dazu gedacht, Dein Werkzeug zu sein. Ein schöner Vergleich, den ich mal gelesen habe, ist, dass sich der Diener einfach mit zu seinem Herrn an die Tafel setzt. Da gehört er nicht hin!
Das liest sich jetzt wahrscheinlich wieder wie ein Widerspruch zu dem, was ich zuvor geschrieben hatte. Ist es nicht - ich hatte nur vergessen, diesen Aspekt des Verstandes als Werkzeug zu erwähnen.
Liebe Grüße
tiramisu