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BeitragVerfasst: Mo Jul 12, 2010 9:48 am 
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Ich weiß grad gar nicht mehr, wo mir der Kopf bzw vielmehr das Herz steht, vielleicht fällt Euch was dazu ein.

Aber mal von vorne:
Ich habe einen Freund, und ich war mir sicher, er ist derjenige, mit dem ich mein Leben verbringen will, denn vom Gefühl her hatte ich noch nie so eine gute Beziehung. Es passt viel zwischen uns: Zärtlichkeit, Sex, wir können viel und über alles reden, er ist immer für mich da. Doch mit der Zeit merkte ich, dass er sein Leben nicht ganz auf die Reihe kriegt, er unzuverlässig ist und Konflikten aus dem Weg geht. Um das zu tun, lügt er manchmal sogar. So kamen bei mir mit der Zeit Zweifel auf, ob die Beziehung einen Sinn hat, denn um mit jemandem ein gemeinsames Leben aufbauen zu können, muss man sich auf ihn verlassen können. Mein Freund aber hat so viele Blockaden und Ängste, kann sich nicht durchsetzen und nicht für sich eintreten. Trotz dieser Zweifel aber war ich mir sicher, ich liebe ihn, also von den Gefühlen her würde von meiner Seite alles passen.

Dann aber kam ein schwerer Unfall von einem jungen Mann dazwischen, mit dem ich vor drei Jahren kurz zusammen war, aber von meiner Seit aus einfach nicht genug Gefühle da gewesen waren. Doch der Unfall traf mich viel tiefer, als ich es je erwartet hätte. Ich wollte einfach nur bei ihm, für ihn da sein, seine Hand halten. Dazu kam, dass ich mich plötzlich fragte (womit ich nie gerechnet hätte) warum ich mir damals nicht die Zeit genommen habe, ihn wirklich kennenzulernen, und das ich das gar nicht mehr verstehen kann heute, jetzt würde ich es anders machen. Und einmal, als ich mit meinem Freund geschlafen habe und es echt schön war, musste ich aber danach an den anderen denken und hatte ein schlechtes Gewissen, als wäre es falsch. Komisch.


Jedenfalls ist dieser andere immernoch im Krankenhaus, weil lange Zeit auf der Kippe stand, ob er seinen Unterschenkel behalten kann, und nun immernoch viele OPs anstehen. Ich habe Kontakt mit ihm aufgenommen, erst telefonisch, und ihn dann vor einer Woche besucht. Ich konnte einfach nicht anders, so hat es mich zu ihm gezogen. Und wie ich mich gefühlt habe, als ich ihn das erste Mal gesehen habe, kann man kaum in Worte fassen. Ich wollte sofort seine Hand halten, und sobald wir allein waren, nahm er auch meine Hand und hat sie nicht mehr losgelassen. Und für mich hat ich das so angefühlt, als gehört es so, als soll es so sein. Seitdem habe ich ihn öfter besucht, weil es mich einfach zu ihm zieht. Auch körperlich, obwohl er viele Schläuche an sich hat und seit sechs Wochen nicht duschen konnte. Jedenfalls halten wir immer Händchen, er nimmt mich in dem Arm…..und ich würde ihn auch gern küssen, mache es aber nicht wegen meinem Freund (der übrigens alles weiß. Beide wissen alles vom andere, ich bin da ganz ehrlich).

Ich blicke einfach gar nicht mehr durch: bevor der Unfall passiert ist, dachte ich, ich liebe meinen Freund und nur ihn, trotz der Probleme. Und ich war mir sicher, für den anderen nicht mehr als Freundschaft zu empfinden. Nun aber würde ich gern mit dem anderen zusammen sein – wenn mein Freund nicht wäre. Denn immernoch haben wir eine echt gute Beziehung und wenn der andere nicht wäre, würde ich nie auf die Idee kommen, Schluss zu machen. Ich kann doch nicht eine Beziehung aufgeben, die mich glücklich gemacht hat – bis auf seine Probleme, für etwas, wo man noch nicht weiß, ob es klappt.

Ja, was mache ich nun?! Wie kann ich herausfinden, was ich für wen empfinde und warum ziehe ich so ein Chaos an?!
Man kann doch nicht zwei Männer lieben!


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BeitragVerfasst: Mo Jul 12, 2010 10:24 am 
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Klingt so nach aufgeflammten Mutterinstinkt, würde da nicht zu viel reininterpretieren. Mein erster Gedanke, als ich deinen Text las. Schau erst mal, was wird, wenn er wieder richtig fit ist.

_________________
In diesem Spiegelkabinett siehst du eine Menge Dinge. Reibe dir die Augen! Nur du allein bist da.
(Rumi, Das Lied der Liebe)


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BeitragVerfasst: Mo Jul 12, 2010 10:30 am 
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Beiträge: 175
@ Naike:

Hm, bin eigentlich gar nicht der Typ für Muttergefühle, weiß nichtmal, ob ich Kinder will.....

Wenn die Außenwelt ein Spiegel sein soll, müssten eigentlich beide Männer bzw. Beziehungen zu ihnen mir irgendwas von meiner Innenwelt spiegeln, aber was?!


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BeitragVerfasst: Mo Jul 12, 2010 11:27 am 
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ich bin zwar nich naike , aber ich seh das genauso

übrigens , vielleicht hast du dich zu sehr auf das wort "mutter"-instinkt fixiert-
also dahinter steckt ja auch sowas wie gebraucht werden (wollen ?) , vertrauen und beschützen oder beschützt werden wollen ?

lg bluna


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BeitragVerfasst: Mo Jul 12, 2010 11:41 am 
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Registriert: Mi Jul 09, 2008 9:09 pm
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Hi Butterfly effect,

Typ 1 ..
könnte dir etwas aufzeigen
Zitat:
Mein Freund aber hat so viele Blockaden und Ängste, kann sich nicht durchsetzen und nicht für sich eintreten.

was auf deine unterdrückte Macht (im Guten) und Verleugnung dieser (?) hinweist- ich vermute hier bloss, bitte verwerfen, wenn nicht zutreffend. Es scheint, als ob du eine Gelegenheit gesendet bekommen hast, deine eigentliche Macht zu entdecken, die du nicht lebst. Auch fühlt es sich so an, als ob du diese Macht (weiß nicht so genau warum) für etwas ganz, ganz anderes einsetzen sollst, als "nur" deine Partnerschaft in Balance zu halten ( was du erzählst- klingt danach) .
Gibt es entfernte Bereiche, wo du nicht hinsiehst, was der Ausbau deines ganzen Potentials angeht? Weil dies bedeuten würde, du würdest der Beziehung nicht weiter Stabilität geben, weil du dich ja -zur Abwechslung- um dein Wachstum, deine Entwicklung kümmern würdest? Das, was gerade, verlagert, im Krankenhaus stattfindet?

Typ 2 ...
könnte dir deine Zerbrechlichkeit spiegeln, und wie du dich ihr allmählich annähern kannst, sie `bemuttern` kannst, dich selbst (!) bemuttern kannst, ohne dass es dich groß aus dem bisher sauber abgesteckten Rahmen (der Partnerschaft) wirft. Dieser Mann zeigt dir auf, welche Kraft in dir steckt, er lässt sie sozusagen erwachen, er sorgt für das Erwecken bislang brach liegender Ressourcen.

hhm, sorry, war nur so mein Eindruck.. :wink:
love

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" Ich danke, also bin ich. "


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BeitragVerfasst: Mo Jul 12, 2010 11:46 am 
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Registriert: Di Okt 07, 2008 9:10 pm
Beiträge: 175
Danke für Euer Feedback!

Also das mit den Muttergefühlen ist mir deswegen etwas befremdlich, weil ich auch eine starke sexuelle Anziehung verspüre, obwohl er wie gesagt seit 6 Wochen ungeduscht ist, viele Schläuche hat etc.
Meint ihr nicht, das wäre anders, wäre es "nur" Mutterinstinkt?

@ love:
Das war sehr interessant, danke!
Die Frage ist nur, welcher Typ tut mir dann für meine Entwicklung besser. Eigentlich Typ 2 oder?

Denn mein zentrales Problem ist ja, wie ich herausfinden kann, für wen ich mehr fühle ....


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BeitragVerfasst: Mo Jul 12, 2010 12:50 pm 
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Ich finde es trügerisch, nach einem `mehr` an Gefühlen für den einen oder anderen Ausschau zu halten. Damit bist du sehr auf das Außen fixiert. Antworten auf deine brennenden Fragen findest du jedoch nur im Innen. In deinem Inneren.
Horche ein bissl in dich hinein, was ruft dich da so sehr auf den Plan?

Helfen? Dem anderen helfen wollen, kann ein eigenes unbewusstes Drama verdeckt halten, vielleicht geht das jetzt hier zu weit? Es klingt einfach so, als ob du gar nicht anders kannst, Typ2 nun zu besuchen, mit ihm Kontakt aufzunehmen.

Ich selber habe mich in zahlreichen Helfer-Momenten wiedergefunden ( verdeckt, sehr verdeckt, denn ich habe ja immer `Gutes`getan- Kindern zu helfen...), wobei mir die letzte -drastische- Situation, es ging um Leben und Tod, erst Jahre später die Augen öffnete.

Ich bin definitiv nicht hier auf Erden, um anderen zu helfen. Ich bin hier, um ein Leben voller Freude und Freiheit zu führen. Helfen wollen hat mich gebunden. Ich bin froh, diesen Aspekt allmählich aufzulösen, und gewinne immer mehr Freiheit darin.

Sei weiter offen für das, was kommt, sei dankbar, für alle Momente, die dir nun zeigen, wo es hingehen kann. Und wenn du magst... schau dir an, wozu fühlst du dich `verpflichtet`, was ist der Wunsch hinter dem Wunsch?

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" Ich danke, also bin ich. "


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BeitragVerfasst: Mo Jul 12, 2010 1:51 pm 
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Beiträge: 175
@ love:

also bisher hatte ich nie ein Helfersyndrom, im Gegenteil :oops: war immer sehr darauf aus, mit mir selbst ins Reine zu kommen.

Zitat:
was ist der Wunsch hinter dem Wunsch?


Es geht mir auch nicht ausschließlich darum, ihm zu helfen. Klar will ich für ihn da sein in der schweren Zeit; aber was entscheidend dazu beiträgt, dass ich ihn so oft besuchen will, ist dass ich seine körperliche Nähe suche. Also nicht nur ich IHM meine geben will zur Unterstützung, sondern dass auch ICH seine Nähe brauche. Dann geht es mir gut, wenn ich bei ihm bin, mich an seine BRust legen und von ihm gestreichelt werden kann.

Ich habe gedacht, ich kann ja abwarten, was die Zeit bringt, wie sich meine Gefühle entwicklen, wenn es ihm besser geht. Keiner der beiden drängt mich, also ginge das durchaus. Nur fühl ich mich selbst nicht wohl dabei, denn ichhabe das Gefühl, momentan zwei Leben zu führen, die sich eigentlich gegenseitig ausschließen, und ich nicht weiß, für welchen Weg ich mich entscheiden soll.

Ich würde so gerne wissen, wie ich herausfinden kann, was das Richtige ist....bin für alle Ratschläge offen.


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BeitragVerfasst: Mo Jul 12, 2010 1:56 pm 
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@ bluna:

Zitat:
vielleicht hast du dich zu sehr auf das wort "mutter"-instinkt fixiert-
also dahinter steckt ja auch sowas wie gebraucht werden (wollen ?) , vertrauen und beschützen oder beschützt werden wollen ?


Hm...Also ich beschütze gern und werde gern beschützt, das muss ich zugeben. Aber wie gesagt, die sexuelle Anziehung passt nicht mit Mutterinstinkt zusammen, oder doch?


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BeitragVerfasst: Di Jul 13, 2010 9:27 am 
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Beiträge: 571
weiss nich ...wahrscheinlich nicht...

alles andere hat love eigentlich schon (sehr schön) gesagt

lg von bluna


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BeitragVerfasst: Di Jul 13, 2010 12:05 pm 
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Nicht zu sehr auf die Worte fixieren, dann klingt das wirklich komisch mit Mutterinstinkt ud gleichzeitiger sexuellen Lustgefühlen. bluna hat das Eigentliche weiter oben ganz schön formuliert:

bluna hat geschrieben:
also dahinter steckt ja auch sowas wie gebraucht werden (wollen ?) , vertrauen und beschützen oder beschützt werden wollen ?

Das meinte ich mit Mutterinstinkt, der zweite Mann weckt in dir das Bedürfnis, sich zu kümmern (z. B. auch sexuell Wärme und Nähe geben), zu beschützen und zu gefühlsmäßig nähren.

Ich habe sowas öfter mal, wenn ein Mann, der auf welche Art auch immer auf meiner Wellenlänge liegt, weint. Ich habe dann das Gefühl, ihm Gutes in oben beschriebener Art tun zu wollen, das ist ganz komisch irgendwie, dem Helfersyndrom bin ich dann jedenfalls nicht anheim gefallen, da das bei Frauen und Kindern nicht wirkt. (Ausgenommen natürlich bei engen freundschaftlichen Beziehungen oder eigener Familie, wer will sich da nicht kümmern? Aber das ist ja nicht Thema.)
Vielleicht ist auch das mal wieder auf Urinstinkte zurückzuführen, denn wenn früher der Mann krank, verletzt, ausgegrenzt oder was auch immer war, konnte das auch das Leben seiner Frau kosten. Viel menschliches Verhalten geht auf solche ganz einfachen, inzwischen längst überholten Programme zurück.

Und dieses Gefühl kann mit einen dann denken lassen, derjenige wäre ein potentieller Partner, deshalb würde ich dir raten, nicht weiter drüber nachzusinnen, so lange ihr in dieser Sondersituation seid. Danach, wenn er wieder richtig auf dem Posten ist, wird sich schon zeigen, ob sich etwas verändert hat oder tatsächlich Bedeutendes dahintersteckt.

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BeitragVerfasst: Di Jul 13, 2010 1:18 pm 
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Hm, dann wird das Beste wirklich abwarten sein, was passiert, wenn er wieder gesund ist.

Aber das kann noch recht lang dauern, und ich fühl mich halt irgendwie seltsam in dieser Situation.....möchte aber weder jetzt im Schnellschuss meine Beziehung aufgeben, noch nicht mehr für den anderen da sein in dieser schwierigen Lage.
Aber gut, beide wissen alles vom anderen bzw. meine GEfühle, und dann muss ich mich eigentlich auch nicht schlecht fühlen.

Aber ein anderes, mich sehr belastendes Thema ist mein Freund, ganz unabhängig von dem anderen:
ich hab ja schon geschrieben, dass er viele Blockaden hat, wegen denen er sein Leben nicht gut auf die Reihe kriegt, sich nicht durchsetzen bzw. für sich einsetzen kann, Konflikte meidet etc.
Zum Beispiel lässt er sich bei ein bei Ebay ersteigertes Auto andrehen, bei dem in der Artikelbeschreibung Klimaanlage angegeben war, vor Ort ihm aber gesagt wird, die funktioniert nicht. Und um keinene Ärger zu haben, sagt er nix, nichtmal Preisminderung will er!
Dann hat er die Katze seiner Ex, die er nur paar Wochen nehmen wollte, bis sie ne neue Wohnung hat. Nun hat er sie zwei Jahre, will sie eigentlich nicht, erst recht jetzt nicht, wo er wegen Job in eine 1-Zimmer-Wohnung ziehen muss. Aber er traut sich nicht das seiner Ex zu sagen! Lieber behält er sie, denn sie hat ihm gedroht, wenn er sie weggibt, seien sie getrennte Leute. Dabei ist es IHRE abgeschobene Katze, die er anfangs nur paar Wochen hüten sollte. Und das schlimmste: er weiß ich mag nicht in ner Wohnung mit der Katze schlafen, also Katze im selben Zimmer da ja nur ein Zimmer vorhanden, Katzenklo etc. Das heißt wir werden uns seltener sehen, aber er schafft es immernoch icht, seiner Ex zu sagen,d ass sie sich unfair verhält. Dabei gefährdet er so auch die Beziehung!

Weiteres Beispiel: seine Diplomarbeit hat er allein nciht hingekriegt, er "konnte" irgendwie nicht, hatte Blockaden, traute sich nichtmal, üper Mail den Prof um Verlängerung zu bitten, das musste seine Ex für ihn machen und sie ihm auch helfen, die Diplomarbeit fertig zu schreiben.
Auch hat er ein halbes Jahr vorher erfahren, dass sein Vertrag nicht verlängert werden kann, sich aber nicht nach ner neuen Arbeit umgeschaut oder beworben, sondern erst als er dann arbeitslos war. Und da musste ich auch Druck machen.

Ich sorge mich wirklich, mit ihm ein Leben zu teilen, ich muss iummer für zwei Menschen denken, kann mich nicht auf ihn verlassen und muss damit rechnen, dass er mich notfalls anlügt, bevor er bissl nen kleinen Konflikt haben könnte.

Ich weiß nicht, ob es da meinetwillen nicht besser wäre zu gehen. Schon Monate bitte ich ihn, an sich zu arbeiten, er sagt er will es tun und versucht es. Aber bisher kein Erfolg, nichts....er kann irgendwie nicht. Oder kämpft nicht genug.

Nun weiß ich echt nicht, ob ich gehen soll, aber irgendwie muss ich ihn ja in mein Leben gezogen haben, irgendwas muss er mir ja spiegeln?!


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BeitragVerfasst: Di Jul 13, 2010 8:19 pm 
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Beiträge: 249
Hallo Butterfly

Ich weiss nicht, ob es sinnvoll ist, sich immer so auf diese Spiegelgeschichte zu fixieren. Sicher ist das eine Teilwahrheit - aber es gibt ja auch den Ergänzungsfaktor.
Ich sehe zwischen den beiden übrigens ganz starke Parallelen - beide sind nämlich schwach und kommen in gewisser Weise ohne Dich nicht zurecht. Und der eine ist sogar jünger als Du, oder?
Einer mir nahestehenden Person geht es (vielleicht - ich will da nicht voreilig sein) glaub ich ähnlich - sie gerät immer in Beziehungen mit schwächeren Partnern. Allerdings sind diese Beziehnugen bsiher auch immer recht schlimm ausgegangen, da die Partner ihr dann irgendwann ihre Stärke und ihr "Besserwissen" übel genommen haben. Ich weiss nicht, ob das bei Dir so ist...

Will man dieser Person böse, dann kann man ihr unterstellen, dass sie es braucht, Macht über andere zu haben. Will man es liebevoll angehen, so könnte es sein, dass es dabei um eigene unentwickelte, infantile Anteile geht...ich habe manchmal den Eindruck, sie versucht, sich von diesen Partnern etwas Unmögliches zu holen, was sie als Kind nicht bekommen hat....ihr jetziger Partner sieht dabei ihrem Vater auch noch teuflisch ähnlich, ist aber viel weicher....

hm....keine Ahnung...aber ich würde auch sagen, kuck mal bei Dir selbst...welche Sehnsüchte hast Du, was fehlt Dir...und was erwartest Du von den beiden? In zweierlei Hinsicht:Was würdest Du erwarten, wenn Du einen Wunsch frei hättest, der dann sicher in Erfüllung geht? Und was erwartest Du unausgesprochen im Sinne von: War irgendwie klar, dass es so kommt...
Also, insbesondere von Deinem jetzigen Freund, der sein Leben nicht auf die Reihe kriegt.

Ich finde übrigens auch, dass es irgendwie nach Retter-Syndrom klingt....und das ist ja eigentlich ein sehr nettes Syndrom. Aber Vorsicht - es geht so gut wie immer schief. Denn jeder kann nur sich selbst retten...Versuch nicht, die Probleme Deines jetzigen Freundes zu lösen.

Also, das sind auch etwas konfuse Hinweise, aber ich würde auch sagen, parallel zu den zwei Liebesgeschichten solltest Du noch eine dritte mit Dir selbst anfangen :) ....nee, also einfach mal genauer bei Dir kucken; Blick nach innen statt zum Problemfreund, statt ihn zur Arbeit an sich zu animieren, bei Dir weitermachen...

Ehrlich, solche Sachen mit so Leuten, die so ganz hilflos sind, können richtig richtig schlimm ausgehen, und Du bekommst wirklich nichts davon.

Alles Gute

_________________
Es gibt immer eine Lösung

Du sollst Dich nicht zum Sklaven dessen machen, der du zu sein glaubst.


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BeitragVerfasst: Di Jul 13, 2010 9:19 pm 
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Registriert: Di Okt 07, 2008 9:10 pm
Beiträge: 175
@ inselbewohnerin:

danke für Deine Gedanken! Darüber muss ich erstmal ne Weile nachdenken...

Nur eins: was meinst Du mit richtig schlimm ausgehen? Dass es falsch ist, mich um denjenigen zu kümmern, der gerade im Krankenhaus liegt? Es fühlt sich aber absolut richtig an.

Meine Idee war ja, mir Zeit zu lassen, nicht gleich meinen Freund verlassen und den anderen weiter kewnnenlernen und unterstützen.
Und Du hast recht: dabei weiter an der Beziehung zu mir zu arbeiten, und nicht mich selbst im Beschäftigen mit den Problemen der beiden vergessen und verlieren.

Und: woehr weißt Du dass der eine etwas jünger ist? :shock: hab ich das erwähnt....


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BeitragVerfasst: Mi Jul 14, 2010 10:13 am 
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Registriert: Do Jul 01, 2010 9:42 pm
Beiträge: 249
Keine Panik :) Dass der eine etwas jünger ist hast Du, galub ich, gleich im ersten Beitrag geschrieben.
Mit schlimm ausgehen meinte ich die Geschichte mit Deinem Freund (Nr. 1 sozusagen). Ganz pragmatisch, weil solche Leute sehr oft irgendwann in Geldschwierigkeiten geraten. Und wenn man dann "rettet", indem man Geld in sie investiert, kann man das einfach abschreiben (leider nicht von der Steuer...).
Aber ich habe das nur gesagt, weil ich solche Fälle kenne - ich glaube aber, du siehst ja ohnehin ganz klar, wie Dein Freund ist. (Leih ihm halt niemals Geld....)
Wenn Du ihn nicht verlassen willst und die Beziehung weiter aufrecht erhalten, dann würde ich aber auch wirklich irgendwie versuchen, da nur das Schöne raus zu nehmen und nichts an ihm oder bei ihm ändern zu wollen. Weil...das ist eh unmöglich ( das muss er selbst wollen, denn wollen ist ja Motivation. Und wenn er nicht aus sich selbst raus will, dann ist einfach nicht genug Kraft da. )

Das mit dem anderen - naja, schön für den armen Kerl! Und für Dich auch, wenn es sich gut anfühlt.

Aber sag mal...ist eventuell und möglicherweise auch so eine Angst vor dem Alleine-Sein bei Dir dabei, wenn Du den ersten (noch) nicht verlassen willst? Kann man auch verstehen....wäre auch einfach menschlich. Der Vorteil ist ja wirklich,dass Dich keiner zwingt, Dich schnell zu entscheiden.

Lass es ruhig weiterlaufen, (leih niemandem Geld :) ) und setze den Hebel aber nur und ausschliesslich bei Dir selbst an. Ohne dabei an "Arbeit" zu denken - an: ich muss an mir arbeiten. Das klingt so anstrengend und schwierig. (Das hast Du auch nicht geschrieben, glaube ich...aber man sagt das halt so oft.)
Nee, sondern...wo sind meine Bedürfnisse, erfüllte, unerwünschte, wovor habe ich Angst, wer könnte mir (!) wirklich helfen, wenn ich Hilfe brauche - habe ich Leute, die für mich da sind, und wenn nicht, wo kann ich sie finden....ist dieser Gefühlskuddelmuddel vielleicht auch ein Ablenkungsmanöver, um irgendwelche anderen Knoten nicht aufdröseln zu müssen, und wenn...welche...und wie lassen sie sich möglichst leicht und schmerzfrei lösen...usw....


Lieben Gruss, und wenn Dir irgendwas voll daneben erscheint- lass es einfach links liegen. Ich übertrage eigene Erfahrungen auf Dich, und könnte damit auch voll schief liegen :)

ib

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